Robert Rogers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Robert Rogers (Begriffsklärung) aufgeführt.
Robert Rogers (1731–1795)

Robert Rogers (* 7. November 1731 in Methuen, Massachusetts; † 18. Mai 1795 in London) war ein britisch-amerikanischer Offizier, der durch seine Rolle während des Franzosen- und Indianerkriegs (1754–1763) berühmt wurde. Er war der Gründer der auf irreguläre Kriegführung spezialisierten und umgangssprachlich nach ihm bezeichneten Rogers’ Rangers, die als Vorbild für die jetzigen Ranger und Green Berets der US-Army dienen.

Biografie[Bearbeiten]

Rogers wurde in Methuen (Massachusetts) geboren. Er verbrachte seine prägenden Jugendjahre an der damaligen Grenze der britischen Kolonien in New Hampshire. Dort sammelte er erste Kampferfahrungen als Scout während des Österreichischen Erbfolgekriegs gegen die Franzosen und die Indianer.

Er war mit Elizabeth Browne Rogers (1741–1812) verheiratet, die sich jedoch 1778 von ihm scheiden ließ.

Während des Franzosen- und Indianerkriegs stellte er 1756 die Ranger Company of Blanchard's New Hampshire Regiment auf, eine im modernen Sinn Aufklärungskompanie eines Milizregiments. Diese Verbände gehörten den kolonialen Milizen der britischen Dreizehn Kolonien in Nordamerika an, die während des Franzosen- und Indianerkrieges für das Königreich Großbritannien kämpften. Diese Rangerkompanie ging später als eine von bis zu sieben Kompanien in die His Majesty's Independent Companies of American Rangers auf. Andere namentlich bekannte Kompaniechefs von Rangerkompanien waren die Hauptleute Hezekiah und Dunn sowie Major Gorham. Diese Kompanien waren weder Teil der Regulars, also der britischen Armee in Nordamerika, noch der Provincials, also der Milizregimenter, wurden jedoch durch den König besoldet. Der Sold wurde durch den Kompanieinhaber unter Abzug vorgestreckt, eine in damaliger Zeit nicht unübliche Praxis. Dieser sollte durch den König später jeweils ausgeglichen werden, die Differenz war ein Gewinn für den Kompanieinhaber. Aus diesem Umstand resultieren die am Lebensende nicht unerheblichen Schulden, die Rogers in London verarmt in den Schuldturm brachten.

Zwar wurden die Milizen wie die französischen Streitkräfte in Kanada und deren indianischen Verbündeten von den britischen Offizieren der regulären Linienregimenter mit einer gewissen Herablassung betrachtet. Diese waren Berufssoldaten und man sprach den Franzosen die Einstellung zur Kriegführung ab. Jedoch waren die Ranger die einzige nicht-indianische Streitmacht, die mit den Geländebedingungen und den rauen Winterbedingungen durch das bergige Terrain an der Grenze der Neuenglandstaaten vertraut waren und sich bewegen konnten. Diese Gefechtsführung widersprach den damaligen Auffassungen von Kriegführung. Zu welchen Folgen eine nicht angepasste Gefechtsführung mit Linientruppen führte, zeigt die Schlacht am Monongahela. Neu allerdings war die Gefechtsführung durch leichte Infanterie nicht, da man aus Europa bereits Jägerkompanien kannte.

Die Rangerkompanien operierten bis auf die selbständigen Aufklärungsunternehmen und Winteroperationen immer als unterstellte Truppe der amerikanischen Milizregimenter und der britischen Linienregimenter, um diese gegen die das Gefecht unkonventionell führenden Indianer oder die französische leichte Infanterie abzusichern. Ausgerüstet war die Kompanie im Wesentlichen mit Brown-Bess-Musketen, einem damals verbreiteten Vorderlader mit einem glatten Rohr. Nur ausgewählte Scharfschützen waren mit Vorderladerbüchsen mit gezogenen Läufen ausgerüstet. Die Ausrüstung war für die damalige Zeit hochwertig und bestand aus einer Wolluniform in gedeckter, meist grüner Farbe, die sich der Umgebung anpasste, im Gegensatz zur meist bunten Uniform der Linientruppe. Biwakausrüstung wurde durch die Truppe nicht in nennenswertem Umfang mitgeführt - insbesondere keine Zelte. Dadurch entfiel für die Ranger der Tross, nahm ihnen aber auch die langfristige Durchhaltefähigkeit auf einem Feldzug. Operierte die Truppe mit regulären Einheiten im Gefechtsverband, stützte sie sich auf deren Tross zur Versorgung ab.

