Rodgau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rodgau
Rodgau
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rodgau hervorgehoben
50.0256258.8840972222222127Koordinaten: 50° 2′ N, 8° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Offenbach
Höhe: 127 m ü. NHN
Fläche: 65,04 km²
Einwohner: 42.895 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 660 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63110
Vorwahl: 06106
Kfz-Kennzeichen: OF
Gemeindeschlüssel: 06 4 38 011
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hintergasse 15
63110 Rodgau
Webpräsenz: www.rodgau.de
Bürgermeister: Jürgen Hoffmann (SPD)
Lage der Stadt Rodgau im Landkreis Offenbach
Neu-Isenburg Dreieich Langen (Hessen) Egelsbach Rödermark Dietzenbach Heusenstamm Mühlheim am Main Rodgau Obertshausen Hainburg Seligenstadt Mainhausen Darmstadt Landkreis Darmstadt-Dieburg Landkreis Darmstadt-Dieburg Bayern Main-Kinzig-Kreis Offenbach am Main Kreis Groß-Gerau Frankfurt am MainKarte
Über dieses Bild

Die hessische Stadt Rodgau liegt südöstlich von Offenbach am Main in der Rhein-Main-Ebene und ist die einwohnerstärkste Kommune des Landkreises Offenbach. Sie entstand 1979 aus der Großgemeinde Rodgau, die 1977 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen durch den Zusammenschluss von fünf bis dahin selbständigen Gemeinden gebildet wurde. Die Geschichte der heutigen Stadtteile reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Sitz der Stadtverwaltung ist der zentral gelegene Stadtteil Jügesheim.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lage der Stadt Rodgau im Rhein-Main-Gebiet
Gemarkungsgrenze und Bebauung der Stadt Rodgau und Umgebung
Blick vom Wasserturm über die Rhein-Main Ebene nach Frankfurt

Rodgau ist Teil des Ballungsraumes Rhein-Main-Gebiet, eines der wirtschaftlich stärksten Gebiete Deutschlands. Der 50. Breitengrad verläuft genau durch den Puiseaux-Platz in Nieder-Roden. Es liegt in der sogenannten Untermainebene, dem nördlichen Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene. Das flache direkte Einzugsgebiet Rodgaus wird ergänzt durch die nahe gelegenen Mittelgebirge Spessart, Taunus, Vogelsberg und Odenwald sowie die Bergstraße, die alle als Naherholungsgebiete der Bevölkerung dienen. Die Grenze zum Nachbarbundesland Bayern verläuft nur wenige Kilometer entfernt am Main.

Etwa ein Drittel der städtischen Flächen besteht aus Wald, ein weiteres Drittel aus landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wasserflächen, das verbleibende Drittel aus Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsbebauung. Der Bach Rodau durchfließt das gesamte Stadtgebiet auf 15 Kilometern Länge.

Klimatisch gehört das Gebiet zu den mildesten und regenärmeren Gegenden Deutschlands (gemittelte Jahreswerte 1982 bis 2004: 10,5 Grad Celsius, 639,1 Millimeter).[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Rodgau grenzt im Norden an die Städte Heusenstamm und Obertshausen, im Osten an die Gemeinde Hainburg und die Stadt Seligenstadt, im Süd-Osten an die Stadt Babenhausen und die Gemeinde Eppertshausen (beide Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Süd-Westen an die Stadt Rödermark sowie im Westen an die Stadt Dietzenbach.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Rodgau besteht aus den Stadtteilen Weiskirchen, Hainhausen, Jügesheim, Dudenhofen und Nieder-Roden mit dem zugehörigen Ortsteil Rollwald.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtgründung[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1977 entstand im Rahmen der hessischen Gebietsreform[3] aus den nachfolgend aufgelisteten Gemeinden die Großgemeinde Rodgau, die am 15. September 1979 die Stadtrechte verliehen bekam.[4] Die alte Gewannbezeichnung Rodgau, wie Bachgau und Kinziggau zum Maingau gehörend, gab der Stadt ihren Namen. Die ursprünglichen Gemeinden haben aber bereits eine viele hundert Jahre zurückreichende Geschichte. Die Gründungsgemeinden waren:

Hauptartikel: Dudenhofen

  • Hainhausen ist der zweitälteste Stadtteil, urkundlich durch die Wasserburg Hainhausen wahrscheinlich bereits 1108 erwähnt, sicher jedoch 1122. Heute ist er der kleinste Stadtteil von Rodgau (rund 3800 Einwohner).

Hauptartikel: Hainhausen

  • Jügesheim ist der zweitgrößte Ortsteil der Stadt Rodgau.

Hauptartikel: Jügesheim

  • Nieder-Roden wird ausdrücklich erstmals 791 urkundlich als Rotaha inferior im Codex Laureshamensis erwähnt[5], war der Mittelpunkt einer Zent mit eigenem Zentgericht und hatte deshalb sogar eine Befestigung. Die Gemeinde Nieder-Roden gehörte vor dem Gemeindezusammenschluss 1977 als einzige nicht zum Landkreis Offenbach sondern zum Landkreis Dieburg.

Hauptartikel: Nieder-Roden

  • Weiskirchen ist ein weiterer Ortsteil von Rodgau.

