Roman Grafe

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Roman Grafe (* 1968) ist ein deutscher Autor und Journalist.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Roman Grafe wurde 1968 in der damaligen DDR geboren. Nach einigen erfolglosen Versuchen gelang es ihm im Januar 1989 in die Bundesrepublik Deutschland überzusiedeln. Danach studierte er Journalistik an der Journalistenschule St. Gallen in der Schweiz. Seit 1993 arbeitet er als Autor und freier Journalist unter anderem für die ARD und die Süddeutsche Zeitung.

Seine Bücher behandeln vor allem die Geschichte der Innerdeutschen Grenze und die Prozesse gegen die Mauerschützen und ihre Befehlsgeber.

Nach dem Amoklauf von Winnenden im März 2009 gründete Grafe mit anderen die Initiative „Keine Mordwaffen als Sportwaffen“, die sich für ein Verbot tödlicher Waffen im Schießsport einsetzt.[1]

[Bearbeiten] Klage gegen das Buch Deutsche Gerechtigkeit

Mediale Aufmerksamkeit erhielt Grafe, als das Landgericht Berlin 2006 die weitere Verbreitung des Buches Deutsche Gerechtigkeit in der ursprünglichen Fassung untersagte. Ein ehemaliger Politoffizier der DDR-Grenztruppen, hatte gegen eine identifizierende Berichterstattung über seine Person geklagt, zunächst mit Erfolg, aber letztendlich vergeblich. Dem Kläger werde in dem Buch indirekt eine moralische Mitschuld am Tod von Chris Gueffroy vorgeworfen. Der Kläger war als Politoffizier zuständig für den Grenzabschnitt in dem Gueffroy, das letzte Opfer, das durch Waffeneinsatz an der innerdeutschen Grenze ums Leben kam, erschossen wurde.[2] Er hatte sich auf den Schutz seiner Anonymität berufen und argumentiert, es gebe kein öffentliches Interesse an der Nennung seines Namens.

[Bearbeiten] Werke

Bücher
  • Die Grenze durch Deutschland - eine Chronik von 1945 bis 1990. Berlin 2002, Siedler Verlag, ISBN 3-88680-744-4.
  • Deutsche Gerechtigkeit - Prozesse gegen DDR-Grenzschützen und ihre Befehlsgeber. München 2004, Siedler Verlag, ISBN 3-88680-819-X.
  • Die Wandzeitung. Das Vergehen des Thomas Jonscher. Eine Geschichte aus der DDR. Halle 2008, Zeitgeschichten e. V., ISBN 398081209X
  • Hrsg.: Die Schuld der Mitläufer. Anpassen oder Widerstehen in der DDR. Mit Texten von Wolf Biermann u.a. München 2009, Pantheon, ISBN 978-3-570-55106-6.
Radio-Features
  • Zur Vermeidung weiterer Provokationen. Die kurze Lebensgeschichte des Michael Gartenschläger. SWR/SR 2003
  • Eine Stadt im Dreck. Zivildienst in Tijuana. SWR/SR 2004
Hörbuch
Filme
  • Mehr Licht. Das Lebenswerk des Franz Itting. Deutschland 2005 (Buch und Regie)
  • Eingeschlossen, abgeriegelt. Die Grenze durch Deutschland 1945-1990. Deutschland 2007 (Buch und Regie)
Vorträge

[Bearbeiten] Literatur

  • Regina Mönch: „Deutsche Gerechtigkeit. Die zweite Karriere des Politoffiziers“. In: FAZ, 5. Dezember 2006.
  • „Thierse protestiert gegen Buchverbot. SPD- und Unionspolitiker für Aufklärung der DDR-Diktatur“. In: Süddeutsche Zeitung, 8. Dezember 2006.
  • Joachim Güntner: „Exempel einer Wende“. In: NZZ, 9. Dezember 2006.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. „Schießen ist kein Menschenrecht“. In: Zeit, 33/2010.
  2. http://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/diktaturen/kein_name_kein_gesicht.html Kontraste (RBB) "Kein Name, kein Gesicht – warum die DDR-Geschichtsschreibung nicht von Gerichten zensiert werden darf"
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