Roman Weidenfeller

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Roman Weidenfeller

Roman Weidenfeller (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 6. August 1980
Geburtsort DiezDeutschland
Größe 190 cm[1]
Position Tor
Vereine in der Jugend
1985–1996
1996–1998
Sportfreunde Eisbachtal
1. FC Kaiserslautern
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1998–2002
1999–2002
2002–2004
2002–
1. FC Kaiserslautern Amateure
1. FC Kaiserslautern
Borussia Dortmund Amateure
Borussia Dortmund
74 (0)
6 (0)
13 (0)
319 (0)
Nationalmannschaft2
1997
1997
1999–2001
2005
2013–
Deutschland U-16
Deutschland U-17
Deutschland U-21
Team 2006
Deutschland
1 (0)
8 (0)
3 (0)
1 (0)
4 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 29. September 2014
2 Stand: 3. September 2014

Roman Weidenfeller (* 6. August 1980 in Diez) ist ein deutscher Fußballspieler, der bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht. 2014 wurde er mit der Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Leben[Bearbeiten]

Weidenfeller kam am 6. August 1980 in Diez zur Welt und wuchs in Nentershausen auf.[2] Er ist gelernter Bürokaufmann.[3]

Mit dem Fußballspielen begann er im Alter von fünf Jahren bei den Sportfreunden Eisbachtal und spielte dort elf Jahre lang. Sein Vater trainierte ihn privat auf der eigenen Wiese und Dirk Hannappel im Verein. Als 15-Jähriger wechselte er in die Jugendabteilung des 1. FC Kaiserslautern 160 Kilometer von Nentershausen entfernt und lebte zunächst im Internat des Vereins.[2]

Weidenfeller gehört der römisch-katholischen Kirche an und engagiert sich für roterkeil.net – holt die Kinder vom Strich, einer Initiative gegen Kinderprostitution, die von dem Priester Jochen Reidegeld gegründet wurde.[4]

Karriere[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

1. FC Kaiserslautern[Bearbeiten]

1998 schaffte Weidenfeller den Sprung ins Amateurteam der Pfälzer. 1999 wurde er mit einem Profivertrag ausgestattet und gehörte als Ersatztorwart zur ersten Mannschaft des FCK und war bis 2000 gleichzeitig Stammtorhüter der Amateure. In den Spielzeiten 2000/01 und 2001/02 bestritt er jeweils drei Bundesligaspiele. Am 8. März 2001 spielte er zudem im UEFA-Pokal gegen den PSV Eindhoven (1:0) und zeigte eine herausragende Leistung.[5]

Borussia Dortmund[Bearbeiten]

Roman Weidenfeller im Jahr 2010

Weidenfeller wurde im Juli 2002 ablösefrei von Borussia Dortmund verpflichtet. In Dortmund fungierte er als Ersatztorwart hinter Jens Lehmann. Aufgrund einer Verletzung Lehmanns zu Ende der Saison kam er in der Saison 2002/03 auf elf Einsätze in der höchsten deutschen Spielklasse.

Nach dem Wechsel von Lehmann zum FC Arsenal im Sommer 2003 wurde Weidenfeller zur neuen Nummer eins erklärt. Er konnte allerdings in der Hinrunde die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen und geriet mehrmals durch Fehler in die Schlagzeilen. Zu Beginn der Rückrunde 2004 schenkte der damalige Trainer Matthias Sammer dem im Sommer als Ersatzmann verpflichteten Guillaume Warmuz das Vertrauen. Der ältere und erfahrenere Warmuz sollte der sich damals im Umbruch befindenden Dortmunder Mannschaft einen größeren Rückhalt geben. Unter dem neuen Trainer Bert van Marwijk musste sich Weidenfeller zu Saisonbeginn 2004/05 zunächst weiter mit der Reservistenrolle zufriedengeben. Am 9. Spieltag erhielt er im Heimspiel gegen den Hamburger SV überraschend den Vorzug gegenüber Warmuz. Trotz anfänglichem Unverständnis unter den Dortmunder Fans erkämpfte er seine Stammposition im Tor und die Gunst der Anhänger zurück.

In der Saison 2005/06 festigte Weidenfeller aufgrund stetiger Leistungssteigerung seine Position als Stammtorhüter. Die Fachpresse würdigte seine Leistung durch zahlreiche Auszeichnungen. Von den Fußballfans wurde er sowohl im März als auch im Mai 2005 zum Fußballer des Monats gewählt. Zu Beginn der Saison 2007/08 geriet Weidenfeller in eine Auseinandersetzung mit dem Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah, in deren Verlauf er den Stürmer beleidigte. Weidenfeller wurde nach einer Anhörung durch den DFB „wegen einer herabwürdigenden und verunglimpfenden Äußerung“ nach § 9 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB für drei Spiele gesperrt. Außerdem wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro verurteilt.[6] Nach eigener Darstellung will Weidenfeller den Schalker eine „schwule Sau“ genannt haben.[7] Andere Quellen geben an, er hätte seinen Gegenüber als „schwarzes Schwein“ verunglimpft.[8]

Nach einer Schulterverletzung wurde Weidenfeller am 22. Dezember 2007 operiert[9] und kehrte erst Ende März ins Mannschaftstraining des BVB zurück. Am 12. April 2008, kurz vor seinem geplanten Comeback, zog er sich im Training einen Teilriss des Innenbandes zu und fiel damit bis zum Saisonende aus.[10] Daher stand er eine Woche später im DFB-Pokal-Finale in Berlin, das mit 1:2 (n. V.) gegen den FC Bayern München verloren wurde, nicht im Kader. Im ersten Spiel der Saison 2008/09 bei Bayer Leverkusen verletzte sich Weidenfeller erneut. Er erlitt ohne direkte Einwirkung eines Gegenspielers eine Fleischwunde am linken Knie. Ab dem vierten Spieltag war er wieder Stammtorhüter des BVB.