Hauptartikel: Weiskirchen

Heute (Stand: 31. Dezember 2012) zählt Rodgau 44.994 Einwohner (2.157 gemeldete Nebenwohnsitze eingeschlossen), davon 22.146 männlichen und 22.848 weiblichen Geschlechts. 4.553 Einwohner sind Ausländer (10,9 Prozent) aus 51 verschiedenen Nationen. 65,5 Prozent der Bevölkerung wohnt länger als zehn Jahre in Rodgau.[6]

Politik[Bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Stadtverordnetenversammlung als oberstes Gremium des politischen Rodgau wird alle fünf Jahre von den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Die Kommunalwahl am 27. März 2011 hatte folgendes Ergebnis (zum Vergleich auch das Ergebnis der Wahl von 2006):[7]

Kommunalwahl 2011 in Rodgau
 %
30
20
10
0
28,8 %
27,1 %
17,9 %
16,3 %
3,6 %
3,6 %
2,7 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-20
-18,9 %p
-4,0 %p
+8,0 %p
+16,3 %p
-0,3 %p
-0,6 %p
+2,7 %p
-3,2 %p
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,8 13 47,7 22
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,1 12 31,1 14
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 17,9 8 9,9 4
ZmB Zusammen mit Bürgern 16,3 7
FDP Freie Demokratische Partei 3,6 2 3,9 2
FW Freie Wähler Rodgau 3,6 2 4,2 2
Linke Die Linke 2,7 1
DL Deutsche Liste 3,2 1
Gesamt 100 45 100 45
Wahlbeteiligung 44,5 % 44,0 %

Die Stadtverordnetenversammlung wählt acht Mitglieder des Magistrats (ein hauptamtliches Mitglied und sieben ehrenamtliche Mitglieder) als oberstes Verwaltungsgremium der Stadt. Dem Magistrat sitzt der von den Bürgern alle sechs Jahre direkt gewählte Bürgermeister vor.

Seit 2008 kooperieren die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Freien Wählern in der Rodgauer Stadtverordnetenversammlung. Bei den Kommunalwahlen am 27. März 2011 konnten alle vier Gruppierungen gemeinsam 24 von 45 Mandaten erringen und stellen damit weiterhin die Mehrheit. Am 29. April 2011 unterschrieben SPD, Bündnis 90/Die Günen, FDP und Freie Wähler eine Vereinbarung, in der sie die Fortführung ihrer Zusammenarbeit für die Jahre 2011-2016 sowie die Schwerpunktsetzung ihrer politischen Arbeit vereinbarten[8].

Die Belange der fünf Rodgauer Stadtteile werden von dort eingesetzten Ortsbeiräten gewahrt. Sie haben im Stadtparlament jedoch nur beratende Funktion; die Mitglieder der Ortsbeiräte werden bei den Kommunalwahlen in gesonderten Abstimmungen durch die Bürger des jeweiligen Stadtteiles gewählt. Die Stadtverordnetenversammlung hat 2011 beschlossen, alle Ortsbeiräte zum 1. April 2016 (d.h. zur nächsten Kommunalwahl) abzuschaffen[9].

Die politischen Gremien tagen in den Sitzungssälen des 1988 fertig gestellten Rathauses im Stadtteil Jügesheim.

Bürgermeister und Stadträte[Bearbeiten]

Amtierender Bürgermeister ist Jürgen Hoffmann (SPD). Hauptamtlicher Erster Stadtrat ist Michael Schüßler (FDP). Von den weiteren ehrenamtlichen Stadträten und Magistratsmitgliedern ist Werner Kremeier (Bündnis 90/Die Grünen) seit Januar 2012 Dezernent für Sport und Kultur[10].

Ehemalige Bürgermeister der Stadt Rodgau waren: Januar bis Mai 1977 Wilhelm Albert (SPD) als “Staatsbeauftragter Bürgermeister”, Mai 1977 bis 1980 Hans Elgner (CDU), 1980 bis 1998 Paul Scherer (CDU), 1998 bis 2004 Thomas Przibilla (SPD), 2004 bis 2010 Alois Schwab (CDU).

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Rodgau

1978 wurde der damaligen Großgemeinde Rodgau ein Stadtwappen verliehen. Die Verleihungsurkunde von 1978 besagt: Das Wappen zeigt in Blau und in Rot einen gewellten silbernen Schräglingsbalken, belegt mit fünf Sternen, begleitet oben rechts von einer silbernen Rose mit silbernen Kelchblättern, diese belegt mit einem roten Herzen, dem ein schwarzes Kreuz aufliegt (Lutherrose), unten links von einem sechsspeichigen silbernen Mainzer Rad.[11]

Dieses Wappen ist durch den gewellten Schrägbalken in Silber in zwei Hälften geteilt. Dieser Balken symbolisiert die Rodau, die den ganzen Stadtbereich durchfließt. In diesem Balken befinden sich fünf Sterne für die Stadtteile. Im rechten oberen Teil (vom Wappenträger aus gesehen) ist auf blauem Hintergrund eine stilisierte silberne Rose mit einem roten Herzen und einem schwarzen Kreuz (Lutherrose) zu sehen. Dieser Teil erinnert an die evangelische Enklave Dudenhofen inmitten der katholischen Nachbargemeinden. Der linke, untere Teil zeigt vor rotem Hintergrund ein sechsspeichiges Rad, welches dem Wappen der Mainzer Erzbischöfe entlehnt ist. Das Rad deutet an, dass Kurmainz in allen Stadtteilen seit 1425 in Nachfolge der Herren von Eppstein territorialherrliche Rechte ausübte. Die Kurmainzer Herrschaft dauerte im Allgemeinen bis zur Säkularisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in Dudenhofen wurde sie bereits im 17. Jahrhundert beendet. Infolge der Herrschaft der Grafen von Hanau und ab 1736 der Landgrafen von Hessen-Darmstadt blieb Dudenhofen eine evangelisch-lutherische Enklave innerhalb der katholisch gebliebenen Orte Jügesheim, Nieder-Roden, Hainhausen und Weiskirchen. Aus diesem Grunde steht die Lutherrose als Pendant zum Mainzer Rad im Wappen der Stadt Rodgau.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rodgau und seine Stadtteile unterhalten mehrere Städtepartnerschaften:

Stadt Rodgau Donja Stubica.svg Donja Stubica KroatienKroatien Kroatien seit 2002
Dudenhofen Blason ville be Nieuwpoort.svg Nieuwpoort BelgienBelgien Belgien seit 1975
Nieder-Roden Blason ville fr Puiseaux (Loiret).svg Puiseaux FrankreichFrankreich Frankreich seit 1974
Wappenhainburg.png Hainburg an der Donau OsterreichÖsterreich Österreich seit 1974

Seit 1974 besteht eine Partnerschaft mit Puiseaux in Frankreich und mit der österreichischen Stadt Hainburg an der Donau seitens Nieder-Rodens. Am 25. Mai 1974 unterzeichneten die Bürgermeister Hans Elgner (Nieder-Roden); Georges Bordry (Puiseaux) und Hubert Rein (Hainburg an der Donau) im Bürgerhaus von Nieder-Roden die Partnerschaftsurkunden. Im Jahr 1975 wurde Nieuwpoort in Belgien Partnerstadt von Dudenhofen. Eine weitere Partnerschaft der Stadt Rodgau besteht seit September 2002 mit der kroatischen Stadt Donja Stubica.

Wirtschaftliche Entwicklung[Bearbeiten]

Spargelfeld in Dudenhofen

Bestimmte noch bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die Landwirtschaft das Leben in den ehemals selbständigen Gemeinden Rodgaus, änderte sich dies mit zunehmender Industrialisierung vor allem von Offenbach. Die meisten Landwirte nahmen Arbeit in den nahe gelegenen Städten Offenbach und Frankfurt an und führten ihre Höfe nur noch als Nebenerwerb.

Mitte des 20. Jahrhunderts siedelten sich in den Gemeinden des Rodgaus zahlreiche Klein- und Mittelstandsbetriebe der Leder verarbeitenden Industrie an, die ihre Produkte – Handtaschen, Koffer, Gürtel, Geldbörsen und Brieftaschen – vorwiegend in Heimarbeit fertigen ließen. Dies führte bis 1975 zum fast völligen Verschwinden der Nebenerwerbslandwirtschaft. 2004 arbeiteten noch elf Höfe im Vollerwerb (vorwiegend Spargelanbau) und vier Höfe im Nebenerwerb.

Neben der Lederwarenbranche entstand gleichzeitig die Metallverarbeitung im Rodgau als Zulieferer von Gürtelschnallen, Koffergriffen und ähnlichem. Größere Betriebe gab es in Weiskirchen, Jügesheim und Nieder-Roden. Heute spielen Lederwarenherstellung und Metallverarbeitung nur noch eine untergeordnete Rolle.

1954 etablierte sich am Ortsrand von Dudenhofen ein in dieser Region neuer Industriezweig, das Kalksandsteinwerk Dudenhofen, das den dort vorhandenen feinen Dünensand zur Herstellung von bis zu 73 Millionen Steinen im Jahr abbaute. In den 1990er Jahren verlagerte die Firma ihren Produktionsschwerpunkt auf die Herstellung von Porenbeton-Plansteinen, heute bekannt unter dem Namen Porit.

Luftaufnahme des Opel-Testzentrums in Dudenhofen (Koordinaten:49° 59′ 36″ N, 8° 55′ 25″ O49.9933333333338.9236111111111)
Hochgeschwindigkeitsstrecke im Opel-Testzentrum

Anfang der 1960er Jahre wählte die Adam Opel AG Dudenhofen als Standort für ihr Testzentrum (TCD) aus, das 1966 in Betrieb ging. Inmitten einer 4,8 Kilometer langen Hochgeschwindigkeits-Rundstrecke befinden sich auch eine 6,7 Kilometer lange Dauerprüfstrecke mit allen erdenklichen Straßentypen (Marterstraße) und seit 2009 eine Offroad-Piste zum Test von Geländefahrzeugen.[12]

Beginnend in den 1960er Jahren wies Rodgau sechs größere Gewerbegebiete aus (Gesamtfläche 219 ha), in denen sich vornehmlich Dienstleistungsbetriebe ansiedelten wie das IBM Warenverteilzentrum (bis 2005, ab dann Mann-Mobilia Logistikzentrum), die Firma Atlas Rhein Main, der FEGRO Großhandelsmarkt, MEWA Textilservice, GEODIS, Pepsi-Cola Deutschland, PerkinElmer Life and Analytical Sciences und ein Postfrachtzentrum der DHL. Insgesamt waren Mitte 2005 3871 Gewerbebetriebe in Rodgau gemeldet, darunter 23 Supermärkte der bekanntesten Filialisten sowie 16 Hotels mit insgesamt 795 Betten.

Der Trend fort vom Produktionsgewerbe und Handwerk zum Dienstleistungsgewerbe wird im Vergleich 1987 zu 2003 deutlich: Betrug der Dienstleistungsanteil zehn Jahre nach Gründung der Großgemeinde noch 52 Prozent, stieg er in den folgenden 15 Jahren auf 73 Prozent des Gesamtgewerbes.[13]

In Rodgau sind rund 150 High-Tech-Unternehmen ansässig. Es dominiert das Technikfeld Informations- und Kommunikationstechnik für die Luft- und Raumfahrt, gefolgt von Sensorik, Mess-, Regel- und Analysetechnik. Des Weiteren sind die Bereiche Produktionstechnik, automatische Lackiertechnik, sowie Mikro- und Optoelektronik vertreten.[14]

2005 stellen Rodgaus Gewerbebetriebe insgesamt 9076 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zur Verfügung. Hinzu kommen rund 3000 Arbeitsplätze für Selbständige, Beamte und geringfügig Beschäftigte.[13]

Ein großer Teil der erwerbstätigen Bevölkerung Rodgaus hat Arbeitsplätze in den Großstädten der Umgebung: Offenbach am Main (15 Kilometer), Hanau (15 Kilometer), Darmstadt (20 Kilometer), Aschaffenburg (20 Kilometer) und Frankfurt am Main (25 Kilometer).

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung der Stadt Rodgau
Die in Rodgau verkehrende S-Bahn S1
B 45 in Rodgau-Jügesheim

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Seit 14. Dezember 2003 sind alle Rodgauer Stadtteile durch die Verlängerung der S-Bahn-Strecke S1 von Wiesbaden nach Ober-Roden an das weitreichende Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Rodgau durch die Rodgaubahn bedient.

