Rosenöl

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Rosenölherstellung (Gemälde)

Rosenöl ist ein ätherisches Öl und wird durch Wasserdampf-Destillation aus den Blütenblättern von Rosen gewonnen. Die zur Ölgewinnung benutzten Blüten werden vor allem in Bulgarien (Rosental), Frankreich, Marokko und der Türkei kultiviert und von Hand gepflückt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor der Wasserdampf-Destillation wurde das Rosenöl durch Extraktion der Blüten mittels fetter Öle gewonnen. Der Grieche Theophrastus (370 v. Chr) beschrieb die Gewinnung von Rosenöl durch Sesamöl. Rosenöl wurde damals dem Wein zugesetzt. Von Plinius ist überliefert, dass die Römer ihre Nahrungsmittel wie auch ihre Körper mit Rosenöl bedufteten. Die Erkenntnisse über die Destillation von Rosenöl kamen aus Persien. Schon im Jahr 810 erhielt Bagdad aus der Provinz Faristan ca. 30.000 Flaschen mit Rosenwasser. Die Kenntnisse der Destillation von Rosenöl erreichten Europa um 1000 n. Chr.

Im 17. Jahrhundert dehnte sich die Rosenkultivierung von Persien nach Indien, Nordafrika und in die Türkei aus. Im Jahr 1710 begann der Rosenanbau in Bulgarien, 200 km östlich von Sofia in Kasanlak. Seit 1750 bis in die Gegenwart ist die Region zwischen Kasanlak und Karlowo die bedeutendste Anbauregion zur Gewinnung von Rosenöl (Tal der Rosen). Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Bulgarien noch ca. 2800 Kleindestillierbetriebe für Rosenöl mit Wasserdampfbehältern für ca. 1–10 Tonnen Blüten.

Das Zentrum des türkischen Rosenanbaus liegt zwischen Burdur und Isparta im südwestlichen Teil der Türkei.

In Marokko begann die Rosenölherstellung kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in El-Kelâa M’Gouna.

1938 lag die Weltjahresproduktion von natürlichem Rosenöl noch bei jährlich drei Tonnen, 1955 bei 700 kg und Anfang der 1980er zwischen ein und zwei Tonnen pro Jahr. In Bulgarien lag die Produktion im Jahr 2003 bei ca. 900 kg.

Herstellung, Kosten und Verwendung[Bearbeiten]

Gewonnen wird Rosenöl hauptsächlich aus den folgenden Rosenarten:

Weniger bedeutend sind die Rosenarten von Rosa alba und Rosa gallica. Die Ausbeute ist gering; sie beträgt lediglich 0,02 bis 0,05 %. Aus drei Tonnen Blüten wird ca. ein Liter Rosenöl destilliert. Der Preis ist sehr hoch und Verfälschungen z.B. mit billigem Geraniumöl sind daher nicht selten.

Rosenöl ist daher eines der teuersten ätherischen Öle. Im Großhandel kostet ein Kilogramm echtes bulgarisches Rosenöl (rosa damascens) über 5000 €, ein Kilogramm türkisches Rosenöl ca. 3000 €. Auch preiswerte synthetische Nachahmungsprodukte von Rosenöl sind im Handel. Naturidentische Nachbildungen können um 60–70 € pro kg kosten und dem Dufterlebnis von echtem Rosenöl sehr nahekommen, dieses jedoch nicht erreichen. Nichtnaturidentische, synthetische Nachbildungen sind zwar deutlich preiswerter, aber vom Duft her weniger ansprechend.

Rosenöl wird für kostbare Parfüms (z. B. Chanel № 5), zur Raumbeduftung in Duftlampen, in der Aromatherapie, mitunter auch zur Parfümierung von Zucker-, Schokoladen-, Tabakwaren und Likören genutzt. In der Parfümerie ist Rose neben Jasmin der am häufigsten eingesetzte Blumenduft.

Rosenöl hat entzündungshemmende und bakterizide Wirkung.

Chemische Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Sicherheitshinweise
Name

Rosenöl aus Rosa damascena

CAS-Nummer

90106-38-0

GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][3]
Reizend Umweltgefährlich
Reizend Umwelt-
gefährlich
(Xi) (N)
R- und S-Sätze R: 38​‐​41​‐​43​‐​51/53
S: 24​‐​26​‐​37​‐​39​‐​61

Das bulgarische Rosenöl ist eine gelbe bis grünliche Flüssigkeit mit folgenden für die Qualitätsprüfung physikalischen und chemischen Eigenschaften: Dichte 0,848–0,861, Brechungsindex 1,4530–1,4640, erstarrt bei ca. 16,5–23,5 °C, Säurezahl 0,92–3,75, Esterzahl 7,2–17,1, Verseifungszahl 8,0–21,0. Die Hauptinhaltsstoffe sind 34–55 % (–)-Citronellol, 30–40 % Geraniol und Nerol, in geringen Spuren sind ferner Linalool, Farnesol, Citral, 2-Phenylethanol, Carvon, Rhodinol, Nonylaldehyd vorhanden. Insgesamt sind in natürlichem Rosenöl mindestens 350 Verbindungen enthalten. Das bulgarische Rosenöl enthält in Spuren die Verbindungen Damescenon und Rosenoxid; diese geben dem bulgarischen Rosenöl seine besondere Note.

Chemischer Hauptbestandteil des Rosenöls ist 2-Phenylethanol. Bei der Wasserdampfdestillation geht 2-Phenylethanol infolge seiner guten Wasserlöslichkeit fast vollständig in die wässrige Phase über. Rosenwasser enthält daher sehr viel 2-Phenylethanol.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosenöl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Rosenöl – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid und Peter Schönfelder: Das Neue Handbuch der Heilpflanzen, Botanik Arzneidrogen, Wirkstoffe Anwendungen, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, Stuttgart, 2011, ISBN 978-3-440-12932-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse. Aus diesem Grunde fehlen in aktuellen Artikelversionen gelegentlich die S-Sätze oder Quellen dafür; die vollständige EU-Kennzeichnung findet sich dann in Artikelversionen vor Dezember 2012.
  3. Datenblatt Rosenöl, bulgarisch (PDF; 54 kB) bei Eramex Aromatics, abgerufen am 9. April 2013.