Rostock

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rostock (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Rostock
Rostock
Deutschlandkarte, Position der Stadt Rostock hervorgehoben
54.08333333333312.13333333333314Koordinaten: 54° 5′ N, 12° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 181,28 km²
Einwohner: 203.431 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1122 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 18001–18182
Vorwahlen: 0381, 038202, 038206
Kfz-Kennzeichen: HRO
Gemeindeschlüssel: 13 0 03 000
Stadtgliederung: 21 Stadtbereiche
Adresse der
Stadtverwaltung:
18050 Rostock
(Sitz: Neuer Markt 1)
Webpräsenz: rathaus.rostock.de
Oberbürgermeister: Roland Methling (parteilos)
Lage von Rostock in Mecklenburg-Vorpommern
Polen Königreich Dänemark Schleswig-Holstein Niedersachsen Brandenburg Müritz Stettiner Haff Ostsee Schwerin Hansestadt Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-ParchimKarte
Über dieses Bild
Kröpeliner Straße, Einkaufsstraße in der Altstadt von Rostock
Warnemünde mit Wahrzeichen Leuchtturm und Teepott, Seebad im Stadtgebiet von Rostock

Rostock ([ˈʁɔstɔk]) ist eine norddeutsche kreisfreie Hansestadt an der Ostsee. Sie liegt im Landesteil Mecklenburg des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Rostock ist eine Regiopole und hat 203.431 Einwohner[2], damit ist sie die nach Einwohnern größte Stadt des Landes. Die Stadt zieht sich etwa 20 Kilometer am Lauf des Flusses Warnow bis zur Ostsee entlang. Der größte bebaute Teil Rostocks befindet sich auf der westlichen Seite der Warnow. Der östliche Teil der Stadt wird durch den Überseehafen, Gewerbestandorte und das Waldgebiet der Rostocker Heide geprägt.

Die Stadt hat einen für Fährverkehr und Güterumschlag wichtigen Ostseehafen sowie den größten deutschen Kreuzfahrthafen im Stadtteil Warnemünde. Der Flughafen Rostock-Laage ist von landesweiter Bedeutung. Kulturell wie wirtschaftlich gilt Rostock als die wichtigste Stadt im Land. Geprägt wird sie durch ihre Lage am Meer, ihren Hafen, eine lebendige Kulturszene, sowie die Universität Rostock, die 1419 gegründet wurde. Wirtschaftlich dominieren Spitzentechnologie, Schiffbau und Schifffahrt, Maschinenbau, der Tourismus, der Dienstleistungssektor und die Universität als größte Arbeitgeber der Stadt.

Rostock erhielt 1218 das Lübische Stadtrecht bestätigt. Als Mitglied der Hanse blühte die Stadt auf, wovon bis heute prächtige Werke der Backsteingotik und viele weitere Baudenkmale zeugen. Rostock gehörte bis 1918 zum Großherzogtum, dann zum Freistaat Mecklenburg-Schwerin und war stets das urbane Zentrum Mecklenburgs. Die Stadt und eines der vier Oberzentren Mecklenburg-Vorpommerns, neben Schwerin, Stralsund-Greifswald und Neubrandenburg. Die nächstgelegenen Metropolregionen sind Hamburg im Westen, Stettin im Osten, Kopenhagen-Malmö im Norden und Berlin im Südosten.

Inhaltsverzeichnis

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Satellitenbild Rostocks
Quelle: World Wind

Rostock liegt ziemlich genau in der nördlichen Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits des Unterlaufs der Warnow, die als Unterwarnow vom Rostocker Stadtzentrum bis zur etwa 16 km entfernten Küste schiffbar ist. Vor der Mündung in die Ostsee beim Ortsteil Warnemünde weitet sich die Unterwarnow in Richtung Osten zum Breitling aus. Hier befindet sich der Rostocker Seehafen. Der Südosten und das westliche Warnowufer, die von fruchtbaren Grundmoränenflächen bedeckt werden, sind dicht besiedelt, während der Nordosten durch ländliche Ortsteile und den ca. 6000 ha großen Küstenwald Rostocker Heide geprägt wird.

Rostocks größte Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 21,6 km und von Ost nach West 19,4 km. Die Länge der Stadtgrenze (ohne Küste) beträgt 97,9 km. Rostocks Küste selbst hat eine Länge von 18,5 km. Die Warnow im Stadtgebiet erstreckt sich über 16 km. Der höchste Punkt in der Stadt mit etwa 49 m ü. NHN liegt im Ortsteil Biestow (Biestow-Ausbau, Friedrichshöhe), der niedrigste mit etwa 1,5 m unter NHN im Ortsteil Warnemünde (Diedrichshäger Moor).

Die Geografie der Altstadt, aber auch die der Gegend um Warnemünde haben sich im Laufe der Zeit sichtbar verändert. Wo heute Am Strande eine Hauptverkehrsstraße verläuft, war früher tatsächlich Strand, und lange Brücken führten in das schiffbare Wasser. Um die Stadt verlief außerdem lange ein Wassergraben zum Schutz, der – nutzlos geworden – im Zuge der Entfestigung und des Ausbaus des Stadthafens korrigiert wurde. Auf alten Fotos und Abbildungen sind noch die heute nicht mehr vorhandenen Brücken vor dem Petritor und vor dem Kröpeliner Tor zu sehen. Dabei wurde neben dem Fischer-Hafen der Haedge-Hafen mit dem Kohlenkai – heute Haedge-Halbinsel – gebaut. Darüber hinaus ist auch der Abfluss der Warnow in Warnemünde verändert worden. War es früher der Alte Strom, ist es heute der Neue Strom, der auch deutlich ausgebaut wurde. Auch der Breitling wurde mit der Anlage großer Hafenbecken verändert.

Rostock wird vom Landkreis Rostock umgeben, der die Regiopolregion Rostocks bildet. Unmittelbare Nachbargemeinden sind im Nordosten die amtsfreie Gemeinde Graal-Müritz, im Osten das Amt Rostocker Heide (mit den Gemeinden Gelbensande, Rövershagen, Mönchhagen und Bentwisch), im Südosten das Amt Carbäk (mit Broderstorf und Roggentin), im Süden die amtsfreie Gemeinde Dummerstorf. Im Süden bis in den Nordwesten grenzt Rostock an das Amt Warnow-West (mit den Gemeinden Papendorf, Kritzmow, Lambrechtshagen, sowie Elmenhorst/Lichtenhagen), unterbrochen nur von einer kurzen Angrenzung an das Amt Bad Doberan-Land mit der Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten]

Das Stadtgebiet Rostocks ist in 31 Ortsteile gegliedert. Zu statistischen Zwecken sind diese in 21 Stadtbereiche (A bis U) zusammengefasst. Weiterhin sind die Ortsteile auf fünf Ortsamtsbereiche verteilt, für die jeweils ein Ortsamt zuständig ist. Hier werden Einwohnerangelegenheiten (z.B. Meldungen) bearbeitet.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Nach der Gründung der Stadt und der Vereinigung der Stadtteile erwarb Rostock im 13. Jahrhundert die große Rostocker Heide sowie einige nahe gelegene Dörfer und Gutsstellen (Bartelsdorf, Bentwisch, Broderstorf, Kassebohm, Kessin, Rövershagen, Riekdahl, Stuthof, Willershagen und Gragetopshof).

