Rodrigo Rato

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Rodrigo Rato

Rodrigo de Rato y Figaredo (* 18. März 1949 in Madrid) ist ehemaliger spanischer Wirtschaftsminister und war von Mai 2004 bis Oktober 2007 der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Leben[Bearbeiten]

Rato studierte in den USA Wirtschaftswissenschaften und wurde in diesem Fach an der Universität Complutense Madrid promoviert. Seit Anfang der 80er Jahre bekleidete er Führungsämter in der konservativen Partido Popular (PP) und wurde 1996 ihr stellvertretender Generalsekretär. Nach dem Wahlsieg der PP unter José María Aznar im März 1996 wurde Rato zweiter Vizeministerpräsident sowie Minister für Wirtschaft und Finanzen und behielt dieses Amt bis zur Wahlniederlage der Regierung Aznar in der spanischen Parlamentswahl am 14. März 2004.

Am 4. Mai 2004 gab das 24köpfige Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds bekannt, dass es sich für Rato als Nachfolger von Horst Köhler im Amt des Geschäftsführenden Direktors entschieden habe. Am 28. Juni 2007 gab Rato bekannt, sein Amt aus persönlichen Gründen im Oktober 2007 niederzulegen. Als Nachfolger wurde der ehemalige französische Finanzminister Dominique Strauss-Kahn gewählt.

2009 wurde er Mitglied des Vorstands der Caja Madrid. Am 3. Dezember 2010 wurde er Vorstandsvorsitzender der Bankia, die an diesem Tag durch eine Fusion spanischer Sparkassen entstand. Am 7. Mai 2012 ist Rato von seinem Posten zurückgetreten.[1] Während seiner Zeit bei der Caja Madrid und der Bankia verantwortete er ein System „schwarzer Kreditkarten“, die an ihn selbst und an 20 Führungskräfte und 63 Verwaltungsratsmitglieder ausgegeben waren, mit denen die Begünstigten ihren privaten Konsum auf Kosten der Bank und unversteuert bestreiten konnten, Rato selbst hatte auf diese Weise 54.000 € verbucht. Den Betrag habe er, nachdem die spanische Antikorruptionsstaatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt, zurückgezahlt.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rodrigo Rato – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rato dimite como presidente de Bankia auf: economia.elpais.com, 7. Mai 2012.
  2. Leo Wieland: Schlaraffenland in Spaniens größter Pleitebank, FAZ, 4. Oktober 2014, S. 19
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)