Roseggletscher

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Roseggletscher
Roseggletscher von Norden

Roseggletscher von Norden

Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Gebirge Berninagruppe
Typ Talgletscher
Länge 3,6 km (2012)[1]
Fläche 8,79 km² (1991)[2]
Exposition Nord
Höhenbereich 3'650 m ü. M. – 2'160 m ü. M. (2005)[3]
Eisvolumen 0,36 ± 0,09 km³ (1991)[2]
Koordinaten 784657 / 13899346.3768888888899.83902777777782905Koordinaten: 46° 22′ 37″ N, 9° 50′ 21″ O; CH1903: 784657 / 138993
Roseggletscher (Graubünden)
Roseggletscher
Entwässerung Rosegbach, Flaz, Inn

Der Roseggletscher (rätoromanisch Vadret da Roseg, sprich va'dret da roˈzetɕ) ist ein Gletscher an der Nordseite der Berninagruppe im Kanton Graubünden. Im Jahr 2012 wurde eine Länge von 3,6 km ermittelt.

In seinem Nährgebiet ist der Gletscher mit dem östlich liegenden Sellagletscher (Vadret da la Sella) verbunden. Beide Gletscher zusammen bedeckten 1991 eine Fläche von rund 8.8 km².

Das Nährgebiet des Roseggletschers liegt auf etwas über 3'500 m ü. M. am Felskamm zwischen Piz Glüschaint und Dschimels (italienisch: I Gemelli), über den die Grenze zwischen Italien und der Schweiz verläuft. Der Sellagletscher beginnt unterhalb der steilen Westflanke des Piz Roseg und der an Nordseite des Piz Sella. Beide Gletscher erstrecken sich nach Norden ins Val Roseg.

Sella- und Roseggletscher mit dem Lej da Vadret

Das Schmelzwasser der Gletscher fliesst über den Rosegbach und Flaz zum Inn. Die Zunge des Roseggletschers reicht bis an den Lej da Vadret, einem ein sogenannter Zungenbeckensee. Dieser ist ungefähr 1500 m lang und 300 m breit. Dieser See entstand Mitte des 20. Jahrhunderts, als sich der Roseggletscher und der nordöstlich davon liegende Tschiervagletscher sich trennten. Hinter der ehemaligen Mittelmoräne, der orografisch linken Seitenmoräne des Tschiervagletschers, bildete sich in der Folgezeit der See. Im August 1954 stieg der Wasserspiegel des Sees aufgrund von Schneeschmelze und starker Regenfälle rasch um 85 Zentimeter an. Am Seeauslauf kam es daraufhin zu starker Erosion und die zusätzlichen Wassermassen flossen rasch ab, bis sich der der Wasserspiegel wieder etwa auf das ursprüngliche Niveau gesenkt hatte. Die grossen Hochwasserschäden im Oberengadin während des Sommers 1954 sind zum Teil dadurch verursacht worden.[4]

In der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts reichten Roseg- und Tschiervagletscher bis in die Nähe des heutigen Hotels Roseg.

Am Hang westlich des Roseggletschers auf einer Höhe von 2'610 m befindet sich die Chamanna Coaz, eine Hütte des Schweizer Alpen-Clubs.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Roseggletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, auch als PDF, abgerufen am 24. Oktober 2014).
  2. a b Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).
  3. WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  4. Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich: Vadret dd Tschierva, Vadret da Roseg. In: Naturgefahren Gletscher. (online, auch als PDF).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roseggletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien