Robert Hammerstiel

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Robert Hammerstiel (* 18. Februar 1933 in Werschetz im heute serbischen Banat) ist ein österreichischer Maler, Grafiker und Holzschneider. Hammerstiel findet durch zahlreiche Auszeichnungen internationale Anerkennung.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Zwischen 1944 und 1947 war die banatdeutsche Familie Hammerstiel interniert, 1947 gelang ihr die Flucht nach Österreich. Dort war Hammerstiel neben seinem Broterwerb schon früh als Maler tätig. Neben der Darstellung von Motiven aus seiner Umwelt beginnt Hammerstiel, der sich selbst als „Überlebender von vielen Toten“ begreift, gegen Ende der 1960er Jahre seine traumatischen Kindheitserlebnisse aufzuarbeiten.

Zwischen 1959 und 1966 studierte er bei den Professoren Gerda Matejka-Felden, Robert Schmidt und Gerhard Swoboda in Wien.

Im Jahr 1985 erhielt er den Berufstitel Professor, er lebt in Pottschach, Niederösterreich und in Wien.

Hammerstiels Werk thematisiert die Menschenwürde, das Menschsein unter widrigsten Umständen, von inneren Ängsten getrieben. Er opponiert vehement gegen das Herrische im Menschen und in der Gesellschaft, er klagt still und zugleich stark Ungerechtigkeit und immerwährende Zustände von Gewalt und Terror an. Hammerstiel sucht die Wirklichkeit hinter der scheinbaren Wahrheit, und es sind Hass und Grausamkeit, gegen die er sich stellt.

Entscheidend für Hammerstiels neue Werkphase wird 1988 eine Reise nach New York. Er wendet sich, wenn auch kunsthistorisch verspätet, der Pop-Art zu (Milton Avery, Edward Hopper). Der Aufenthalt in New York wird zur klaren Zäsur. Hammerstiel geht neue künstlerische Wege. Durch das Schrille und Grelle Manhattans beeindruckt entdeckt er die Farbe neu und vereinfacht die Formen radikal. Er stellt Räume auf neue Weise dar, verzichtet auf alles Nebensächliche. Sein Werk ist fortan geprägt von einer lebendigen Farbigkeit und einer radikalen, fast plakativen Reduktion der Form auf das Wesentliche. Mit diesem stilistischen Wandel stellt er seine Themen auf neue, faszinierende Weise dar.

2007 wurde der 73 Meter hohe Ringturm am Schottenring in Wien für mehrere Monate an allen 4 Seiten durch ein Monumentalwerk Hammerstiels verhüllt, das die Stationen seines Lebens zeigt.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Von Ikonen und Ratten, Eine Banater Kindheit 1939-1949, Robert Hammerstiel, Wien und München 1999
  • Robert Hammerstiel - Die New York Bilder, Georg van Almsick, Gronau-Epe 2000
  • Robert Hammerstiel - Sein Werk, Alfred Lüthy, Bern 2001
  • Robert Hammerstiel - Bilder eines Zeitzeugen, Leopold Museum, Wien 2006
  • Von klaren und von blinden Spiegeln, Robert Hammerstiel, Wien 2007

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ots.at, APA-OTS: Eine Würdigung zu Robert Hammerstiels 80. Geburtstag, 24. Oktober 2012