Taktverbunden an den Bahnhöfen Nieder-Roden und Jügesheim mit der S1 sind die Kreisbuslinien nach Babenhausen, Seligenstadt, Dietzenbach und Langen. Zudem verbinden zwei Stadtbuslinien alle Stadtteile miteinander. Außerhalb deren Fahrplanzeiten fahren Anruf-Sammel-Taxen (AST), tagsüber auch zum Ortsteil Rollwald. Die Stadtbuslinien werden durch die Stadtwerke Rodgau betrieben.

Radwegenetz[Bearbeiten]

Die Stadt Rodgau verfügt zunehmend über ein in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) gut ausgebautes Netz von Radwegen und Radwanderwegen, die die fünf Stadtteile miteinander verbinden. Seit 2005 führt der beschilderte Rodgau-Rundweg durch Felder und Wälder ganz um die Stadt herum. Mit 42,1 Kilometer erreicht er fast die Marathon-Distanz. Rechts und links der S-Bahn-Strecke verbindet ein 14 Kilometer langer, asphaltierter Radweg von Rollwald bis Weiskirchen alle Stadtteile. Spezielle Fahrrad-Parkplätze mit Ständern und abschließbaren Mietboxen gibt es an allen S-Bahn-Haltestellen.

Fußgängerzonen[Bearbeiten]

Ausgewiesene Fußgängerzonen bestehen in Nieder-Roden zwischen S-Bahnhof und Puiseauxplatz sowie in Jügesheim an der Rodgau-Passage. Verkehrsberuhigte Bereiche mit entsprechender Straßenaufpflasterung finden sich in allen Stadtteilen, meistens in den alten Ortskernen und in den Neubaugebieten. Spazierwege durch die teilweise parkähnlich angelegte Rodau-Aue in Dudenhofen und Jügesheim sind den Fußgängern vorbehalten. Ein dichtes Netz ausgeschilderter Wanderwege durchzieht Wälder und Felder der Rodgauer Gemarkung.

Individualverkehr[Bearbeiten]

Im Norden Rodgaus führt die A 3 (Frankfurt – Würzburg) durch das Stadtgebiet und kreuzt hier die autobahnähnlich ausgebaute B 45 (HanauDieburg), die in Nord-Süd-Richtung verlaufend alle Rodgauer Stadtteile tangiert und durch vier Anschlussstellen bedient. Die Tank- und Rastanlage Weiskirchen auf Rodgauer Gemarkung an der Bundesautobahn 3 ist aus beiden Richtungen zu befahren. Dem nördlichen Rasthof ist ein Motel angegliedert. Beim Weiterbau der A 3 von Offenbach nach Würzburg in den 1960er Jahren wurden beide Rasthöfe erstmals in Deutschland als reine Automatengaststätten gebaut. Von diesem Konzept wich man Anfang der 1980er Jahre wieder ab und baute sie zu SB-Restaurants um.

Die westlichen Wohnbereiche werden durch die elf Kilometer lange Rodgau-Ring-Straße erschlossen, die im Norden weiter nach Heusenstamm und Offenbach führt. Die Kreisquerverbindung Dietzenbach-Rodgau-Seligenstadt verbindet Rodgau wiederum mit der A 3. Weiskirchen ist zusätzlich durch die Anschlussstelle Obertshausen an die A 3 angebunden.

Seit 2001 wurden im Stadtgebiet Rodgau sechs starkfrequentierte Straßenkreuzungen durch Kreisverkehre mit erhöhten und bepflanzten Mittelinseln ersetzt. Zur Verkehrsberuhigung in Wohngebieten entstanden weitere fünf Mini-Kreisel.

Parken[Bearbeiten]

Am Badesee in Nieder-Roden gibt es rund 2000 PKW-Parkplätze in unmittelbarer Nähe zum Strandbadeingang. An allen sechs S-Bahn-Haltestellen stehen insgesamt 400 Park-and-Ride-Plätze zur Verfügung. Jügesheim verfügt über zwei Tiefgaragen in Kernlage und an den Bürgerhäusern in Dudenhofen, Weiskirchen und Nieder-Roden sowie an allen Sporthallen befinden sich größere Parkplätze. Auch die fünf Waldfreizeitanlagen bieten reichlich Parkraum, ebenso der Wanderparkplatz im östlichen Waldgebiet an der Langen Schneise.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Die räumliche Nähe zum Flughafen Frankfurt – und die über die S-Bahn problemlose Anreise dorthin – ermöglicht auch wirtschaftlich internationalen Anschluss. Natürlich profitieren auch Urlauber von dieser Nähe.

Zwischen Offenbach und Darmstadt liegt etwa 25 Kilometer von Rodgau entfernt der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach, der verkehrsreichste Verkehrslandeplatz in Deutschland. Mit seinen rund 77.000 Flugbewegungen im Jahr entlastet und ergänzt er den Frankfurter Flughafen.

Medien[Bearbeiten]

Zeitungen[Bearbeiten]

Die überregionalen Tageszeitungen Frankfurter Rundschau und Offenbach-Post beinhalten in ihren Ausgaben für den Kreis Offenbach einen Rodgau-Lokalteil. Zusätzlich erscheint donnerstags die kostenlose Rodgau-Post aus dem Verlag der Offenbach-Post. Ebenso kostenlos werden zwei weitere lokal orientierte Wochenzeitungen an die Haushalte verteilt, das Bürgerblatt und die Rodgau-Zeitung. Auch der Dreieich-Spiegel befasst sich am Rande mit Rodgauer Geschehen. Das Stadtmagazin mein rodgau berichtet zehnmal jährlich über Menschen, Sport, Kultur und Lifestyle aus und um Rodgau.[15]

Kabelnetz[Bearbeiten]

Die Mehrheit der Haushalte in der Stadt Rodgau haben die Möglichkeit der Versorgung mit 32 Fernseh- und 35 Hörfunkprogrammen über das von Unitymedia betriebene Kabelnetz. Die Einspeisung der Signale geschieht in der Knotenstelle Rödermark. Seit 2005 besitzt Rodgau auch ein Breitbandnetz, das die Versorgung mit digitalen Fernseh- und Hörfunkprogrammen ermöglicht.

