Rodolfo Fogwill

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rodolfo Fogwill

Rodolfo Enrique Fogwill (* 15. Juli 1941 in Buenos Aires; † 21. August 2010 ebenda) war ein argentinischer Soziologe und Schriftsteller.

Familie[Bearbeiten]

Fogwill stammte aus einer Familie von Einwanderern und war entfernt mit dem englischen Schriftsteller Charles Langbridge Morgan (1894–1958) verwandt.

Er war der Vater des Werbe- und Musikvideoproduzenten und -regisseurs Andy Fogwill und der Schauspielerin Vera Fogwill.

Leben[Bearbeiten]

Sein Studium an der Universidad de Buenos Aires (u. a. Soziologie) konnte er erfolgreich mit einer Promotion abschließen. Im Anschluss daran betraute man ihn dort mit einem Lehrauftrag; von 1966 bis 1973 übernahm er dort eine Professur für Soziologie. Zwischenzeitlich arbeitete Fogwill auch als Werbestratege, Marktanalyst, Redakteur, Berater und Börsenspekulant.[1]

Neben seinen soziologischen, rein wissenschaftlichen Themen, schuf Fogwill mit den Jahren ein beeindruckendes Œuvre. Mit seinem Roman „Los pichiciegos“ setzte er sich als einer der ersten Schriftsteller seines Landes mit dem Falklandkrieg auseinander. Seine literarischen Werke veröffentlichte Fogwill häufig nur mit Fogwill.

Im September 2010 wird als erster Titel von Fogwill auf Deutsch im Rowohlt Verlag Die unterirdische Schlacht erscheinen.[2] Nach Angabe des Rowohlt Verlages ist das Werk über den Falklandkrieg „eines der bedeutendsten Sprachkunstwerke spanischer Sprache der letzten Jahrzehnte“.[3] Es erschien zum ersten Mal in Buenos Aires im Jahre 1983 unter dem Titel Los pichiciegos.

Rodolfo Fogwill verstarb am 21. August 2010 im Alter von 69 Jahren an Lungenversagen infolge seines Zigarettenkonsums.[4]

Ehrungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Erzählungen
  • Ejércitos imaginarios. 1983.
  • Mis muertos punk. 1980.
  • Muchacha punk. 1992.
  • Música japonesa. 1982.
  • Pájaros de la cabeza. 1985.
Lyrik
  • El efecto do realidad. 1979.
  • Las horas de citas. 1980.
  • Partes del todo. 1990.
  • Cantos de marineros en las Pampas.
Romane
  • La buena nueva. 1990.
  • Una pálida historia de amor. 1991.
  • Los pichiciegos 1983, 2. Auflage, Sudamericana, Buenos Aires 1994 ISBN 978-98-71180288
  • Restos diurnos. 1993.
  • Vivir Afuera. 1998.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zum Tod des argentinischen Schriftstellers Fogwill: Der Mann ohne Vornamen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. August 2010
  2. Mitteilung der DNB
  3. „Argentinischer Autor Fogwill gestorben“, Focus vom 23. August 2010
  4. Muere el escritor argentino Rodolfo Fogwill, El País vom 22. August 2010

Weblinks[Bearbeiten]