Rose Lacombe

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Rose Lacombe, auch Claire Lacombe (* 4. August 1765; † vermutlich 1809) war eine Marktfrau, Revolutionärin und Frauenrechtlerin zu Zeit der Französischen Revolution.

Sie führte den sogenannten Brotmarsch nach Versailles an, in dem am 6. Oktober 1789 mehrere tausend Frauen zum Palast des französischen Königs Ludwig XVI. zogen und dort mit lauten Rufen nach Brot den König zum Verlassen seiner Residenz und zum Umzug nach Paris nötigten.

Im Zuge dieses gewaltigen Erfolges nannte sich die, von ihr gegründete und befehligte, Brigade bewaffneter Frauen aus den unterbürgerlichen Schichten „Brigade der Bäckerinnen“, obwohl tatsächlich weder Rose Lacombe noch eine der anderen Frauen als Bäckerin gearbeitet hatten.

Sie beteiligte sich 1792 mit ihrer Brigade am Sturm auf die Tuilerien und erhielt vom Pariser Stadtrat eine Auszeichnung für ihre Beteiligung am Sieg gegen die königliche Garde. Als „Heldin der Bäckerinnen“ wurde sie 1793 Ehrenmitglied bei den Jakobinern. Aufgrund ihrer Popularität fanden ihre Forderungen nach politischer Partizipation der Frauen und dem Wahlrecht für Frauen weiten Widerhall, sie geriet damit jedoch in Konflikt mit Danton und Robespierre.

Im Gegensatz zu Olympe de Gouges, die 1793 wegen ihrer Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin hingerichtet wurde, gelang Rose Lacombe mit der Hilfe ihrer „Bäckerinnen“ die Flucht aus Paris. Daraufhin wurden die „Bäckerinnen“ in Paris als staatsfeindliche Bewegung verboten. Kurz darauf wurde das Verbot auf alle politischen Frauenclubs ausgeweitet.

Nach dem Ende der Herrschaft Robespierres kehrte Rose Lacombe nach Paris zurück und konstituierte die „Bäckerinnen“ nun als rein politischen Club, da das Waffentragen für Frauen weiterhin verboten blieb. Ihr politischer Einfluss blieb jedoch gering und ging über die lokale Politik nicht mehr hinaus.

Literatur[Bearbeiten]