Romeo Must Die

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Filmdaten
Deutscher Titel Romeo Must Die
Originaltitel Romeo Must Die
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Andrzej Bartkowiak
Drehbuch Mitchell Kapner
Eric Bernt
John Jarrell
Produktion Joel Silver
Jim Van Wyck
Musik Stanley Clarke
Kamera Glen MacPherson
Schnitt Derek Brechin
Besetzung
Synchronisation

Romeo Must Die ist ein US-amerikanischer Actionfilm, der im Jahr 2000 von Andrzej Bartkowiak gedreht und von Joel Silver produziert wurde. Die Grundidee basiert auf dem Drama Romeo und Julia.

Handlung[Bearbeiten]

In Oakland, am östlichen Ende der Bucht von San Francisco stehen sich ein chinesischer und ein afroamerikanischer Clan gegenüber, die mit allen Mitteln um die Vorherrschaft im dortigen Hafengebiet kämpfen.

Als Po Sing, der Sohn des chinesischen Clanchefs, mit einer Kugel im Kopf aufgeknüpft an einer Straßenlaterne gefunden wird, eskaliert die Situation. Auf beiden Seiten gibt es zunehmend Verluste, der Krieg ist ausgebrochen. Derweil begibt sich Han Sing, Bruder des ermordeten Po Sing, nach Oakland, nachdem er dem Gefängnis in Hongkong hat entfliehen können. Dort trifft er auf Trish O'Day, die Tochter des schwarzen Clanbosses, und baut eine Freundschaft zu ihr auf. Als schließlich auch Trishs Bruder Colin ermordet wird, versuchen sie gemeinsam dahinterzukommen, auf welchem Motiv all diese Verbrechen basieren, und geraten dabei in einen Kampf auf Leben und Tod.

Isaak O'Day plant unterdessen, sämtliche ufernahen Grundstücke bester Lage aufzukaufen, um sie der National Football League für das geplante Football-Stadion zu veräußern. Auf diese Weise finanziell abgesichert, will er es seinen Kindern ermöglichen, aus dem Gangstermilieu endgültig auszusteigen. Seine rechte Hand Mac ist ihm bei diesen – gelegentlich nicht ohne körperliche Druckmittel auskommenden – Immobiliengeschäften behilflich und steht bereits seit vielen Jahren im Dienste der Familie. Als es zur Verkaufsabwicklung kommt, wird Isaak schließlich ein Scheck in Höhe von 38 Millionen US-Dollar überreicht. Dabei reicht Isaak der Verkauf der Grundstücke aber nicht aus, er möchte vielmehr als erster afroamerikanischer Teilhaber eines Stadions der NFL in die Geschichte des Football-Sports eingehen.

Mac hingegen plant deutlich kurzfristiger, hat Isaaks Tochter Trish als Geisel genommen und verlangt nun von Isaak die Herausgabe des Schecks. Als er sich am längeren Hebel wähnt, wagt er sich zu weit vor und gesteht Isaak, Colin getötet zu haben, woraufhin Isaak über ihn herfällt. Im Handgemenge löst sich ein Schuss, der Isaak im Unterleib schwer verwundet, ihn jedoch nicht tötet. Als Mac auf das Dach des Gebäudes läuft, wird er von Han gestellt. Han verdächtigt Mac, auch seinen Bruder getötet zu haben. Mac offenbart Han jedoch, dass Po aus den eigenen Reihen ermordet wurde. Als Mac daraufhin Han mit den Worten: „Entschuldige Romeo, aber du musst leider sterben!“ (Org. “Sorry Romeo, but you got to die!”) erschießen will, wird er in letzter Sekunde von Trish erschossen und fällt vom Dach.

Han begibt sich zum Anwesen seines Vaters und trifft dort auf seinen ehemals engen Freund Kai. Dieser gibt zu, Hans Bruder Po getötet zu haben. Im daraufhin eskalierenden Kampf wird Kai von Han getötet. Anschließend geht Han zu seinem Vater, dem er vorwirft, nicht auf seinen Sohn Po aufgepasst, sondern ihn für seine Geschäfte geopfert zu haben. Als Han seinen Vater verlässt, feuert dieser seine Waffe ab und tötet sich selbst.

