Roseires-Damm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Roseires-Damm
Roseires Dam.jpg
Lage: Bundesstaat an-Nil al-azraq;Sudan
Zuflüsse: Blauer Nil
Abflüsse: Blauer Nil
Größere Städte am Ufer: ad-Damazin
Roseires-Damm (Sudan)
Roseires-Damm
Koordinaten 11° 47′ 59″ N, 34° 23′ 19″ O11.79972222222234.388611111111Koordinaten: 11° 47′ 59″ N, 34° 23′ 19″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit:  ?–1966 / ?–2013
Höhe des Absperrbauwerks: 78 m
Höhe der Bauwerkskrone: 490 m
Kronenlänge: 24.410 m
Kraftwerksleistung: 1,800 MW
Daten zum Stausee
Wasseroberfläche 290 km²
Stauseelänge 55 km
Stauseebreite 9 km
Speicherraum 7040 Mio. m³
Roseires Reservoir.jpg

Der Roseires-Damm (arabisch ‏خزان الروصيرص‎) staut den Blauen Nil im Bundesstaat an-Nil al-azraq im Sudan.

Lage[Bearbeiten]

Der Roseires-Damm ist der erste sudanesische Damm im Blauen Nil unterhalb der äthiopisch-sudanesischen Grenze. Sein Stausee erstreckt sich über eine Länge von etwa 55 km in nordsüdlicher Richtung bei einer Breite von 9 km bei der Stadt ad-Damazin.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee des Roseires-Damms geht auf eine von der britischen Kolonialverwaltung in den 1950er Jahren beauftragte Studie zurück, in der das Ingenieurbüro Sir Alexander Gibb and Partners vorschlug, ein Kenana-Scheme genanntes Entwässerungsprojekt im Süden des Gezira-Projektes in vergleichbarer Größe anzulegen und mit Hilfe eines Roseires-Damms zu bewässern. Der 1956 unabhängig gewordene Sudan konnte das Projekt zunächst nicht finanzieren. Erst nachdem der Sudan mit Ägypten den Vertrag von 1959 über die Nutzung des Nilwassers abgeschlossen hatte, konnte der Roseires-Damm mit einem Kredit der Weltbank und Westdeutschlands gebaut und 1966 fertiggestellt werden.

Inzwischen galt das Kenana-Projekt als zu teuer. Das Wasser des Roseires-Stausees wurde deshalb für die verbesserte Bewässerung des Gezira-Projekts und für seine al-Managil-Erweiterung und später für das neue Rahad-Projekt auf der rechten Seite des Flusses verwendet.[1]

Da der Stausee ebenso wie der Khashm-el-Girba-Stausee am Atbara durch Sedimentation einen großen Teil seines Volumens verloren hatte, wurde die Krone des Roseires-Damms um 10 m aufgestockt. Diese Arbeiten wurden im Februar 2013 fertiggestellt.

Bauwerk[Bearbeiten]

Bei dem Roseires-Damm handelt es sich um eine rund 1000 m breite Pfeilerstaumauer, die von zwei Erdschütt-Staudämmen gefasst ist. Die 1966 fertiggestellte Staumauer hatte ursprünglich eine Höhe von 68 m, die Dammkrone war insgesamt 13,5 km lang. Die Staumauer hat 5 Grundablässe mit 6 m breiten und 10,5 m hohen Toren.[2]

1971 wurde der Damm zur Stromgewinnung mit 7 Turbinen ausgestattet.

Man schätzt, dass der Blaue Nil jährlich eine Sedimentfracht von 140 Mio. Tonnen pro Jahr in den Stausee transportierte und dass das ursprüngliche Stauvolumen von 3.300 Mio. m³ bis 1995 bereits um 900 Mio. m³ reduziert wurde. Der Stausee wird deshalb einmal im Jahr bei steigender Flut über den Grundablass geleert, um möglichst viele Sedimente auszuspülen. [3]

Durch die 2013 beendete Aufstockung der Krone um 10 m wurde der Damm insgesamt 24.410 m lang.[4] Dabei wurde auch die Kraftwerksleistung auf 1.800 MW erhöht. Die Arbeiten wurden von Kuwait, Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten finanziert und von der China International Water & Electric Corporation ausgeführt.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bret Wallach: Irrigation in Sudan since Independence. 2004 revidierte, aber inhaltlich nicht fortgeschriebene Version gegenüber der Version in The Geographical Review, 74:2, April 1984, S. 127-144
  2. Ahmed Saleh (Coordinator): Assessment of the current state of the Nile Basin Reservoir Sedimentation Scheme. Nile Basin Capacity Building Network ‘NBCBN', 2005, S. 9-12
  3. Eyasu Yazew Hagos: Development and Management of Irrigated Lands in Tigray, Ethiopia Dissertation 2005, Delft. S. 43/61 f
  4. Africa Dams Briefing 2010 – International River sp. 54 (PDF; 308 kB).
  5. Sudan completes expansion of 1,800-MW Roseiris hydropower project. Artikel vom 1.Februar 2013 auf HydroWorld.com

Weblinks[Bearbeiten]