Die meisten dieser Orte wurden jedoch später wieder als eigenständige Gemeinden geführt und nicht oder erst im 20. Jahrhundert wieder dem Stadtgebiet Rostocks angeschlossen. Im 14. Jahrhundert erwarb die Stadt das Dorf Warnemünde und erhielt so Zugang zum Meer.[4] Bis in das 20. Jahrhundert hinein war Warnemünde eine Rostocker Exklave. Ein geschlossenes Stadtgebiet besteht seit 1934.

Man kann somit drei Stufen der Stadtentwicklung festhalten: Die erste im 13. und 14. Jahrhundert, die zweite nach der Industrialisierung, also in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die dritte nach dem Zweiten Weltkrieg. Klosteranlagen gehörten im übrigen lange nicht zum eigentlichen Stadtgebiet, selbst wenn sie innerhalb der Stadtmauern lagen. Das Kloster zum Heiligen Kreuz beispielsweise – das im übrigen über erheblichen Grundbesitz in Rostock und Mecklenburg verfügte, wie das Dorf Schmarl mit der Hundsburg – konnte erst durch die Verfassung des Freistaates Mecklenburg-Schwerin von 1920 aufgelöst werden.

Immer wieder gibt es auch kleinere Änderungen an der Gesamtfläche des Stadtgebiets. In den 1970er Jahren wurde die Autobahn Berlin–Rostock gebaut und in diesem Zusammenhang wurden zum Beispiel Flächen der Stadt zugeordnet, die heute zu Alt Bartelsdorf und Riekdahl gehören (ca. 2 km²). 1980 ging ein Teil der Rostocker Heide nach Graal-Müritz (ca. 1 km²), ein Jahr später ein Stück der Gemarkung Sievershagen nach Rostock (auch etwa 1 km²). Die jüngsten Flächenänderungen wurden aufgrund der Inkommunalisierung von Flächen der Ostsee vorgenommen. Der neu gebaute Yachthafen Hohe Düne hat eine Fläche von etwa 0,3 km². 2009 erfolgte außerdem die erste Anpassung der Gebietsgrenze an die Ostseeküste seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Kleine Änderungen wurden bei Bodenneuordnungsverfahren an der Kreisgrenze zu Elmenhorst/Lichtenhagen vorgenommen.

Unabhängig von Eingemeindungen und der Änderung an der Zuordnung von Flurstücken ändert sich die Gesamtfläche der Stadt, die aus aktuellen Messungen resultieren, die mit exakteren Methoden vorgenommen werden und Fehler in historischen Messungen korrigieren. Die jüngsten Messungen weisen der Stadt eine Gesamtfläche von 181,275 km² aus.[5]

Klima[Bearbeiten]

Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt 8,4 °C, im Jahresmittel fallen 591 mm Niederschlag.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Rostock
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,0 3,6 6,8 10,6 16,0 18,7 21,0 21,3 17,4 12,7 7,4 4,5 Ø 12
Min. Temperatur (°C) −1,1 −0,8 1,3 4,1 8,3 11,9 14,1 14,2 11,1 7,3 3,2 0,6 Ø 6,2
Niederschlag (mm) 46,8 29,7 42,3 35,8 47,9 65,8 64,5 57,3 56,3 44,2 46,4 50,5 Σ 587,5
Regentage (d) 10,0 7,9 9,2 7,8 7,8 9,8 8,8 8,5 9,6 9,4 10,5 10,3 Σ 109,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,0
−1,1
3,6
−0,8
6,8
1,3
10,6
4,1
16,0
8,3
18,7
11,9
21,0
14,1
21,3
14,2
17,4
11,1
12,7
7,3
7,4
3,2
4,5
0,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
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r
s
c
h
l
a
g
46,8
29,7
42,3
35,8
47,9
65,8
64,5
57,3
56,3
44,2
46,4
50,5
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Rostocks

Namensgeschichte[Bearbeiten]

Die Kyzziner, die zum slawischen Stammesverband der Wilzen gehörten und bereits um 600 dort Siedlungen gehabt haben müssen, nannten in ihrer Sprache das Auseinanderfließen der Warnow rastokŭ und gaben der Stadt somit ihren Namen.[6] Dieser altpolabische Name lässt sich übersetzen in auseinander für roz und Fluss für tok, also der Fluss, der auseinander fließt oder sich hier gabelt.[7]

Der Name der Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur leicht verändert, darauf lässt sich unter anderem aus historischen Texten schließen. Um 1165 wurde zuerst Rozstoc erwähnt. Die Burg wurde 1171 Urbs Rozstoc, das Castrum 1182 Rostoch genannt. Weitere Varianten finden sich seit 1189: Rotstoc und Rotstoch, 1218 folgte Rozstoc, dann 1219 Roztoc und ab 1240 Rostok. Um 1366 hieß es schließlich Rostock. Dort wo die Warnow, früher Varnowa in die Ostsee mündet, liegt folgerichtig Warnemünde. Varna bzw. varn bedeutet Krähe, bzw. Rabe.

Historisch wurde Rostock auch bei seinen lateinischen Namen genannt: Rhodopolis bzw. Rostochium.[8]

Mittelalter[Bearbeiten]

Petrikirche, Alter Markt an der Unterwarnow, die Keimzelle der Stadt Rostock
Das Kröpeliner Tor am westlichen Stadtausgang.

Rechts der Warnow, zwischen dem heutigen Dierkow und Gehlsdorf, sind ab dem 8. Jahrhundert slawische Handwerker- und Handelsplätze archäologisch belegt.[9] Spätestens im 12. Jahrhundert existierte eine Fürstenburg der zum Stamm der Liutizen gehörenden Kessiner mit einer frühstädtischen Marktsiedlung. Diese wurde 1161 von dem mit den Sachsen verbündeten dänischen König Waldemar I. zerstört, nachdem der Abodritenfürst Niklot im Abwehrkampf gegen den Sachsenherzog Heinrich den Löwen südlich von Rostock bei der Burg Werle 1160 gefallen war. 1167 unterwarf sich Niklots Sohn Pribislaw Heinrich dem Löwen und wurde daraufhin von ihm mit einem großen Teil Westmecklenburgs belehnt. Um 1170 errichtete er mehrere Burgen neu, darunter Rostock, das sich neben der nahegelegenen Burg Kessin allmählich zu einem zweiten Schwerpunkt des Landes Mecklenburg entwickelte.