Hintergrund[Bearbeiten]

Romeo Must Die wurde in Oakland, San Francisco, Vancouver und Coquitlam gedreht.[1] Die Dreharbeiten begannen am 3. Mai 1999 und endeten am 23. Juli 1999.[2] Das Budget des Films wurde auf 25 Millionen US-Dollar geschätzt.[2] Seine Premiere feierte der Film am 20. März 2000 in den USA.[2] In Deutschland war der Film erstmals am 8. Juni 2000 zu sehen, die Veröffentlichung in der Schweiz erfolgte am 22. Juni 2000.[2] In den USA wurden am Eröffnungswochenende über 18 Millionen US-Dollar eingespielt, insgesamt beliefen sich die Einnahmen in den USA auf fast 56 Millionen US-Dollar.[2]

Ursprünglich war geplant, dass Jet Li und Aaliyah am Ende eine Kuss-Szene haben würden, jedoch wurde diese in der finalen Fassung herausgeschnitten. Fans warfen der Produktionsfirma vor, sich nicht zu trauen, offensiv für gemischtrassische Beziehungen zu werben. Jedoch kommentierte Jet Li das Herausschneiden damit, dass es im Film nicht passen würde, wenn er am Ende ein Mädchen küsst, während kurz zuvor ein enges Familienmitglied gestorben sei.

Für die auf dem Golfplatz spielende Szene wurde derselbe Golfplatz genutzt, der bereits im Spielfilm Happy Gilmore zu sehen war, als der Protagonist von Bob Barker verprügelt wird.[3] Die Szenen, die Verletzungen in Röntgenbild-artiger Darstellung zeigen, sind per CGI entstanden und erinnern an den bereits 1974 erschienenen Film „Der Wildeste von Allen“ mit Sonny Chiba.[3] Als die Szene, in der Football gespielt wird, gedreht wurde, war der Himmel wolkenverhangen, jedoch wurde durch entsprechende Hintergrundbeleuchtung und geschickt gewählte Einstellungen der Kamera die Illusion geschaffen, es handele sich um einen sonnigen Tag.[3] Die Szene, in der Jet Li als Waffe einen Feuerwehrschlauch wählt, wurde von Jason Statham im Film Transporter – The Mission aufgegriffen.[3] In der Szene, in der Trish, gespielt von Aaliyah, ihren Bodyguard Maurice im Plattenladen zurücklässt, um sich heimlich von ihm abzusetzen, stürmt dieser aus dem Geschäft durch eine Tür, an der ein Plakat von Aaliyah angebracht ist, und brüllt dabei: „Trish! I'm gonna find your Aaliyah-lookin' ass!“[3] In der deutschsprachigen Synchronisation ist diese Anspielung auf die Darstellerin verloren gegangen.

Romeo Must Die ist der erste Film, bei dem Jet Li seine Hauptrolle in englischer Sprache zu bewältigen hatte.[4]

Für Aaliyah war Romeo Must Die ihr Debüt als Schauspielerin und zugleich der einzige Spielfilm mit ihrer Beteiligung der noch zu Lebzeiten veröffentlicht wurde.[3] Andrzej Bartkowiak feierte mit diesem Film sein Regiedebüt.[3]

Deutsche Synchronfassung[Bearbeiten]

Die Synchronregie der deutschen Synchronbearbeitung führte Frank Schaff.[5]

Darsteller Deutscher Sprecher[5] Rolle
Jet Li Simon Jäger Han Singh
Aaliyah Tanja Geke Trish O'Day
Anthony Anderson Jan Odle Maurice
Isaiah Washington Udo Wachtveitl Mac
Delroy Lindo Volker Lechtenbrink Isaak O'Day
Russell Wong David Nathan Kai
D.B. Woodside Oliver Feld Colin O'Day
William S. Taylor Engelbert von Nordhausen Harold
Benz Antoine Stefan Fredrich Krabbenmann
Morgan Reynolds Heidrun Bartholomäus Morgan
Perry Solkowski Peter Flechtner Perry der Anchorman
Jon Kit Lee Gerrit Schmidt-Foß Po Singh
DMX Fabian Körner Silk
Edoardo Ballerini Frank Schaff Vincent Roth

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack wurde am 1. März 2004 von Edel veröffentlicht und umfasst 18 Musiktitel, darunter vier Songs von der im Film zu sehenden Aaliyah, einen Titel des ebenfalls in einer Nebenrolle zu sehenden Rappers DMX sowie diverse Songs von weiteren bekannten Künstlern.

