Ron Mueck

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Ron Mueck (* 1958 in Melbourne, Australien) ist ein australischer Bildhauer, der vor allem für seine überdimensionalen realistischen Menschenplastiken aus Fiberglas und Silikon bekannt ist, deren Oberflächenbeschaffenheit sich durch eine zuvor in dieser Größenordnung nicht erreichte Naturtreue auszeichnet. Der Themenkreis seiner Werke umfasst Geburt, Leben, Jugend, Alter und Tod.

Leben[Bearbeiten]

Mueck ist Sohn deutscher Einwanderer; sein Vater war als Spielzeugmacher tätig. Im Jahr 1983 verließ Ron Mueck Australien und lebt nun in London, wo Jim Henson ihn für sein Team von Marionettisten für die Serie Sesamstraße und die Muppet Show engagierte. Bevor er freier Bildhauer wurde, hatte er beim Kinderfernsehen gearbeitet und 1986 die Spezialeffekte für den Film Labyrinth mit David Bowie entwickelt. 1990 eröffnete er in London eine Werbeagentur und stellte Plastiken für Werbefotografie her,[1] die häufig jedoch nur aus einem bestimmten Winkel fotografiert wurden. Unzufrieden mit dieser Tätigkeit, begann er sich künstlerisch zu orientieren. 1996 bot sich hierzu Gelegenheit, als er für seine Schwiegermutter Paula Rego, eine portugiesische Künstlerin, kleine Figuren für eine Ausstellung von ihr in der Hayward Gallery herstellte. Vermittelt durch Rego lernte er den bedeutenden Kunstsammler Charles Saatchi kennen, der Muecks Werke zu sammeln begann und neue in Auftrag gab. So entstand die Plastik Dead Dad, die in der Ausstellung Sensation in der Royal Academy of Arts im darauffolgenden Jahr ausgestellt wurde. Seit diesem künstlerischen Durchbruch lebt und arbeitet er in London.

Stil[Bearbeiten]

Künstlerisch lässt sich Muecks Stil dem Hyperrealismus zuordnen, einer Kunstrichtung, die nicht die Abstraktion, sondern die Übersteigerung der Realität als Mittel wählt. Hyperreale Figuren wurden schon von John De Andrea und Duane Hanson erschaffen. Während Andrea auf Akte spezialisiert war und sich Hanson thematisch mit gesellschaftlichen Milieus beschäftigt, sind Muecks Themen Geburt, Leben, Tod. Seine Figuren sind bis ins kleinste Detail bearbeitet: Durch Hautpigmente, Falten, und kleinste Haare scheinen sie lebendig zu sein. Typisch für Mueck ist der Versuch, mittels Größenveränderung die Wahrnehmung der ansonsten perfekt nachgebildeten Figur zu verändern. So wirkt der Junge seiner überdimensionierten 500 kg[2] schweren Plastik Boy (ARoS Aarhus Kunstmuseum) trotz seiner Größe verletzlich und angreifbar. Seine Skulptur Dead Dad, die seinen toten Vater darstellt, ist dagegen nur 102 cm lang.

Dies und Das[Bearbeiten]

Im Jahr 2002 wurde seine Plastik Schwangere Frau von der National Gallery of Australia für 800.000 australische Dollar gekauft.

Zitate[Bearbeiten]

„Ich wollte etwas machen, dem ein Foto nicht gerecht werden würde. […] Obwohl ich viel Zeit mit der Oberfläche verbringe, ist es doch das Innenleben, das ich einfangen möchte. […] Meine Arbeiten sind mein Statement.“

Ron Mueck: Art – Das Kunstmagazin, 5/2003

Ausstellungen[Bearbeiten]

Galerien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heiner Bastian (Hrsg.): Ron Mueck. Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit 2003, ISBN 3-7757-1337-9.
  • Susanna Greeves, Colin Wiggins: Ron Mueck (National Gallery of London). National Gallery Co Ltd, 2003, ISBN 1-85709-167-1.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. artmolds.com
  2. ZEIT online, 23. November 2005
  3. Seite des Museums zur Ausstellung, abgerufen am 28. April 2014.