Romolo Gessi

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Romolo Gessi (1829-1881)

Romolo Gessi (auch Gessy; * 30. April 1829 in Ravenna; † 1. Mai 1881 in Sues) war ein italienischer Afrikareisender.

Er trat in die österreichische Armee ein, die er aber infolge seiner Beteiligung am Aufstand von Venedig 1848 wieder verlassen musste. Er kämpfte dann unter dem Imam Schamil im Kaukasus gegen die Russen und tauchte später als ägyptischer Offizier im Sudan auf, wo er im Auftrag von Charles George Gordon 1876 die noch unbekannte Strecke des Bahr al-Dschabal zwischen Dufile und dem Mwutan erkundete, welche er zum ersten Mal umfuhr. Bei dieser Gelegenheit stellte Gessi den Ausfluss des Nil aus dem Albertsee fest.

Im nächsten Jahr machte er mit Pellegrino Matteucci den vergeblichen Versuch, von Fadassi aus zu den Oromo vorzudringen, und übernahm dann das Kommando bei Niederwerfung des von dem Sklavenhändler Suleiman im südlichen Darfur und im Gebiet des Bahr al-Ghazal angeführten Aufstandes, der 1880 mit dem Tod Suleimans endete. Zum Pascha und Gouverneur der Provinz Bahr al-Ghazal ernannt, versuchte er, dort geordnete Zustände zu schaffen, wurde aber im Oktober 1880 bei einer Fahrt auf dem Bahr al-Ghazal nach Khartum mit einer Truppe von 400 Soldaten durch eine Pflanzenbarriere drei Monate lang eingeschlossen, so dass der größte Teil der Soldaten zu Tode kam.

Romolo Gessi starb am 1. Mai 1881 in Sues am Sumpffieber, nachdem er von dem österreichischen Forscher Ernst Marno befreit worden war. Aus seinem Nachlass erschien das von seinem Sohn und M. Camperio herausgegebenen Werk Sette anni nel Sudan egiziano (Mailand 1891).

Literatur[Bearbeiten]

  • Zaccaria, Massimo: Il flagello degli schiavisti: (Romolo Gessi in Sudan, 1874-1881), Fernandel scientifica, Ravenna, 1999, p. 272; ISBN 88-87433-08-9

Weblinks[Bearbeiten]