Noch im 12. Jahrhundert ließen sich auch auf dem hochgelegenen linken Warnowufer Handwerker und Kaufleute nieder, darunter Holsteiner, Sachsen, Westfalen, Dänen und Slawen. Diese Siedlung auf dem Hügel um die spätere Petrikirche und den Alten Markt bildete den Ausgangspunkt der Stadtwerdung Rostocks. Die erste urkundliche Erwähnung Rostocks stammt aus dem Jahr 1189, als Nikolaus den Mönchen des 1186 gegründeten Klosters Doberan Zollfreiheit auf dem Rostocker Markt gewährte. Die Erwähnung einer Clemens-Kirche mit deutschem Priester weist dabei auf die Christianisierung der Siedlung hin.[10] Nach der Bestätigung des lübischen Stadtrechts durch Heinrich Borwin I. vom 24. Juni 1218 folgte eine Erweiterung der Siedlung nach Süden mit der Nikolaikirche als Mittelpunkt. 1232 wird die Marienkirche erstmals urkundlich als Pfarrkirche einer selbstständigen Siedlung erwähnt,[11] die sich westlich, jenseits eines Warnowzuflusses („Grube“), an die ältere Stadt anschloss und über einen eigenen Markt und ein Rathaus verfügte. Nach einer neuerlichen Ausdehnung in Richtung Westen über die „Faule Grube“ als weitere natürliche Begrenzung entstand um 1252 die Neustadt als vierte eigenständige Siedlung, deren Mittelpunkt die Jakobikirche war. In den Jahren 1262 bis 1265 vereinigten sich schließlich die Siedlungen. Der mittlere Siedlungskern wurde zum Verwaltungszentrum der Stadt, in dem der Stadtrat und das Gericht ihren Sitz hatten und das Rathaus nach Lübecker Vorbild erbaut wurde.

Während die „Wendische Wyk“ rechts der Warnow ihren Niedergang erlebte und Fürst Nikolaus das Kind seinen dortigen Besitz 1286 an die Stadt verkaufte, wuchs der städtische Bereich auf der linken Warnowseite bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts rasant an. Auch zwei Stadtbrände 1250 und 1265 konnten diesen Aufschwung nicht bremsen. Gestärkt wurde die Stellung Rostocks durch den Erwerb von Rechten wie das Fischereirecht auf der Unterwarnow und den Kauf des riesigen Stadtforsts Rostocker Heide. Gleichzeitig entwickelte sich die Stadt zum Zentrum der Herrschaft Rostock. Mit dem Erwerb des Seehafens bei Warnemünde (Hohe Düne) 1264 und der Hundsburg bei Schmarl 1278 erlangte Rostock den angestrebten freien Zugang zur zwölf Kilometer entfernten Ostsee. Bereits 1251 hatte Rostock vom dänischen König Abel die gleichen Handelsprivilegien wie zuvor schon Lübeck erhalten.

Der rasche Aufstieg Rostocks zur bedeutendsten Stadt Mecklenburgs ging im 13. Jahrhundert mit dem Schwinden der Landes- und Stadtherrschaft der Herren von Rostock einher, während gleichzeitig im Deutschen Reich die Macht des Königs zur Zeit des Interregnums 1254–1273 auf einem Tiefpunkt angelangt war. Der Vogt verlor zunehmend an Einfluss gegenüber dem Stadtrat, der aus einem exklusiven Kreis ratsfähiger Geschlechter der wohlhabenden Kaufmannschaft gebildet wurde. Während die Burgwälle der landesherrlichen Burgen in und um Rostock abgetragen wurden, errichtete Rostock eine steinerne Stadtmauer, die eine Fläche von ungefähr 1 km² umschloss. Seit Ende des 13. Jahrhunderts führte die soziale Ausdifferenzierung der Stadt zu Krisen und Machtkämpfen zwischen den Patrizierfamilien und der übrigen Stadtbevölkerung. Zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert kam es wiederholt zu Unruhen und Aufständen gegen den Stadtrat.

Der Rostocker Landfrieden 1283 markiert den Beginn des Wendischen Quartiers innerhalb der Hanse. Rostock nahm bis zum letzten Hansetag 1669 eine führende Rolle in dem Städtebündnis ein und konkurrierte mit Stralsund um die Rolle der bedeutendsten Stadt hinter Lübeck. An allen bedeutsamen Unternehmungen der Hanse, wie dem ersten und zweiten Krieg mit Dänemark, war Rostock maßgeblich beteiligt. Mitunter handelte die Stadt aber auch gegen die Politik der Hanse, etwa als sie nach 1376 aus Gefolgschaftspflicht gegen das mecklenburgische Herzogshaus gemeinsam mit Wismar die Vitalienbrüder im Kaperkrieg gegen Dänemark unterstützte. Von erheblicher Bedeutung für den hanseatischen Handel Rostocks waren die Rigafahrer und der Heringshandel der Schonenfahrer auf der Schonischen Messe auf der Halbinsel Skanör-Falsterbo in Schonen, wo Rostock eine eigene Vitte unterhielt. Hinsichtlich des Handels mit Norwegen konzentrierten sich die Rostocker Wieckfahrer auf die Kontrolle der Niederlassungen (Faktoreien) in Oslo und Tønsberg. Große Bedeutung hatte daneben anfangs die Gotlandfahrt nach Visby. Das einzige eigene Produkt, das Rostock in beträchtlichem Umfang ausführte, war Bier.

1323 hatten die Bemühungen, das Städtchen Warnemünde ganz zu erwerben, Erfolg. 1325 erhielt die Stadt das Münzrecht von Heinrich II. und erlangte 1358 die volle Gerichtsbarkeit. Damit war die Hansestadt auf dem Gipfel ihrer Autonomie und ihrer sowohl wirtschaftlichen als auch kulturellen Blüte angelangt. Mit etwa 14.000 Einwohnern um 1410 war Rostock eine der größten Städte in Norddeutschland.[12]

Sichtbares Zeichen der Bedeutung Rostocks war 1419 die Gründung der Universität – der ältesten Universität Nordeuropas. Nach der Verhängung von Bann und Interdikt über die Stadt verließ die Universität von 1437 bis 1443 Rostock in Richtung Greifswald, wo 1456 offiziell eine eigene Universität gegründet wurde. Spätere Spannungen zwischen Stadt bzw. Landesherren und Universität hatten zwei weitere Auszüge 1487 nach Wismar und Lübeck und 1760 nach Bützow zur Folge.[13]

