Rosenquarz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rosenquarz im Rohformat
Elefant aus Rosenquarz
die Länge beträgt etwa 10 cm

Rosenquarz ist eine Varietät des Minerals Quarz. Er besitzt eine rosarote Färbung, ist milchig-trüb bis durchscheinend und tritt meist in körnigen Aggregaten auf.

Rosenquarz bestimmter Lokalitäten verliert seine Farbe durch Einwirkung von Sonnenlicht, während Rosenquarze anderer Lagerstätten, auch nachdem sie 50 Jahre dem Sonnenlicht ausgesetzt waren, ihre Farbe behalten haben. Beim Erhitzen über 575 °C verliert Rosenquarz seine Farbe.

Neben den immer vorhandenen Einschlüssen feinster Fasern von einem Dumortierit-ähnlichem Mineral finden sich häufig feinste Rutilnadeln. Beide Mineraleinschlüsse sind oft senkrecht zur Prismenachse (kristallographischen c-Achse) orientiert in den Quarz eingewachsen und für den gelegentlich beobachteten Asterismus des Rosenquarzes verantwortlich.

Rosa Quarz: Idiomorphe Kristalle (Kristalle mit regulär entwickelten Flächen) sind äußerst selten und frei von trübenden Einschlüssen. Die Farbe verblasst bei Einwirkung von UV-Licht und beim Erhitzen über 200 °C.

Rosenquarz wird üblicherweise zu Schmucksteinen und Kunstgegenständen verarbeitet.

Farbursachen[Bearbeiten]

Die Ursachen der rosa Farbe von derbem, trübem Rosenquarz und klarem Rosa Quarz sind unterschiedlich.

Die Farbursache von trüben Rosenquarz war lange umstritten und viele Ursachen wurden diskutiert, so z. B. Einbau von Mangan oder manganhaltigen Mineralen, Lichtstreuung an feinsten Rutileinschlüssen, Einschlüsse von rosafarbenen Mineralen oder Wechselwirkung von Eisen- und Titanionen im Quarz. Neuere Untersuchungen konnten belegen, dass feinste Einschlüsse von einem faserigen Dumortierit-ähnlichem Mineral Rosenquarz seine Farbe verleihen. Dumortierit, ein Borsilikat, ist durch gekoppelten Einbau von Spuren von Eisen und Titan rosa gefärbt.

Klare Kristalle von Rosa Quarz erhalten ihre Farbe nicht durch Einschlüsse, sondern durch den gekoppelten Einbau von Aluminium und Phosphor in die Quarzstruktur und nachfolgende Bestrahlung. Quelle ionisierender Strahlung ist im Allgemeinen der Zerfall des radioaktiven Kaliumisotops 40K.

Rosenquarz

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Rosenquarz findet sich in granitischen Pegmatiten, wo er zusammen mit Kalifeldspat, Schörl, Cassiterit, Beryll und Phosphatmineralen vorkommt. Weiterhin findet sich Rosenquarz in massiven hydrothermalen Quarzgängen.

Klare, idiomorphe Kristalle von Rosa Quarz sind sehr selten. Bekannt ist z. B. das Vorkommen im Sapucaia Pegmatit in Minas Gerais, Brasilien.

Esoterik[Bearbeiten]

In der Esoterik gilt Rosenquarz als starkes Symbol für Liebe und Fruchtbarkeit. Es soll körperliche und geistige Schwächen des Liebeslebens heilen, sowie auch z.B. Kopfschmerzen lindern, aus dem Grund gilt er als Heilstein. Weiterhin gehört er zum Herzchakra und soll die Organe im Herzbereich stärken. Weiterhin soll er schädliche Strahlungen (z.B. Wasseradern, Elektrosmog) absorbieren können. Für den Wirkungsbereich in der Esoterik gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Belege.

Warnhinweis[Bearbeiten]

Rosenquarz sollte, im Gegensatz zu anders lautenden Behauptungen, nicht als Aufguss-Stein in der Sauna verwendet werden. Quarz ist als sprödes Mineral allgemein empfindlich gegenüber wechselnden, starken Wärmebelastungen. Daher können auch ohne den Aufgussvorgang selbst, bei dem die Steine abgeschreckt werden, immer wieder Bruchstücke abgesprengt werden, die als scharfe Splitter quer durch die Saunakabine fliegen und aufgrund der Härte des Materials zu ernsten Verletzungen führen. Zudem verlieren Rosenquarze bei länger andauernder Nutzung als Aufguss-Stein schnell ihre rosa Färbung und zerfallen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 88, 90.
  •  G.R. Rossman: Colored varieties of the silica minerals. In: Mineralogical Society of America (Hrsg.): Silica. Physical Behavior, Geochemistry and Material Applications. 29, Washington, D.C. 1994, ISBN 0-939950-35-9, S. 433–462.
  •  Josef Paul Kreperat: Edelsteine und Mineralien - Heilkräfte - Anwendung - Eigenschaften. Kosmos Verlag, ISBN 978-3-440-09230-9, S. 70f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosenquarz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien