Roberto Carlos da Silva

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Roberto Carlos

Roberto Carlos (2011)

Spielerinformationen
Voller Name Roberto Carlos da Silva Santos jr.
Geburtstag 10. April 1973
Geburtsort GarçaBrasilien
Größe 168 cm
Position linker Verteidiger
Vereine in der Jugend
1990–1992 União São João
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1990–1993
1993–1995
1995–1996
1996–2007
2007–2009
2010–2011
2011–2012
União São João
SE Palmeiras
Inter Mailand
Real Madrid
Fenerbahçe SK
SC Corinthians Paulista
Anschi Machatschkala
33 (10)
68 0(5)
30 0(5)
398 (47)
65 0(6)
35 0(1)
29 0(4)
Nationalmannschaft
1992–2006 Brasilien 125 (11)
Stationen als Trainer
2011
2013–
Anschi Machatschkala (Spielertrainer)
Sivasspor
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Roberto Carlos da Silva (* 10. April 1973 in Garça, São Paulo), besser bekannt als Roberto Carlos, ist ein brasilianischer Fußballtrainer und ehemaliger -spieler.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Seine Karriere als Profifußballer begann bei den brasilianischen Vereinen SE Palmeiras und União São João. 1995 ging er nach Europa zu Inter Mailand, doch hier wurde er nicht auf seiner eigentlichen Position als linker Verteidiger eingesetzt.

1996 wechselte er deshalb zu Real Madrid. Roberto Carlos konnte mit Real drei Mal die UEFA Champions League (1998, 2000 und 2002), zweimal den anschließenden Weltpokal (1998 und 2002) und vier Mal die spanische Meisterschaft (1997, 2001, 2003 und 2007) gewinnen.

Zur Saison 2007/08 wechselte er zu Fenerbahçe SK in die türkische Süper Lig, wo er einen Zweijahresvertrag mit der Option auf ein weiteres Jahr unterschrieb. Bei Fenerbahçe soll er jährlich 4 Millionen Euro verdient haben. Am 17. September 2008 absolvierte er sein 115. Spiel in der UEFA Champions League und stellte damit einen neuen Spielerekord auf. Seinen Vertrag bei Fenerbahçe verlängerte er im September 2008 vorzeitig bis August 2010, indem er die Option für ein weiteres Jahr zog,[1] doch zur Winterpause wurde dieser Vertrag aufgelöst. Carlos kehrte in seine brasilianische Heimat zurück, wo er ab der Saison 2010 für SC Corinthians Paulista spielte.[2]

Im Februar 2011 wurde Carlos’ Wechsel nach Russland zum FK Anzhi Makhachkala bekannt. Der Außenverteidiger löste seinen Vertrag im Einvernehmen mit der Vereinsführung von Corinthians aufgrund von vielen Drohungen gegen seine Person. In der Premjer Liga wurde er innerhalb des ersten halben Jahres zweimal Opfer rassistischer Angriffe. Als er am 22. Juni 2011 im Spiel bei Krylja Sowetow Samara zum zweiten Male mit Bananen beworfen wurde, verließ er aus Protest in der 90. Minute das Spielfeld.[3] Zuvor war ein Fan von Zenit Sankt Petersburg vom russischen Fußballverband lebenslang gesperrt worden, der Roberto Carlos im März mit einer Banane beworfen hatte.[4] Am 1. August 2012 gab Carlos auf einer Pressekonferenz offiziell das Ende seiner aktiven Laufbahn bekannt.[5]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Zwischen 1992 und 2006 spielte Roberto Carlos in der brasilianischen Nationalmannschaft. Während der WM 2002, die mit dem Titelgewinn für Brasilien endete, war er einer der Leistungsträger der brasilianischen Nationalmannschaft. Er wurde von der FIFA ins All-Star-Team gewählt.[6] Zwei Tage nach dem Ausscheiden der brasilianischen Mannschaft aus der WM 2006 in Deutschland gegen Frankreich erklärte er seinen Rücktritt. Er wurde nach dem Ausscheiden gegen Frankreich besonders in Brasilien stark kritisiert. Er hatte sich vor dem Freistoß, auf den das Tor durch Thierry Henry folgte, die Socken hochgezogen anstatt Henry zu decken. Insgesamt bestritt er 125 Länderspiele und erzielte elf Tore. Zusammen mit Cafu ist er der einzige Spieler, der in sechs Endspielen (Copa America 1995, 1997 und 1999, Confed-Cup 1997 und Weltmeisterschaft 1998 und 2002) stand; davon konnte er vier gewinnen (Cafu fünf).

