Rockenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rockenhausen
Rockenhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rockenhausen hervorgehoben
49.6285861111117.8205111111111199Koordinaten: 49° 38′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Rockenhausen
Höhe: 199 m ü. NHN
Fläche: 36,84 km²
Einwohner: 5425 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 147 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67806
Vorwahl: 06361
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 502
Adresse der Verbandsverwaltung: Bezirksamtsstraße 7
67806 Rockenhausen
Webpräsenz: www.rockenhausen.de
Stadtbürgermeister: Karl-Heinz Seebald (SPD)
Lage der Stadt Rockenhausen im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild

Rockenhausen ist eine Stadt im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Rockenhausen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Rockenhausen liegt in der Pfalz auf halber Strecke zwischen Kaiserslautern und Bad Kreuznach.

Paläontologen fanden hier gut erhaltene, bis zu drei Meter lange Fossilien von Süßwasserhaien aus der Rotliegend-Zeit (Perm), wie sie auch in Heimkirchen vorkamen.

Geschichte[Bearbeiten]

Rockenhausen erhielt 1332 das Stadtrecht. Damals den Raugrafen unterstehend, gehörte die Stadt ab 1457 zur Kurpfalz. Im Dreißigjährigen Krieg wurde es – wie fast alle Ortschaften der Region – fast völlig zerstört. 1900 wurde es Bezirkshauptstadt in der bayerischen Pfalz. Der Bezirk ging mit Bildung des Landes Rheinland-Pfalz im Landkreis Rockenhausen (Kfz-Zennzeichen ROK) auf. 1969 wurde der Landkreis mit dem Landkreis Kirchheimbolanden zum heutigen Donnersbergkreis vereinigt. Am 10. Juni 1979 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dörnbach und Marienthal/Pfalz eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 55,5 %
Gewichtetes Ergebnis
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,0 %
29,2 %
14,0 %
6,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+0,2 %p
-1,2 %p
+2,1 %p
-1,1 %p

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Rockenhausen besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Stadtrat:[4]

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2009 11 6 3 2 22 Sitze
2004 11 7 2 2 22 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau drei wachsende goldene (gelbe) Roggenähren.

Das Wappen wurde durch König Ludwig I. von Bayern am 30.01.1844 verliehen. Es entstammt einem Stadtsiegel aus dem Jahre 1335. Es zeigte einen gespaltenen Schild mit dem Zeichen der Familie der Raugrafen umgeben von drei Roggenähren, welche redend für den Ort standen (Rocken- ist abgeleitet von "Roggen"). Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde in die Schildhälften je eine Ähre gesetzt; um 1600 kam ein Grasboden hinzu. Bei der Neuverleihung 1844 war das alte Siegelbild nicht mehr genau bekannt, so dass aus der Spaltlinie eine dritte Roggenähre entstand.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Protestantische Pfarrkirche am Marktplatz

Die Donnersberghalle, die neben einer Mehrzweckhalle auch eine Kegelbahn beinhaltet, ist das kulturelle und sportliche Zentrum von Rockenhausen und seiner Umgebung.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

siehe Liste der Kulturdenkmäler in Rockenhausen

Museen[Bearbeiten]

Turmuhrenmuseum
  • Pfälzisches Turmuhrenmuseum – Museum für Zeit – Gezeigt werden Uhren, insbesondere Großuhren, Demonstration der Mechanik an funktionstüchtigen Exponaten - Sonnenuhren, Sanduhren und astronomische Uhren. Es befindet sich Am Schloss in Rockenhausen.
  • Museum Pachen – Das Museum in der Speyerstraße in Rockenhausen zeigt Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts, Malerei, Grafiken und Plastiken.
  • Kahnweilerhaus – Im Kahnweilerhaus werden Erbe und Andenken an Daniel-Henry Kahnweiler, einem Ehrenbürger der Stadt Rockenhausen, bewahrt und öffentlich gezeigt. Dieser war Kunsthändler und Pariser Galerist, sowie Mitbegründer und Förderer des Kubismus und moderner Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Museum zeigt zudem eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken des Picasso-Förderers, die deutschsprachige Bibliothek und zwei Picasso-Lithographien Kahnweilers sowie Ausstellungsplakate seiner Galerie Louise Leiris, Paris. Die Stadt Rockenhausen verleiht seit 1981 den mit 7500 Euro dotierten Daniel-Henry-Kahnweiler-Preis.
  • Nordpfälzer Heimatmuseum – Das 1926 errichtete Museumsgebäude in Rockenhausen zeigt auf zwei Etagen die Sammlungen des 1904 gegründeten Nordpfälzer Geschichtsvereins. Die einzelnen Abteilungen im Erdgeschoss: Vor- und Frühgeschichte, Geologie und Paläontologie des Donnersbergraumes, Bergbau und Burgen der Nordpfalz, Stadt und ehemaliger Landkreis Rockenhausen. Im Obergeschoss werden alte Handwerksberufe präsentiert: Schmied, Schuhmacher, Töpfer, Schneider, Schreiner, Zimmermann und Büchsenmacher. Eine Nordpfälzer Stube des 19. Jahrhunderts vermittelt einen guten Einblick in das Leben der Urgroßeltern.
  • Steinemuseum – Dokumente millionenalter Erdgeschichte finden sich im privaten, von Georg Kattler begründeten und betreuten Steinemuseum in Dörrmoschel. Gezeigt werden Amethyst-Drusen , Sandrosen, versteinerte Schnecken, Hölzer und mehr.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im September findet seit 1951 jährlich das Nordpfälzer Herbstfest statt. Im Rahmen des Herbstfestes gibt es seit einigen Jahren auch den Nordpfälzer Bauernmarkt, auf dem regionale Erzeuger ihre Produkte anbieten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Stadteinfahrt von Rockenhausen (Stadtteil Marienthal) auf der L 386 von Kirchheimbolanden kommend

