Robert Gould Shaw

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Robert Gould Shaw

Robert Gould Shaw (* 10. Oktober 1837 in Boston, Massachusetts; † 18. Juli 1863 bei Fort Wagner, South Carolina) war ein Offizier der Unionsarmee im Amerikanischen Bürgerkrieg.

Biografie[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Er war das zweite Kind und der einzige Sohn der reichen Abolitionistenfamilie von Francis George und Sarah Blake (Sturgis) Shaw. Schon in seiner frühesten Jugend kam Shaw durch die einflussreichen Kontakte seines Vaters mit dem Kreis um Ralph Waldo Emerson in Kontakt, den Transzendentalisten. Ebenso wurde er im Geiste des Christentums und des Abolitionismus erzogen. Der junge Shaw wurde von seinen Eltern nach Europa geschickt, um die dortige Kultur und die Sprachen kennenzulernen, unter anderem besuchte er ein Internat in der Schweiz, wo er Mathematik, verschiedene Sprachen erlernte und sich auf den Instrumenten Violine und Klavier übte.

Militärische Karriere[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr aus Europa und dem Studium in Harvard meldete er sich 1860 freiwillig zur 7. New Yorker Nationalgarde, einem Regiment, dem nur Söhne aus reichen und einflussreichen Kreisen New Yorks angehörten, und erlebte in diesem Regiment den Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkrieges. Am 10. Mai 1861 nahm Shaw das Angebot an, im 2. Massachusetts Infanterieregiment als 2nd Lieutenant zu dienen. In der Schlacht von Front Royal am 23. Mai 1862 erhielt er seine Feuertaufe. Am 9. August 1862 musste das Regiment während der Schlacht am Cedar Mountain große Verluste hinnehmen, am 17. September desselben Jahres, Shaw war nun Captain in seinem Regiment, erlitt es erneut hohe Verluste in der Schlacht am Antietam, wo er an vorderster Front stand.

Nach der Emanzipationserklärung Lincolns und der Schlacht am Antietam wurde die Forderung laut, Regimenter mit schwarzen Soldaten aufzustellen. Frederick Douglass setzte sich in Massachusetts bei Gouverneur John Albion Andrew dafür ein. Es wurde beschlossen, das 54. Infanterieregiment nur aus schwarzen Rekruten zu bilden. Shaw bekam das Angebot, dieses Regiment als dessen Colonel aufzustellen und zu kommandieren. Nach anfänglichem Zögern und Zweifeln nahm er das Angebot schließlich an. Nach der Ausbildung seines Regiments wurde es mit Shaw von Generalmajor David Hunter, dem Kommandeur des Department of the South, zu seinem Hauptquartier nach Hilton Head, South Carolina, beordert und dort zur 2nd South Carolina Infanterie überstellt, einem ebenfalls schwarzen Regiment unter Führung von Colonel James Montgomery. Zusammen mit Montgomery nahm Shaw an einer Expedition entlang der Küste Georgias teil. Im Verlauf dieser Expedition brannte Shaws Regiment die unverteidigte und fast menschenleere Stadt Darien auf Befehl Montgomerys nieder. Infolge dieses Vorfalls wurde Generalmajor Hunter durch General Quincy Adams Gillmore ersetzt und Shaw der Brigade von General George Crockett Strong zugeteilt, der auf Morris Island vor Charleston, South Carolina, sein Hauptquartier hatte. Strong hatte den Auftrag, einen Angriff auf Fort Wagner, ein Befestigungswerk der Konföderierten im Hafen von Charleston, durchzuführen.

Shaw erkannte die Gelegenheit, durch einen erfolgreichen Angriff mit seinem Regiment Ruhm und Anerkennung für die geschundenen und schlecht behandelten schwarzen Truppen zu ernten, und sagte zu, den Angriff anzuführen, was für sein Regiment enorme Verluste bedeutete. Am Abend des 18. Juli 1863 trat das Regiment zum Sturm auf Fort Wagner an. Kaum hatten die Soldaten den Schutz ihrer Deckung verlassen, wurden sie auch schon unter Beschuss genommen, erreichten aber die Erdwerke und konnten sogar hineingelangen. Shaw fiel beim Angriff auf eines der Erdwerke von Fort Wagner. Sein Regiment wurde schließlich zurückgedrängt, und der Angriff schlug fehl.

Begräbnis[Bearbeiten]

Shaws Leichnam wurde zusammen mit seinen Männern von den Konföderierten in einem Massengrab begraben. Während eines Waffenstillstands baten Offiziere der Union um die Aushändigung des Leichnams, worauf die Konföderierten antworteten: “We have buried him with his niggers.” (deutsch: „Wir haben ihn mit seinen Niggern begraben.“)[1] Diese Worte riefen auf Seiten der Union Empörung hervor und wurden sogar in zahlreichen Gedichten verarbeitet.

Als Shaws Vater durch die Union angeboten wurde, den Leichnam seines Sohnes zu suchen und umzubetten, antwortete er in einem Brief: “We hold that a soldier's most appropriate burial-place is on the field where he has fallen.” (deutsch: „Wir sind der Ansicht, dass die passendste Grabstätte für einen Soldaten das Feld ist, wo er gefallen ist.“)[2]

Rezeption[Bearbeiten]

Das Schicksal des Regiments und Shaws wird in den Film „Glory“ ausführlich dargestellt. Verkörpert wird er in diesem Film von Matthew Broderick.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Luis F. Emilio: A Brave Black Regiment: History of the Fifty-Fourth Regiment of Massachusetts Volunteer Infantry. Boston, 1894
  • James M. McPherson: Drawn with the Sword; Oxford University Press, 1996, ISBN 0-19-511796-4. Besonders das Kapitel „The Glory Story“.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. James M. McPherson, S. 104
  2. Luis F. Emilio, S. 102 f.
  3. Paul Laurence Dunbar: Robert Gould Shaw. In: Poems.
  4. Benjamin Griffith Brawley: My Hero. In: James Weldon Johnson (Hrsg.): The Book of American Negro Poetry, With an Essay on the Negro’s Creative Genius. Harcourt, Brace and Company, New York 1922.