Robert N. Proctor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Robert N. Proctor auf einem Treffen der History of Science Society, 2009

Robert Neel Proctor (* 1954) ist ein US-amerikanischer Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftstheoretiker mit dem Schwerpunkt Biomedizin und deren politische Umsetzung in den Vereinigten Staaten und Europa. Er ist durch seine Zeugenaussage als erster Historiker in einem Prozess gegen die amerikanische Tabakindustrie einem größeren Publikum bekannt geworden.

Proctor studierte Biologie an der Indiana University bis 1976 und Wissenschaftsgeschichte an der Harvard University bis 1977 wo er 1984 auch promoviert wurde. Er unterrichtete unter anderem in Harvard, Princeton und Yale und ist Professor an der Stanford University. Zusammen mit seiner Frau, der Historikerin Londa Schiebinger, leitete er für neun Jahre das Science, Medicine and Technology in Culture Program (Programm für Wissenschaft, Medizin und Technologie in der Kultur) an der Pennsylvania State University. Von Januar bis Juni 2000 war Gastwissenschaftler bei der unabhängigen Historiker-Kommission, die zwischen 1998 und 2005 die Verstrickung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in den Nationalsozialismus untersucht hat. Derzeit ist er Professor für Geschichte an der Stanford University.

Proctor ist der Schöpfer des Begriffs agnotology, eine Forschungsrichtung, welche die kulturelle Erschaffung und Aufrechterhaltung von Unwissen untersucht.

Mit seiner Frau Londa hat Proctor zwei Kinder. Er sammelt Achate und hat wissenschaftlich erforscht, welche Faktoren dazu beigetragen haben, dass sie als weniger wertvoll gelten als Diamanten.[1]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Nancy Marie Brown: The Agateer. In: Penn State Research. Volume 22, Issue 3, September 2001.