Karnevalsumzug

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Karnevalsumzug 2005 am Tulpensonntag durch die Innenstadt von Menden
Karnevalsumzug 2005 am Tulpensonntag durch die Innenstadt von Menden

Der Karnevalsumzug, in Basel auch Cortège, ein Umzug verschiedener verkleideter/maskierter Gestalten durch die Stadt, ist einer der Höhepunkte des Straßen-Karnevals und eine der ältesten bekannten Manifestationen des Karnevals.

Überregional bekannt sind in Deutschland vor allem der Kölner Rosenmontagszug, der Mainzer Rosenmontagszug und der Düsseldorfer Karneval. Der Karnevalsumzug findet je nach Stadt am Karnevalssamstag oder -sonntag, Rosenmontag oder Faschingsdienstag statt. In vielen Städten gibt es zusätzlich zum großen Umzug auch noch Kinder- oder Stadtteilumzüge, die an einem weiteren Tag stattfinden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Regionale Besonderheiten

Motivwagen 2006 aus Düsseldorf
Motivwagen 2006 aus Düsseldorf

[Bearbeiten] Rheinland

Die Karnevalszüge im Rheinland trugen zu Anfang des 19. Jahrhunderts deutlich militärparodistische Züge. Die Umzüge waren aber auch an die historischen Herrscherempfänge angelehnt und waren voller Anspielungen auf die Zeit vor der Eingliederung des Rheinlandes als preußische Rheinprovinz im Zuge des Wiener Kongresses (siehe z.B. Kölner Dreigestirn). Sie dienten damit nicht nur der Unterhaltung, sondern boten dem Bürgertum auch ein Medium zur Selbstinszenierung.

Ab 1830 wurden die Themen der Züge zunehmend politischer. Liberale Ideen verbreiteten sich angeregt durch die französische Juli-Revolution und die Züge wurden vermehrt für politische Satire genutzt. Mit der gescheiterten Revolution von 1848 wandten sich viele der "Karnevalisten aus politischer Gelegenheit" wieder vom Fest ab, politische Themen blieben aber bis heute als wichtiger Bestandteil der Umzüge erhalten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Züge unter dem Einfluss des gespannten Verhältnisses zwischen Preußen und Frankreich zunehmend patriotisch. Der preußische Sieg im Jahr 1871 und die Reichsgründung etablierten eine deutlich nationalistische Stimmung im Karnevalsgeschehen um die Wende zum 20. Jahrhundert, die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges anhielt.

Heute besteht ein Zug aus Abordnungen der Karnevalsvereine mit Prunkwagen, Kapellen, Tanzgruppierungen und oft auch aus so genannten Motivwagen. Letztere stellen oft Ereignisse und Personen des vergangenen Jahres in satirisch interpretierter Form dar.

[Bearbeiten] Schwäbisch-Alemannische Fastnacht

Ravensburger Papierkrattler beim Narrensprung 2005
Ravensburger Papierkrattler beim Narrensprung 2005

Die Narren bei Straßenumzügen der Schwäbisch-alemannische Fastnacht tragen das traditionelle Häs und neben den Musikkapellen gibt es noch Guggenmusik. Die Figuren sind weniger militärhaft, sondern sind vor allem traditionelle Dämonen- oder Narrenfiguren aus dem Mittelalter sowie Tiere. Auch dort finden sich Wagen, auf denen oft über die Politik hergezogen wird.

[Bearbeiten] International

Höhepunkt des Karneval in Rio ist die Parade der Sambaschulen: Von Freitag bis Dienstag ziehen allnächtlich die Paraden durch die Stadt. Der Mardi Gras (fetter Dienstag) ist der Tag der Umzüge von New Orleans und Höhepunkt des dortigen Karnevals. Die Cortèges der Basler Fasnacht finden am Montag und Mittwoch statt; da die Basler Fasnacht eine Woche nach dem sonstigen Karneval stattfindet, eine Woche nach Rosenmontag bzw. Aschermittwoch. Die Umzüge des Karneval in der französischen Hochburg Nizza beginnen etwa zwei Wochen vor dem eigentlichen Karnevalswochenende. Berühmt sind hier die Blumencorsi, bei denen blumengeschmückte Wagen an der Seepromenade paradieren und die Zuschauer mit Blumen bewerfen. Höhepunkt und Abschluss ist der Umzug am mardi gras mit anschließendem Feuerwerk. Der Karneval im griechischen Patras dauert etwa zwei Wochen und richtet sich nach dem orthodoxen Osterdatum, weicht also von den westlichen Karnevalsterminen ab. Höhepunkt ist der große Umzug am Karnevalssonntag, im Jahr 2006 der 5. März. Die Maskenumzüge im italienischen Viareggio finden am Karnevalsdienstag sowie an mehreren Sonntagen vor und nach diesem statt.

[Bearbeiten] Traditionelle Rufe

In Deutschland existieren regional die unterschiedlichsten Narrenrufe. Zu den zwei bekanntesten und bundesweit verbreitetsten gelten sicherlich „Helau“ und „Alaaf“. Vom Rheinland nach Norden und Osten gestreckt, wird der dort traditionelle Ruf gerufen, jedoch in Düsseldorf, am Niederrhein, im Ruhrgebiet und von Mainz und Würzburg südlich wird „Helau“ gerufen. Die Mainzer haben den Ruf Helau von Düsseldorf übernommen. Auch in Westfalen ist "Helau" der gängige Ruf, regionale Besonderheiten sind aber auch hier vorhanden.

[Bearbeiten] Kurioses

Der kleinste Karnevalsumzug der Welt wird seit 1956 von Helmut Scherer im nordrhein-westfälischen Unna durchgeführt. Er besteht aus einem einzigen handgezogenen Leiterwagen.[1]

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Stern.de: Kleinster Karnevalszug
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