Roland (Verein)

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Der Roland, Verein zur Förderung der Stamm-, Wappen- und Siegelkunde war ein genealogischer Verein.

Der Roland wurde am 18. Januar 1902 in Dresden von Hermann Unbescheid (1847–1915) als erster, ausdrücklich bürgerlicher, genealogischer Verein der Welt gegründet. Er verstand sich als ein überregionaler Verein mit Ortsgruppen. In rascher Folge entstanden z. B. „ROLAND“-Ortsgruppen in Leipzig, Magdeburg, Hamburg, Potsdam, Nürnberg und 1904 auch in Berlin. Diese Ortsgruppe in Berlin unter Leitung von Bernhard Koerner machte sich 1913 als Deutscher Roland selbständig.[1] Eine Leipziger Ortsgruppe bestand nur zeitweilig und ging schließlich vollständig in den Aktivitäten der 1904 gegründeten Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte, Leipzig auf. Auch andere Ortsgruppen entwickelten sich zu Kernen neuer regionaler Vereine und wurden nach 1930 selbständig, so z. B. 1923 die Pommersche Vereinigung für Stamm-und Wappenkunde.

Der Verein hatte seinen Sitz in Dresden in der Großen Brüdergasse 10 und wurde 1945, wie auch alle anderen bürgerlichen Vereine, durch die Sowjetische Militäradministration in Deutschland aufgelöst. Die Bibliothek, die Sammlungen und das Archiv des Vereins blieben vollständig erhalten und gelangten später in die Deutsche Zentralstelle für Genealogie nach Leipzig.

Literatur[Bearbeiten]

Der genealogische Verein "Roland" (Dresden) 1933–1945. In: Volkmar Weiss: Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert. Neustadt an der Orla: Arnshaugk, 2013, S. 127-178, ISBN 978-3-944064-11-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexandra Gerstner: Deutscher Roland. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. Berlin: De Gruyter Saur 2012, S. 181-182

Weblinks[Bearbeiten]