Roquebrune-Cap-Martin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Roquebrune-Cap-Martin
Wappen von Roquebrune-Cap-Martin
Roquebrune-Cap-Martin (Frankreich)
Roquebrune-Cap-Martin
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Alpes-Maritimes
Arrondissement Nice
Kanton Menton-Ouest
Gemeindeverband Riviera française.
Koordinaten 43° 45′ N, 7° 28′ O43.7572222222227.474166666666767Koordinaten: 43° 45′ N, 7° 28′ O
Höhe 0–800 m
Fläche 9,33 km²
Einwohner 12.450 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.334 Einw./km²
Postleitzahl 06190
INSEE-Code
Website roquebrune-cap-martin.com

Blick von der mittelalterlichen Burg auf Roquebrune und die Halbinsel Cap Martin

Roquebrune-Cap-Martin ist eine französische Gemeinde mit 12.450 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011), die zwischen Monaco und Menton an der Côte d’Azur liegt.

Geografie[Bearbeiten]

Roquebrune-Cap-Martin liegt an der französischen Côte d’Azur in den Ausläufern der französischen Seealpen. Das eigentliche Dorf befindet sich auf einer Höhe von 225 m, vor einer Bergkulisse, die durch den Mont Agel dominiert wird. Ein Teil der Stadtgrenze ist gleichzeitig die Staatsgrenze zum Fürstentum Monaco. Ebenso wie im benachbarten Menton ist der örtliche Dialekt Monegassisch.

Geschichte[Bearbeiten]

Roquebrune wurde im Jahr 970 vom Grafen von Ventimiglia, Conrad I. gegründet, um die Westgrenze seines Territoriums an der einzigen Verbindung nach Westen (der alten römischen Via Julia Augusta) zu schützen. Sein ursprünglicher Name lautete Roccabruna (auf Mentonnais: Roucabruna), das bedeutet "Brauner Felsen". Die Bevölkerung war, wie im benachbarten Monaco, ursprünglich ligurisch, auch wenn mit der Zeit zunehmend okzitanisch sprechende Zuwanderer den örtlichen Dialekt (eine Variante des mentonasque) beeinflussten und durchmischten.

Zu dieser Zeit umgab die Festung die gesamte Siedlung. 1355 verkaufte die Familie Vento Roquebrune, und der Ort wurde für fünf Jahrhunderte Eigentum der Familie Grimaldi. Während dieser Zeit wurden die Befestigungsanlagen erweitert. Im Jahr 1793 wurde Roquebrune französisch. 1804 wurde unter Napoleon  I. eine neue küstennähere Straße gebaut (die heutige Moyenne Corniche). 1814 gelangte Roquebrune wieder in monegassischen Besitz. Am 21. März 1848 proklamierten Roquebrune und Menton die unabhängige Republik der Freien Städte Menton und Roquebrune und stellten sich unter den Schutz des Königs von Sardinien. Mit Sardinien gelangten sie 1859 zum wiedervereinten Italien. Der erste italienische König Viktor Emanuel I. übereignete 1860 die Grafschaft Nizza zusammen mit Savoyen endgültig dem französischen Staat (was von der Bevölkerung Nizzas in einem Plebiszit mit rund 25.000 gegen gerade einmal etwa 200 Stimmen gebilligt wurde). 1861 verzichtete auch der monegassische Fürst Charles III. in einem Vertrag mit Napoléon III. für vier Millionen Francs auf seine Ansprüche auf Roquebrune und Menton.

Das Cap-Martin, auf dem sich eine frühe Kirche befindet, war zunächst dünn besiedelt, wurde aber schon im 11. Jahrhundert erstmals schriftlich erwähnt. Es gehörte zunächst zum östlich gelegenen Menton, der Grenzstadt zu Italien.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde mit Einrichtung der Bahnstrecke Marseille–Ventimiglia auch dieser Küstenabschnitt als Feriendomizil zum Anziehungspunkt für bekannte Persönlichkeiten. Elisabeth von Österreich verbrachte im Hôtel du Cap Martin mehrere Monate ihrer letzten Lebensjahre. Eugénie, Witwe von Napoléon III., besaß hier eine Villa. Im 20. Jahrhundert baute Le Corbusier ein Cabanon, einen minimalistischen Architekturentwurf. Coco Chanel kaufte die Villa La Pausa, in der u. a. Winston Churchill regelmäßig zu Gast war. Heute ist unter anderem das belgische Königshaus Besitzer einer Villa auf Cap Martin.

Der Wechsel des Namens von Roquebrune zu Roquebrune-Cap-Martin spiegelte die zunehmende Urbanisierung der Côte d’Azur im 20. Jahrhundert wider.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 6529 8345 10.996 12.450 12.376 11.692 13.177

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Burg Roquebrune-Cap-Martin wurde am Ende des 10. Jahrhunderts durch Conrad I. Graf von Ventimiglia erbaut. Ihr Donjon ist wohl der älteste in Frankreich.
  • Der Olivier millénaire (Tausendjährige Olivenbaum), vermutlich einer der ältesten Ölbäume der Welt
  • Die Kirche aus dem 12. Jahrhundert, mehrfach umgebaut und restauriert, zuletzt im 19. Jahrhundert

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte von Roquebrune-Cap-Martin sind Profondeville im belgischen Wallonien und Vejle in Dänemark.[1]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roquebrune-Cap-Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roquebrune-Cap-Martin Une histoire de jumelage. 26. September 2008, abgerufen am 2. Oktober 2013.