Rolf Verleger
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Rolf Verleger (* 1951 in Ravensburg) ist ein deutscher Wissenschaftler. Er ist Diplom-Psychologe (Abschluss 1976 an der Universität Konstanz), Professor für Neurophysiologie an der Universität zu Lübeck und war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung[1]. Der außeruniversitären Öffentlichkeit ist er vor allem als Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland und als Vorsitzender der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein[2] bekannt geworden.
Unter dem Eindruck des israelisch-libanesischen Kriegs im Sommer 2006 äußerte er sich mit einem Brief vom 23. Juli 2006[3] zunächst intern im Zentralrat, dann öffentlich[4] kritisch zu den „militärischen Maßnahmen der israelischen Regierung gegen den Libanon” und zu der Israel unterstützenden Haltung des Zentralrats hierzu. Dies brachte ihm von Seiten der Zentralrats-Vorsitzenden Charlotte Knobloch und anderer Repräsentanten jüdischer Organisationen Kritik ein; Zentralrats-Generalsekretär Stephan Kramer bezeichnete die Position Verlegers als „abstrus” und „absolute Einzelmeinung”. Andere Reaktionen stimmten ihm jedoch auch zu, indem sie darauf verwiesen, dass er nicht gegen Israel an sich, sondern gegen die derzeitige Politik des Landes argumentierte.[5][6]
Am 24. August 2006 wurde bekannt, dass die Jüdische Gemeinde Lübeck Verleger als ihren Delegierten für die Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein abberufen hat, offenbar in Reaktion auf seine Äußerungen. Verleger verlor damit auch das Amt des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein.[7][8]
Am 22. November 2006 startete Rolf Verleger die so genannte Online-Petition Schalom5767, auch Berliner Erklärung genannt, die mehr kritische Distanz der Bundesregierung gegenüber der israelischen Politik fordert.[9]
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[Bearbeiten] Werke
- Israels Irrweg. Eine jüdische Sicht. PapyRossa-Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3894383947 (Neue kleine Bibliothek, 131)
[Bearbeiten] Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften (Auswahl)
- Antisemitologie. In: die tageszeitung vom 12. April 2007
- Ethnizität als Religionsersatz. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 5/2007, S. 590–595 (mit weiteren Beiträgen zum Thema Der Streit um die richtige Solidarität mit Israel von Michal Bodemann und Matthias Jochheim)
- Gaza: Der böse, böse Nachbar . In: www.hintergrund.de vom 5. Januar 2009
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Satzung der Gesellschaft in der Fassung von 2003 (PDF, abgerufen am 15. Juni 2008)
- ↑ Vertrag zwischen dem Land Schleswig-Holstein, der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein und dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein, den Verleger für die Jüdische Gemeinschaft unterschrieben hat
- ↑ Brief an das Präsidium des Zentralrats, Brief als PDF
- ↑ Philipp Gessler: Vertreter des Zentralrats kritisiert Israel. In: die tageszeitung vom 8. August 2006
- ↑ Philipp Gessler: Der Provokateur. In: die tageszeitung vom 14. August 2006
- ↑ Christopher Stolzenberg: „Zehn Libanesen für einen toten Israeli”. In: Süddeutsche Zeitung vom 8. August 2006
- ↑ Zentralrats-Kritiker muss gehen. Bericht der taz vom 24. August 2006
- ↑ Israel-Kritik: Jüdische Gemeinde Lübeck entmachtet Vorsitzenden des Landesverbandes. Bericht der Lübecker Nachrichten vom 24. August 2006, in dem die Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein nur verkürzt als „Landesverband” genannt ist
- ↑ Website von Schalom5767
[Bearbeiten] Weblinks
- Lehrstuhl-Website der Uni Lübeck
- Ist Nächstenliebe antisemitisch? Plädoyer für eine Umkehr zu einem friedlichen Nahen Osten! Aufsatz von Rolf Verleger
- Karl Pfeifer: Stille Post aus Lübeck und Köln - Kritik an Verlegers Einstellung und Arbeitsmethoden
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Verleger, Rolf |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Wissenschaftler und Direktoriumsmitglied des Zentralrats der Juden in Deutschland |
| GEBURTSDATUM | 1951 |
| GEBURTSORT | Ravensburg |