Als Kirche der Mittelstadt entwickelte sich St. Marien zur Haupt- und Ratskirche Rostocks, deren Kirchenpatronat jedoch beim Landesherrn lag. Der für Rostock zuständige Bischof hatte seinen Sitz in Schwerin. Neben den vier Pfarrkirchen Marien-, Jakobi-, Petri- und Nikolaikirche gab es innerhalb der Stadtbefestigung das Katharinenkloster der Franziskaner, das Johanniskloster der Dominikaner und das Zisterzienserinnenkloster Zum Heiligen Kreuz. Darüber hinaus entstanden das Heilig-Geist- und das St.-Georg-Hospital als Stiftungen. Sowohl die Klöster als auch die Hospitäler verfügten als mächtige Grundherrschaft über zahlreiche Dörfer im Umland. Im 14. und 15. Jahrhundert kamen das sogenannte Michaeliskloster der Brüder vom gemeinsamen Leben, das Kartäuserkloster Marienehe außerhalb der Stadt, das Gertrudenhospital vor dem Kröpeliner Tor sowie einige andere Stiftungen hinzu.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Die Reformation ging in Rostock von der Petrikirche in der ärmlichen östlichen Altstadt aus, an der Joachim Slüter seit 1523 als Kaplan wirkte. Überraschend gab der Rat im April 1531 seinen Widerstand auf und erklärte die Lehren Martin Luthers in allen vier Hauptpfarrkirchen für verbindlich. Die Universität sowie die Klöster zum Heiligen Kreuz, St. Johanni und die Kartause in Marienehe blieben der alten Lehre dagegen treu. Erst im Juni 1549 setzte Johann Albrecht I. auf dem Sternberger Landtag den lutherischen Glauben für alle Landstände durch und löste 1552 fast sämtliche mecklenburgischen Klöster auf. In Rostock widersetzte sich das Nonnenkloster zum Heiligen Kreuz noch lange der Reformation, bis es zum Damenstift der stadtbürgerlichen Oberschicht umgewandelt wurde. Die Kartause Marienehe wurde 1552 gewaltsam aufgehoben. Die 1534 vom Rat aufgelöste Schule der Brüder vom Gemeinsamen Leben im Michaeliskloster war ein Jahr später auf der Basis des lutherischen Glaubens wieder erlaubt worden. 1580 wurde in den Räumen des Johannisklosters die Große Stadtschule eingerichtet.

Im Jahr 1523 schlossen sich die Landstände zusammen und traten den Landesherren selbstbewusst gegenüber. Während der Grafenfehde 1534 kam es erneut zu Unruhen und der Stadtrat musste einen aus 64 Kaufleuten und Handwerkern zusammengesetzten Bürgerrat anerkennen. Als der Krieg 1535 mit einer Niederlage gegen Dänemark endete, wurden die alten Verhältnisse ohne nennenswerte Gegenwehr wieder hergestellt, in Zukunft sollte der Rat sich aber in allen strittigen Fällen Bürgerausschüssen gegenüber sehen. 1562 bis 1565 wurde ein Sechzigerrat dem Stadtrat gleichberechtigt zur Seite gestellt und trotzte diesem erneut einen Bürgerbrief ab. Nachdem die Stadt ihm den formalen Huldigungseid verweigert hatte, hielt der mit dem Rat verbündete Johann Albrecht I. mit bewaffneten Kräften Einzug in Rostock, löste die Sechziger auf und vernichtete den Bürgerbrief. Anfang 1566 wurde das Steintor und die südliche Stadtmauer niedergerissen und eine Festung vor der Stadt errichtet. Erst mit den Rostocker Erbverträgen von 1573 (Erster Rostocker Erbvertrag) und 1584 wurde der schwelende Konflikt zwischen Stadt und Landesherrn beigelegt. Rostock erkannte insbesondere hinsichtlich der Gerichtsbarkeit und der Steuerzahlung die landesherrliche Oberhoheit des Herzogs an. Rostocks Bemühungen, die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen, waren damit endgültig gescheitert, das Steintor konnte jedoch wieder aufgebaut und die herzogliche Festung geschleift werden. 1583/84 wurde neben dem weiterhin von ratsfähigen Patriziern gestellten Rat ein neuer Bürgerausschuss eingerichtet, das Hundertmänner-Kollegium, das sich aus 40 Brauherren, 20 weiteren Kaufleuten und 40 Handwerkern zusammensetzte. Nach mehreren Jahrhunderten voller Unruhen war damit erstmals langfristig eine innere Befriedung der Stadt erreicht. Anders als bei früheren Bürgerausschüssen gelang es den Landesherren kaum noch, den Rat und das Kollegium gegeneinander auszuspielen, wenngleich die Zusammenarbeit beider Gremien nicht immer spannungsfrei verlief.

Rund 14.000 Einwohner, gut 800 Giebelhäuser und etwa 250 bis 300 Brauhäuser waren Ende des 16. Jahrhunderts Ausdruck eines Wohlstands, der selbst die mittelalterliche Blütezeit übertraf.[14] Die Wirtschaft war völlig vom Seehandel und dem Brauwesen bestimmt.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) führte unwiderruflich das Ende der Hanse herbei. Zunächst war Mecklenburg kaum vom Krieg betroffen, doch mit dem Kriegseintritt Dänemarks griff der Krieg auf Norddeutschland über und die Kriegshandlungen erreichten 1627 Mecklenburg. Wallenstein besetzte die Stadt mit einem 1000 Mann starken Heer und baute sie zur Garnisonsstadt aus. In Warnemünde wurde eine Schanze angelegt, um den Hafen behaupten zu können. 1631 endete die kaiserliche Belagerung für Rostock und die „Schwedenzeit“ begann. Für Rostock blieb auch dieser Machtwechsel ohne größere Folgen, so erlebte etwa die Universität trotz der unruhigen Zeiten eine Blüte. Waren das Land und die Dörfer Mecklenburgs Gewalt und Plünderungen der Soldateska wehrlos ausgesetzt, boten die Rostocker Stadtmauern vielen Flüchtlingen Schutz. Der Seehandel Rostocks ging allerdings drastisch zurück. Am schwersten traf die Stadt ein von den mecklenburgischen Herzögen den Schweden zugebilligter Zoll vor Warnemünde.

Rostocker Stadtbrand im Jahr 1677
(Kupferstich 1678)

In eine Phase der Stagnation nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel der verheerende Stadtbrand von 1677. Fast die gesamte Altstadt und ein beträchtlicher Teil der nördlichen Mittelstadt fielen den Flammen zum Opfer. Insgesamt war ein Drittel sämtlicher Gebäude der Stadt zerstört worden – etwa 700 Häuser und Buden.[15] Besonders schwer wog, dass das Zentrum des Rostocker Brauwesens in den zum Hafen führenden Straßen zerstört worden war. Die Zahl der Brauhäuser sank von knapp 200 auf unter 100, die Einwohnerzahl, die Ende des 16. Jahrhunderts 14.000 betragen hatte, ging auf 5000 zurück.[16]

Der Große Nordische Krieg 1700–1721 brachte eine weitere Verschlechterung der Handelsverbindungen mit sich und führte zu Plünderungen durch dänische und schwedische Truppen. Auch der Siebenjährige Krieg zeichnete die Stadt, die von 1758 bis 1762 brandenburgisch besetzt war. Darüber hinaus nutzten die absolutistischen Fürsten die Schwäche Rostocks aus und sicherten sich in dieser Zeit langfristig mit den Landesherrlichen Erbverträgen von 1755 und 1788 ihre Macht. Seit 1702 zeitweise Residenz der Herzöge, war Rostock endgültig zu einer mecklenburgischen Landstadt geworden. Die Universität versank im 18. Jahrhundert in die Bedeutungslosigkeit und hatte zudem noch mit einer von 1760 bis 1789 bestehenden herzoglichen Universität im benachbarten Bützow zu konkurrieren. Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann langsam der Wiederaufstieg Rostocks.

