Robert Morse

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Robert Morse (2014)
Robert Morse (1958)

Robert Morse (* 18. Mai 1931 in Newton, Massachusetts) ist ein US-amerikanischer Theater- und Filmschauspieler.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Bereits in der Highschool nahm Robert Morse als Darsteller und Regisseur an Schulaufführungen teil. Als professioneller Schauspieler debütierte er 1949 mit der Rolle des Gabey in dem Musical On the Town. Danach ging er nach New York City. Zunächst schlug er sich mit Jobs als Verkäufer und Beleuchter in Manhattan durch. Er diente vier Jahre in der US Navy und nahm am Koreakrieg teil. Anschließend studierte er im Zuge der G. I. Bill of Rights Schauspiel in einem Kurs der Organisation American Theatre Wing.[1]

Bei einem Einsatz als Lichtdouble in der Show Name That Tune wurde ein Agent auf ihn aufmerksam. Über ihn bekam Morse seine erste Filmrolle, einen kleinen Auftritt in dem Kriegsmelodram Auch Helden können weinen, bei dem er nicht in den Credits erschien. Außerdem vermittelte der Agent ihm ein Treffen mit Theaterregisseur Tyrone Guthrie, der daraufhin die Rolle des Barnaby Tucker in der Broadway-Komödie The Matchmaker mit ihm besetzte. Morse spielte diesen Part von 1955 bis 1957 am New Yorker Booth Theatre und anschließend auch im gleichnamigen Spielfilm von Joseph Anthony. Ab diesem Zeitpunkt stand er kontinuierlich auf der Bühne und vor der Kamera, wobei er als Theaterschauspieler mehr Erfolge verzeichnen konnte.

Für seinen zweiten Broadway-Auftritt als Ted Snow in dem Musical Say, Darling wurde Morse mit einem Theatre World Award ausgezeichnet[2] und erstmals für einen Tony Award nominiert. Letzteres gelang ihm im Jahr darauf erneut mit dem Musical Take Me Along, bei dem er als Ko-Star geführt wurde, während Jackie Gleason und Eileen Herlie (1918–2008) die Hauptrollen spielten. Ab 1961 übernahm Morse die zentrale Rolle des J. Pierrepont Finch in der Pulitzer-Preis-prämierten Musical-Komödie How to Succeed in Business Without Really Trying. Diese brachte ihm im Folgejahr seinen ersten Tony Award in der Kategorie Bester Hauptdarsteller in einem Musical ein.[3] Auch für die darauf folgende Hauptrolle im Musical Sugar, einer Adaption von Manche mögen’s heiß, konnte Morse Preise wie den Drama Desk Award und eine weitere Tony-Nominierung gewinnen. Seine letzte Broadway-Rolle hatte er schließlich 1990 als Solo-Darsteller in Jay Presson Allens Theaterstück Tru, wo er Truman Capote verkörperte. Dafür wurde er zum zweiten Mal mit einem Tony Award ausgezeichnet.

Zu Morses größeren Filmrollen gehörte unter anderem die des Ed Stander in der Komödie Leitfaden für Seitensprünge (1967), wo er an der Seite von Walter Matthau spielt. Im Jahr darauf übernahmen er und Doris Day die Hauptrollen in Wo warst Du als das Licht ausging?. Ab den 1970ern war Morse vorwiegend als Gastdarsteller in Fernsehserien zu sehen. 1992 wurde das Broadwaystück Tru im Rahmen der PBS-Reihe American Playhouse für das Fernsehen verfilmt. Morse übernahm auch hier die (einzige) Rolle des Capote und gewann dafür einen Emmy in der Kategorie Outstanding Lead Actor in a Miniseries or Special.[4] Im Alter von 76 Jahren, als Morse seine Schauspielkarriere bereits als beendet betrachtete[1], wurde ihm die regelmäßig wiederkehrende Rolle des Bertram Cooper in der Fernsehserie Mad Men angeboten. Diese Entscheidung ging von dem Erfinder der Serie Matthew Weiner aus, der sich im Laufe seiner Recherchen über die 1960er Jahre unter anderem den Leitfaden für Seitensprünge angesehen und Morse so „entdeckt“ hatte. Seit 2007 gehört dieser damit zur festen Besetzung der Serie und wurde dreimal für einen Emmy in der Kategorie Outstanding Guest Actor In A Drama Series nominiert.[4]

Morse war von 1960 bis 1981 mit der Tänzerin und Theaterdarstellerin Carole D'Andrea verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor, unter anderem die Schauspielerin Robin Morse (* 1963)[5]. 1989 heiratete Morse Elizabeth Roberts, mit der er zwei weitere Kinder bekam.[6]

Theaterauftritte (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1958: Die Heiratsvermittlerin (The Matchmaker)
  • 1963: Hotel für Liebespaare (Honeymoon Hotel)
  • 1964: Tod in Hollywood (The loved One)
  • 1965: O Vater, armer Vater, Mutter hängt dich in den Schrank und ich bin ganz krank (Oh dad, poor Dad, Mamma’s hung you in the closet and i’m feeling so sad)
  • 1967: Leitfaden für Seitensprünge (A Guide for married man)
  • 1966: Wie man Erfolg hat, ohne sich besonders anzustrengen (How to succeed in business without really trying)
  • 1968: Wo warst Du als das Licht ausging? (Where were you when the lights went out)
  • 1968–1969: That's Life (Fernsehserie, 26 Folgen)
  • 1969: Die Bruchschiffer (The Boatniks)
  • 1984: Calendar Girl Murders
  • 1986–1987: Pound Puppies (Fernsehserie, 25 Folgen)
  • 1987: Des Kaisers neue Kleider (Emperor’s new Clothes)
  • 1987: Hunk
  • 1993: Wild Palms (Fernsehserie, 3 Folgen)
  • 1995: Eine unheimliche Familie zum Schreien (Here come the Munsters)
  • 2000: City of Angels
  • seit 2007: Mad Men (Fernsehserie)

Auszeichnungen/Nominierungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Morse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Michael Buckley: Stage to Screens: Robert Morse of „Mad Men“, Plus „Ugly Betty“ Producer Marco Pennette. In: Playbill 30 Juli 2007. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  2. Past Recipients theatreworldawards.org. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  3. Suche tonyawards.com. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  4. a b Robert Morse emmys.com. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  5. Biografie Carole D’Andrea caroledandrea.com. Abgerufen am 22. Februar 2013.
  6. Robert Morse nndb.com. Abgerufen am 22. Februar 2013.