Die 600 Soldaten der grün uniformierten Truppe wurden von Rogers – der eine charismatische Führungspersönlichkeit gewesen zu sein scheint – persönlich ausgewählt und in der Taktik der irregulären Kriegführung ausgebildet, d. h. für den Kampf außerhalb der für die damalige Zeit typischen linearer Gefechtsordnung in geschlossenen Truppenkörpern. Hierbei griff er nicht zuletzt auf seine Kampferfahrungen gegen Indianer und Franzosen zurück, entwickelte daraus aber erstmals eine systematische Ausbildung. In deren Rahmen mussten sich die Rekruten auch scharfem Gewehrfeuer aussetzen. Ergebnis dieser Bemühungen war das Entstehen eines beweglichen Verbandes, der unabhängig von Nachschublinien und Forts operieren konnte und der Kampfweise der Indianer gewachsen war.

Die Rogers’ Ranging Rules, ein Regelwerk der irregulären Kriegführung, die nachträglich anhand der Gefechtsreporte der His Majesty's Independent Companies of American Rangers als Ausbildungs- und Einsatzrichtlinien formuliert wurden, werden von Spezialeinheiten wie den Green Berets bis heute als Grundlagen für den Jagdkampf wie diese Gefechtsform heute bezeichnet wird betrachtet.

Zusammengestellter Ausbildungsplan aus Berichten des Major Robert Rogers[Bearbeiten]

