Rokitnosümpfe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der weitausladende Prypjat
Typische Sumpflandschaft in einem Gemälde von Schischkin (1890)

Die Rokitnosümpfe, benannt nach der Stadt Rokitno, auch Pripjatsümpfe, Pinskische Sümpfe oder Polesische Sümpfe genannt, sind eine Sumpflandschaft im Süden von Weißrussland und im Nordwesten der Ukraine.

Mit etwa 90.000 km² Fläche sind sie das größte Sumpfgebiet Europas um die Stadt Pinsk bzw. um den Prypjat (weißruss. Prypjaz) (zwischen Bug und Dnepr) und seinen Nebenflüssen Horyn, Pina, Ubort, Stochid und Turija sowie der Unterlauf des Styr im südlichen Polesien. Die wichtigsten Städte sind Pinsk, Masyr, Prypiat, Rokitno und Tschornobyl.

Das Versumpfen kommt vom mangelnden Gefälle der Wasserläufe und dem Umstand, dass die südlichen Zuflüsse viel früher auftauen als die nördlichen. Die ausgedehnten Sumpfflächen und die zahlreichen, in sumpfigen Tälern langsam dahinfließenden Zuflüsse erschweren die landwirtschaftliche Nutzung. Einzig die Holzwirtschaft hat sich durchgesetzt. Im Ersten Weltkrieg war das Gebiet im Sommer 1915 als Bestandteil der Ostfront umkämpft. Im Winter 1943/44 fanden im Zweiten Weltkrieg ebenfalls in diesem Gebiet Kämpfe statt. Die Region ist auch bekannt geworden durch die Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

51.81527777777824.952777777778Koordinaten: 51° 48′ 55″ N, 24° 57′ 10″ O