Roger Miret

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Roger Miret (* 30. Juni 1964 in Havanna, Kuba[1]) ist ein US-amerikanischer Sänger, Gitarrist und Bassist kubanischer Herkunft. Er wurde vor allem als Sänger von Agnostic Front bekannt, ist jedoch auch an Lady Luck beteiligt und veröffentlichte mit Roger Miret and the Disasters bisher vier Alben.

Werdegang[Bearbeiten]

Roger Miret 2013

Roger Miret sang in den früheren 1980ern in verschiedenen Punk-, Oi!- und Hardcore-Punk-Bands, unter anderem bei Barbed Wire Babies, Distorted Youth und den Psychos. 1983 stieg er bei Agnostic Front ein und veröffentlichte bis zur Auflösung 1993 mehrere Alben.

Von 1991 bis 1992 verbrachte er insgesamt 18 Monate wegen Drogenbesitz im Gefängnis. Dort schrieb er einen Großteil des Agnostic Front-Albums One Voice (1992). Auf einer anschließenden Europa-Tournee konnte er in der Schweiz kein gültiges Visum vorweisen, weswegen er des Landes verwiesen wurde und vom Frankfurter Flughafen aus nach Amerika zurückfliegen musste. Erst ein paar Jahre später nahm er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.

1988 unterstützte er seinen jüngeren Halbbruder Freddy „Madball“ Cricien bei der Gründung von Madball. Es handelt sich zunächst um ein Spaßprojekt, bei dem Cricien die Lieder seines Bruders sang. Miret selbst übernahm den Bass, Vinnie Stigma die Gitarre und Will Shepler das Schlagzeug. 1993, zeitgleich mit dem Agnostic-Front-Split, verlässt er Madball.

1993 zieht er sich zunächst ins Privatleben zurück, macht aber mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Denise Teperino (später: Miret) unter dem Namen Lady Luck weiterhin Musik. In diesem Projekt spielt er Bass. 1995 veröffentlicht er außerdem unter dem Projektnamen UXB zwei Lieder auf der Kompilation New York’s Hardest.

Bei einer Show von Madball stieg er auf die Bühne, um Crucified, eine Coverversion von Iron Cross und ein beliebtes Agnostic-Front-Live-Stück, zu singen. Dabei wird er beim Pogen umgeworfen und bricht sich den Rücken. Nur langsam erholt er sich von den schweren Verletzungen.[2]

1997 erschien ein Split-Album von Lady Luck mit der New Yorker Band Fully. 2000 erschien das Debütalbum mit dem Titel Life in Between.

Bei einer Madball-Show 1998 beschlossen Vinnie Stigma und Miret wieder gemeinsame Sache zu machen und reformierten Agnostic Front. Die Gruppe veröffentlichte seitdem fünf weitere Studioalben. 2002 beschließt Miret mit der Gruppe Roger Miret and the Disasters ein weiteres Standbein zu gründen. Neben dem Gesang übernahm er dort auch die Gitarre. Die Musik seines Soloprojektes ist eher dem Streetpunk und dem Oi! entlehnt, als seine eher Hardcore-lastige Hauptgruppe. Bisher erschienen drei Alben der Gruppe, alle über Hellcat Records.

Um 2006 gründete Miret die Old-School-Hardcore-Band The Alligators zusammen mit Freunden von der L.A.-Punkband Insted, wo er den Platz am Mikro übernahm. Im gleichen Jahr erschien die Single „You ruined everything“ auf Indecision Records. Ein Jahr später folgte die selbst betitelte Single „The Alligators“, ebenfalls bei Indecision.

Miret übernahm außerdem Gastbeiträge auf diversen Alben des Punk-Genres und produzierte diverse Bands. Er ist außerdem als Modedesigner tätig und gibt seine eigene Kleiderlinie Dirty Devil heraus.[3] Im Privatleben ist Miret Kfz-Mechatroniker für Motorräder, einen Beruf, den er im Gefängnis erlernte. Er steht außerdem dem Automobilclub Rumblers vor. Miret hat mit seiner Frau Denise zwei Töchter.

Diskografie[Bearbeiten]

Mit Agnostic Front[Bearbeiten]

Mit Madball[Bearbeiten]

  • Ball Of Destruction (Demo, 1989)
  • Droppin’ Many Suckers (EP, 1992)

Mit Lady Luck[Bearbeiten]

Mit Roger Miret and the Disasters[Bearbeiten]

Mit The Alligators[Bearbeiten]

  • The Alligators - You ruined everything 7" (Indecision Records 2006)
  • The Alligators - s/t 7" (Indecision Records 2007)
  • The Alligators s/t CD (2008)

Als Produzent[Bearbeiten]

  • Agnostic Front: Something’s Gotta Give (1998)
  • Under the Gun: Nowhere to Run (1999)
  • Shutdown: Few and Far Between (2000)
  • Kompilation: Worldwide Tribute to the Real Oi! (2000)
  • Indecision: Release the Cure (2001)
  • The Turbo A.C.'s: Fuel for Life (2001)
  • Reinforce: Happy teenagers Do Not Paint Their Rooms Black (2001)
  • Clearview 77: Absent Company (2002)
  • On the Rise: Burning Inside (2003)
  • The Turbo A.C.'s: Winner take All (2003)
  • Agnostic Front / Discipline: Working Class Heroes (2003)
  • 25 Ta Life: Haterz Be Damned (2004)
  • Kompilation: Still Going Strong (2006)
  • Agnostic Front: Warriors (2008)

Gastbeiträge (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ludichrist: Immaculate Deception (1986)
  • Rancid: Life Won’t Wait (1998)
  • Skarhead: Kings at Crime (1998)
  • 25 Ta Life: Friendship, Loyalty, Commitment (1999)
  • H2O: F.T.T.W. (1999)
  • Breakdown: Battle Hymns for an Angry Planet (2000)
  • Dodgin’ Bullets: World Wide War (2000)
  • Biohazard: Uncivillization (2001)
  • Dodgin’ Bullets: Earn Your Respect (2002)
  • ZSK: Riot Radio (2002)
  • Toxpack: Aggressive Kunst (2005)
  • Icepick: Violent Epiphany (2006)
  • Maroon: When Worlds Collide (2006)
  • H2O: Nothing to Prove (2008)
  • Do or Die: Pray for them (2008)
  • Madball: Shatterproof (2010)
  • Dynasty: Beyond Measure (2013)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steckbrief auf Rockworld.tv
  2. Frank Pavich: N.Y.H.C. (New York Hardcore). Filmdokumentation USA 1999. Deutsche Version 2008 über Sunny Bastards.
  3. Online-Shop mit Infos Aufgerufen 10. August 2012

Weblinks[Bearbeiten]