(Originaltitel: Plan of discipline extracted from journals of Major Robert Rogers – 1759)
I. Alle Ranger unterliegen den Vorschriften und Gebräuchen des Krieges; zur Befehlsausgabe der Ranger melden Sie sich jeden Abend; ausgerüstet, jeder mit einem Feuerstein, Pulver und Blei für sechzig Schuss, und einem Beil, zu dieser Zeit inspiziert ein Offizier jeder Kompanie das gleiche, um zu sehen das sie gefechtsbereit sind, damit sie bei Alarm oder Marschbefehl in einer Minute abmarschbereit sind (Anmerkung Übersetzung daher der Begriff Minuteman); und bevor sie in den Dienstschluss befohlen werden, die erforderlichen Wachen eingeteilt, und die Streifen für den nächsten Tag befohlen sind.
II. Wann immer Sie unterwegs sind um feindliche Feldbefestigungen oder Gefechtslinien aufzuklären, auch bei geringer Stärke, marschieren sie in einer Reihe (Anmerkung Übersetzung heute Schützenreihe), halten soviel Abstand zueinander das nicht ein Schuss zwei Mann töten kann, senden einen Mann, oder mehrere, nach vorn, und auf die Flanken, in einer Entfernung von zwanzig Metern von der Marschkolonne, so wie es das Gelände ermöglicht (Anmerkung Übersetzung Sichtentfernung), um dem Offizier Feindannäherung melden zu können, und seine Stärke, etc.
III. Marschieren Sie über Sümpfe oder weichem Boden, ändern sie ihre Position und treten in die Spuren der vorauslaufenden, um Feind die Aufklärung zu erschweren bis sie auf einen Untergrund kommen der diese verhindert, um dann wieder Ihre frühere Marschordnung aufzunehmen bis es ganz dunkel ist, bevor Sie biwakieren, wenn möglich, in Gelände, das den Trupps ermöglicht (Anmerkung Übersetzung in die jeweilige Beobachtungsrichtung) Feind auf geraume Entfernung sehen und hören zu können. Die Hälfte ihrer gesamten Einheit hält abwechselnd durch die Nacht Wache.
IV. Einige Zeit bevor Sie an den Ort kommen den Sie aufklären wollen, halten Sie, und senden Sie ein oder zwei erfahrene Männer voraus, die das Gelände (Anmerkung Übersetzung für ein Nahversteck) für die Beobachtung erkunden.
V. Wenn Sie das gute Glück haben Gefangene zu machen, halte Sie diese getrennt, bis sie verhört werden, und für Ihren Rückweg nehmen Sie einen anderen Weg als für den Hinweg, dies gibt Ihnen einen besseren Schutz vor Feind der Sie verfolgt, und gibt die Wahl, wenn deren Stärke grösser ist als die eigene, die Richtung zu ändern, oder sich zu zerstreuen, wie es die Verhältnisse verlangen.
VI. Wenn Sie in einer langen Marschkolonne aus drei- oder vierhundert marschieren, die gefechtsbereit geglieder ist, teilen Sie diese in drei Marschkolonnen, die jeweils durch einen erfahrenen Offizier geführt wird, und laß diese Marschkolonnen in (Anmerkung Übersetzung Schützen-)reihe marschieren, die rechte und linke Marschkolonne haben zwanzig Meter Abstand oder mehr von der in der Mitte zu halten, wenn der Boden es zulässt, und sichere den Gefechtsverband durch eine starke Vor- und Nachhuten, sowie durch Flankensicherungen in einem vorher befohlenen Abstand, der noch eine Führung zu lässt, mit dem Befehl an allen Geländeerhöhungen zu halten, um eine Beobachtungsaufklärung durchzuführen, um zu verhindern in einen Hinterhalt zu geraten, und Annäherung oder Ausweichen von Feind aufzuklären, sowie angemessene Befehle für einen Angriff, Verteidigung treffen zu können, etc. Und wenn der Feind vor der eigenen Linie in gleicher Höhe aufmarschiert, bilden Sie eine Gefechtslinie aus Ihren drei Gefechtskolonnen oder einen Truppenkörper mit Sicherungen, stellen Sie Flankensicherungen heraus, wie beim Marsch unter dem Kommando von erfahrenen Offizieren, um den Feind daran zu hindern starken Druck auf deine Flügel auszuüben, oder dich zu umgehen, was die übliche Methode der Wilden ist, wenn ihre Gefechtsstärke gross genug ist, und sei vorbereitet Deine Nachhut zu unterstützen oder zu verstärken.
