Rossotrudnitschestwo

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Rossotrudnitschestwo
Россотрудничество
Typ Regierungsagentur
Gründung 1925
Sitz Moskau
Ursprung Russland
Aktionsraum Weltweit
Schwerpunkt Internationale Zusammenarbeit
Methode Kulturaustausch
Website http://rs.gov.ru/

Die Rossotrudnitschestwo (russisch Россотрудничество) ist die Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit im Außenministerium der Russischen Föderation. Sie hat die Aufgabe, die Kenntnis der russischen Sprache im Ausland zu fördern, die internationale kulturelle Zusammenarbeit zu pflegen und ein umfassendes, aktuelles Russlandbild zu vermitteln. Zudem soll sie im sogenannten „näheren Ausland“, das heißt in den ehemaligen Sowjetrepubliken, die Interessen der russischen Regierung vertreten.

Ziele[Bearbeiten]

Die Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo) soll durch ein weltweites Netzwerk von staatlichen Russischen Zentren in vielen Ländern die russische Sprache und die kulturelle Zusammenarbeit fördern. Gleichzeitig ist Rossotrudnitschestwo der russische Ansprechpartner für die unabhängigen nationalen Freundschaftsgesellschaften in diesen Ländern.

Seit 2008 soll Rossotrudnitschestwo offensiv die Interessen Moskaus im Ausland vertreten, insbesondere in den ehemaligen Sowjetrepubliken, damit nähern sich die Ziele von Rossotrudnitschestwo jenen der international politisch einflussreichen US-Behörde für internationale Entwicklung (USAID).

Tätigkeit[Bearbeiten]

Die Agentur ist derzeit mit 77 Russischen Zentren in Europa, Amerika, Asien und Afrika vertreten.[1]

Bildungsangebote[Bearbeiten]

Ein Schwerpunkt der Russischen Zentren ist die Förderung der russischen Sprache in der Diaspora, welche die Durchführung von Sprachkursen und -prüfungen, die Erarbeitung von Lehrmaterialien sowie die Fortbildung von Russischlehrern umfasst.

Kulturelle Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Eine weitere zentrale Aufgabe der Russischen Zentren ist die kulturelle Zusammenarbeit mit anderen Staaten etwa auf den Gebieten Literatur, Musik, Theater, Film, Tanz, Ausstellungen und Übersetzung. Hierzu organisieren die Russischen Zentren in Kooperation mit Partnern in den Gastländern Programme zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen und liefern Beiträge zu Festivals. Bei den Projekten an den Auslandsinstituten wirken Autoren, Musiker, Künstler aus Russland mit und fördern den kulturellen Dialog der Russischen Föderation mit der Welt.

Vermittlung eines Russlandbildes[Bearbeiten]

Drittes Hauptziel der Russischen Zentren ist die Vermittlung eines umfassenden, aktuellen Russlandbildes, unter anderem durch Russische Bibliotheken sowie vielfältige Print-, Audio- und Video-Publikationen.

In den Russischen Bibliotheken finden Schüler, Studenten, Wissenschaftler und Lehrkräfte ebenso wie russische Landsleute in der Diaspora russischsprachige Bücher, Hörbücher und Zeitschriften.

Organisation[Bearbeiten]

Am 20. November ernannte Präsident Dmitri Medwedew 2008 mit dem Ukas № 1642 Farit Mubarakschewitsch Muchametschin, den russischen Botschafter in Usbekistan, zum Direktor von Rossotrudnitschestwo.

Neben Niederlassungen in verschiedenen Gebieten Russlands wie Sankt Petersburg, Wolgograd, Nowgorod, Omsk, Irkutsk, Nowosibirsk, Chabarowsk, Krasnodar und Woronesch hat Rossarubeschzentr weltweit verteilt viele Russische Zentren.

Rossotrudnitschestwo hat seit 1994 den Status einer Regierungsagentur.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo) wurde durch den Ukas № 1315 des Präsidenten vom 6. September 2008 gegründet. [2] Sie übernahm die Tätigkeiten des Russischen Zentrums für internationale, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit (Rossarubeschzentr) und früherer Organisationen, deren Geschichte bis 1925 zurück reicht. [3]

Namensgeschichte[Bearbeiten]

Rossotrudnitschestwo hat eine wechselhafte Geschichte, die in mehreren Namenswechseln sichtbar wird:

  • 1925 Allunions Gesellschaft für kulturelle Beziehungen mit dem Ausland (VOKS)
  • 1958 Verband der sowjetischen Gesellschaften für Freundschaft und kulturelle Beziehungen mit den Völkern anderer Länder (SSOD) / Союзом советских обществ дружбы с народами зарубежных стран (ССОД)
  • 1992 Russische Agentur für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (RAMS) / Российской ассоциации международного сотрудничества (РАМС)
  • 1994 Russisches Zentrum für internationale, wissenschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit (Rossarubeschzentr) / (Росзарубежцентр)
  • 2008 Föderalagentur für Angelegenheiten der GUS, für Fragen der im Ausland lebenden Mitbürger und für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo) / Федеральное агентство по делам Содружества Независимых Государств, соотечественников, проживающих за рубежом, и по международному гуманитарному сотрудничеству (Россотрудничество)

Präsidenten[Bearbeiten]

  • 1994–2004 Walentina Tereschkowa, die erste sowjetische Kosmonautin und erste Frau im Weltraum 1963
  • seit 2008 Farit Mubarakschewitsch Muchametschin, russischer Botschafter in Usbekistan
  • seit 2012 Konstantin Kosachev

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten]

In den Leitungsgremien von Rossotrudnitschestwo sind viele prominente russische Wissenschaftler vertreten.

Internationale Freundschaftsgesellschaften[Bearbeiten]

Zu den 61 nationale Freundschaftsgesellschaften gehören:

Vergleichbare Institute[Bearbeiten]

Vergleichbare Institutionen für andere Länder sind:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. О Россотрудничестве (Über Rossotrudnichestvo). Abgerufen am 22. April 2013 (russisch).
  2. Kommersant Meldung von RIA Novosti, 20. Oktober 2008
  3. Gesellschaft Schweiz-Russland, Dossier