Rockenhausen wurde 2004 vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage mit fünf weiteren Kommunen (und als einzige aus der Pfalz) als "mittelstandsfreundliche Kommune" ausgezeichnet.

Verkehr[Bearbeiten]

Rockenhausen ist über die B 48 (Bingen - Bad Bergzabern), die zwischen Bingen und Winnweiler bereits eine Reichsstraße (R 40) war, an das überregionale Straßennetz angebunden. Rockenhausen hat auch einen Bahnhof an der Alsenztalbahn mit Zugverbindungen nach Bingen und Kaiserslautern jeweils im Stundentakt. Es gelten die Tarife des Rhein-Nahe-Verkehrsverbundes und des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber im Ort ist die Keiper GmbH & Co. KG, die Metallkomponenten und -strukturen für Fahrzeugsitze herstellt. Die REMA Fertigungstechnik GmbH betreibt Anlagenbau, Sondermaschinenbau, Serien- und Einzelteilfertigung.

Behörden[Bearbeiten]

Als Sitz der Verbandsgemeinde Rockenhausen beherbergt es deren Verwaltung. Als ehemalige Kreisstadt des früheren Landkreises Rockenhausen sind auch noch einzelne Kreisbehörden, wie zum Beispiel das Gesundheitsamt, in der Stadt ansässig. Außerdem gibt es eine lokale Arbeitsagentur.

Gerichte[Bearbeiten]

Rockenhausen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Kaiserslautern und zum Oberlandesgerichtsbezirk Zweibrücken gehört.

Gesundheit[Bearbeiten]

Das frühere Kreiskrankenhaus Rockenhausen, das zusammen mit dem Kreiskrankenhaus Kirchheimbolanden zur Donnersbergkrankenhaus GmbH wurde, gehört inzwischen als einer von 4 Standorten (Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden u. Rockenhausen) zum Westpfalzklinikum (Gesellschafter der Westpfalz-Klinikum GmbH sind mit einem Anteil von 60 % die Universitätsstadt Kaiserslautern, mit einem Anteil von 25 % der Landkreis Kusel und einem Anteil von 15 % der Donnersbergkreis) und beherbergt in seinem Gebäude jedoch unter anderer Trägerschaft (Bezirksverband Pfalz) eine Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Pfalzklinikum Standort Rockenhausen).

Bildung und Jugend[Bearbeiten]

In Rockenhausen gibt es einen katholischen und einen evangelischen Kindergarten. Es besteht außerdem ein heilpädagogischer Kindergarten. In der Stadt bestehen die Anne-Frank-Grundschule, die Integrierte Gesamtschule und eine Realschule plus. Das Abitur kann auf der Gesamtschule oder im Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler abgelegt werden. Außerdem gibt es im Ort noch eine berufsbildende Schule und eine Schule für Lernbehinderte. Das Stadthaus - Kinder- und Jugendzentrum Rockenhausen, wird seit Anfang 2014 von der Ev. Jugend Rockenhausen betrieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Adam Karrillon (1853–1938), praktizierte bis 1883 leidlich erfolglos in Rockenhausen
  • Daniel-Henry Kahnweiler (1884–1979), Ehrenbürger der Stadt, seine Bibliothek ist im Kahnweilerhaus in Rockenhausen zu sehen
  • Jakob Demmerle (1897–1968), starb in Rockenhausen
  • Christian Kruck (1925–1984), erhielt 1983 Daniel-Henry-Kahnweiler-Preis der Stadt
  • Kurt Rocker (* 1928), Politiker (CDU), wohnt in Rockenhausen
  • Willi Rothley (* 1943), Politiker (SPD), wohnt in Rockenhausen, 1984–2004 Mitglied des Europäischen Parlaments

Literatur[Bearbeiten]

  • Armin Engel: Rockenhausen. Die Geschichte eines Landstädtchens. Stadt Rockenhausen 1974.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rockenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 194 (PDF; 2,50 MB)
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Stadler, Klemens; Deutsche Wappen; Band 2, Bremen 1966; S. 55