Ronald Zehrfeld

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Ronald Zehrfeld bei der Grimme-Preis-Verleihung 2014

Ronald Zehrfeld (* 15. Januar 1977 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Ronald Zehrfeld wuchs in Berlin-Schöneweide auf. Sein Vater, ein Diplomingenieur, und seine Mutter, eine Betriebswirtschaftlerin, arbeiteten beide für die staatliche DDR-Fluggesellschaft Interflug.[1] Im Alter von fünf Jahren wurde Zehrfeld im Kindergarten für eine mögliche Leistungssportlerkarriere im Judo entdeckt. Er besuchte daraufhin die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Hohenschönhausen und ging dem Leistungssport als Judoka bis zum 14. Lebensjahr nach. Zehrfelds größter Erfolg war der Gewinn der DDR-Jugendmeisterschaft mit 11 Jahren.[2]

Nach der Wende und der deutschen Wiedervereinigung galt Zehrfeld mit zwölf Jahren als zu jung, um in den westdeutschen Judokader übernommen zu werden.[1] Den Judosport gab er auf – „Der Schmerz, dass der Olympia-Traum geplatzt ist, war zu groß.“, so Zehrfeld.[2] 1996 machte er sein Abitur,[2] woraufhin „wilde Jahre in Treptow“ folgten.[1] Zehrfeld absolvierte seinen Zivildienst, begann ein Germanistik- und Politikstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin und reiste um die Welt. Die Teilnahme an einem Theaterworkshop weckte sein Interesse für die Schauspielerei.[2] Daraufhin begann Zehrfeld ein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.

Schon während seiner Studienzeit an der Ernst Busch wurde Zehrfeld durch Peter Zadek für das Deutsche Theater in Berlin (u. a. Mutter Courage, 2003) entdeckt. Nach seinem Studium folgte er dem bekannten Regisseur auch ans Berliner Ensemble (Peer Gynt, 2004) und St.-Pauli-Theater in Hamburg (Bitterer Honig, 2006).[3] Film- und Fernsehangebote schlug Zehrfeld anfangs aus, ehe er bei einem Casting die Bekanntschaft mit Dominik Graf machte.

Nach Stephan Schiffers’ Kurzfilm Goldjunge (2005) besetzte Graf ihn in seiner preisgekrönten Kinoproduktion Der Rote Kakadu neben Max Riemelt und Jessica Schwarz. Für das Fernsehen stand Zehrfeld an der Seite von Iris Berben für die ZDF-Produktion Der russische Geliebte (2008) in einer weiteren Hauptrolle vor der Kamera. Er war auch in dem Fernsehzweiteiler Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen und in der Kinoproduktion In jeder Sekunde (beide 2008) von Jan Fehse zu sehen. 2009 folgte die Hauptrolle des Seeräubers Klaus Störtebeker in Sven Taddickens Abenteuer-Komödie 12 Meter ohne Kopf.

Erfolg war Zehrfeld mit Dominik Grafs Krimiserie Im Angesicht des Verbrechens (2010) beschieden, in der er erneut neben Max Riemelt agierte. Beide stellten zwei Berliner Polizisten dar, die im Milieu der Russenmafia ermitteln. Der Part des Sven Lottner brachte Zehrfeld gemeinsam mit dem übrigen Schauspielensemble um Riemelt, Marie Bäumer, Mišel Matičević und Alina Levshin den Deutschen Fernsehpreis und Grimme-Preis ein.

2011 bekleidete Zehrfeld eine Nebenrolle in Christian Schwochows im Theatermilieu spielenden Kinodrama Die Unsichtbare. Seine erste intellektuelle Filmfigur verkörperte er in Christian Petzolds Drama Barbara an der Seite von Nina Hoss. Die Darstellung eines in die DDR-Provinz versetzten Kinderarztes brachte ihm seine erste Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein.

Premiere auf der Berlinale 2014 hatte der Kinofilm Zwischen Welten von Feo Aladag, in dem Zehrfeld die Hauptrolle eines nach Afghanistan abgeordneten Kompanieführers der Deutschen Friedenstruppen, Hauptmann Jesper, spielt. Jesper hat den Auftrag, ein Afghanisches Fort gegen die Taliban zu verteidigen, ist jedoch zunehmend im Zielkonflikt zwischen seinem persönlichem Gerechtigkeitsgefühl und den für ihn ungerechten und menschlich unannehmbaren Gegebenheiten vor Ort in einem kleinen Fort in Afghanistan. [4]

Ronald Zehrfeld lebt in Berlin-Prenzlauer Berg. Er ist Vater einer Tochter.[3]

Filmografie[Bearbeiten]

Zehrfeld mit Max von Pufendorf (vorne) bei den Dreharbeiten zu Goldjunge (2005)

Film[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Zehrfeld mit Florian Panzner bei der Grimme-Preis-Verleihung 2014

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ronald Zehrfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rodek, Hanns-Georg: Können diese langen Haare lügen? In: Welt kompakt, 7. März 2012, Nr. 48 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  2. a b c d Bartels, Gudrun: Der Hochleistungsspieler. In: Der Tagesspiegel, 11. Februar 2012, Nr. 21242, S. 21.
  3. a b Mühlberger, Sarah: Mit Leben gefüllt. In: Berliner Zeitung, 6. Oktober 2010, Nr. 233, S. 30.
  4. Filmbesprechung und Rolle Zehrfeld von The Hollywood Reporter abgerufen am 23. Mai 2014