Ronald McDonald

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Dieser Artikel befasst sich mit der Werbefigur Ronald McDonald. Zu Personen ähnlichen Namens siehe Ronald MacDonald.
Ronald McDonald

Ronald McDonald ist eine fiktive Werbefigur und das offizielle Maskottchen des Fast Food-Unternehmens McDonald’s in Gestalt eines Clowns. Sie ist auch Patenfigur für die McDonald’s Kinderhilfe. Die Werbefigur hat besonders bei amerikanischen Kindern einen hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad, er steht bekanntheitsmäßig gleich hinter Santa Claus und dem sogenannten Marlboro-Mann. Inzwischen ist Ronald McDonald auch weltweit sehr bekannt, in Ländern außerhalb der USA und Europa wird Ronald allerdings nicht immer positiv wahrgenommen.[1]

Aussehen[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Aussehen von Ronald McDonald unterschied sich sehr deutlich vom heutigen: Ronald trug in den ersten Werbespots ein Tablett mit Pommes frites, Milchshakes und Hamburgern auf dem Kopf und einen Pappbecher als Nase. Ein zweites Tablett mit identischem Inhalt trug er an seinem Gurt.[2]

Heute wird Ronald als typischer Clown dargestellt: Sein Gesicht ist mit einem großen, rot aufgemalten Lächeln verziert und bis auf vertikal beschminkte Augen vollständig weiß gepudert, passend dazu trägt er eine rote, lockige Perücke und schwarze Augenbrauen. Er trägt über seinem waagerecht rot-weiß-gestreiften Ganzkörperkostüm eine gelbe Angler-Weste mit weißem Kragen und rotem Verschluss, auf dessen Brusttasche sich das offizielle Logo von McDonald’s befindet. Außerdem trägt er gelbe Handschuhe und übergroße, rote Halbstiefel mit gelben Schnürsenkeln und schwarzen Sohlen.

Kunststoff- bzw. Pappmachéfiguren von Ronald sieht man oft auf einer Bank sitzend und seinen rechten Arm überbeugend, um Kunden und Spaziergänger zu einem gemeinsamen Foto einzuladen.

Geschichte[Bearbeiten]

Erfunden wurde Ronald in den sechziger Jahren von dem Werbefachmann Barry Klein und dem Berufsclown Willard Scott. Scott war zuvor von 1959 bis 1962 in der Kindersendung Bozo’s Circus zu sehen, welche in Washington im Fernsehen ausgestrahlt wurde. 1963 produzierte das Unternehmen WRC-TV drei Werbespots mit Scott alias Ronald, die im Umkreis von Washington ausgestrahlt wurden. Bei einer Thanksgiving-Parade in Washington D.C. hatte Ronald McDonald noch im selben Jahr seinen ersten öffentlichen Auftritt. Scotts Karriere als „Ronald“ war allerdings im Jahre 1966 zu Ende.[1][3]

Sein Nachfolger wurde Michael „Coco“ Polakov, der damals ein bekannter Clown von Ringling Brothers war. Polakov alias Ronald trat erstmals 1966 bei der jährlichen Macy’s Thanksgiving Day Parade in New York City auf. Danach drehte McDonald’s mehrere Werbespots mit ihm.[1][3]

Ronald McDonald als Namenspatron karitativer Einrichtungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1974 eröffnete in Philadelphia das erste „Ronald-McDonald-Haus“ als karitative Einrichtung speziell für die Eltern schwerkranker Kinder, die eine Unterkunft in der Nähe von Kinderkliniken suchten.

1986 wurde in Deutschland (genauer: West-Deutschland) das erste Ronald-McDonald-Haus in Gießen eröffnet.[3] In Ost-Deutschland wurde die Figur mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 eingeführt. Seitdem ist er regelmäßig in Werbespots für McDonald’s zu sehen, besonders auf Kinderkanälen. Der kommerzielle Erfolg der Werbefigur in Deutschland bestärkte McDonald’s Unternehmensabsichten. Die deutsche McDonald’s Kinderhilfe-Stiftung startete noch im Erfolgsjahr eine Initiative gegen die Aufstufung von Geschwindigkeitsbegrenzung in Ortschaften besonders vor Schulen und Kindergärten. Unterstützt und gesponsert wurde die Aktion von Pro Sieben und ESSO.[1][3] Insgesamt gibt es in Deutschland derzeit 17 Ronald-McDonald-Häuser sowie drei Spezialeinrichtungen („Ronald-McDonald-Oasen“ genannt).[4]

In Großbritannien gibt es ebenfalls karitative Einrichtungen. Eine davon befindet sich im Guys Hospital in London, das andere in den Midlands. In England werden die Einrichtungen durch den regen Verkauf diverser Merchandises und Telefonkarten finanziert.[5]

Ronald McDonald außerhalb der USA und Europa[Bearbeiten]

Ronald-Statue in Bangkok mit traditioneller Wai-Geste

Inzwischen ist die Figur "Ronald McDonald" weltweit bekannt. In Russland, Thailand, China und Japan erfährt der Clown einen sehr hohen Wiedererkennungsgrad, gleich nach Micky Maus und seinem treuen Hund Pluto. Kinder und Jugendliche aller Altersklassen sind bei regelmäßigen Umfragen durch Fernsehen und Universitäten durchweg in der Lage, Ronald McDonald korrekt zu benennen und assoziieren ihn auch sogleich mit McDonald’s.[1]