Vicke Schorler: Wahrhaftige Abcontrafactur der hochloblichen und weitberuhmten alten See- und Hensestadt Rostock – Heuptstadt im Lande zu Meckelnburgk (1578–1586)

19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Chemische Fabrik von Fr. Witte in Bramow bei Rostock (ca. 1890)

Während der Koalitionskriege wurde Rostock 1806 bis 1808 und 1810 bis 1813 von französischen Truppen besetzt. Besonders die Kontinentalsperre gegen England traf die Seehandelsstadt hart.

Die mecklenburgische bürgerlich-liberale Opposition der Märzrevolution gegen den politisch von adligen Gutsbesitzern dominierten Ständestaat sammelte sich 1847/48 um die Rostocker Redaktion der Mecklenburgischen Blätter. Daneben war die 1711 gegründete Rostocker Zeitung Sprachrohr der Liberalen. In den untersten Schichten der Gesellschaft führten Verelendung, Arbeitslosigkeit und Missernten zu einer unruhigen Stimmung, die in Rostock – anders als in anderen deutschen Städten – von dem im November 1848 gegründeten Arbeiterverein jedoch nicht radikalisiert wurde. Das alte Ratssystem wurde 1848 auf Druck der revolutionären Kräfte demokratisch reformiert. Nach 30 Monaten setzte der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin jedoch das alte Hundertmännergremium wieder ein.

Der Seehandel Rostocks wuchs im 19. Jahrhundert stetig an und blieb die wirtschaftliche Triebfeder der Stadt. Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Rostock über die größte Handelsflotte im Ostseeraum, deren Schiffe zumeist in heimischen Werften gebaut wurden. Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz erhielt Rostock 1850. Erst die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte der Stadt mit der Gewerbefreiheit und der umfassenden Industrialisierung einen neuen Reichtum. 1890 entstand als erster industrieller Großbetrieb Mecklenburgs die Actien-Gesellschaft „Neptun“ Schiffswerft und Maschinenfabrik in Rostock, die heutige Neptun-Werft. Andere wachsende Wirtschaftszweige waren die chemische Industrie, der Landmaschinenbau sowie das Bauwesen und Dienstleistungsunternehmen. Warnemünde entwickelte sich in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zu einem der bedeutendsten Seekurorte in Deutschland. Mit der Reichsgründung 1871 begann auch in Rostock der dynamische Entwicklungsprozess der Gründerzeit, allerdings blieb Rostock in seiner Entwicklung hinter den meisten deutschen Städten vergleichbarer Größe zurück.

Seit 1830 begann Rostock erstmals über das Gebiet der mittelalterlichen Stadtmauergrenzen hinauszuwachsen. Viele Stadttore wurden im Zuge der Entfestigung der Stadt im 19. Jahrhundert abgetragen. Auch der Zwinger, der als Wehrturm vor dem Steintor stand, wurde 1849 von preußischen Pionieren wegen angeblicher Baufälligkeit gesprengt.

Erster Weltkrieg bis Ende des Zweiten Weltkriegs[Bearbeiten]

Die Not des Ersten Weltkriegs hatte Unruhen und Streiks der Zivilbevölkerung zur Folge. Drei Tage nach dem Kieler Matrosenaufstand gründeten 1500 Matrosen, Infanteristen und Landsturmleute am 6. November 1918 einen Soldatenrat. Die Arbeiter der Neptunwerft, der Munitionsfabrik Dolberg und anderer Betriebe erklärten sich solidarisch und bildeten einen Tag später einen Arbeiterrat.

Die Zeit der Weimarer Republik war auch in Rostock von wirtschaftlichen Krisen, Massenarbeitslosigkeit, Inflation und einer Zersplitterung der politischen Parteien geprägt, Demonstrationen und Streiks waren an der Tagesordnung. Impulse für die Wirtschaft konnte vor allem der Flugzeugbau in Warnemünde mit den beiden Anfang der 1920er Jahre gegründeten Unternehmen Heinkel und Arado geben. Wichtigstes Industrieunternehmen blieb die Neptun-Werft.

Mit der Gleichschaltung der Länder mit dem Reich wurden sämtliche KPD-Mandate aufgehoben und die Stadtverordnetenversammlung auf der Grundlage der nicht mehr als Freie Wahl frei geltenden Reichstagswahl vom März 1933 neu zusammengesetzt, bei der die NSDAP in Rostock mit 35,5 % stärkste Partei geworden war. Da einige bürgerliche Parteien die Wahlinszenierung über die Besetzung der zugewiesenen Mandate boykottierten und die DVP und der Christlich-Soziale Volksdienst ihre Mandate auf die NSDAP übertrugen, setzte sich der neue Stadtrat aus 15 Abgeordneten der NSDAP, 12 der SPD und 8 der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot zusammen. Nach dem reichsweiten Verbot der SPD am 22. Juni 1933 bestand der Stadtrat ausschließlich aus Nationalsozialisten. Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden 31 Ämter mit politisch zuverlässigen Personen neu besetzt, Sympathisanten der SPD oder KPD wurden vom Dienst entfernt. Da es der NSDAP an geeigneten Verwaltungsfachleuten mangelte, konnte der konservative Oberbürgermeister Robert Grabow zunächst nicht ersetzt werden, bis Walter Volgmann im April 1935 sein Amt übernahm. Gleichzeitig beseitigte die Deutsche Gemeindeordnung die Stadtverordnetenversammlung als kommunales Entscheidungsorgan.

Brand der Synagoge 1938

Der Auftakt zum „Judenboykott“ erfolgte in Rostock bereits am 30. März 1933 mit der Postierung von SA-Leuten vor jüdischen Geschäften und setzte sich am Folgetag mit einer Großkundgebung auf der Reiferbahn fort. 1938 erreichte die Judenverfolgung eine neue Dimension und Mitte 1939 fand die Verdrängung jüdischer Unternehmen ihren Abschluss. Im Rahmen der „Polenaktion“ wurden am 28. Oktober 1938 insgesamt 37 Juden verhaftet und nach Polen abgeschoben. Im Zuge des von den Nationalsozialisten entfesselten Pogroms brannte am 10. November 1938 die Synagoge. 64 von der Gestapo verhaftete Juden wurden in die Strafanstalt Altstrelitz eingewiesen, wo sie erschwerten Haftbedingungen ausgesetzt waren. Von den bei Kriegsbeginn noch 70 in Rostock lebenden Juden, die jetzt keine Möglichkeit mehr hatten, Deutschland zu verlassen, überlebten nur 14. Die meisten wurden 1942 und 1943 in die Konzentrationslager Auschwitz und Theresienstadt deportiert und dort ermordet. An einige der Opfer erinnern heute in den Boden eingelassene Stolpersteine (siehe auch: Liste der Stolpersteine in Rostock).

