Rolf Huisgen

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Rolf Huisgen (2004) vor dem Bild „Mandrill“ von Franz Marc in der Pinakothek der Moderne in München.

Rolf Huisgen (* 13. Juni 1920 in Gerolstein, Eifel) ist ein deutscher Chemiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach dem Abitur an der Staatlichen Reginoschule Prüm begann Huisgen mit dem Studium der Chemie an der Universität Bonn und wechselte dann zur Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Schüler des Nobelpreisträgers Heinrich Otto Wieland wurde er 1943 an der LMU München promoviert. 1947 wurde er habilitiert und wurde Privatdozent. 1949 wurde er als außerordentlicher Professor für Organische Chemie an die Eberhard Karls Universität Tübingen berufen. 1952 erhielt er einen Ruf zurück an die LMU als ordentlicher Professor und Vorstand des Instituts für Organische Chemie. Seit 1988 ist er Emeritus. Rolf Huisgen ist Autor von etwa 590 wissenschaftlichen Publikationen in internationalen Zeitschriften. Hauptgebiet seiner Forschungen war und ist die Physikalische Organische Chemie. Im Zentrum seines Interesses steht insbesondere die Reaktionsklasse der [3+2] Cycloadditionen oder 1,3-dipolaren Cycloadditionen, die häufig nach ihm benannt werden („Click-Chemie“).[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1959 wurde Huisgen ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1961 wurde er mit der Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausgezeichnet. Im Jahr 1964 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. 1965 erhielt er die Lavoisier-Medaille der Société Chimique de France, 1975 die Roger Adams Award der American Chemical Society. 1979 erhielt er den Otto-Hahn-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker und die Achema-Plakette. 1990 wurde er socio straniero der Accademia Nazionale dei Lincei in Rom. 1991 verlieh ihm die GDCh ihre Ehrenmitgliedschaft, 2006 die Chemical Society of Japan. Rolf Huisgen wurde mit Ehrendoktoraten der Universität Complutense Madrid (1975), der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (1977), der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1980), der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (1984), der Universität Regensburg (1985), des Technological Institute St. Petersburg (1993) und der Freien Universität Berlin (2010)[2] ausgezeichnet. Rolf Huisgen erhielt den Bayerischen Verdienstorden (1982) und den Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst (1984). Von der Staatsuniversität St. Petersburg wurde er 2002 mit einer Ehrenprofessur geehrt.

Huisgen war verheiratet und ist Vater zweier Töchter.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kendall N. Houk: Rolf Huisgen’s Profund Adventures in Chemistry. In: Helvetica Chimica Acta. Band 93, 2010, S. 1241–1260.
  2. FU Berlin: Verleihung der Ehrendoktorwürde an Rolf Huisgen (PDF; 76 kB)

Schriften[Bearbeiten]

  • Rolf Huisgen, Rudolf Grashey, Jürgen Sauer: Cycloaddition reactions of alkenes. In: Saul Patai (Hrsg.): The chemistry of alkenes. Band 1, Wiley, London und New York 1964, S. 739–953, doi:10.1002/9780470771044.ch11.
  • 1.3-Dipolare Cycloadditionen Rückschau und Ausblick. In: Angewandte Chemie. Band 75, 1963, S. 604–637, doi:10.1002/ange.19630751304.
  • The Adventure Playground of Mechanisms and Novel Reactions. American Chemical Society, Washington 1994 (Autobiographie).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]