Nr. Titel Interpret
1. Try Again Aaliyah/Timbaland
2. Come Back In One Piece Aaliyah/DMX
3. Rose in a Concrete World (J Dub Remix) Joe
4. Rollin' Raw The B.G
5. We At It Again Timbaland & Magoo
6. Are You Feelin' Me? Aaliyah/Timbaland
7. Perfect Man Destiny's Child
8. Simply Irresistible Ginuwine
9. It Really Don't Matter Confidential
10. Thugz Mack 10 & The Comrades
11. I Don't Wanna Aaliyah
12. Somebody Gonna Die Tonight Dave Bing feat. Lil' Mo
13. Woozy Playa
14. Pump the Brakes Dave Hollister
15. This Is a Test Chanté Moore
16. Revival Non-A-Miss
17. Come On Blade
18. Swung On Stanley Clarke & Politix

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilt, der Film sei ein „rasanter Actionfilm, der seine wenig stringente Konzeption durch spektakuläre, zum Teil humorige Kämpfe ausgleicht und durch seine reizvoll angedeutete Romeo-und-Julia-Geschichte unterhält“.[6]

Bruno Amstutz von cineman.ch freut sich über „Prügelei statt Poesie“ und die damit sehr freie Adaption von Shakespeares Romeo und Julia, denn „mit dem Thema der verfeindeten Familien, deren Sprösslinge zusammenfinden, hört die Ähnlichkeit zur klassischen Romeo und Julia Geschichte aber schon sehr bald auf.“ Weiterhin lobt er den Regisseur, denn „es ist Bartkowiak anzurechnen, dass er kein simples Schwarz-Weiss-Bild zeichnet, sondern die Charaktere sorgfältig entwickelt und die kulturellen Unterschiede und verschiedenen Rituale der schwarzen und asiatischen Gemeinschaften näher betrachtet.“ Kritisch sieht Amstutz, dass „in den längeren Passagen ohne Actionszenen oft der Zug in der Handlung“ fehle. Daher resümiert er, der Protagonist wird den Zuschauern „wohl kaum wegen der Dialoge in Erinnerung bleiben, sondern wegen seiner perfekten Körperbeherrschung“.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei den Teen Choice Awards wurde der Film 2000 in der Kategorie Choice Drama nominiert.[7] 2001 folgte für Tim Mosley der Gewinn des ASCAP Award in der Kategorie Most Performed Songs from Motion Pictures für den von Aaliyah und Timbaland eingesungenen Titel Try Again.[7] Bei den MTV Movie Awards 2001 erhielt Aaliyah zwei Nominierungen in den Kategorien Best Female Performance und Breakthrough Female Performance, während Jet Li in der Kategorie Best Fight nominiert wurde.[7] Eine Stuntnominierung bei den Taurus Awards 2001 erhielten Gaston Howard, Lloyd Adams, Clay Donahue Fontenot, Ernie Jackson sowie Aubrey Culp in der Kategorie Best Fight.[7] Schließlich wurde ebenfalls 2001 bei den Blockbuster Entertainment Awards die Filmmusik in der Kategorie Favorite Soundtrack (Internet Only) nominiert.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Drehorte laut Internet Movie Database
  2. a b c d e Budget und Einspielergebnisse
  3. a b c d e f g Hintergrundinformationen laut Internet Movie Database
  4. a b Filmkritik, cineman.ch, Bruno Amstutz
  5. a b Romeo Must Die in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 14. September 2014.
  6. Romeo Must Die im Lexikon des Internationalen Films
  7. a b c d e Nominierungen und Auszeichnungen