Ross Macdonald

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ross Macdonald, John Macdonald oder auch John Ross Macdonald (* 2. Juni 1915 als Kenneth Millar in Los Gatos, Kalifornien; † 11. Juli 1983 in Santa Barbara, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Dozent.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem er sich ursprünglich John Macdonald genannt hatte, wechselte er sein Pseudonym zu Ross Macdonald, um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Krimi-Autor John D. MacDonald zu vermeiden. Ross MacDonald war mit der Schriftstellerin Margaret Millar verheiratet.

Zentrales Thema der Detektivromane Macdonalds sind gestrauchelte Jugendliche und die Schuld ihrer Eltern. Die meisten Romane Macdonalds beinhalten verästelte, weit in die Vergangenheit zurückreichende kriminelle Verstrickungen, die vom Privatdetektiv Lew Archer aufgelöst werden. Macdonald führte somit als einer der ersten Krimiautoren der Gattung die Gedanken der Psychoanalyse zu.

Neben Dashiell Hammett und Raymond Chandler gilt Ross Macdonald als einer der wichtigsten Vertreter der harten Schule des Detektivromans. James Ellroy nennt ihn als eines seiner Vorbilder.

Zwei Lew-Archer-Romane wurden mit Paul Newman als Detektiv verfilmt (Harper, 1966 und The Drowning Pool, 1975); allerdings heißt der Ermittler in den Filmen aus rechtlichen Gründen Harper statt Archer.

Ross Macdonald starb 1983 an der Alzheimer-Krankheit.

Werke[Bearbeiten]

Die Kriminalromane wurden deutsch ab 1968 im Rowohlt Verlag und im Diogenes Verlag veröffentlicht.

Romane ohne Lew Archer[Bearbeiten]

  • 1944: The Dark Tunnel
  • 1946: Trouble Follows Me
  • 1947: Blue City (dt. Wettlauf mit dem Gestern und Blue City)
  • 1948: The Three Roads (dt. Schwarze Vergangenheit und Der Mörder im Spiegel)
  • 1953: Meet Me at the Morgue auch: Experience With Evil (dt. Triff mich in der Leichenhalle)
  • 1961: The Ferguson Affair (dt. Die Akte Ferguson)

Lew-Archer-Romane[Bearbeiten]

  • 1949: The Moving Target auch: Harper (dt. Reiche sterben auch nicht anders)
  • 1950: The Drowning Pool (dt. Wer zögert ist verloren, Kein Öl für Mrs. Slocum und Unter Wasser stirbt man nicht!)
  • 1951: The Way Some People Die (dt. Tote ertrinken nicht)
  • 1952: The Ivory Grin, auch: Marked For Murder (dt. Bis auf die Knochen und Ein Grinsen aus Elfenbein)
  • 1954: Find a Victim (dt. Anderer Leute Leichen)
  • 1956: The Barbarous Coast (dt. Sprungbrett ins Nichts und Die Küste der Barbaren)
  • 1958: The Doomsters (dt. Schuldkonto der Vergangenheit und Sanftes Unheil)
  • 1959: The Galton Case (dt. Ein schwarzes Schaf verschwindet und Der Fall Galton)
  • 1961: The Wycherly Woman (dt. Die wahre Mrs. Wycherly)
  • 1962: The Zebra Striped Hearse (dt. Camping im Leichenwagen)
  • 1964: The Chill (dt. Gänsehaut)
  • 1965: The Far Side of the Dollar (dt. Die Kehrseite des Dollars)
  • 1966: Black Money (dt. Geld zahlt nicht alles und Schwarzes Geld)
  • 1968: The Instant Enemy (dt. Durchgebrannt)
  • 1969: The Goodbye Look (dt. Geld kostet zuviel)
  • 1971: The Underground Man (dt. Der Untergrundmann)
  • 1973: Sleeping Beauty (dt. Dornröschen war ein schönes Kind)
  • 1976: The Blue Hammer (dt. Der blaue Hammer)

Erzählungsbände[Bearbeiten]

  • 1955: The Name is Archer (dt. in zwei Bänden: Manche mögen's kalt / Manche mögen's eiskalt und Der Drahtzieher / Einer lügt immer)
  • 1974: Great Stories of Suspense
  • 1977: Lew Archer, Private Investigator
  • 1982: Early Millar. 1st Stories of Ross Macdonald and Margaret Millar
  • 2000: Strangers in Town. Three Newly Discovered Stories

Sachbücher[Bearbeiten]

  • 1973: On Crime Writing
  • 1981: Ceaselessly Into the Past [Selbstporträt]

Verfilmungen[Bearbeiten]

  • 1966: Ein Fall für Harper
  • 1974: Familiengeheimnisse (Underground man)
  • 1975: Unter Wasser stirbt man nicht (The drowning pool)
  • 1979: Killer aus dem Dunkel (Double negative)
  • 1986: Blue City
  • 1992: Eine Frau für alle Fälle (Criminal behaviour)

Außerdem gab es noch eine Mini-Fernsehserie mit sechs Folgen (Archer, 1975) mit Brian Keith in der Titelrolle.

Biographien[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]