VII. Seien Sie auf einen feindlichen Feuerüberfall vorbereitet, lassen Sie sich fallen, oder knien Sie nieder, bis es vorbei ist; stehen Sie danach auf und nehmen den Feuerkampf auf. Wenn die (Anmerkung Übersetzung feindliche) Gefechtsstärke gleich Ihrer ist, lockern Sie sich auf; aber wenn diese überlegen ist, seien Sie vorbereitet um ihre Flankensicherungen zu unterstützen und zu verstärken, um diese gleich stark mit ihm (Anmerkung Übersetzung dem Feind) zu machen, wenn dies möglich ist, um dem (Anmerkung Übersetzung feindlichen) Gefechtsverband widerstehen zu können. Ist dieser Fall möglich, greifen Sie mit größter Entschlossenheit und gleich starken Kräften in jede Flanke und frontal an, halten Sie dabei einen ausreichenden Abstand zueinander, und gehen Sie von Baum zu Baum vor, (Anmerkung Übersetzung überschlagend) mit der Hälfte des Gefechtsverbandes mit einem Abstand von zehn oder zwölf Meter voneinander. Wenn der Feind stand hält, nimm mit der Spitze den Feuerkampf auf und geh (Anmerkung Übersetzung danach) in Deckung, und lass dann deinen nachfolgenden Teil (Anmerkung Übersetzung - des Gefechtsverbandes) sie angreifen und mache was erforderlich ist, in der Zeit diejenigen, die zuvor vorne waren wieder schussbereit sein werden, und wiederhole das gleiche Vorgehen (Anmerkung Übersetzung Feuer und Bewegung mit Vorderladern), solange es erforderlich ist (Anmerkung Übersetzung bis sie am Feind sind) ; auf diese Weise unterhalten Sie einen konstanten Feuerkampf, daß der Feind nicht problemlos in der Lage ist ihre Absicht zu unterlaufen, oder ihnen gegenüber Boden zu gewinnen.
VIII. Wenn Sie den Feind zum Rückzug zwingen, seien vorsichtig, in ihrer Einschätzung von ihm, sichern Sie ihre Flanken, und schütze Sie sie vor ungünstigem Gelände, oder Anhöhen, durch welches sie (Anmerkung Übersetzung der Feind) vielleicht in der Lage wären sich zu sammeln und zurückzuschlagen.
IX. Wenn Sie gezwungen sind auszuweichen, lassen Sie die vorderen Teile des Gefechtsverbandes den Feuerkampf aufnehmen und sich unter dem Feuerschutz der rückwärtigen zurückziehen und wiederholend Sie dies bis Sie sich vom Feind gelöst haben; auf diese Weise zwingen Sie den Feind der Sie verfolgt, unter Dauerbeschuss.
X. Ist der Feind so überlegen, dass die Gefahr besteht gefangen zu werden, zerstreue die Truppe, und jeder sollte auf einem anderen Marschweg zu einem abendlichen Sammelpunkt im Feindgebiet sickern, dies muss jeden Morgen neu befohlen werden und jedem Ranger bekannt sein, damit die ganze Teileinheit, oder soviele wie möglich, zurück kommen. Werden Sie vom Feind umgangen, sollte die Truppe ein Quadrat oder in den Wäldern besser einen Kreis bilden und diese Gefechtsformation bis zur Dunkelheit halten, da die Nacht ein Ausweichen begünstigt.
XI. Wenn die eigene Nachhut angegriffen wird, muss der Gefechtsverband und die Flankensicherung selbständig nach rechts oder links schwenken, oder kehrt machen, um sich zu verteidigen. Das gleiche Verhalten ist anzuwenden, wenn eine der Flankensicherungen angegriffen wird, und eine der Flankensicherungen wird dadurch zur Nachhut.
XII. Nach einem Ausweichen sollte auf einer Anhöhe in Stellung gegangen werden, um nachstossenden Feind aufzufangen, da diese den Vorteil bietet auch gegen überlegenen Feind das Gelände halten zu können.
XIII. Grundsätzlich, sind Sie nahe am Feind, stopfen Sie Ihr Feuer (Anmerkung Übersetzung Feuervorbehalt, Feueröffnung auf Kommando), bis dieser auf kurze Distanz heran ist, um in dann in zu überraschen und bestürzen, dies gibt Ihnen die Möglichkeit mit den eigenen Beilen und Degen ihn niederzumachen und diese besser zur Geltung zu bringen.
XIV. Wenn Sie für die Nacht biwakieren, befehlen Sie die (Anmerkung Übersetzung ..Stellungen der..) Teileinheiten inderart das niemand bis zum Morgen vom Gefechtsverband getrennt wird, Geheimhaltung und Schweigen sind oft von grosser Bedeutung in diesen Fällen. Jede Teileinheit sollte aus sechs Männern bestehen, von denen zwei ständig gefechtsbereit (Anmerkung Übersetzung .. auf Alarmposten) sein müssen, und wenn sie von ihren Kameraden abgelöst werden, dies ohne Lärm geschieht; und im Fall das diejenigen die auf Alarmposten sind etwas sehen oder hören, was sie alarmiert, sie ruhig sind, aber einer von ihnen leise sich zurückzuzieht, und dem kommandierenden Offizier davon meldet, dass angemessene Befehle gegeben werden können, und alle befohlenen Teileinheiten sollte in gleicher Weise befestigt werden.
XV. Beim ersten Morgengrauen, machen Sie Ihre ganze Abteilung gefechtsbereit; es ist die Zeit, zu der die Wilden ihre Feinde überfallen, Sie sollten mit allen Mitteln gefechtsbereit sein, um ihn empfangen zu können.
XVI. Wenn der Feind durch Ihre Abteilungen in der Früh entdeckt werden sollte, und deren Stärke überlegen ist über ihre, und ein Sieg zweifelhaft, sollten Sie bis zum Abend nicht angreifen, da sie dann nicht Ihre Stärke wissen werden, und sollten Sie zurückgeschlagen werden, Ihr Ausweichen von der Dunkelheit der Nacht begünstigt wird.
