Robert W. Service

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Robert W. Service

Robert William Service (* 16. Januar 1874 in Preston, England; † 11. September 1958 in Lancieux, Frankreich) war ein kanadischer Dichter und Novellist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Robert William Service wurde als ältestes von 10 Kindern geboren. Er absolvierte eine Banklehre in Edingburgh und wanderte im Alter von 21 Jahren nach Kanada aus, um Farmer zu werden. Er lebte zunächst von Gelegenheitsjobs in Whitehorse und im Yukon-Territorium und wurde schließlich bei einer Bank in Dawson angestellt. Dort stellte er eine Sammlung von Balladen und Gedichten zusammen, die 1907 unter dem Titel The Songs of a Sourdough (Die Lieder eines Sauerteigs) veröffentlicht wurde. Darunter befand sich die berühmte Ballade The Shooting of Dan McGrew (deutsche Übersetzung 1963: Das Ende des Dan MacGrew). Den Text hatte er zuvor mit einem Scheck von 100 Dollar an ein New Yorker Verlagshaus geschickt, um 100 Exemplare drucken zu lassen. Er erhielt den Scheck zurück, zusammen mit einem 1000-Dollar-Honorarscheck und einem großzügigen Angebot zur Veröffentlichung seiner Balladensammlung. „Millionenfach gedruckt, rezitiert, für Bühne und Film bearbeitet, hat diese in einer Winternacht am Yukon geschriebene Ballade ihren Autor zum reichen Mann gemacht.“[1] Die erste Strophe beginnt in der deutschen Übersetzung mit den Worten:

Man feierte wild und mit lautem Gegröhl / in der Kneipe Malamut, / wo Ragtime-Kid unentwegt das Klavier / mißhandelt in stiller Wut. / Hinter der Bar und beim Pokerspiel / saß schußbereit Dan McGrew; / gebannt auf sein Glück seine Liebste schaut, / die Dirne mit Namen Lou.

Robert W. Service[2]

Service zelebrierte die raue Lebensweise am Klondike River in der Ballade von Cheechako (1909) und in der Novelle The Trail of ′98 (1910).

1912 wurde er Militärkorrespondent im Balkankrieg und fuhr während des Ersten Weltkrieges eine Ambulanz. Diese Erfahrungen gaben ihm das Material für die Reime des Red Cross Man (1916). Den Rest seines Lebens verbrachte er einschließlich des Zweiten Weltkrieges in Frankreich und Monte Carlo.

Seine späten Werke erreichten nicht die große Popularität wie seine ersten Werke. Seine Autobiographie erschien in 2 Ausgaben: Ploughman of the Moon (1945) und Harper of Heaven (1948).

In Dawson ist seine Blockhütte eine Touristen-Attraktion.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst J. Martin: Robert Service. Ein in Deutschland zu Unrecht unbekannter kanadischer Dichter und Schriftsteller. In: Muschelhaufen/gwf Nr. 15, Viersen 1969.
  • Service, Robert William. In: Lexikon der Weltliteratur. Band 2. München 1997, ISBN 3-423-59050-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst J. Martin: Robert Service. In: Muschelhaufen 15, Viersen 1969
  2. Übersetzung von Ernst J. Martin. In: Muschelhaufen Nr. 15, Viersen 1969, S. 6
  3. Song "Jean Desprez" von Country Joe McDonald auf youtube