Robert Opron

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Scheinwerfer des Citroën DS 21 (1967)
Citroën Ami 8 (1969)
Citroën GS (1970)
Citroën SM (1970)
Citroën CX (1974)
Renault Espace (1984)

Robert Opron (* 22. Februar 1932) ist ein französischer Automobildesigner. Mit seinen Entwürfen für Simca, Citroën und Renault gehört er zu den Wegbereitern aerodynamisch geformter Limousinen mit Schrägheck.

Leben[Bearbeiten]

Opron verbrachte seine Kindheit in Algerien, Mali und Abidjan. Ab 1952 studierte er in Frankreich Architektur. Nach einer Zeit als Zeichner bei der Société Nationale de Constructions Aéronautices du Nord begann er 1957 für Simca zu arbeiten. Sein erster Entwurf war 1959 die futuristische Studie „Fulgur“ – ein an eine fliegende Untertasse erinnerndes Auto mit Atomantrieb und einer gläsernen Kuppel über dem Passagierraum. Realisiert wurde nach seinen Vorstudien 1967 der Simca 1100, als Zwei-Box-Kompaktwagen mit Schrägheck, dessen Konstruktion gestalterische Konzepte des VW Golf vorwegnimmt.

1962 begann Opron unter Flaminio Bertoni für Citroën zu arbeiten und wurde nach dessen Tod 1964 Chefdesigner. Opron erarbeitete in dieser Zeit zahlreiche Vorschläge für eine Überarbeitung des Citroën DS. Die ihm manchmal zugeschriebene neue Frontpartie dieses Fahrzeugs für den Modelljahrgang 1967 ist aber nicht sein Werk, sondern das Bertonis, der an einer echten DS mit dem Hammer die Kotflügel einschlug und in wenigen Tagen diese neue Form schuf. 1969 folgte der Citroën Ami 8, 1970 der Citroën GS, eine Mittelklasse-Limousine, und der spektakuläre Citroën SM, eine Sportlimousine mit Maserati-Motor und sechs Scheinwerfern, die hinter einer über die ganze Fahrzeugbreite reichenden Glasverkleidung liegen – der SM gilt als Oprons Meisterwerk. Der 1974 erschienene Nachfolger des DS, der sehr klar gezeichnete CX, war zugleich sein Abschied von Citroën. 1975 wurde das Unternehmen von Peugeot übernommen und die PSA Peugeot Citroën gegründet. Opron sah die Eigenständigkeit des Designs bei Citroën in Gefahr und verließ PSA.

Er wechselte zu Renault, wo er u. a. den Fuego, den R25. Der ihm manchmal zugeschriebene Entwurf des Espace ist in Wirklichkeit eine Arbeit des Matra-Designers Antonis Volanis. Auch Versuchsfahrzeuge wie der Vesta II (1984) und der Entwurf des Lastwagens Renault Magnum (1990) entstehen unter Oprons Mitwirkung. Für Automobiles Ligier, die bereits den Citroën SM gebaut hatten, entwickelte er einen zweisitzigen Kleinstwagen, dessen Nachfolger noch heute gebaut werden. Daneben war er auch für Fiat tätig.

Von 1992 bis 2000 arbeitete Opron als selbstständiger Designberater. Bei der 1999 ausgetragenen Wahl zum Car Designer of the Century gehörte Robert Opron zu den 25 Kandidaten. Gewählt wurde Giorgio Giugiaro. Seit April 2012 ist Robert Opron Ehrenmitglied im Citroën SM Club Deutschland und der Citroën-Strasse, der Vereinigung der deutschen Citroën-Clubs.

Einzelnachweise und Quellen[Bearbeiten]

  • Peter I. Pijlman: Rober Opron, L'automobil et l'art, Sagitta Productions, Rotterdam 2002, ISBN 90-5179-024-4
  • Niklas Maak: Der Mann, der die Zukunft in Form brachte, Seit 50 Jahren entwirft der Autodesigner Robert Opron sensationelle, wegweisende Formen. Trotzdem kennt ihn kaum einer. Ein Besuch, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 9. September 2007, Nr. 36, S. 30