XVII. Bevor Sie Ihr Versteck verlassen, senden Sie Spähtrupps zur Erkundung und Aufklärung in die Umgebung, um zu sehen ob es irgendwelche Anzeichen oder Spuren eines Feindes gibt, der sich während der Nacht genährt hat.
XVIII. Wenn Sie für ein Biwak halten, nutzen Sie eine Wasserquelle oder Bächlein, und biwakieren Sie so das ihre Einheit nicht überrascht wird, stellen Sie starke Sicherungen mit Abstand um ihre Einheit heraus, und lassen sie eine kleine Teileinheit zurück auf dem Weg den sie gekommen sind, um Feind zu überraschen.
XIX. Vermeiden Sie auf dem Marschweg zurück aus dem Gefechtsgebiet Flussüberquerungen an den üblichen Furten, damit der Feind Sie nicht entdeckt und dort erwartet.
XX. Wenn Sie auf Gewässern unterwegs sind, halten Sie Abstand zu Gewässerufern, damit Sie im Falle eines Hinterhalts oder eines Angriffs durch den Feind nicht von einem Rückzug abgeschnitten werden.
XXI. Verfolgt der Feind ihre Nachhut, geht Ihr einen Kreis bis Sie zu Ihrem eigenen Marschweg zurückkommen, und legt einen Hinterhalt, um sie mit einem Feuerüberfall aufzufangen.
XXII. Wenn Sie von einem Spähtrupp wieder kommen, und in die Nähe unserer Feldbefestigungen sind, vermeiden Sie die dorthin führenden Straßen und Wege, damit der Feind, sollte er Sie verfolgt haben, Sie nicht in einem Hinterhalt erwartet, wenn Sie von den Strapazen erschöpft sind.
XXIII. Wenn Sie einen (Anmerkung Übersetzung feindlichen) Gefechtsverband in der Nähe unserer Feldbefestigungen oder Biwaks überwachen, folgen sie nicht unmittelbar auf ihrem Marschweg, da sie durch ihre Nachhut gesichert werden, die Alarm geben würden, wenn sie entdeckt werden sollten; aber sie sollten sich bemühen, auf einem anderen Marschweg, sie (Anmerkung Übersetzung den Feind) zu überholen und ihnen (Anmerkung Übersetzung den Feinden) in einem Hohlweg aufzulauern oder einen Hinterhalt zu legen, wann und wo sie (Anmerkung Übersetzung die Feinde) es am wenigsten erwarten.
XXIV. Bist Du in Kanus, Booten oder anderweitig auf dem Wasser unterwegs, nutze den Abend für die Einschiffung, dann hast du die ganze Nacht vor Dir, um jede Teileinheit des Feindes, auf Hügeln, oder anderen Orten, unentdeckt zu passieren, die den Befehl haben den See oder Fluss auf dem Du unterwegs bist zu beobachten.
XXV. Beim Paddeln oder Rudern, gib Befehl, dass das vorderste Boot oder Kanu, auf das nachfolgende wartet, und das Zweite auf das Dritte und das Dritte auf das Vierte und so weiter, um ein Abkommen zu verhindern, und um bereit zu sein einander im Notfall zu helfen.
XXVI. Ein Soldat in jedem Boot hat nach Feuerstellen an den Ufern ausschau zu halten, damit Sie die Zahl und Größe (Anmerkung Übersetzung der Feinde) danach beurteilen können, um zu entscheiden, ob Sie in der Lage sind, sie anzugreifen oder nicht.
XXVII. Wenn Sie Feind der in der Nähe des Ufers eines Flusses oder Sees lagert aufklären konnten, und es diesem möglich ist das Gewässer bei einem Angriff zu überqueren um zu entkommen, senden Sie eine Teileinheit in einiger Entfernung auf die gegenüberliegende Flussseite um ihn zuerwarten; mit dem anderen Teil überrasche den Feind, und kessle ihn zwischen der eigenen Truppe und dem See oder Flusslauf ein.
XXVIII. Wenn Sie sich nicht von der feindlichen Anzahl und Stärke überzeugen können, von ihrem Feuer, etc. verbergen Sie Ihre Boote in einiger Entfernung, und lassen dessen Stärke durch einen Aufklärungstrupp feststellen, wenn sie ausbooten, oder marschieren, am Morgen; kennzeichnen Sie deren Verlauf den sie steuern, etc. wenn Sie sie verfolgen können, legen Sie einen Hinterhalt, und greifen Sie sie an, oder lassen Sie ihn passieren, wie die Situation es erfordert. Im Allgemeinen, wie auch immer, ist es wichtig das Sie nicht durch Feind auf den Seen und Flüssen über große Entfernung aufgeklärt werden, es ist am sichersten anzulegen, während jedes Tages mit Ihren Booten und dem Gefechtsverband getarnt zu bleiben, ohne Geräusche und (ohne) sich zu zeigen, und ihren Weg bei Nacht fortzusetzen, ob Sie zu Land oder Wasser unterwegs sind, geben Sie eine Parole und Kennzeichen aus, umeinander in der Dunkelheit zu erkennen, und ernennen Sie ebenfalls für jeden einen (einzelnen), der im Fall einer Verwundung, diesem hilft und bei ihm bleibt.[1] [2]

