Rohr bei Hartberg

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Rohr bei Hartberg
Wappen von Rohr bei Hartberg
Rohr bei Hartberg (Österreich)
Rohr bei Hartberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Kfz-Kennzeichen: HF (ab 1.7.2013; alt HB)
Hauptort: Unterrohr
Fläche: 16,83 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 16° 3′ O47.237516.0525356Koordinaten: 47° 14′ 15″ N, 16° 3′ 9″ O
Höhe: 356 m ü. A.
Einwohner: 1.103 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 8294, 8274
Vorwahl: 03332
Gemeindekennziffer: 6 22 39
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterrohr 24
8294 Unterrohr bei Hartberg
Website: www.rohr-bei-hartberg.at
Politik
Bürgermeister: Jürgen Peindl (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(15 Mitglieder)
9 ÖVP, 6 SPÖ
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Rohr bei Hartberg mit 1103 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) ist eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fürstenfeld und im politischen Bezirk Hartberg-Fürstenfeld in der Steiermark in Österreich. Ab 1. Jänner 2015 ist sie Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform mit der Gemeinde Wörth an der Lafnitz zusammengeschlossen, die neue Gemeinde wird den Namen „Rohr bei Hartberg“ weiterführen.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Rohr bei Hartberg liegt etwa sieben Kilometer südöstlich der Bezirkshauptstadt Hartberg am Rande des oststeirischen Hügellandes. Die Gemeinde wird vom Lungitzbach durchflossen, im Osten reicht das Gemeindegebiet bis zur Lafnitz und damit zur Grenze zum Burgenland. Der Lungitzbach mündet direkt südlich des Gemeindegebietes in die Lafnitz. Während lediglich der westliche Teil der Gemeinde besiedelt ist, ist der östliche Teil zwischen den beiden Flüssen überwiegend bewaldet (Ghartwald).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Rohr bei Hartberg setzt sich aus den gleichnamigen Katastralgemeinden und Ortschaften Oberrohr (209 Einwohner) und Unterrohr (861 Einwohner) zusammen (Stand: 15. Mai 2001).

Eingemeindungen[Bearbeiten]

1959 entstand durch die Zusammenlegung der seit 1848 bzw. 1850 selbständigen Gemeinden Unterrohr und Oberrohr die heutige Gemeinde.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sankt Johann in der Haide Sankt Johann in der Haide Wolfau
Buch-St. Magdalena Nachbargemeinden Wolfau
Buch-St. Magdalena Wörth an der Lafnitz Wörterberg

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.091
1880 1.125
1890 1.154
1900 1.144
1910 1.156
1923 1.098
1934 1.085
1939 1.038
1951 1.020
1961 1.017
1971 1.067
1981 1.086
1991 1.146
2001 1.070

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Gemeindegebiet gehörte seit 1166 den Herren von Neuberg, als Gottschalk von Neuberg eine Schenkung erhielt, die zudem die südlich gelegenen Nachbargemeinden Wörth und Neudau enthielt. Die Orte werden allerdings erst gegen Ende des 13. Jahrhunderts erstmals namentlich genannt. Die erste urkundliche Erwähnung von Unterrohr als Ror pey Wird in Hartperger pharr erfolgt erst im Jahr 1363 und stammt von einem mit Röhricht bewachsenen Seitenarm der unteren Lungitz. Es muss allerdings schon vor 1265 bestanden haben, da in diesem Jahr Oberrohr bereits als ror superior erwähnt wird, was auf die Existenz eines zweiten Dorfes dieses Namens hinweist.

Im Jahr 1482 fielen Unterrohr und Oberrohr an das Stift Pöllau, dem sie bis zur Aufhebung der Grundherrschaften im Jahr 1848 angehörten. Mitte des 16. Jahrhunderts bestand aus 25 Höfen, Oberrohr aus 34 Höfen.

