Roman Jackiw

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Roman Jackiw in Budapest, 2013

Roman Wladimir Jackiw (* 8. November 1939 in Lubliniec, Polen) ist ein US-amerikanischer theoretischer Physiker.

Jackiw promovierte 1966 an der Cornell University bei Hans Bethe. Von 1966 bis 1969 war er (zusammen mit David Gross) Junior Fellow in Harvard. Er ist seit 1969 Professor am MIT Center for Theoretical Physics.

Jackiw ist vor allem bekannt als Mitentdecker der axialen Anomalie in der Quantenfeldtheorie, auch unter dem Namen Adler-Bell-Jackiw Anomalie oder Chirale Anomalie bekannt. Der in der Natur beobachtete Zerfall eines neutralen Pions in zwei Photonen ist klassisch verboten. Der quantenfeldtheoretische Mechanismus, der den Zerfall dennoch ermöglicht, wurde von Jackiw zusammen mit John Stewart Bell und gleichzeitig von Stephen L. Adler 1969 geklärt (Nuovo Cimento. Reihe A, Band 60, S. 47). Die von ihnen eingeführten Anomalien der Quantenfeldtheorie führten später auch zu Vorhersagen über das Teilchenspektrum in GUTs, bei denen Anomalien-Freiheit gefordert wird. Später beschäftigte sich Jackiw u.a. mit topologischen Anregungen in Quantenfeldtheorien und Soliton-Theorien mit gebrochenzahligen Ladungen, die in der Festkörperphysik Anwendung fanden.

1995 erhielt er den Dannie-Heineman-Preis für mathematische Physik und 1998 die Dirac-Medaille (ICTP). Er war Guggenheim (1977) und Sloan-Fellow und ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Schriften[Bearbeiten]

  • mit Hans Bethe: Intermediate Quantum Mechanics. 1968, 3. Auflage 1986, Benjamin-Cummings
  • mit Sam Treiman, Edward Witten: Current algebras and anomalies. Princeton 1986
  • Diverse topics in theoretical and mathematical physics. World Scientific 1995
  • Fluid dynamics. A particle theorists view of supersymmetry, non abelian and non commutative fluid mechanics and D-branes. Springer 2002 (online)
  • J. S. Bell, R. Jackiw: A PCAC puzzle: π0→γγ in the σ-model. In: Il Nuovo Cimento. Reihe A, Band 60, 1969, S. 47

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]