In der Saison 2010/11 wurde Weidenfeller mit Borussia Dortmund zum ersten Mal in seiner Karriere Deutscher Meister. Im August 2011 verursachte ein Interview Weidenfellers mit den Ruhr Nachrichten Irritationen beim DFB. Nachdem er wiederholt nicht für die Nationalmannschaft nominiert worden war, wurde er dort mit den Worten zitiert: „Vielleicht sollte ich mir aber die Haare schneiden oder einfach etwas zierlicher werden.“ Dies wurde von einigen Medien als Anspielung auf eine vermeintliche Homosexualität von Bundestrainer Joachim Löw interpretiert.[11]

In der Saison 2011/12 wurde Weidenfeller mit Borussia Dortmund zum zweiten Mal in seiner Karriere Deutscher Meister, am 12. Mai 2012 außerdem DFB Pokalsieger. Die Mannschaft schlug den FC Bayern München im Finale mit 5:2.

In der Saison 2012/13 wurde Weidenfeller besonders in der UEFA Champions League für seine Leistungen gelobt, die dazu beigetragen hatten, dass Borussia Dortmund ins Finale eingezogen war.[12] Am 25. Mai 2013 unterlag er mit seiner Mannschaft im Finale dem nationalen Konkurrenten FC Bayern München im ersten rein deutschen Finale dieses Wettbewerbs mit 1:2.

Weidenfeller bestritt am 1. November 2013 beim 6:1-Sieg im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart sein 300. Bundesligaspiel. Sein Vertrag bei Borussia Dortmund läuft bis zum 30. Juni 2016.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Weidenfeller mit dem WM-Pokal bei der WM 2014 in Brasilien

Sein Debüt in der DFB-Auswahl gab er am 3. April 1997 in Weinheim bei der 0:1-Niederlage der U-16-Nationalmannschaft gegen die Auswahl der Türkei.

1997 bestritt Weidenfeller fünf von sechs Turnierspielen bei U-17-Weltmeisterschaft in Ägypten und belegte mit der deutschen Mannschaft den vierten Platz. Er wurde dabei als bester Torhüter im Turnier für das All-Star-Team nominiert.[2] Zuvor absolvierte er am 10. August in Oberhaching, beim 5:1-Sieg gegen die Auswahl des Omans und am 22. August in Hard, beim 5:2-Sieg gegen die Auswahl Österreichs bereits zwei Länderspiele für die U-17-Nationalmannschaft. Sein letztes Länderspiel für diese Auswahlmannschaft bestritt er am 25. November 1997 in Gera beim 1:1-Unentschieden gegen die Auswahl Frankreichs. Er absolvierte ferner drei Länderspiele für die U-21-Nationalmannschaft und ein Länderspiel für die Perspektivmannschaft Team 2006.

Am 8. November 2013 nominierte Bundestrainer Joachim Löw Weidenfeller erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft Deutschlands,[13] in der er am 19. November 2013 beim 1:0-Sieg gegen die Auswahl Englands im Wembley-Stadion über 90 Minuten debütierte. Mit 33 Jahren und 105 Tagen löste er Toni Turek als ältesten Torhüter beim Debüt ab und ist insgesamt der sechstälteste Nationalspieler beim Debüt.[14]

Mit der Nationalmannschaft wurde er in Brasilien Weltmeister, blieb dort allerdings neben dem zweiten Ersatztorhüter Ron-Robert Zieler und drei Feldspielern ohne Einsatz.

Erfolge[Bearbeiten]

Nationalmannschaft

Verein

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roman Weidenfeller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scheda. bvb.de. Abgerufen am 7. September 2014.
  2. a b c faz.net: Eindhoven statt Eisbachtal, 9. März 2001
  3. [1], www.flw24.de vom 11. November 2012
  4. Tobias Wilhelm: Hoffen auf göttlichen Beistand, Paulinus, 3. Juli 2014
  5. [2]Spiegel Online: Ersatzkeeper wahrt Lauterns Chance aufs Halbfinale
  6. sport.ard.de: DFB-Sportgericht verurteilt Weidenfeller
  7. Coming-out von Fußballern: „Die Fan-Kurve ist nicht das Problem“Spiegel Online, 9. Januar 2014
  8. http://www.spiegel.de/sport/fussball/beleidigung-weidenfeller-fuer-drei-spiele-gesperrt-a-501644.html
  9. Kicker online am 22. Dezember 2007: „Weidenfeller operiert“, abgerufen am 22. Dezember 2007
  10. http://www.bvb.de/?%9F%2Ak%97%84%ECRm%E3%8D%99
  11. http://www.n-tv.de/sport/fussball/Weidenfeller-frustriert-von-Loew-article4108106.html
  12. sport1.de „Welttorhüter im Anmarsch“ abgerufen am 1. Juni 2013
  13. Bundestrainer Löw beruft erstmals BVB-Torwart Weidenfeller, dfb.de, 8. November 2013, abgerufen am 8. November 2013
  14. dfb.de: „Debütanten: Weidenfeller ältester Torwart“
  15. Posse um Supercup
  16. Fußballkultur.org