Lebensweg und Geschichte der Rogers′ Ranger[Bearbeiten]

Geführt von Robert Rogers, operierte seine Kompanie vorwiegend in den Regionen des Lake George und des Lake Champlain, in den nördlichen Teilen des heutigen States New York und den fünf Neuengland-Staaten - siehe dazu auch Adirondack Mountains nördlich des Mohawk River und die White Mountains (New Hampshire) mit dem White Mountain National Forest.

Die Rangerkompanie wurden während des Winters 1755 aus Kräften aus der Umgebung von Fort William Henry gebildet. Rogers entwickelte mit seiner Kompanie einige der frühesten Formen der Guerilla-Kriegsführung, die je von europäischen Armeen eingesetzt wurden und die während der Winterfeldzüge gegen die französischen Städte und Siedlungen zur Anwendung kamen. In diesen Winterfeldzügen wurden die Ranger mit Schneeschuhen beweglich gemacht, um sich über zugefrorene Flüsse fortbewegen zu können. Diese Art der Winterkriegführung waren sowohl für die regulären Truppen der französischen und britischen Armee sowie die Indianer ungewöhnlich. Nachdem die britischen Streitkräfte Fort William Henry aufgeben mussten, wurden die Ranger auf Rogers’ Island nahe Fort Edward stationiert. Das erlaubte den Rangern unabhängiger von den regulären Kräften zu operieren.

Im Gefecht battle on snowshoes am 13. März 1758 in der Nähe des Lake George mit überlegenen französisch-indianischen Kräften erlitt Rogers’ Einheit zwar schwere Verluste, erwies sich aber als so kampfstark, dass Rogers in diesem Jahr zum Major und Kommandeur aller britischen Ranger-Einheiten in Nordamerika ernannt wurde.

Eine der größeren Gefechte des French and Indian War war im September 1755 die Schlacht am Lake George gegen französische Truppen, die unter dem Kommando des deutschen General Ludwig August von Dieskau standen. Militärisch war für den Großraum das Fort Duquesne von operativer Bedeutung.

Das bekannteste Unternehmen der Ranger fand 1759 statt und richtete sich gegen den Indianerstamm der Abenaki, die am St. Francis River im indianische Dorf Odanak der Arosaguntacook (im Südwesten der heutigen kanadischen Provinzen Québec und New Brunswick) lebten. Die mit den Franzosen verbündeten Abenaki hatten eine Reihe verheerender Überfälle auf britische Siedlungen unternommen und sollen dabei bis zu 600 Briten getötet haben. Darüber hinaus hatten sie sich 1757 an einem Angriff auf die britische Garnison von Fort William Henry beteiligt, die gegen freien Abzug kapituliert hatte und bei dem es zum Fort William Henry-Massaker gekommen sein soll.

