Rodewald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Dorf Rodewald in Niedersachsen. Für weitere Bedeutungen siehe Rodewald (Begriffsklärung).


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rodewald
Rodewald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rodewald hervorgehoben
52.6658333333339.482222222222225Koordinaten: 52° 40′ N, 9° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Steimbke
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 60,31 km²
Einwohner: 2549 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31637
Vorwahl: 05074
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 026
Adresse der Verbandsverwaltung: Kirchstr. 4
31634 Steimbke
Bürgermeisterin: Katharina Fick (WG)
Lage der Gemeinde Rodewald im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder Meer Nordrhein-Westfalen Landkreis Diepholz Landkreis Oldenburg Landkreis Schaumburg Landkreis Heidekreis Landkreis Verden Region Hannover Balge Binnen Binnen Binnen Binnen Bücken Diepenau Drakenburg Estorf (Weser) Eystrup Eystrup Gandesbergen Hämelhausen Hämelhausen Haßbergen Haßbergen Hassel (Weser) Hassel (Weser) Heemsen Hilgermissen Hoya Hoyerhagen Husum (bei Nienburg) Landesbergen Leese Liebenau (Niedersachsen) Linsburg Linsburg Marklohe Nienburg/Weser Pennigsehl Raddestorf Rehburg-Loccum Rodewald Rohrsen Schweringen Steimbke Steyerberg Steyerberg Stöckse Stolzenau Uchte Warmsen Wietzen WarpeKarte
Über dieses Bild

Rodewald ist eine Gemeinde im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen und gehört zur Samtgemeinde Steimbke. Mit fast 12 Kilometern Länge gilt Rodewald als das zweitlängste Dorf in Niedersachsen. Die Gemeinde ist unterteilt in die Obere, Mittlere und Untere Bauerschaft (obere im Süden, dann mittlere und untere im Norden). Bis zur Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahre 1974 gehörte Rodewald zum Landkreis Neustadt am Rübenberge.

Geschichte[Bearbeiten]

St.Aegidien-Kirche

Rodewald entstand nach ersten geschichtlichen Aufzeichnungen im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts, wonach der Bischof von Minden den Grafen von Wölpe mit einer Siedlungsgründung beauftragte. Durch eine planmäßige Rodung von Waldflächen entstand der erste Abschnitt der zu einem großen Teil mit der heutigen unteren Bauernschaft identisch ist. Die so entstandene Hagenhufensiedlung zeigt bis zum heutigen Tag die dafür typische Siedlungsstruktur. Jeder Siedler erhielt ein gleich großes Stück Land, eine eingehägte, d.h. eingezäunte Hufe (eine Rodungshufe = 60 - 70 Morgen), die sich streifenförmig quer zur Straße erstreckte und innerhalb derer er sich mit seinen Gebäuden ansiedelte. Rodewald entwickelte sich in drei Bauernschaften, die bis 1974 Einzelgemeinden bildeten.

Im Verlauf der Jahrhunderte hat sich nur an den Dorfenden und in der Mitte der Ortslage eine zunehmende Siedlungstätigkeit, verbunden mit einer größeren zusammenhängenden Bebauung beidseitig der Straße (L 192) entwickelt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer verstärkten Siedlungstätigkeit, bei der auch die Freiflächen entlang der Landesstraße bebaut wurden, so dass das Charakteristikum der wechselseitigen Bebauung entlang der Straße nur noch eingeschränkt zu erkennen ist. Um den Eindruck des ursprünglichen Hagenhufendorfes nicht zu zerstören, sind in jüngerer Zeit zwei Neubaugebiete im Bereich der stärker besiedelten Ortsmitte und ein Gewerbegebiet am südlichen Ortsende ausgewiesen worden.

Auch wenn die historische Siedlungsstruktur nicht mehr vollständig ablesbar ist, so hat sich Rodewald als "langes Dorf an der Straße" doch noch einen einzigartigen Reiz bewahrt und die verbliebenen Freiflächen entlang der Straße ermöglichen auch weiterhin die für den Ort sehr wichtige Verzahnung von Landschaft und Siedlung.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2011[2]
Wahlbeteiligung: 52,51 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,45 %
28,09 %
26,40 %
2,05 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c WG Rodewald

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 13 gewählte Mitglieder, ihm gehören aktuell drei Parteien bzw. Wählergemeinschaften an.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten]

Das Gemeindewappen der Dorfgemeinde Rodewald m.B. mit der Eule wurde 1960 vom Regierungspräsidenten in Hannover genehmigt. Die 1969 gegründete Einheitsgemeinde übernahm die Eule. Das Motiv der Eule stammt dabei von einer kleinen steinernen Eule im Portal des Turms der St. Aegidienkirche in Rodewald m.B. Der Rat der Gemeinde Rodewald hat sich gegen die Freigabe zur Nutzung im Internet entschieden.

Religionen[Bearbeiten]

In Rodewald sind die beiden großen christlichen Konfessionen vertreten, die sich in insgesamt drei Kirchen in Rodewald zum Gottesdienst versammeln. Es gibt keine weiteren in Rodewald institutionell vertretenen Konfessionen und Religionen.

Die evangelisch-lutherische St. Aegidien- und St. Johanniskirchengemeinde Rodewald gehört zum Kirchenkreis Nienburg und unterhält in Rodewald zwei Kirchen: Die St. Johannis-Kirche in der unteren Bauernschaft und die St. Aegidien-Kirche in der mittleren Bauernschaft. Die ev. Kirchengemeinde umfasst ca. 2400 Gemeindeglieder und unterhält ein gemeinsames Pfarramt mit der ev. Kapellengemeinde der Streusiedlung Lichtenhorst.

Die römisch-katholische Kirche "Heilige Familie" befindet sich im nördlichen Ortsbereich von Rodewald. Der Weg, an dem sich die Kirche befindet, ist nach dem Gründer und langjährigen Pfarrer der Gemeinde, Georg Wengler, benannt. Seit 2006 gehört sie zur Pfarrgemeinde St. Bernward in Nienburg, der dortige Pfarrer betreut auch die ca. 350 Mitglieder umfassende Gemeinde in Rodewald. 1961/62 wurde die Kirche erbaut. 1962 wurde das benachbarte katholische Seniorenzentrum "Heilige Familie" eröffnet, es befindet sich heute in evangelischer Trägerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.Johanniskirche

Kultur und Museen[Bearbeiten]

  • Naturfreibad Rodewald
  • Diskothek "Blaue Maus"
  • Rodewalder Heimatmuseum
  • Kultur- und Jugendzentrum Binderhaus

Bauwerke[Bearbeiten]

  • St.-Aegidien-Kirche
  • St.-Johannes-Kirche
  • Paltrokmühle in der u.B.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die terra Rodewald: eine niedersächsische Landschaft in ihrer räumlichen und geschichtlichen Entwicklung von Otto Niemeyer und Berthold Frost (1962)
  • 750 Jahre Rodewald 1223-1973, Herausgeber: Gemeinde Rodewald (1973)
  • Rodewald - Wandel eines Dorfes 1945-1983 von Berthold Frost, Herausgeber und Verlag: Gemeinde Rodewald, Landkreis Nienburg/Weser (1983)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. http://wahl.kdo.de/?kommune=Samtgemeinde%20Steimbke&instflash=yes&noflash=&wahl=2011_____Gemeinderatswahl%20Rodewald%2011.09.2011_____110818112440613&showData=tabelle

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rodewald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien