Rondell (Kaiserhammer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rondell bei Kaiserhammer

Das Rondell ist ein dicht bewaldeter Höhenrücken (561,9 m ü. NN) bei Kaiserhammer östlich von Marktleuthen.

Historie[Bearbeiten]

Auf diesem Höhenrücken, ein freier Platz von dem acht Wege sternförmig in 45 Grad Winkeln in den Wald hineinlaufen, wollte Markgraf Friedrich ein Jagdschloss zur Parforce-Jagd bauen. Der Bau wurde aber wegen Geldmangels in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts eingestellt.

Alternativ zur historischen Erklärung gibt es diese Version über eine auffällige Besonderheit des Rondells bei Kaiserhammer. Betrachtet man diese Wegespinne auf einer Landkarte, so muss man feststellen, dass diese acht Wege nicht nach den Himmelsrichtungen orientiert sind.

Geometrie[Bearbeiten]

Die Wegespinne hat genau die Richtung wie einige absolut gerade Linien, welche zum Beispiel von Vohenstrauß in der Oberpfalz nach Gattendorf bei Hof an der Saale oder von dort nach Scheßlitz bei Bamberg auf der Landkarte gezogen werden können, und zwar einmal parallel, ein anderes Mal im rechten Winkel versetzt. Auf diesen Linien sind immer im Abstand von 6,75 Kilometer, 13,5 Kilometer oder 27 Kilometer markante Flurdenkmäler aufgereiht.

Dies lässt vermuten, dass die Wegespinne schon vor der Planung des Jagdschlosses durch Architekt Carl von Gontard vorhanden war.

Kartographie[Bearbeiten]

Ähnlich wie bei den Drei Kreuzen[1] bei Vohenstrauß lassen sich außer den eben besprochenen achtstrahligen Sternlinien noch andere markante Punkte mit den Entfernungen 6,75 und 13,5 Kilometer anmessen. Vom Rondell sind es zum Steinkreuz[2] bei Grünfleck 6,75 Kilometer, zur Waldabteilung Richters Tod am Großen Kornberg, 500 Meter südlich von der Försterruhe, sind es ebenfalls 6,75 Kilometer, zur ehemaligen Burg[3] von Bernstein 6,75 Kilometer und zur Ortschaft Himmelreich, südöstlich von Asch, sind es 13,5 Kilometer. Zieht man nun vom Rondell eine Linie zum Hirschstein, wo die Burg Hirschstein der Hirschberger auf die Granittürme gebaut war, kann man feststellen, dass die Entfernung wiederum genau 6,75 Kilometer beträgt.

Geodäsie[Bearbeiten]

Verlängert man diese Linie um weitere 6,75 Kilometer, kommt man zum Frosch in Schwarzenbach an der Saale, einem etwa 170 Tonnen wiegenden Steinkoloss in der Form eines sitzenden Frosches, der 10 Meter lang, 5 Meter breit und 2 Meter dick ist. Solche Frösche gibt es in vielen Größen und immer in dieses 6,75 bzw. 13,5 Kilometer-System eingebunden. In all diesen Fällen finden wir eine Verknüpfung mit einer Begrenzung. Wir kommen der Lösung näher, wenn wir weiter südlich, bei Tirschenreuth, die sogenannte Frais oder auch Fraisch betrachten. Hier drückt das Wort Fraisch eine Gerichtsbarkeit aus. Zweifellos handelt es sich bei solchen Fröschen um Fraischsteine, die eine Gerichtsbarkeitsgrenze markierten.

Literatur[Bearbeiten]

Karl Bedal: Rätselhaftes, versunken, vergessen, unsichtbar, doch genau vermessen. Merkwürdige Beziehungen und Zusammenhänge zwischen Steinkreuzen, Kreuzsteinen, Schlössern, Burgen, Kirchen und Wegen in Nordostbayern. Frankenpost Verlag, Hof 1986.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Drei Kreuze
  2. Steinkreuz
  3. Burg Bernstein

Weblinks[Bearbeiten]

50.1333612.065585Koordinaten: 50° 8′ 0,1″ N, 12° 3′ 56,1″ O