Robert Nivelle

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Robert George Nivelle

Robert Georges Nivelle (* 15. Oktober 1856 in Tulle (Département Corrèze, Frankreich); † 23. März 1924 in Paris) war ein französischer General im Ersten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten]

Nivelle, als Sohn eines französischen Vaters und einer englischen Mutter in Südfrankreich geboren, war Absolvent der École Polytechnique an der er 1878 seinen Abschluss erlangte. Im selben Jahr begann er seine Armeelaufbahn als Unterleutnant. Er diente in Indochina, Algerien und China als Artillerieoffizier. Im Dezember 1913 wurde er Regimentschef und Oberst. Diesen Rang behielt er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 bei.

Im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Seine Erfolge unter anderem in der Schlacht an der Marne brachten ihm im Oktober 1914 die Beförderung zum Brigadegeneral ein.

Anfang Mai 1916 löste er Philippe Pétain als Oberbefehlshaber der bei Verdun eingesetzten 2. Armee ab, nachdem dieser den Befehl über die übergeordnete Groupe d'Armées du Centre erhalten hatte. Seine Leistungen bei der Verteidigung Verduns während der Schlacht von Verdun und seine erfolgreiche Gegenoffensive ab Oktober 1916 brachten ihm am 12. Dezember 1916 die Ernennung zum Oberbefehlshaber des französischen Heeres als Nachfolger von General Joseph Joffre ein.[1] Aufgrund seiner Herkunft und seiner englischen Sprachkenntnisse war Nivelle einer der wenigen französischen Generäle, die von der englischen Führung akzeptiert wurden.

Nivelle war Anhänger einer aggressiven, auf massivem Material- und Soldateneinsatz basierenden Taktik. Einem mehrstündigen Trommelfeuer der Artillerie auf die feindlichen Gräben sollte das Vorrücken der Infanterie im Schutze dieses Artilleriebombardements (Feuerglocke) folgen. Der Gegner sollte dadurch ausgelaugt und abgenutzt werden. Viele französische Offiziere glaubten damals an die Offensive à outrance (Angriff bis zum Äußersten).

Dennoch scheiterte die nach ihm benannte Nivelle-Offensive an der Aisne 1917: Geplant hatte Nivelle einen Angriff der britischen Heeresgruppe bei Arras, um damit die deutschen Reserven dorthin zu locken. Ein massiver französischer Angriff südlich davon, am Chemin des Dames zwischen Soissons und Reims, sollte dann das Patt des Grabenkriegs aufbrechen und den Durchbruch durch die deutschen Linien erzwingen. Trotz immensen Einsatzes von Artillerie konnte keines dieser Ziele erreicht werden. Vom 16. April bis zum offiziellen Ende der Offensive am 5. Mai 1917 verloren die französischen Truppen 140.000 Mann[2] und erzielten nur minimale Geländegewinne. Verantwortlich war dafür nicht zuletzt Nivelles mangelnder Sinn für Geheimhaltung, bei einem Dinner in London erzählte er vorab von seinen Plänen. Der deutschen Seite fiel zudem in einem verlassenen Laufgraben ein Exemplar seines Plans in die Hände, so dass das deutsche Heer sich auf die Offensive Nivelles vorbereiten konnte.

Der mit der Offensive verbundene rücksichtslose Einsatz von Soldaten ('Kanonenfutter') trug ihm den Ruf eines Blutsäufers ein und löste Meutereien in den eigenen Reihen aus. Diese wurden mit großer Härte und Todesurteilen niedergeschlagen.[3]

Am 15. Mai 1917 wurde Nivelle als Oberbefehlshaber abgesetzt und durch Pétain ersetzt. Dieser setzte auf eine defensivere Kriegsführung als sein Vorgänger; es gelang ihm, die Moral der französischen Truppen allmählich wiederherzustellen.[4]

Nach dem Krieg[Bearbeiten]

Im Dezember 1917 wurde Nivelle nach Nordafrika versetzt, wo er den Rest seiner Dienstzeit verbrachte, bis er 1921, drei Jahre vor seinem Tod, in den Ruhestand ging. Er wurde im Invalidendom in Paris beigesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean-Noel Grandhomme: La Première Guerre mondiale en France. Rennes 2009, S. 88f.
  • P. C. Ettighoffer: Eine Armee meutert. Frankreichs Schicksalsstunde 1917. Güterloh 1937.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Georges Nivelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grandhomme, S. 150.
  2. Grandhomme, S. 89. Vgl. Niall Ferguson: Der falsche Krieg, S. 282. Hier ist von 187.000 Mann Verlusten die Rede.
  3. Kriegsgerichte fällten 629 Todesurteile, davon wurden 43 vollstreckt. Francois Caron: Frankreich im Zeitalter des Imperialismus 1851–1918 (= Jean Favier (Hrsg.): Geschichte Frankreichs. Bd. 5), DVA, Stuttgart 1991, ISBN 3-421-06455-5, S. 600.
  4. Grandhomme, S. 91.