Rodderberg

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Rodderberg
Blick vom Drachenfels auf den Rodderberg

Blick vom Drachenfels auf den Rodderberg

Höhe 195,3 m
Lage Rheinland-Pfalz / Nordrhein-Westfalen
Gebirge Rheinisches Schiefergebirge
Koordinaten 50° 38′ 33″ N, 7° 11′ 54″ O50.64257.1983333333333195.3Koordinaten: 50° 38′ 33″ N, 7° 11′ 54″ O
Rodderberg (Rheinland-Pfalz)
Rodderberg
Typ erloschener Vulkan
Gestein u.a. Leucit-Nephelinit
Alter des Gesteins 800.000 Jahre
Besonderheiten Naturschutzgebiet
Blick vom Rodderberg auf das Siebengebirge (1960)
Blick vom Rodderberg auf Bonn
Blick vom Rodderberg auf Schloss Drachenburg

Der Rodderberg ist ein erloschener Vulkan im Osten der Gemeinde Wachtberg und im Norden der Stadt Remagen (Ortsbezirk Rolandswerth) nahe dem Bonner Ortsteil Mehlem. Das Gestein hat ein Alter von ca. 800.000 Jahren, die letzte Eruption wird auf 250–300.000 Jahre datiert. Der über 50 Meter tiefe kreisrunde Sprengtrichter mit einem Durchmesser von ca. 800 Metern ist noch heute als Bodensenke sichtbar. In einer ehemaligen Tuffgrube kann man einen Gang aus dem basaltähnlichen Leucit-Nephelinit betrachten.

Rodderberg von Nordwesten. Im Hintergrund der Rhein und Bad Honnef.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Der Rodderberg liegt direkt oberhalb vom nördlichen Ausgang des Mittelrheintals. Zusammen mit dem fast direkt gegenüberliegenden Drachenfels verengt er das Rheintal. Diese Engstelle bildet die Südgrenze der Kölner Bucht, während sich südlich dieser Engstelle die kleine Talverbreiterung von Oberwinter (linksrheinisch) und Bad Honnef und Rheinbreitbach (rechtsrheinisch) anschließt. Unterhalb des Rodderbergs, an dessen Hang sich der Rolandsbogen befindet, ein romantisch gelegener Ruinenrest der ehemaligen Höhenburg Rolandseck, liegen zwei Inseln im Rhein: Nonnenwerth und Grafenwerth.

Erreichbar ist der Berg über Bonn-Mehlem. Auf dem Weg dorthin befindet sich der „Heinrichsblick“, einer der besten und bekanntesten Aussichtspunkte auf das Siebengebirge.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Der Rodderberg wurde bereits 1927 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Das Gebiet umfasst den nordrhein-westfälischen Bereich des Rodderberges östlich der Ortschaft Niederbachem auf dem Gebiet der Gemeinde Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis und südlich des Ortsteils Mehlem auf dem Gebiet der Bundesstadt Bonn. Der südöstliche Bereich des Rodderberges befindet sich auf dem Gebiet des Landes Rheinland-Pfalz in dem zu Remagen gehörenden Stadtteil Rolandswerth und ist dort ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Geologie[Bearbeiten]

In dem abflußlosen Krater lagerten sich über Jahrtausende Sedimente und Stäube ab und füllten ihn auf.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden wiederholt Bohrungen und geowissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt. Die früheste überlieferte Bohrung fand 1833 statt und war 19 Meter tief. Dabei handelte es sich um eine Brunnengrabung für den dortigen Broichhof. Im Jahr 2011 begann eine neue Serie von Bohrungen im Kraterzentrum durch das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG). Die drei Forschungsbohrungen reichten in Tiefen von 74, 102 und 164,4 Metern.

Das Bohrprofil weist zunächst eine etwa 70 Meter dicke Füllung aus Löss, Löss-Derivaten und organischen See-Ablagerungen auf, gefolgt von 45 Metern vulkanischen Aschen und Schlacken. Ab einer Tiefe von 115 Metern bis zur Endteufe von 164,4 Metern ist massiver Basalt nachgewiesen. Im März 2012 wurden die Arbeiten am Bohrplatz abgeschlossen. [1]

Broichhof und Reitsport[Bearbeiten]

In dem Krater liegt der Broichhof, der ehemals eine Wasserburg in dem zu dieser Zeit sumpfigen Kratergrund war. Die ehemalige zweiteilige Wasserburg wurde im Mittelalter aufgegeben, aber 1635 von dem Kölner Stift St. Gereon wiederaufgebaut. Das Herrenhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus Rodderberg-Lava errichtet. Seit 1811 befindet sich der Broichhof im Eigentum der Familie Schaefer, die dort hauptsächlich Landwirtschaft betrieb.

1965 pachtete Dirk Schneider die Reitanlage und gründete die Reitschule Rodderberg. Der 1969 gegründete Reit- und Jagdclub Rodderberg e. V. fördert insbesondere das Vielseitigkeitsreiten. Die Reitschule ist seit 1985 Landesstützpunkt der rheinischen Vielseitigkeitsreiterei, der Verein richtet seitdem regelmäßig größere Turniere aus.[2] 1998 wurde die Rodderberg-Park-Turniersport GmbH als Ausrichter von nationalen und internationalen Turnieren gegründet, um den Verein als Veranstalter zu unterstützen. 2001 fand im Rodderberg Park erstmals ein CCIO*** in Deutschland statt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno P. Kremer, Landkreis Ahrweiler (Hrsg.): Der Rodderberg. Geo- und Biotop an der vulkanischen Nordostecke des Kreises Ahrweiler. In: Heimat-Jahrbuch Kreis Ahrweiler 2008, Weiss-Druck, Monschau 2007, ISSN 0342-5827, S. 103–109. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]
  • Henrik Blanchard: Neue Erkenntnisse zur Eruptions- und Landschaftsgeschichte des Rodderbergs bei Bonn. Diplomarbeit am Geographischen Institut der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, September 2002. (PDF).
  • Wilhelm Meyer, Johannes Stets: Das Rheintal zwischen Bingen und Bonn. Gebrüder Borntraeger, Berlin/Stuttgart 1996, ISBN 3-443-15069-1. (Sammlung Geologischer Führer, Band 89)
  • Hans-Ulrich Schmincke: Vulkanismus. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14102-4.
  • Geologisches Landesamt Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Gangolf Knapp, Klaus Vieten: Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen 1:25.000. Erläuterungen zu Blatt 5309 Königswinter. 3., überarbeitete Auflage, Krefeld 1995, S. 44.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rodderberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Internetpräsenz des jüngsten Forschungsvorhabens Rodderberg auf den Seiten der LIAG
  2. Reitschule Rodderberg. Abgerufen am 21. November 2012.
  3. Rodderberg-Park-Turniersport GmbH. Abgerufen am 21. November 2012.