Robuste (1806)

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Civil and Naval Ensign of France.svg
Robuste-Antoine Roux.jpg
Die Robuste in einem Gemälde von Antoine Roux.
Schiffsdaten
Name: Robuste
Typ/Klasse: Linienschiff Ersten Ranges Bucentaure-Klasse[1]
Kiellegung: April 1805
Stapellauf (Schiffstaufe): 30. Oktober 1806
Schicksal: Am 26. Oktober 1809 auf Anordnung verbrannt
Bauwerft: nicht bekannt
Konstrukteur: Jacques-Noël Sané
Besatzung: 866 Offiziere ¬und Mannschaftsgrade
Technische Daten
Typ: Batterieschiff (Holzbau, Zweidecker)
Länge über alles: 55,88 m
Breite: 15,27 m
Antrieb: Segel (2683 m² Segelfläche)
Tiefgang: 7,63 m
Panzerungssystem: ohne
Bewaffnung
36 Pfünder: 30
24 Pfünder: 32
12 Pfünder: 18
36 Pfünder Haubitzen: 6

Die Robuste war ein Segelkriegsschiff der französischen Marine. Sie war das Flaggschiff von Admiral Julien Marie Cosmao-Kerjulien. Die Robuste war ein 80 Kanonen-Linienschiff.

Aufbau[Bearbeiten]

Das Schiff war ein Rahsegler mit drei Masten (Besanmast, Hauptmast und Fockmast). Lediglich am Besanmast befand sich auf der untersten Position (Unterbesansegel) ein Gaffelsegel. Die Robuste hatte zwei Decks und schloss im Heckbereich mit einem glatten Heckspiegel ab. In den Heckspiegel waren Galerien integriert, die in die seitlich angebrachten Seitengalerien mündeten. Das Schiff wurde mit 80 Kanonen ausgestattet und war somit ein Linienschiff 1. Ranges. [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Admiral Julien Marie Cosmao-Kerjulien
Die HMS Pomone entdeckte den französischen Konvoi und besiegelte damit das Ende der Dienstzeit der Robuste

Die Robuste konnte nur eine verhältnismäßig kurze Dienstzeit vorweisen, bevor sie unter besonderen Umständen außer Dienst gestellt wurde.

Sie wurde nach ihrer Fertigstellung Kapitän Louis-Antoine-Cyprien Infernet zugeteilt und später von Julien Marie Cosmao-Kerjulien befehligt.

Sie fungierte von April 1809 an als Flaggschiff eines Geschwaders. Frankreich befand sich zu diesem Zeitpunkt im Fünften Koalitionskrieg gegen Großbritannien und Österreich.

Als Admiral Honoré Joseph Antoine Ganteaume 1809 die Verstärkung Spanischer Flotten organisierte, wurde die Robuste das Flaggschiff eines Geschwaders unter Cosmao. Zusammen mit der Donawerth, Génois , Borée und Lion sowie den Fregatten Pauline und Pénélope war die Robuste fortan im Geleitschutzauftrag tätig und beschützte Transportschiffe.

Ab Oktober 1809 unterstand das Geschwader Konteradmiral François-André Baudin mit gleichem Auftrag. Am 21. Oktober 1809 wurde der Verband von der britischen HMS Pomone entdeckt und an Vize-Admiral Lord Collingwood weitergemeldet, der sofort drei Fregatten als Vorhut entsandte und selber mit 15 Linienschiffen auslief, um die Verfolgung aufzunehmen.

Am Morgen des 23. Oktober konnte die britische HMS Volontaire das französische Geschwader aufnehmen und melden. Der britische Verband nahm die Verfolgung auf, verlor aber den Kontakt. Am 24. Oktober 1809 wurden die Schiffe Robuste, Borée, Lion und Pauline von der HMS Tigre aufgenommen, aber schließlich auch wieder verloren. Erst am 25. Oktober kamen beide Flottenteile nahe der südfranzösischen Küste wieder in Sichtweite. Die Franzosen segelten dabei sehr dicht an der Küste und wurden von den Briten verfolgt.

Offenbar gerieten einige Schiffe dabei so unter Druck, dass diese gegen Mittag auf Höhe der französischen Küstenstadt Frontignan strandeten – darunter auch die Robuste und die Lion.

Nach zweistündigen vergeblichen Bemühungen, die Schiffe freizubekommen, gab Baudin die Schiffe auf und ordnete deren Verbrennungen an, damit sie den Briten nicht als Prisen in die Hände fallen konnten.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Die französische Bucentaure-Klasse war eine modifizierte Tonnant-Klasse. Von einigen Fachleuten wird das Schiff deshalb auch innerhalb der Tonnant-Baureihe klassifiziert
  2. Die französische Einteilung in Rangklassen wich von der britischen ab. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Robuste waren französische Schiffe Ersten Ranges Dreidecker mit bis zu 118 Kanonen oder Zweidecker mit bis zu 80 Kanonen

Quellen und Weblinks[Bearbeiten]

  • Remi Monaque, Trafalgar, ISBN 2-286-01869-3
  • William James, The Naval History of Great Britain, from the Declaration of War By France in 1798 to the Accession of George IV S. 142 ff
  • Jean-Michel Roche, Dictionnaire des Bâtiments de la flotte de guerre française de Colbert à nos jours, tome I