Robert Harron

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Robert Harron

Robert Emmett Harron (* 12. April 1893 in New York; † 5. September 1920 ebenda; genannt Bobby) war ein US-amerikanischer Stummfilmschauspieler.

Robert Harron war das zweite von neun Kindern einer armen irisch-amerikanischen Arbeiterfamilie. Er besuchte die katholische St. Joseph's Parochial School in New York. 1907, im Alter von 13 Jahren, begann er mit für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen und als Botenjunge für die American Biograph zu arbeiten. Im selben Jahr hatte er auch seinen ersten Filmauftritt, in Dr. Skinum. Seit The Valet's Wife (1908) gehörte er fest zur Schauspielertruppe um den Regisseur D. W. Griffith. Harron bekam zunehmend mehr und größere Rollen aufgetragen. Er spielte in allen Genres, dabei meist Rollen naiver und sensibler Jungen. Damit errang er in den 1910er Jahren eine große weibliche Fangemeinde. Gezielt wurde er danach in Rollen jünger als sein tatsächliches Alter besetzt und spielte häufig neben Mae Marsh, Mary Pickford, Blanche Sweet und Lillian Gish, deren jugendliches Aussehen ihnen ebensolche Rollen bescherte.

Zu Harrons heute bekanntesten Filmen gehören die großen Griffith-Epen Judith von Bethulien (1914), Die Geburt einer Nation (1915) und Intoleranz (1916), in denen faktisch jeder Star der Griffith-Schauspielertruppe und darüber hinaus weitere Darsteller tragende Rollen bekamen, sowie True Heart Susie (1919).

Robert Harron wird eine Romanze mit Dorothy Gish nachgesagt. Sein Tod, verursacht durch einen selbstausgelösten Pistolenschuss durch seine linke Lunge, gilt als Unfall. Die genauen Umstände sind nicht mehr rekonstruierbar, weshalb sich hartnäckig das Gerücht einer Selbsttötung hält. Demzufolge soll Harron über die Besetzung von Richard Barthelmess in der Hauptrolle von Griffiths neuem Drama Weit im Osten (1920) untröstlich gewesen sein und nachdem er am 5. September 1920 die Premiere des Films in New York besucht hatte, einen kurz zuvor erworbenen Revolver gegen sich gerichtet haben. Kollegen, die ihm nahestanden, wie Griffiths Kameramann G. W. Bitzer äußerten jedoch wiederholt Zweifel an der Selbsttötungsthese.

Robert Harron starb unverheiratet im Alter von 27 Jahren; er war in seiner nur 13-jährigen Filmkarriere an mehr als 200 Filmen als Darsteller beteiligt. Die von ihm geplante Gründung einer eigenen Produktionsfirma in Zusammenarbeit mit Metro kam durch seinen frühen Tod nicht mehr zustande.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]