Rolf Kreibich

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Rolf Kreibich (2011)

Rolf Dieter Kreibich (* 2. Dezember 1938 in Dresden) ist ein deutscher Physiker, Soziologe und Zukunftsforscher. Von 1969 bis 1976 war er der erste Präsident der Freien Universität Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Kreibich absolvierte von 1956 bis 1960 ein Diplomstudium der Mathematik und Physik an der TU Dresden, der Ost-Berliner Humboldt-Universität und schließlich an der Freien Universität im Westteil der Stadt. Ab 1965 studierte er an der FU Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, wurde Assistent am Soziologischen Institut und 1968 auf dem Höhepunkt der Studentenbewegung als erster Nichtprofessor zu dessen Leiter gewählt.

Kreibichs Wahl zum Präsidenten der FU im Jahr 1969 wurde in der Bundesrepublik als hochschulpolitische Sensation empfunden, da erstmals ein Wissenschaftlicher Assistent an der Spitze einer deutschen Universität stand.

Nach dem Ende seiner ersten Amtsperiode 1976 verzichtete Kreibich auf eine erneute Kandidatur; sein Reformansatz galt als gescheitert.[1] Seitdem beschäftigt er sich mit Zukunftsforschung. Von 1981 bis 2012 war er Direktor und Geschäftsführer des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) in Berlin. Von August 2012 bis Juni 2013 war er Ehrenpräsident des IZT. Seither widmet er sich verstärkt dem von ihm 1990 gegründeten Sekretariat für Zukunftsforschung (SFZ).[2]

Kreibich promovierte 1985 mit einer umfangreichen Arbeit „Die Wissensgesellschaft: von Galilei zur High-Tech-Revolution“ an der TU Berlin. Die Arbeit wurde 1986 im Suhrkamp-Verlag veröffentlicht.[3]

Er ist Mitglied des World Future Council und des Kuratoriums des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg[4].

Nach der Flucht von Werner Stiller, Oberleutnant der Hauptverwaltung Aufklärung der DDR, 1979 nach Westdeutschland wurde Kreibich zu Unrecht der Spionage beschuldigt. Rolf Kreibichs Ehefrau, Renate Kreibich-Fischer, verarbeitete die Denunziation und die daraufhin erfolgende Hausdurchsuchung und Verhaftung in dem Buch: "Folgen einer Flucht. Leben im Zwielicht des Kalten Krieges".[5]

Ehrungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rolf Kreibich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grunenberg, Nina: Die Talfahrt des Rolf Kreibich. Der FU-Präsident ist als Hochschulpolitiker der Reform und als Organisator gescheitert Die ZEIT, Nr. 24, 4. Juni 1976 (abgerufen 27. Juli 2014)
  2. IZT-Webseite "Ehemaliger Ehrenpräsident" mit neuen Kontaktdaten, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  3. siehe DNB 860391787, Suhrkamp-Buch ISBN 3-518-57760-3
  4. SFZ Berlin: die Leitung, abgerufen am 29. Oktober 2014
  5. taz.de: Sie waren die Guten, 4. September 2010, abgerufen am 17. Dezember 2013. Renate Kreibich-Fischer: "Folgen einer Flucht. Leben im Zwielicht des Kalten Krieges". WJS Verlag. Berlin 2010. ISBN 9783937989624