Roman Totenberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Im Jahr 2000 erhielt Roman Totenberg den Verdienstorden der Republik Polen.

Roman Totenberg (* 1. Januar 1911 in Łódź, Russisches Kaiserreich; † 8. Mai 2012 in Newton (Massachusetts)) war ein US-amerikanischer Violinist und Geigenlehrer polnisch-jüdischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von 5 Jahren zogen seine Eltern Slanislava (Vinaver) und Adam Totenberg nach Moskau, wo sein Vater als Bauingenieur Arbeit gefunden hatte. Seinen ersten Geigenunterricht erhielt er von einem Nachbarn, der zufällig auch Konzertmeister der Bolshoi-Oper war. Für seine Auftritte wurde er mit Brot und Butter bezahlt. Als Roman mit 10 Jahren nach Warschau zurückkehrte, gab er bereits 1 Jahr später sein Debüt mit dem Nationalphilharmonie Warschau und war das Wunderkind an der Violine. Mit Karol Szymanowski, den er an der Musikakademie Warschau kennenlernte, tourte er Ende der 1920er Jahre durch Europa. Im Jahr 1928 wurde er Schüler von Carl Flesch in Berlin und erhielt 1931 ein Drittel des ausgelobten Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stipendiums. Er zog vor den deutschen Nationalsozialisten schon 1932 nach Paris, wo er bei George Enescu und Pierre Monteux studierte.

Im Anschluss an sein USA-Debüt mit dem National Symphony Orchestra in Washington 1935 wurde Totenberg von Präsident Franklin D. Roosevelt und der First Lady Eleanor Roosevelt in das Weiße Haus eingeladen und drei Jahre später emigrierte er in die USA.

Totenberg tourte mit Arthur Rubinstein durch Südamerika. Er gab zahlreiche Konzerte mit dem kompletten Zyklus der Beethoven-Sonaten und alle Brandenburgischen Konzerte. Sein breit gefächertes Repertoire umfasste mehr als 30 Konzerte. Unter den vielen zeitgenössischen Werken, die er vorstellte, sind das Darius Milhaud Violinkonzert Nr. 2, das William Schuman Concerto, und das Krzysztof Penderecki Capriccio zu nennen. Er hat auch Paul Hindemiths Sonate in E uraufgeführt (1935), das Samuel Barber Concerto (neue Version) sowie die Bohuslav Martinů Sonata.

In seiner Karriere als Violinist hat er mit den großen Sinfonieorchestern in Amerika wie New York Philharmonic, the Boston Symphony, the Cleveland, Minneapolis, Indianapolis, Los Angeles, and Washington Symphonies und in Europa mit den Berliner Philharmonikern, den Londoner Philharmonikern und den Concertgebouw in Amsterdam gespielt. Zu den Dirigenten gehörten Stokowski, Kubelik, Szell, Rodzinski, Fitelberg, Jochum, Rowicki, Krenz, Monteux, Wit, Steinberg und Golschmann.

1943 war er Gründungsmitglied des "Alma Trio" mit dem Pianisten Adolph Baller und dem Cellisten Gabor Rejto unter der Schirmherrschaft von Yehudi Menuhin. 1953 beendete Totenberg seine Zusammenarbeit mit dem Alma Trio. Sein Nachfolger wurde Maurice Wilk.

In den USA wurde er auch als Musikpädagoge an verschiedenen Musikhochschulen und bei den Sommerkursen in Aspen und Tanglewood tätig und erhielt eine Professur an der Boston University, deren Streicherabteilung er von 1961 bis 1978 leitete. Danach lehrte er noch im hohen Alter an der Longy School of Music in Cambridge (Massachusetts), sowie am Peabody Conservatory of Music in Baltimore.

Totenberg erhielt im Jahr 1988 die Auszeichnung Verdienter der polnischen Kultur und 2000 den Verdienstorden der Republik Polen. Er starb am 8. Mai 2012 in seinem Haus in Newton, Mass.

Weblinks[Bearbeiten]