DVB-T-Empfang[Bearbeiten]

Prognostizierter DVB-T-Empfang in Rodgau

Am 28. Mai 2006 endete die Versorgung Rodgaus mit analogen Fernsehsignalen durch die Sender Großer Feldberg und Würzberg. Das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T) nahm am Folgetag die flächendeckende Versorgung auf. Rodgau liegt seitdem im Abstrahlbereich der Sender Großer Feldberg und Frankfurt. Ein Empfang der ausgestrahlten Fernsehprogramme ist überall im Ortsgebiet prognostiziert, je nach Standort des Empfangsgerätes lediglich mit Innenantenne oder mit einfacher Außenantenne. Die nebenstehende Karte gibt Aufschluss über die Empfangsmöglichkeiten und den erforderlichen Antennenaufwand in Rodgau.[16]

Hörfunk[Bearbeiten]

Aufgrund der Nähe zur Wirtschaftsmetropole Frankfurt, liegt Rodgau im Einzugsbereich der Berichterstattung folgender Hörfunksender:

Infrastruktur[Bearbeiten]

Entwicklung[Bearbeiten]

Durch die ursprünglich dörfliche Struktur der Einzelgemeinden lagen deren natürliche Zentren jeweils rund um die Kirche. Dies blieb auch nach dem Zusammenschluss zur Großgemeinde 1977 so, bis auf Nieder-Roden. Dort erforderte ab 1950 die Verfünffachung der Einwohnerzahl eine starke Ausdehnung der Wohnbebauung nach Nord-Westen („Gartenstadt“) und die Schaffung eines neuen Ortskerns mit Postamt, Geschäften, Ärztehaus, Gemeinde- und Sozialzentrum. Hier entstanden Ende der 1960er Jahre unter der Planung der Baugilde Süd mehrere Kompaktwohnanlagen mit bis zu 12 Stockwerken. Auffällig im heutigen Stadtbild ist hier ein im Volksmund Chinamauer genannter, rund 300 Meter langer Wohnblock mit Maisonette-Wohnungen. Die damals geplante Erweiterung auf 900 Meter Länge kam nicht mehr zur Ausführung.

Trotz der stets wachsenden Größe Rodgaus hat die Stadt kein Krankenhaus. Das nächstgelegenen Kliniken befindet sich in Seligenstadt, Langen und Offenbach am Main.

Eine vorsichtige Ausweisung von Neubaugebieten seit 1979 ermöglichte einerseits das Anwachsen der Einwohnerzahl auf die heutige Größe, andererseits auch das gleichzeitige Entstehen der notwendigen sozialen Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen, Sport- und Freizeiteinrichtungen. Obwohl die Stadt dadurch räumlich langsam zusammen wächst, hat sich bisher kein echtes Stadtzentrum entwickelt. Die einzelnen Stadtteile pflegen ihre eigenen gewachsenen Strukturen.

Seit 1998 fließt die Lokale Agenda 21 als Leitgedanke in die Stadtgestaltung ein. Ein Gremium aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern entwickelte ein Leitbild der Bürgerkommune mit dem Ziel der Nachhaltigkeit als „Dach“ für Wirtschaft, Umwelt, Soziales, Kultur, Eine Welt, usw. Das Gremium erhielt wie ein Ausschuss beratende Funktion und Rederecht im Stadtparlament und erarbeitete Vorschläge unter anderem zur Renaturierung und Integration. Seit 2002 läuft die „Qualitätsphase“ der Lokalen Agenda 21, das heißt die reale Umsetzung der Vorschläge bis 2017. Das Gremium selbst löste sich 2003 nach Abschluss der „Wachstumsphase“ auf.

Religion[Bearbeiten]

Kapelle Schönstatt-Zentrum

In vier evangelischen und sechs katholischen Kirchen und Gemeindezentren finden regelmäßig Gottesdienste statt. Die der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien angehörende Gemeinschaft der Aramäer feiert ihre Gottesdienste in der katholischen Kirche in Dudenhofen. Die islamischen Religionsgemeinschaften versammeln sich in einer kleinen Moschee in Nieder-Roden und in der 2008 in Jügesheim erbauten Anwar-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat. 25,5 Prozent der Rodgauer Bevölkerung sind evangelisch, 39,0 Prozent katholisch. 35,5 Prozent gehören einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

Am östlichen Ortsrand von Rodgau-Weiskirchen befindet sich seit 1982 das Tagungs- und Fortbildungszentrum der katholischen Internationalen Apostolischen Schönstatt-Bewegung im Bistum Mainz.

Die erste Synagoge in Weiskirchen wurde 1793 im Hause des Schutzjuden Gedalie eingerichtet. Ein Neubau erfolgte in den Jahren 1881 und 1882. Im November 1938 wurde das Gebäude nach einem Verkauf durch die Kultusgemeinde bereits als Wohnhaus genutzt und nicht zerstört. Die nach Offenbach am Main verlagerten Kultgegenstände fielen jedoch der Zerstörung dort zum Opfer. Nach einer Renovierung durch die Stadt Rodgau, die Eigentümerin ist, wird die Synagoge seit 2010 vom Heimat- und Geschichtsverein Weiskirchen genutzt.

Schulen in Rodgau[Bearbeiten]

Neben 25 Kindergärten gibt es in Rodgau – bedingt auch durch die lange Zeit selbstständigen Gemeinden – heute eine breite Palette von Schulformen: so die gymnasiale Oberstufe der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Dudenhofen mit den Jahrgangsstufen 11 bis 13, als kooperative Gesamtschulen die Georg-Büchner-Schule in Jügesheim und die Geschwister-Scholl-Schule in Hainhausen. Eine integrierte Gesamtschule (Heinrich-Böll-Schule) findet man in Nieder-Roden, Grundschulen mit der Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Dudenhofen, der Carl-Orff-Schule in Jügesheim, der Gartenstadt-Schule in Nieder-Roden, der Grundschule am Bürgerhaus in Nieder-Roden, der Münchhausen-Schule in Hainhausen und der Wilhelm-Busch-Schule in Jügesheim gibt es gleich sechs. Die Georg-Büchner-Schule, die Heinrich-Böll-Schule, die Geschwister-Scholl-Schule und einige weitere nicht in Rodgau ansässige Schulen bilden einen Schulverbund, in dessen Rahmen ein Erfahrungsaustausch und die Planung gemeinsamer Projekte und Klassenarbeiten stattfinden. Dazu findet man noch die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule für Praktisch Bildbare als Sonderschule in Weiskirchen. Die Stadt unterhält auch eine eigene Volkshochschule und fördert die Freie Musikschule Rodgau.

