Rodolfo Acquaviva

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Selige Rodolfo Acquaviva (vorn) und seine Gefährten
Pater Rodolfo Acquaviva (rechts in gelbem Gewand) diskutiert mit Großmogul Akbar und seinem Hof. Historisierndes Wandgemälde im Geburtsort Atri, 1847
Das Martyrium von Rodolfo Acquaviva und Gefährten; naives Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, in der Kirche von Colva bei Goa

Rodolfo Acquaviva (* 2. Oktober 1550 Atri, Italien; † 25. Juli 1583 bei Cuncolim, Goa) ist ein Seliger der katholischen Kirche. Er war ein italienischer Jesuit und Missionar, der in Indien als Märtyrer starb.

Als Sohn des Herzogs von Atri übernahm er 1567 beim Eintritt seines Onkels Claudio Acquaviva in die Gesellschaft Jesu dessen Funktion am Hof von Papst Pius V., wollte jedoch dem Onkel folgen und erhielt nach zwei Monaten inständigen Bittens das Einverständnis seines Vaters. Am 2. April 1568 begann er sein Noviziat, studierte zuerst Literatur in Macerata, dann Philosophie und Theologie in Rom. Zum Missionsdienst in Indien bestimmt, erhielt er 1578 in Lissabon die Priesterweihe und erreichte noch im selben Jahr Goa, wo er zunächst am Kolleg Sankt Paul unterrichtete und dann im Februar 1580 zusammen mit einem anderen Jesuiten nach Fatehpur Sikri an den Hof des Großmoguls Akbar aufbrach, der sich für das Christentum interessierte.

Da sich der Herrscher aber nicht bekehren wollte, kehrten die Jesuiten 1583 nach Goa zurück, wo Acquaviva zum Leiter der Missionen auf der Halbinsel Salsette gemacht wurde. Im Juli segelte er zusammen mit Pietro Berno und drei weiteren Jesuiten dorthin und begann sofort eine Visitation der Missionen, die ihn bis nach Cuncolim führte. Als sie dort am 25. Juli ankamen, wurden sie von einem Stammesführer davor gewarnt, die Ortschaft zu betreten, da sie wegen innerer Streitigkeiten in einem Aufruhr war. Während die Jesuiten außerhalb von Cunculim darauf warteten, dass sich die Lage beruhigte, wurden sie von hinduistischen Kriegern angegriffen und ermordet.

Am 2. April 1893 wurden Acquaviva und Pietro Berno sowie vier weitere mit ihnen zusammen getötete Jesuiten von Papst Leo XIII. seliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 4. Februar.

Claudio Aquaviva (1543–1625), der 5. Jesuitengeneral, war der Onkel des Märtyrers (Bruder seines Vaters). Onkel mütterlicherseits (Bruder der Mutter) war Kardinal Rodolfo Pio da Carpi (1500–1564). Der selige Rodolfo Acquaviva war auch verwandt mit St. Aloisius von Gonzaga; beide stammten von der gleichen Ur-Urgroßmutter ab.

Siehe auch: Haus Acquaviva

Literatur[Bearbeiten]

  • Nikolaus Angelini: „Der selige Rudolf Acquaviva und seine Gefährten“, Priedrich Pustet Verlag, Regensburg 1894

Weblinks[Bearbeiten]