Rogers stellte eine Truppe von 200 Rangern zusammen, marschierte mit diesen unerkannt in das französische Territorium, überfiel die Hauptsiedlung der Abenaki, brannte sie nieder und verübte ein Massaker an den Einwohnern, dem Rogers Bericht zufolge über 200 Indianer zum Opfer fielen. Nach der erfolgreichen Zerstörung des Dorfes gingen den Rangern während ihres Rückzuges die Vorräte aus. Nachdem sie ein sicheres Lager erreicht hatten, verließ sie Rogers und kehrte wenige Tage später mit Nahrung und Entsatztruppen zurück. In diesem Zusammenhang wird Fort Crown Point erwähnt. Am Ende des Krieges wurde den Rangern die Aufgabe übertragen, im Namen der britischen Krone Detroit von den Franzosen zu übernehmen.

Im selben Jahr diente Rogers unter General James Wolfe bei der Belagerung von Québec (Schlacht auf der Abraham-Ebene), im folgenden unter Jeffrey Amherst bei der Belagerung von Montréal. Nach der Kapitulation der Franzosen schickte Amherst Rogers und seine Ranger in das Gebiet der Großen Seen, um die dort noch verbliebenen französischen Forts zu übernehmen. Die Besetzung von Fort Detroit am 29. September machte Rogers in England und Amerika endgültig zu einem Helden. Während des Pontiac-Aufstands hielt sich Rogers in der Gegend von Detroit auf und half bei der Verteidigung von Fort Ponchartrain.

1765 reiste Rogers nach England, wurde dort als Held gefeiert und veröffentlichte seine Kriegstagebücher sowie ein literarisch unbedeutendes Theaterstück. König Georg III. lehnte es zwar ab, eine großangelegte Expedition in das Mississippital zu unterstützen, ernannte Rogers aber zum Kommandanten des Forts Michilimackinac (Michigan). Von dort unternahm er eine Suchexpedition nach der Nordwestpassage. Als Alternative zum noch nicht erschlossenen nördlichen Seeweg suchte er einen Weg zum Pazifik über die Flusssysteme vom Missouri und dem Columbia- und Snake River beziehungsweise des von ihm vermuteten „großen Flusses Oregon“. Der wahre Charakter dieser Expedition blieb umstritten. Es gibt Behauptungen, Rogers habe eine unabhängige Republik aufbauen wollen. Er wurde schließlich 1767 wegen Hochverrats verhaftet, aber im nachfolgenden Prozess freigesprochen.

Bis zum Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs lebte Rogers in England. Viele seiner früheren Kampfgefährten aus dem Franzosen- und Indianerkrieg kämpften auf Seiten der Aufständischen und spielten dort teilweise eine wichtige Rolle als Offiziere. Nach dem Ausbruch kehrte er nach Amerika zurück und bot seine Dienste George Washington an, der ihm jedoch nicht traute und ihn gefangen setzen ließ. Rogers entkam aus der Haft, wurde von den Briten zum Oberstleutnant ernannt und stellte die Queen’s Rangers für den Kampf gegen die Amerikaner auf, konnte sich aber nicht mehr in der früheren Weise auszeichnen. Als seine Einheit von den Amerikanern in Mamoranec (Long Island Sound) eingeschlossen und zur Kapitulation gezwungen wurde, entkam Rogers, wurde aber von seinem Kommando entbunden. 1780 kehrte Rogers nach England zurück, wo er 1795 verarmt und verschuldet in London starb.

Rogers′ Ranger in der Weltliteratur[Bearbeiten]

In der Literatur haben die Rangers in Lederstrumpf von James Fenimore Cooper und dem Roman Nordwestpassage von Kenneth Roberts Niederschlag gefunden. Letzterer wurde in dem aufwändig in Farbe produzierten US-amerikanischen Abenteuerfilm Nordwest-Passage von 1940 verfilmt.