Sport- und Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Rodgauer Strandbad, das berühmte „St. Tropez am Baggersee“

Im Stadtgebiet von Rodgau befinden sich außer dem Strandbad am 26,3 Hektar großen Badesee Rodgau mit jährlich bis zu 370.000 Badegästen mehrere Waldfreizeitanlagen, Grillplätze und eine Minigolfanlage. Den Sporttreibenden stehen drei Sportzentren, fünf Sportplätze, fünf Mehrfeld-Sporthallen, vier Turnhallen, zwei Trimm-dich-Pfade und mehrere Pferdesportanlagen zur Verfügung. Sieben Tennisanlagen und eine Tennishalle gehören ebenso zum Angebot wie eine Beachvolleyball-Anlage mit drei Plätzen am Strandbad und eine große Skateranlage. Der Sportbetrieb wird von 55 Rodgauer Sportvereinen betreut.

Zu den in Rodgau jährlich wiederkehrenden sportlichen Höhepunkten zählen der 50-km-Ultramarathon des RLT Rodgau im Januar, ein Triathlon im August, der 24-Stunden-Lauf im September. Zum jährlichen Drachenfest Ende September reisen Teilnehmer und Besucher aus mehreren Bundesländern an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

49 Rodgauer Vereine pflegen das Kulturleben der Stadt mit zahlreichen Chor- und Orchesterkonzerten, Lesungen, Theateraufführungen, Tanzturnieren, Kunstausstellungen und Workshops. Das Kulturamt der Stadt bietet jährlich eine Theatersaison (drei Abo-Reihen) mit bekannten Künstlern sowie die regional beachtete Kunstausstellung im Bürgerhaus Nieder-Roden. Zwei weitere Bürgerhäuser befinden sich in den Stadtteilen Weiskirchen und Dudenhofen.

In den Stadtteilen Weiskirchen, Jügesheim und Nieder-Roden betreuen Heimatvereine Museen, deren Sammlungen sich mit der Geschichte des jeweiligen Ortes befassen. In Nieder-Rodens Friedensstraße befindet sich das einzige DDR-Museum der Region in privater Trägerschaft.

Vier Kinos und sieben öffentliche Büchereien runden das kulturelle Angebot ab.

Rodgau Monotones nach der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Rodgau

Seit 1979 wird alljährlich der mit 2200 Euro dotierte Kulturpreis der Stadt Rodgau für herausragende Leistungen Rodgauer Künstler oder Projekte vergeben, seit 1992 im Wechsel mit dem Kulturförderpreis speziell für junge Künstler.

Bundesweit bekannt wurde Rodgau durch die Hits der Band Rodgau Monotones, zum Beispiel „St. Tropez am Baggersee“ (den es in Nieder-Roden gibt) oder „Erbarme, die Hesse komme“. Die Rodgau Monotones erhielten 1983 den Kulturpreis der Stadt Rodgau und 2009 die Bürgermedaille in Gold, die höchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat.

In Rodgau agieren auf Vereinsebene fünf Laientheatergruppen, deren Aufführungen zum festen Bestandteil des Rodgauer Kulturlebens gehören. Überregionale Beachtung mehrerer Tausend Zuschauer finden die Theaterprojekte der Nieder-Röder Gruppe Das Große Welttheater, für die sie 1996 den Kultur- und 2000 den Kulturförderpreis erhielt.

Kulturpreis und Kulturförderpreis der Stadt Rodgau[Bearbeiten]

  • 1979 (KP) Arendje Muurling, Hannelore Reinert-Jansen, Helma Schulz, Egon Kottek, Karl Müller
  • 1980 (KP) Dieter Jonas
  • 1982 (KP) Willi Grimm, Stephan Hohlweg
  • 1983 (KP) Rodgau Monotones, Rudolf Petzinger
  • 1984 (KP) Philipp Rupp, Jugendorchester Musikverein Nieder-Roden, Jugendorchester Musikverein Weiskirchen
  • 1985 (KP) Gisela Rathert, Thomas Sonnen
  • 1986 (KP) Helmut Trageser, Adam Geißler
  • 1987 (KP) Robert Keller, Kurt Reichenbach, Eckhard Rehringhaus
  • 1988 (KP) Rudolf Schüler, Laienspielgruppe Kolpingfamilie Jügesheim
  • 1989 (KP) Günther Hindel, Blechbläserensemble Musikverein Dudenhofen
  • 1991 (KP) Anni Wolf, Gesangverein Männerchor Dudenhofen
  • 1992 (KP) Tobias Rausch
  • 1993 (KP) Klaus Möller, Jugendchor Kath. Kirchenchor Weiskirchen, Gruppe FOCUS
  • 1994 (KP) Timor Chadik, Volker Roth
  • 1995 (KP) Klemens Althapp, Chor „Mixed Voices“
  • 1996 (KFP) Erik Schmekel
  • 1997 (KP) Gruppe Jericho, Theresia Uglik
  • 1998 (KFP) Andreas Spahn
  • 1999 (KP) Chor „Da Capo“
  • 2000 (KP) Theatergruppe „Großes Welttheater“
  • 2001 (KP) Kabarettgruppe "en haufe leut"
  • 2002 (KFP) Björn Bürger
  • 2003 (KP) Tanja Garlt, Jürgen K. und Angela Groh
  • 2005 (KP) Laienspielgruppe Nieder-Roden, Karl-Heinz Kalbhenn
  • 2006 (KFP) Big-Band der Georg-Büchner-Schule, TGS Jügesheim Jugendfastnacht
  • 2007 (KP) Gerd Steinle
  • 2008 (KFP) Franziska Langer, Carmen Lang
  • 2009 (KP) Jens Joneleit
  • 2010 (KFP) [17]
  • 2011 (KP) Sängervereinigung Sängerkranz Polyhymnia[18]
  • 2012 (KFP) Maria Ließ[19]