In den Folgejahren hatte insbesondere Unterrohr unter den Kriegen im Grenzgebiet mit Ungarn zu leiden, da es darüber hinaus nicht befestigt war. Das Dorf wurde 1418 von den Ungarn und 1532 von den Türken verwüstet. In den Jahren 1621 und 1683 wurde das Dorf mehrmals von den Ungarn geplündert, ehe 1704 die Kuruzen das Dorf heimsuchten und anzündeten. Nach dem Wiederaufbau wurde Unterrohr im Jahr 1707 erneut von den Kuruzzen überfallen und komplett zerstört. Erst nach einem dritten Kuruzzeneinfall kam das Dorf zur Ruhe.

Aber nicht nur Unterrohr, sondern auch Oberrohr hatte unter den kriegerischen Auseinandersetzungen ähnlich stark zu leiden, ehe es beim dritten Kuruzzeneinfall eingeäschert wurde.

Bereits 1770 hatte sich die Dörfer erholt und Unterrohr zählte unter Maria Theresia wieder 620 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2010 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % M. Stimmen  % M. Stimmen  % M. Stimmen  % M.
ÖVP 539 65 10 453 61 9 419 60 9 417 57 9 398 54 9
SPÖ 280 34 5 285 39 6 221 32 5 232 31 5 198 27 4
FPÖ 89 12 1 83 11 1
Grün-Alternative Liste Rohr 58 8 1
Wahlbeteiligung 89 % 87 % 87 % 90 % 94 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Jürgen Peindl.

Wappen[Bearbeiten]

AUT Rohr bei Hartberg COA.jpg

Blasonierung: „In Rot golden über einem Mühlstein mit durchgezogenem Seil fünf beblätterte Rohrkolben, überhöht von einer Rosenkrone.“

Die steiermärkische Landesregierung hat der Gemeinde Rohr bei Hartberg am 13. Februar 1995 das Recht verliehen, ein eigenes Wappen zu führen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Rohr bei Hartberg liegt an der Landesstraße von Hartberg nach Neudau und ist bezüglich des Individualverkehrs gut angeschlossen. Die Süd Autobahn A 2 von Wien nach Graz verläuft nördlich des Gemeindegebietes und kann über die Anschlussstellen Hartberg (115) in etwa sechs Kilometern und Lafnitztal (111) in etwa acht Kilometern erreicht werden. Die Burgenland Straße B 50 von Hartberg nach Oberwart ist etwa sieben Kilometer entfernt, die Güssinger Straße B 57 von Oberwart nach Stegersbach etwa zehn Kilometer.

Rohr bei Hartberg hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof ist etwa vier Kilometer entfernt und befindet sich in Sankt Johann in der Haide. Er biete Zugang zur Thermenbahn mit zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Graz.

Der Flughafen Graz ist ca. 75 km entfernt.

Bildung[Bearbeiten]

In Unterrohr befindet sich eine Volksschule mit ca. 40 Schülern. Die weiterführenden Schulen sind in Hartberg.

Kirche Unterrohr

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rohr bei Hartberg

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche Heiliger Florian in Unterrohr wurde 1732 von Remigius Horner erbaut. Erste Erwähnungen von Kirchen in Unterrohr gibt es aber schon aus den Jahren 1617 und 1657. Die heutige Pfarrkirche ist also der Neubau einer älteren Kirche. Einige Einrichtungsgegenstände ihrer Vorgängerin ist in den Neubau übernommen worden. Das Hochaltarbild wurde von Josef Wonsiedler im Jahr 1852 geschaffen, das Seitenaltarbild des heiligen Josef und das Marienbild von Adam Semil bereits 1746. Die Glocke stammt ebenso wie der Opferstock aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahr 2004 wurde die Kirche renoviert.

Der Kirchturm der Pfarrkirche geht auf einen alten Grenzwachturm zurück, da noch Andeutungen von Verteidigungseinrichtungen vorhanden sind.

Der Pfarrhof wurde von 1781 bis 1786 errichtet und im Jahr 1987 generalsaniert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rohr bei Hartberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Webseite der Gemeinde

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 14. November 2013 über die Vereinigung der Gemeinden Rohr bei Hartberg und Wörth an der Lafnitz, beide politischer Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 2. Dezember 2013. Nr. 143, 34. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 672–673.