In Japan allerdings stellte sich Ronalds Durchbruch recht spät ein, beinahe hätte McDonald’s sich selbst mit seinen sonst so vertrauten Werbekampagnen und mit Ronald McDonald in den Ruin gestürzt. Grund hierfür war Ronalds weiß geschminktes Gesicht, das in Japan traditionell für den Tod steht. Aus diesem Grund wurde der Clown dort durch eine weibliche, namenlose Figur ersetzt.[6]

In Thailand haben sich lebensgroße Kunststoffstatuen von Ronald durchgesetzt, die vor den Eingängen von McDonald’s-Filialen stehen und die Besucher mit der traditionellen Wai-Geste begrüßen.[7]

In China ist Ronald McDonald ebenfalls sehr bekannt, besonders bei Kindern. Diese sammeln vor allem die Charakterfiguren der Ronald McDonald-Welt in Spielzeugform, die meist den sogenannten „Happy Meals“ beigefügt sind.[8]

Kritik an Ronald McDonald als Werbefigur[Bearbeiten]

In China wurde die Figur des Ronald wiederholt Ziel politischer Angriffe und Schmähungen. Im Jahr 2000 verkleideten sich zahlreiche Demonstranten in Hongkong als Ronald und trugen Schilder und Banner mit politischen Anfeindungen darauf. Hintergrund waren Bürgerproteste gegen McDonald’s als vorgebliches Symbol westlicher Unterdrückung und wegen angeblicher Förderung von Kinderarbeit.[1]

Auch in Indien wurde Ronald McDonald angefeindet und seine Darstellung zeitweise verboten. Auslöser der Proteste war eine Veröffentlichung im Jahre 2001, nach der McDonald’s seine Pommes Frites mit Rindertalg frittiert. Hunderte aufgebrachter Hinduisten stürmten daraufhin in Bombay McDonald’s-Filialen und setzten sie in Brand. Statuen und Plakate mit Ronalds Porträt darauf wurden mit Kuhmist beschmiert und/oder bis zur Unkenntlichkeit zerkratzt.[1]

Im Jahr 2011 forderte die Organisation Corporate Accountability International von McDonald’s die sofortige Absetzung von Ronald als offizielle Werbefigur. Grund dafür war die rasant zunehmende Adipositas unter Kindern und Jugendlichen, für die Fastfood-Unternehmen, darunter auch McDonald’s, verantwortlich gemacht wurden (und werden). McDonald’s lehnte die Forderungen ab mit Verweis auf Ronalds Beliebtheit und seinen Erfolg im karitativen Bereich. Allerdings wurde das Werbekonzept geändert: Ronald macht in neuesten Werbespots Sport und Gymnastik und ruft Kinder zur Fitness auf.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrew F. Smith: Encyclopedia of Junk Food And Fast Food. Greenwood, Westport 2006, ISBN 0313335273.
  • Heike Mieth: The History of McDonald’s. GRIN, Stuttgart 2007, ISBN 3638842959.
  • Charles Wilson, Eric Schlosser: Chew on this: Everything You Don’t Want to Know About Fast Food. Houghton Mifflin Harcourt, Boston 2007, ISBN 0618593942.
  • Mia Mask: Contemporary Black American Cinema: Race, Gender and Sexuality at the Movies. Routledge, London 2012, ISBN 0415523222.
  • Martin Meyer, Melanie Herbst: Internationale Markenstrategie – Marken zwischen Standardisierung und Differenzierung. GRIN, Stuttgart 2011, ISBN 3640851951.
  • William F. Eadie: Twenty-first century communication (= 21st Century Communication: A Reference Handbook. Band 21). Sage, Los Angeles 2009, ISBN 1412950309.
  • Susan M. Pearce, Paul Martin, Alexandra Bounia: The Collector’s Voice: Critical Readings in the Practice of Collecting. Contempory Voices (= Collector’s voice. Band 4). Ashgate, London 2002, ISBN 1859284205.
  • Yadong Luo: How to enter China: Choices and Lessons. University of Michigan Press, 2001, ISBN 0472111884.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ronald McDonald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Andrew F. Smith: Encyclopedia of Junk Food And Fast Food. S. 4–6, 12, 41 & 231.
  2. Charles Wilson, Eric Schlosser: Chew on this. S. 46 & 47.
  3. a b c d Heike Mieth: The History of McDonald’s. S. 9–13.
  4. Grundinfos zu Ronald-McDonald-Einrichtungen auf mcdonalds-kinderhilfe.org aufgerufen am 20. September 2012.
  5. Susan M. Pearce, Paul Martin, Alexandra Bounia: The Collector’s Voice. S.121.
  6. Martin Meyer, Melanie Herbst: Internationale Markenstrategie. S. 27.
  7. William F. Eadie: Twenty-first century communication. S.833.
  8. Yadong Luo: How to enter China. S. 288.
  9. Mia Mask: Contemporary Black American Cinema. S. 157.