Fasching (Fastnacht)[Bearbeiten]

Rathaussturm am Fastnachtssamstag

Fasching (Fastnacht, Fassenacht) wird in Rodgau kräftig gefeiert mit über 50 Gala-, Prunk- und Fremdensitzungen, Maskenbällen und Kreppelkaffees. Letztere bestehen aus einer gemütlichen Kaffeerunde mit Verzehr des faschingtypischen Kreppels (Krapfen) und anschließendem vielstündigen Sitzungsprogramm. Die Nieder-Röder Kreppelkaffees werden ausschließlich von Frauen für Frauen veranstaltet und verzeichnen jedes Jahr weit über 2000 Besucherinnen.

Als Hochburg der Rodgauer Fastnacht gilt der Stadtteil Jügesheim (Dialekt: Giesem). Hier findet vor dem Rathaus am 11. November die Eröffnung der Kampagne und am Fastnachtssamstag der Rathaussturm statt, die symbolische Übergabe der Stadtgewalt an die Narren. Am Fastnachtsdienstag windet sich der Giesemer Fastnachtszug durch die Straßen Jügesheims. (Schlachtruf: Giesem-Helau!).

Die Repräsentanten der Giesemer Fassenacht, Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar, kommen in neuerer Zeit nicht mehr ausschließlich aus Jügesheim. Auch andere Stadtteile können Bewerber stellen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Rodgau

Einen historischen Stadtkern kann Rodgau aufgrund seiner Entstehungsgeschichte nicht vorweisen. Fehlendes Bewusstsein für den Wert alter Bausubstanz führte besonders in den Nachkriegsjahren zur Zerstörung ganzer Fachwerk-Ensembles in den Altorten. Erst Anfang der 1970er Jahre wurden noch bestehende historische Gebäude systematisch erfasst und nach Kriterien des Denkmalschutzes eingestuft.

2010 entstanden aus der Zusammenarbeit aller sieben Rodgauer Heimat- und Geschichtsvereine, der Ortspolitik und der Stadtverwaltung die Rodgauer Geschichtspfade. 42 einheitlich gestaltete Hinweistafeln an Gebäuden oder Flächen markieren im gesamten Stadtgebiet historisch bedeutende Objekte.

Die fünf früheren Dorfkirchen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert markieren auch heute noch die alten Ortskerne. Sie wurden in den 1990er Jahren mit Unterstützung der Kirchengemeinden, der Kommune und vieler freiwilliger Helfer saniert und auch wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Der um 1300 errichtete gotische Turm der Matthias-Kirche in Nieder-Roden ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt Rodgau. In den Kirchen selbst befinden sich kunsthistorisch bedeutende Objekte verschiedener Epochen. Hervorzuheben ist hier der aus der Zeit um 1520 stammende spätgotische Marienaltar in Nieder-Rodens katholischer St.-Matthias-Kirche, der der Riemenschneider-Werkstatt zugeschrieben wird.

Einzelne, auf das ganze Stadtgebiet verteilte Fachwerkhäuser aus dem 16. bis 19. Jahrhundert wurden restauriert und schmücken heute die Altortkerne. Einige Gebäude wie das Backes (Backhaus) in Dudenhofen wurden nach alten Plänen neu errichtet.

Der 1938 eröffnete und bis 1979 betriebene Wasserturm in Jügesheim gilt durch seine architektonische Einmaligkeit und verwegene statische Konstruktion als Industriedenkmal. Er zeigt deutliche Anklänge an die expressionistische Formensprache der 1920er Jahre.

Drei der vier im Jahr 1896 eröffneten Bahnhofsgebäude der ehemaligen Rodgaubahn gelten als erhaltenswert. Zwei davon warten noch auf Sanierung und neue Nutzung. Ein weiteres historisches Gebäude ist ein altes Spritzenhaus, in dem das Heimatmuseum Weiskirchen untergebracht ist.

Zu den Rodgauer Sehenswürdigkeiten zählen auch elf künstlerisch gestaltete Brunnen sowie zahlreiche Skulpturen und Fassadenmalereien.

Viele engagierte Bürger tragen mit Spenden, Straßenfesten und auch handwerklicher Unterstützung zur weiteren Verbesserung des Stadtbildes und zum Auf- und Ausbau einer Bürgerkultur bei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Willy Purm (1918–1991), Stadtverordnetenvorsteher von 1972 bis 1989
  • Paul Scherer (* 1935), Bürgermeister von 1980 bis 1998

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Rodgau gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