Das völlig zerstörte Stadtgebiet um die Krämerstraße (1942)

Die militärische Aufrüstung brachte Rostock und Warnemünde als wichtigen Standorten der Rüstungsindustrie einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. 1935 hatte Rostock erstmals 100.000 Einwohner, 1939 lag die Einwohnerzahl bereits bei 121.192. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der durch Rekrutierungen verursachte Personalmangel in den Rüstungsbetrieben durch Dienstverpflichtungen der einheimischen Bevölkerung, durch ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene sowie durch Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück kompensiert.[17]

Als Zentrum der Rüstungsindustrie des Dritten Reichs wurde Rostock schon 1940 Ziel von Luftangriffen der Royal Air Force. Besonders schwere Flächenbombardements trafen die Stadt in den Nächten vom 23. auf den 24. und vom 26. auf den 27. April 1942 („Viertagebombardement“), bei denen gleichermaßen die Rüstungsbetriebe und die Innenstadt das Ziel waren. Zu diesem Zeitpunkt war Rostock die am schwersten zerstörte Stadt Deutschlands. Besonders betroffen war die historische Innenstadt. Es folgten Luftangriffe im Mai und Oktober 1942, im April 1943 und April 1944. Am Ende des Krieges waren hier von den 10.535 Wohnhäusern 2.611 vollständig zerstört, weitere 6.735 beschädigt.[18] Das waren 47,7 % der Wohnungen und 42,2 % der wirtschaftlich genutzten Gebäude. Britisches Bomber Command und 8. US Air Force hatten insgesamt 2.940 Tonnen Bombenlast auf Rostock abgeworfen.[19]

Am 1. Mai 1945 wurde Rostock durch die Rote Armee, die über die ungesprengte Petribrücke einrückte, nahezu kampflos besetzt. Lediglich an der Mühlendammbrücke kam es zu einer Detonation, der ein sowjetischer T-34-Panzer samt Besatzung zum Opfer fiel.[20] Der Oberbürgermeister mit Familie und der Bürgermeister nahmen sich das Leben. Es kam zu Plünderungen, Diebstählen und Vergewaltigungen. Im August 1945 brachen Typhus und Diphtherie, im November auch Flecktyphus in der Stadt aus. Begünstigt wurden die Epidemien durch die Konzentration von Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und Kriegsheimkehrern in Massenunterkünften und durch die Unterernährung der Bevölkerung.[21] Bei Kriegsende waren nur noch 69.000 Menschen in der unter extremer Wohnungsnot leidenden Stadt Rostock verblieben. Durch Kriegsheimkehrer und den Zustrom Vertriebener, von denen Rostock in den ersten Jahren nach dem Krieg 33.000 aufnahm, stieg die Einwohnerzahl bis 1950 jedoch wieder auf den Vorkriegsstand.[22]

Nicht nur Großbetriebe (Heinkel, Arado, Bootswerft Kröger) waren den Demontagen durch die Besatzungsmacht unterworfen, sondern auch zahlreiche mittelständische Unternehmen.

Ab 1946[Bearbeiten]

Großwohnsiedlung in Schmarl (1981)

Bei der ersten freien Wahl in der Sowjetischen Besatzungszone, der Kommunalwahl am 15. September 1946, erhielt die SED 48,87 %, die LDPD 27,7 %, die CDU 20,5 % und der Frauenausschuss 1,98 % der Stimmen. Wie wenig kommunale Selbstverwaltung gegenüber der beherrschenden Stellung der sowjetischen Militäradministration möglich war, zeigt die Verhaftung des Oberbürgermeisters Albert Schulz, der zwar der SED angehörte, aber der SPD entstammte und die Zwangsvereinigung mit der KPD ablehnte. Ideologische und ökonomische Repressionen wie die besonders Warnemünde treffende Aktion Rose sowie die massenhafte Flucht in den Westen führten zu Unzufriedenheit, die auch in Rostock am 17. Juni 1953 in Streiks und Demonstrationen der Arbeiter mündete.

Seit 1952 war Rostock durch die Verwaltungsreform Bezirksstadt. Die Stadt wurde systematisch aufgewertet, etwa mit der ab 1955 ausgerichteten Ostseewoche, die nach der Leipziger Messe die wichtigste Großveranstaltung der DDR mit internationalem Akzent wurde. In den Folgejahren entwickelte sich die Stadt zum Schiffbau- und Schifffahrtszentrum der DDR. Neben den Werften entstanden 1949 das Dieselmotorenwerk, 1950 das spätere Fischkombinat und 1952 die Deutsche Seereederei Rostock (DSR). Zwischen 1957 und 1960 entstand der Überseehafen Rostock.

1949 begann man mit dem Wiederaufbau des nahezu vollständig zerstörten Stadtgebiets zwischen Marienkirche und Grubenstraße, wobei die historischen Straßenzüge nur teilweise rekonstruiert wurden. 1948 war die westliche Stadtmauer zwischen Kröpeliner Tor und Fischerbastion abgerissen worden, um Platz für einen nie verwirklichten Aufmarschplatz zu schaffen. Mit der Langen Straße in der Innenstadt und einem Neubaugebiet in Reutershagen im Stil des sozialistischen Klassizismus wurden ab 1953 die ersten Prestigeprojekte des Wiederaufbaus in Angriff genommen. Die Versuche, Rostock zu einer sozialistischen Großstadt auszubauen, hinterließen einige Wunden im Stadtbild. 1960 wurden die kriegsbeschädigte Jakobikirche und das ebenfalls von Bomben beschädigte Petritor mit Teilen der östlichen Stadtmauer vollständig abgerissen. Auch das im Krieg lediglich teilweise zerstörte Rostocker Stadttheater (1895–1942) am Steintor wurde abgerissen.

Bis 1988 wuchs die Stadt auf über 250.000 Einwohner an. Ab Mitte der 1960er Jahre wurden neue Stadtteile in industrieller Plattenbauweise mit insgesamt 54.000 Wohnungen gebaut, in der mehr als die Hälfte aller Rostocker lebten.[23] Viele Altbauten in der Innenstadt wurden dagegen dem Verfall preisgegeben. Die nördliche Altstadt, wo die Kriegsschäden nur dürftig repariert worden waren, wurde Anfang der 1980er Jahre nahezu komplett abgerissen und einige Jahre später durch Plattenbauten ersetzt.

Während der Umbruchszeit 1989 waren die Rostocker Kirchen Anlaufstellen oppositioneller Kräfte, die sich in der Marienkirche zu Mahngottesdiensten unter der Leitung von Pastor Joachim Gauck versammelten. Die erste Donnerstagsdemonstration fand am 19. Oktober statt. Ende November wurde in Rostock ein Runder Tisch gebildet, um aktiv den politischen Umbruch mitzugestalten.

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 hatte die Stadt mit enormen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und erlebte einen starken Bevölkerungsrückgang um ungefähr 50.000 Einwohner, der erst knapp 15 Jahre später zum Stillstand kam. Als ein Tiefpunkt dieser Zeit müssen die ausländerfeindlichen Ausschreitungen von Lichtenhagen im August 1992 gewertet werden, an denen sich mehrere hundert teilweise rechtsextreme Randalierer und bis zu 3000 applaudierende Zuschauer beteiligten, und die als die massivsten rassistisch motivierten Übergriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte gelten.

