Robert Lorimer

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Sir Robert Stodard Lorimer (* 4. November 1864 in Edinburgh; † 13. September 1929 ebenda) war ein schottischer Architekt und Möbeldesigner.

Robert Lorimer bei der Arbeit, gemalt von seinem älteren Bruder John Henry Lorimer (1886), National Gallery of Scotland

Leben[Bearbeiten]

Robert Lorimer wurde als Sohn des James Lorimer, eines Professors für Öffentliches Recht an der Universität Edinburgh, geboren. Er war der Bruder des bekannten Kunstmalers John Henry Lorimer und Vater des späteren Bildhauers Hew Lorimer.

Seine Ausbildung begann er an der Akademie in Edinburgh, und bis 1890 studierte er an der Universität in Edinburgh.

1878 hatte die Familie Lorimer das Kellie Castle in Fife gepachtet, und gemeinsam begann sie mit der Restaurierung und dem Umbau zu einem Ferienhaus.

Lorimers Arbeit als Architekt begann er 1890 bei Sir Robert Rowand Anderson. 1893 eröffnete er sein eigenes Architektenbüro. Sein Stil war von der schottischen Architektur des 16. und 17. Jahrhunderts (Scots Baronial) geprägt und wurde zusätzlich von den Ideen William Morris' beeinflusst. Lorimer versammelte mehrere Künstler und Handwerker um sich, sie entwarfen landschaftliche Haustypen und organisierten Möbel- und Kunstausstellungen in London.

1896 wurde er in die Gilde für Kunsthandwerker und 1916 in eine Freimaurerloge aufgenommen.

Bekannt wurde er 1900 auch durch die sogenannten weißen „Colinton Cottages“, die er in Colinton bei Edinburgh errichten ließ. Sie verknüpften den traditionellen Baustil mit Kunst und Möbeln des Jahrhunderts, und zu ihnen gehörte jeweils ein eigener Garten.

Er war Präsident der Vereinigung der Architekten in Schottland (Incorporation of Architects in Scotland) und wurde in den Adelsstand zum Ritter (Sir) erhoben.

Bauwerke (Auswahl)[Bearbeiten]

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges verlegte Lorimer sein Arbeitsinteresse auf die Restaurierung und den Erhalt von alten schottischen Schlössern und Kirchen, sowie den Entwürfen von öffentlichen Gebäuden.

  • Kellie Castle: Um 1878 von der Familie Lorimer restauriert, enthält es prachtvolle Stuckdecken, lackierte Verkleidungen und Möbel, die von Sir Robert Lorimer entworfen wurden.
  • St. Giles Cathedral in Edinburgh: Sie ist die Hochkirche Edinburghs, in der Südostecke der Kathedrale befindet sich die Kapelle des altehrwürdigen Schottischen Ordens von der Distel. Sie wurde 1911 von Lorimer entworfen und gebaut.
Dunrobin Castle mit Parkanlagen
  • Dunrobin Castle bei Inverness: 1915 wurde ein Teil des Schlosses durch einen Brand vernichtet, der jetzige Zustand des Schlosses entstammt der Idee von Sir Charles Barry und der Restaurierung und Renovierung durch Lorimer.
  • Ardkinglas House bei Cairndow: Im Auftrag von Sir Andrew Noble, 1. Baronet erbaute Lorimer 1907 dieses geräumige Anwesen mit eigenen Parks und Gartenanlagen.
  • Edinburgh Castle: Die mittelalterliche „Great Hall“, das schottische War Memorial, wurde 1927 von Robert Lorimer entworfen.
  • Niederzwehren Cemetery: Die Commonwealth-Kriegsgräberstätte in Kassel-Niederzwehren wurde 1922/23 von Lorimer entworfen und nach seinen Plänen gebaut.
  • St. Andrew’s Cathedral in Inverness: Dieses imposante, üppig verzierte neugotische Bauwerk wurde 1866 bis 1869 errichtet, der Lettner und das Kruzifix sind Werke von Robert Lorimer.
  • Torosay Castle, Isle of Mull: Seit dem frühen 19. Jahrhundert residiert hier die Familie Guthrie. Robert Lorimer entwarf die Gärten.
  • Royal Marine Hotel in Brora: Das Hauptgebäude entstand 1913 und wurde von Sir Robert Lorimer entworfen.
  • Hill of Tarvit Herrenhaus bei Cupar: Robert Lorimer entwarf dieses Landhaus im edwardianischen Stil für den Industriellen F. B. Sharp.
  • Paisley Abbey: Die heutige Kirche stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert und ist heute das Ergebnis zahlreicher Restaurierungen und Umbauten. Der lange Chor wurde im 19. und 20. Jahrhundert restauriert, die Einrichtung geht auf Robert Lorimer zurück.

Weblinks[Bearbeiten]