  • Hermann Bonifer: Giesemer Platt – ein kernig-derber Dialekt im Kreis Offenbach. Jügesheim 1993.
  • Ilse Eberhardt u. a.: Jedes Örtchen hat sein Wörtchen – Nieder-Röder Wörterbuch. Nieder-Roden um 1989.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Hermann Bonifer: Alte Flurnamen erzählen aus Jügesheims Geschichte. Rodgau 1995.
  • Hermann Bonifer: Jügesheim und St. Nikolaus – Dorf und Pfarrei in der Geschichte. Rodgau 2004.
  • Heidi Fogel: Das Lager Rollwald. Rodgau 2004, ISBN 3-00-013586-3
  • Geschichts- und Kulturverein Hainhausen: 900 Jahre Hainhausen. Hainhausen 2008
  • Michael Hofmann: Die Eisenbahn in Offenbach und im Rodgau. DGEG Medien, Hövelhof 2004, ISBN 3-937189-08-4
  • Michael Jäger: Rodgau 1945. Frankfurt 1994, ISBN 3-9803619-0-X
  • Kämmerer, Albert: Ortschronik Dudenhofen 1278-2011, Dudenhofen 2011
  • Alfred Kurt: Am Main, im Rodgau und in der Dreieich. Offenbach a.M. 1998, ISBN 3-87079-009-1
  • Josef Lach: Fünf Dörfer – eine Stadt. Lokay e.K. Reinheim, Rodgau 2011
  • Karl Pohl: Hier!? lag das karolingische Kloster Rotaha. Nieder-Roden 2008, ISBN 978-3-638-94679-7
  • Karl Pohl: Das Ende des karolingischen Klosters Rotaha. Nieder-Roden 2008, ISBN 978-3-640-21187-6
  • Karl Pohl: Die Flurnamen in der Gemarkung Nieder-Roden. Hrsg.: Arbeitskreis für Heimatkunde Nieder-Roden e.V., 2009
  • Karl Pohl: Nieder-Roden im Jahr 1622 (30-jähriger Krieg). Nieder-Roden 2009, ISBN 978-3-640-47656-5
  • Karl Pohl: Vom Vogtshof zum Landgericht Nieder-Roden -Der „Niwenhof“ beim ehemaligen karolingischen Kloster Rotaha ,Nieder-Roden 2010, ISBN 978-3-640-68562-2
  • Karl Pohl: Die Äbtissinnen Aba und Hiltisnot und ihr karolingisches Rotaha , Nieder-Roden 2011, ISBN 978-3-640-83469-3
  • Karl Pohl: Pfründentausch und Gottesdienerschaft im mittelalterlichen Rodgau Nieder-Roden 2012, ISBN 978-3-656-09586-6
  • Karl Pohl: Das karolingische Kloster Rotaha im Lichte der Flurnamen Nieder-Rodens , 2012, ISBN 978-3-656-28157-3
  • Gisela Rathert u. a.: Nieder-Roden – 786–1986. Nieder-Roden 1986.
  • Manfred Resch u. a.: Unsere Kirche unsere Heimat – 450 Jahre evangelischer Glauben in Dudenhofen. Gudensberg-Gleichen.
  • Helmut Simon: Chronik der Pfarrgemeinde St. Matthias Nieder-Roden. Nieder Roden 1996.
  • Helmut Simon: Nieder-Röder Gedenkbuch, Gefallene und Vermißte 1554-1946. Arbeitskreis für Heimatkunde (Hrsg.), Nieder-Roden 2005
  • Johann Wilhelm Christian Steiner: Geschichte und Alterthümer des Rodgaus im alten Maingau. Heyer, Darmstadt 1833.
  • Werner Stolzenburg: Rollwald – vom Wald zur Siedlung. Frankfurt 1992.
  • Werner Stolzenburg u. a.: 100 Jahre Rodgau-Bahn 1896–1996. Rodgau 1996.
  • Helmut Trageser: Christen, wollt ihr Rochus ehren, 300 Jahre Rochusgelübde Weiskirchen. Weiskirchen 2002.
  • Margarete Zilch und Arnold Haag: Mühlen an der mittleren Rodau. Weiskirchen 2008

Geschichten[Bearbeiten]

  • Hans F. Busch: Kleine Geschichten aus dem Rodgau. Nidderau 1992. ISBN 3-924490-44-9
  • Adam Geißler: Dudenhofen zwischen Gestern und Morgen. Frankfurt 1971.
  • Ljubica Perkman u. a.: Rodgau – Stadt im Herzen. 2002.
  • Philipp Rupp: Geschichten aus Alt-Nieder-Roden. Nieder-Roden 1985
  • Helmut Simon: Die kranke Kuh und andere Geschichten aus den früheren Zeiten Nieder-Rodens, Nieder-Roden 2009
  • Helmut Trageser u. a.: Geschichte und Geschichten, 700 Jahre Weiskirchen. Weiskirchen 1986

Bildbände[Bearbeiten]

  • Bezirkssparkasse Seligenstadt (Hrsg.): Am Main und im Rodgau. Steinheim, Main 1965.
  • Bärbel Armknecht: Rodgau – Impressionen einer Stadt entlang der Rodau. Rodgau 1998
  • Max Herchenröder: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Dieburg. Darmstadt 1940 (betr. nur Nieder-Roden).
  • Manfred Resch: Dudenhofen – wie es einmal war, Gudensberg-Gleichen 1992
  • Dagmar Söder: Kulturdenkmäler in Hessen, Kreis Offenbach. Braunschweig/Wiesbaden 1987.
  • Helmut Trageser: Weiskirchen in alten Ansichten, Weiskirchen 1984

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Deutscher Wetterdienst Offenbach
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Offenbach vom 26. Juni 1974, GVBl. I S. 316; § 6 Stadt Rodgau
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 375.
  5. Urkunde Nr. 1965 (Reg. 2311).
  6. www.rodgau.de Bevölkerungsstatistik
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. Abgerufen am 22. April 2011.
  8. http://www.spd-rodgau.de/index.php?nr=14896&menu=1&__rodgau=0966e6d7c5f3e52aff0f0802fb1039d5
  9. http://www.op-online.de/lokales/nachrichten/rodgau/ortsbeiraete-nicht-mehr-retten-1292226.html
  10. Offenbach-Post am 21. Januar 2012
  11. Regierungspräsidium Darmstadt
  12. Jahrbuch der Stadt Rodgau, Ausgabe 2009/2010, Seiten 5-9
  13. a b Stadt Rodgau Wirtschaftsförderung
  14. Rodgau im Zeichen der Innovation, Heft 1, 2006
  15. Mein Rodgau: Kurzcharakteristik. Abgerufen am 19. April 2011.
  16. Empfangsprognose der Task Force DVB-T von ARD und ZDF
  17. Kulturförderpreis 2010. Meldung in Bürgerblatt-News für Rodgau vom 7. Dezember 2010.
  18. Kulturpreis für Polyhymnia-Chöre Meldung in Offenbach-Post vom 25. November 2011.
  19. Konzentrierte Koennerin Offenbach-Post vom 22. Februar 2013.
  20. Magazin der HHU Düsseldorf Ausgabe 3-2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rodgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Rodgau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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Dieser Artikel wurde am 23. September 2005 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.