Rostock richtete 2003 die Internationale Gartenschau (IGA) aus. Eine gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 aber misslang schon in der internationalen Vorauswahl durch das IOC am 18. Mai 2004. In den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit geriet Rostock im Juni 2007 mit dem Weltwirtschaftsgipfel der G8 im westlich gelegenen Seebad Heiligendamm. Ein großer Teil der Begleitveranstaltungen fand in Rostock statt, so der Alternativgipfel und zahlreiche Demonstrationen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Demografie Rostocks

Da Rostock lange Zeit nicht über seine Grenzen hinauswuchs, blieb die Einwohnerzahl vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert konstant bei maximal 11.000 bis 14.000 Personen. Erst mit der Industrialisierung begann diese schnell zu wachsen und überschritt 1935 die Grenze von 100.000, wodurch Rostock zur Großstadt wurde. Bis 1940 stieg die Bevölkerungszahl dann auf 129.500. Auf Grund des Zweiten Weltkriegs sank diese bis Mai 1945 um etwa die Hälfte auf 68.928, stieg dann aber mit der Zuwanderung deutscher Vertriebener aus den Ostprovinzen schnell an.

1971 wurde die Zahl von 200.000 Einwohnern überschritten. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit rund 254.000 ihren Höchststand. Nach der Wende in der DDR verlor die Stadt wegen hoher Arbeitslosigkeit, des Wegzugs vieler Einwohner in das Umland und des Geburtenrückgangs mit 55.000 Personen 22 Prozent ihrer Bewohner. Im Jahr 2007 stieg die Bevölkerung Rostocks wieder auf über 200.000 Personen an, zum Jahresende lebten 200.413 Menschen in der Stadt. Bis Mitte 2012 stieg die Bevölkerungszahl auf 204.320 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Rostock.[24][25] Im Zuge des Bevölkerungswachstums nimmt auch die Bedeutung des Immobilienmarktes und im Speziellen des Wohnungsmarktes in Rostock und seiner Regiopolregion zu, die Miet- und Eigentumspreise entwickeln sich in attraktiven Wohnlagen beständig positiv.[26][27]

Politik[Bearbeiten]

Das Rathaus

Bürgermeister[Bearbeiten]

An der Spitze der Stadt stand seit dem 13. Jahrhundert der Rat mit zunächst 10, später 24 Ratsherren. Den Vorsitz hatte der Proconsules beziehungsweise Bürgermeister. Im 19. Jahrhundert gab es sogar drei Bürgermeister. Ab 1925 tragen die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Dieser wurde über Jahrhunderte vom Rat der Stadt gewählt. Seit 2002 wird er direkt vom Volk gewählt. Die Legislaturperiode beträgt zurzeit sieben Jahre.[28]

Zum Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock wurde am 27. Februar 2005 Roland Methling (parteilos) im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt, bei der Wahl am 5. Februar 2012 wurde er erneut im ersten Wahlgang gewählt.[29]

Bürgerschaft[Bearbeiten]

Sitzverteilung in der Bürgerschaft[30]
(53 Sitze)
Partei Sitze
Linke
  
14
CDU
  
11
SPD
  
9
Grüne
  
6
UFR
  
4
RB
  
3
AfD
  
2
FDP
  
1
NPD
  
1
GRAUE
  
1
A’09
  
1

Als Vertretung der Bürger gibt es eine Stadtvertretung, die in Rostock die Bezeichnung Bürgerschaft trägt. Die Mitglieder der Bürgerschaft werden von den Bürgern der Stadt auf 5 Jahre gewählt. Die Bürgerschaft besteht seit 1994 aus 53 Abgeordneten. Bei der ersten freien Wahl der Bürgerschaft nach der politischen Wende 1989/90 waren noch 130 Sitze zu besetzen.[31] Nach dem Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde zur Kommunalwahl am 13. Juni 2004 zogen mehrere neue Gruppen in die Bürgerschaft ein.

Seit den Kommunalwahlen 2014 stellt Die Linke 14, die CDU 11, die SPD 9, Bündnis 90/Die Grünen 6, die UFR 4, der RB 3, die AfD 2 und FDP, A'09, Graue sowie die NPD jeweils ein Mitglied der Bürgerschaft.

Vorsitzender ist der Präsident der Bürgerschaft. Dieses zusätzliche repräsentative Amt in der Stadt wurde 1990 neben dem Amt des Oberbürgermeisters durch das „Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR“ durch die damalige Volkskammer der DDR eingeführt. Es wurde zunächst hauptamtlich wahrgenommen. Seit der Änderung der Kommunalverfassung 1994 wird es nur noch ehrenamtlich ausgeführt. Der Präsident der Bürgerschaft leitet die Sitzungen, bereitet diese vor und vertritt die Bürgerschaft nach außen. Er repräsentiert zusammen mit dem Oberbürgermeister die Stadt. Seit dem 2. Juli 2014 ist Wolfgang Nitzsche (Die Linke) Präsident der Bürgerschaft.[32]

Verwaltung[Bearbeiten]

Rostock ist neben Schwerin eine von zwei kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern. Als solche nimmt Rostock neben den Aufgaben als Gemeinde zusätzlich die eines Landkreises wahr.

Die Verwaltung ist in den Bereich des Oberbürgermeisters und drei Senatsbereiche gegliedert. Beim Oberbürgermeister sind die Bereiche Zukunft, Wirtschaft, Grundsatz angesiedelt, drei Senatoren bearbeiten die Gebiete Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Bau und Umwelt sowie Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport, Kultur.

Die Ortsteile der Stadt sind zu insgesamt 19 Ortsteilvertretungen zusammengefasst. Diese Gremien heißen Ortsbeiräte und werden von der Bürgerschaft der Stadt Rostock nach jeder Kommunalwahl neu bestimmt. Ihre Mitgliederzahl schwankt je nach Größe ihres Zuständigkeitsbereichs zwischen 9 und 13. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen Angelegenheiten in ihren Ortsteilen zu hören und sind vor allem beratend tätig. Eine endgültige Entscheidungskompetenz hat jedoch nur die Bürgerschaft der Gesamtstadt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rostock unterhält Städtepartnerschaften mit Bremen seit 1987 und innerhalb der Europäischen Union mit Stettin in Polen seit 1957, Turku in Finnland seit 1959, Dünkirchen in Frankreich seit 1960, Riga in Lettland seit 1961, Antwerpen in Belgien seit 1963, Aarhus in Dänemark seit 1964, Göteborg in Schweden seit 1965, Rijeka in Kroatien und Warna in Bulgarien seit 1966. 2014 wurde anlässlich des 25. Jahrestags der Maueröffnung eine Städtepartnerschaft mit dem dänischen Guldborgsund geschlossen.[38]

Außerhalb der Europäischen Union gibt es Städtepartnerschaften mit Bergen in Norwegen seit 1965, Dalian in der Volksrepublik China seit 1988 und Raleigh in den USA seit 2001.