Militärische Nachfolgeverbände[Bearbeiten]

Die während des Zweiten Weltkrieges als leichte Infanterie der United States Army für Einsätze hinter gegnerischen Linien und für Angriffe auf Schlüsselziele aufgestellten US Army Rangers, die den britischen Kommandos entsprechen, sehen Rogers als ihren Gründungsvater an.

Literatur[Bearbeiten]

Quellen
  • The annotated and illustrated journals of Major Robert Rogers, annotated and with an introduction by Timothy J. Todish, illustrated and with captions by Gary S. Zaboly, Fleischmanns, N.Y. 2002, ISBN 1-930098-20-0.
Darstellungen
  • John F. Ross: War on the Run: The Epic Story of Robert Rogers and the Conquest of America’s First Frontier, New York 2009, ISBN 0-553-80496-0.
  •  Robert Rogers: Warfare On The Colonial American Frontier: The Journals of Major Robert Rogers. Penobscot Press, Bargersville 1997, ISBN 0-89725-287-X.
  • Martin Windrow: Wolfe's Army. Men-At-Arms Series Band 48, Osprey Publishing, Oxford, England.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Die nachstehende Übersetzung ist eine Zusammenfassung aus dem literarischen Buch Nordwest Passage Roberts Kenneth List Verlag, München, 1975.
    • Vergiss nichts an Ausrüstung.
    • Halte Dein Gewehr sauber, das Beil gereinigt, habe immer 60 Schuss Munition und sei eine Minute nach dem Alarm abmarschbereit.
    • Wenn Du marschierst, verhalte Dich wie auf der Hirschjagd. Sieh den Feind als Erster.
    • Sage die Wahrheit über das, was Du siehst und tust. Die Armee verlässt sich auf unsere korrekten Informationen. Du kannst lügen, wie Du willst, aber niemals zu einem anderen Ranger oder Offizier.
    • Riskiere nichts, was Du nicht musst.
    • Wenn wir hintereinander marschieren, dann soweit auseinander, dass eine Kugel nicht durch zwei Männer geht.
    • Wenn wir durch Sümpfe oder Matsch kommen, dann gehen wir nebeneinander, so kann man uns schwerer verfolgen.
    • Wenn wir marschieren, dann marschieren wir bis in die Dunkelheit, so dass der Gegner nicht die kleinste Chance hat.
    • Wenn wir biwakieren, dann wird die eine Hälfte von uns Wache halten, während die andere schläft.
    • Wenn wir Gefangene machen, dann halten wir sie voneinander getrennt, bis wir sie untersuchen konnten. So können sie sich untereinander nicht absprechen.
    • Marschier nie dieselbe Strecke zurück. Nimm einen anderen Weg, so kannst Du nicht in einen Hinterhalt geraten.
    • Egal ob wir mit vielen oder mit wenigen unterwegs sind, wir müssen jedes Mal einen Scout 20 yards voraus laufen lassen, 20 yards hinten und 20 yards an den Flanken, so dass das Gros nicht überrascht und ausgelöscht wird.
    • Jede Nacht wird ein Treffpunkt abgemacht, falls man überrannt wird.
    • Setz dich nie zum essen, ohne dass Wachen postiert sind.
    • Schlaf nicht nach Sonnenaufgang. Sonnenaufgang ist die Zeit, in der Franzosen und Indianer angreifen.
    • Durchquere nie einen Fluss an einer normalen Furt.
    • Wenn Dich irgendwer verfolgt, dann mach einen Kreis, komme zurück zu Deiner eigenen Spur und führe die in den Hinterhalt, die dich in den Hinterhalt führen wollten.
    • Bleib nicht stehen, wenn der Feind kommt. Knie dich hin. Versteck dich hinter einem Baum.
    • Lass den Feind so dicht kommen, wie nur möglich. Dann zeig es ihm, spring heraus und erledige ihn mit dem Beil.“