Besonderes[Bearbeiten]

Der nur 168 Zentimeter große Spieler ist bekannt für seine wuchtigen Freistöße und seine im Allgemeinen kraftvollen Torabschlüsse. Lange hielt er mit 202 km/h den inoffiziellen Weltrekord für den härtesten Schuss im Fußball, bevor dies vom Brasilianer Ronny Heberson Furtado de Araújo mit rund 212 km/h (131.82 mph) in der Saison 2006/07 überboten wurde.[7] Die Korrektheit der Messung bei Ronnies Schuss wird allerdings in Zweifel gezogen.

Berühmt wurde sein Freistoßtor am 3. Juni 1997 beim Tournoi de France in der 21. Minute gegen Frankreich. Der Ball landete mit viel Effet und einer sehr ungewöhnlichen Flugkurve neben dem verdutzten französischen Torhüter Fabien Barthez in der äußersten rechten Torecke.[8] Das Tor wurde von den Zuschauern der Sportschau zum Tor des Monats Juni gewählt. Im Jahr 2010 wurde dieser Schuss in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung der École Polytechnique in Paris analysiert. Es wurde festgestellt, dass Carlos den Ball mit einer solch seltenen Kombination aus Härte und Effet traf, dass der Ball stärker abgelenkt wurde, als es durch den Magnus-Effekt erklärbar sei, und stattdessen für eine kurze Zeit eine spiralförmige, viel stärker als gewöhnlich gekrümmte Flugbahn annahm.[9]

Erfolge/Titel[Bearbeiten]

Als Nationalspieler

Mit seinen Vereinen

Auszeichnungen

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

Nach der Entlassung von Gadschi Muslimowitsch Gadschijew bei Anschi Machatschkala am 29. September 2011 agierte Roberto Carlos vorübergehend als Spielertrainer des russischen Vereins.[10] Am 3. Juni 2013 unterschrieb er einen Zweijahresvertrag beim türkischen Erstligisten Sivasspor.[11]

Privates[Bearbeiten]

Roberto Carlos hat sieben Kinder. Seit dem 2. August 2005 ist er spanischer Staatsangehöriger. Er behielt seinen brasilianischen Pass.

Zitate[Bearbeiten]

„Roberto Carlos ist ein verkappter Stürmer; vom Mittelfeld bis zum gegnerischen Strafraum ist er fantastisch.“

Antonio Cabrini

„Wenn es um den besten Linksfüßer geht, dann darf nur ein Name fallen: Roberto Carlos. Er kann mit links alles: scharf schießen, flanken, passen, etc.“

Günter Netzer

„Wenn die Kunst versagt, kommt Roberto Carlos und lädt durch!“

Wolff-Christoph Fuss

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roberto Carlos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. fanatik.com.tr: Carlos’la 1 yıl daha
  2. Dia de festa no Timão: Roberto Carlos será apresentado em evento de gala, GloboEsporte.com vom 4. Januar 2010
  3. „Roberto Carlos verlässt das Feld“, dpa-Meldung bei n-tv-Online vom 23. Juni 2011
  4. Video: Weer banaan naar Roberto Carlos, De Telegraaf-Telesport vom 23. Juni 2011
  5. Roberto Carlos hört auf, kicker.de vom 1. August 2012 (abgerufen am 2. August 2012).
  6. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,203098,00.html
  7. Guardian.co
  8. Freistoßtor von 1997
  9. Carlos ’97 free kick no fluke, say French physicists, esciencenews.com
  10. Anschi feuert Coach: Roberto Carlos wird Spielertrainer bei Milliardärs-Klub, Sport Bild
  11. Roberto Carlos übernimmt Sivasspor, Kicker