Rostock ist Teil der internationalen Städtegemeinschaft Neue Hanse und Mitglied im Konvent der Bürgermeister.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Stadtwappen[Bearbeiten]

Logo der Stadt seit 1993
Hauptartikel: Rostocker Wappen

Die Hansestadt Rostock hatte in seiner Geschichte drei verschiedene Wappen. Das sogenannte Sigillum war seit 1257 das Stadtsiegel Rostocks und zeigt einen gekrönten Stierkopf, der später das Mecklenburger Wappen wurde. Das aufgrund seiner sicheren Aufbewahrung als Secretum bezeichnete Wappen, das nur einen Greifen zeigt, ist erstmals 1307 belegt. Der Greif ist das herrschaftliche Zeichen der Rostocker Fürsten. Das heute gültige Wappen, das Signum ist 1367 als Siegelstempel entstanden.

In seiner heutigen Form wurde das Wappen allerdings erst am 10. April 1858 durch Großherzog Friedrich Franz II. eindeutig festgelegt. Bis zu dem Zeitpunkt hatten lange verschiedene Wappen, welche von den Siegeln entlehnt worden waren, miteinander konkurriert. Das Wappen wurde 1939 von dem Berliner Prof. Hans Schweitzer neu gezeichnet.

Die Blasonierung des offiziellen Wappens findet sich in der Hauptsatzung der Hansestadt Rostock: „Das Stadtwappen ist ein geteilter Schild; oben in Blau ein schreitender goldener Greif mit aufgeworfenem Schweif und ausgeschlagener roter Zunge; unten von Silber über Rot geteilt“[39] Silber und Rot sind die Farben der Hanse.

1993 ist aus dem Stadtwappen im Rahmen eines Wettbewerbs ein Logo entwickelt worden.

Flagge[Bearbeiten]

Flagge Rostocks
Hauptartikel: Rostocker Flaggen

Im Laufe der Geschichte hat sich die Stadtflagge mehrmals verändert. Eine Rostocker Hanseflagge ist erstmals 1418 belegt. In der heutigen Form wurde sie zuletzt in der Hauptsatzung von 1991 vom Rat der Stadt festgelegt.

Die Stadtflagge besteht aus drei waagerechten Streifen. Der obere Streifen zeigt die Farbe Blau. Er nimmt die Hälfte der Flaggenhöhe ein und ist mit einem zum Liek gewendeten, schreitenden goldenen (gelben) Greifen mit aufgeworfenem Schweif und ausgeschlagener roter Zunge belegt. Der mittlere Streifen zeigt die Farbe Silber (Weiß), der untere Streifen die Farbe Rot. Die beiden unteren Streifen nehmen je ein Viertel der Höhe ein. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadtbild, Baudenkmale und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Modell der Marienkirche
Südansicht mit Hauptportal
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Westansicht mit Turmmassiv
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Südansicht
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Ostansicht
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Teepott“ und Leuchtturm in Warnemünde
IGA-Park in Rostock-Schmarl

Trotz aller Zerstörungen, die vor allem der Stadtbrand von 1677 und die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs, aber auch die Stadtplanung infolge des Wachstums im 19. Jahrhundert und zur Zeit der DDR verursachten, verfügt Rostock über einen reichen Altbaubestand und einen relativ geschlossenen historischen Stadtkern. Besonders hervorzuheben sind Gebäude im Stil der Backsteingotik aus der Zeit der Hanse.

Die größte Kirche ist St. Marien im Stadtzentrum, ein Hauptwerk der norddeutschen Backsteingotik, geprägt von einem mächtigen Westbau mit Turmmassiv. Der Bau der dreischiffigen Basilika, die aber den Charakter eines Zentralbaus hat, begann um 1290 und war um die Mitte des 15. Jahrhunderts abgeschlossen.[40] St. Marien weist eine besonders reiche Ausstattung auf. Eine frühgotische Vorgängerkirche wurde erstmals 1232 urkundlich erwähnt.[41] In der Östlichen Altstadt stehen die St.-Petri-Kirche am Alten Markt, deren Umgebung die Keimzelle Rostocks darstellt, sowie die frühgotische Nikolaikirche. Ferner ist die Kirche des Klosters zum Heiligen Kreuz im westlichen Stadtzentrum erwähnenswert. Außerhalb der Stadtmauern befinden sich die Heiligen-Geist-Kirche in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und die Kirche Warnemünde, die beide im neogotischen Stil des 19. und frühen 20. Jahrhunderts errichtet wurden.

Dem gotischen Rathaus aus dem 13. und 14. Jh. wurde 1727 eine barocke Fassade vorgesetzt. Beispiele prachtvoller gotischer Kaufmannshäuser sind das Hausbaumhaus, das Kerkhoffhaus, das Ratschow-Haus oder das Krahnstöverhaus in der Großen Wasserstraße. Zahlreiche im Kern mittelalterliche Bürgerhäuser wurden später barock oder klassizistisch überformt, vor allem in repräsentativen Lagen wie am Neuen Markt, in der heutigen Kröpeliner Straße oder am heutigen Universitätsplatz (früher Hopfenmarkt).

Von der Rostocker Stadtbefestigung sind heute noch drei mittelalterliche Stadttore aus Backstein (Steintor, Kuhtor, Kröpeliner Tor) und eines aus klassizistischer Zeit (Mönchentor), ein Wehrturm (Lagebuschturm), größere Teile der Stadtmauer auf einer Länge von insgesamt etwa 1300 Metern, teilweise mit Wieckhäusern, sowie Teile des Festungswalls erhalten.

Markante Bauten des 19. Jahrhunderts sind unter anderem das neugotische Ständehaus, das Hauptgebäude der Universität am Universitätsplatz im Stil der Neorenaissance. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Stadt stark erweitert, dabei entstand unter anderem ein Villenviertel in der Bahnhofsvorstadt. Zu den zahlreichen Bauten aus der Zeit der Industrialisierung zählt der Wasserturm von 1903.

Ende der 1990er Jahre entstand unter Leitung von Gerkan, Marg und Partner hinter der Gründerzeitfassade des ehemaligen Hotels „Rostocker Hof“ eine der innerstädtischen Einkaufspassagen in Rostock. Das gleiche Architekturbüro zeichnete auch für das städtebauliche Konzept und die Bauten der IGA 2003 verantwortlich. Das Büro des dänischen Architekten Henning Larsen entwarf die sachlich-moderne Gebäude des Max-Planck-Instituts am Stadthafen, das 2001 fertiggestellt wurde, und der Universitätsbibliothek in der Südstadt (2004). 2005 entstand im Stadtzentrum der postmoderne Bau der Deutschen Med vom deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Botanische Garten, der ehemaligen IGA, die Rostocker Heide mit dem „Gespensterwald“ und der Rostocker Zoo im Naherholungsgebiet im Barnstorfer Wald, der seit 2012 mit dem „Darwineum“ eine besondere Attraktion bietet.

In maritim geprägten Warnemünde ist der Leuchtturm von 1898 ein Wahrzeichen dieses Stadtteils. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden als bedeutende Einzelbauwerke des Neuen Bauens das Kurhaus Warnemünde. Einer der bekanntesten Hyparschalen-Bauten von Ulrich Müther ist der sogenannte Teepott, der zwischen 1966 und 1972 unmittelbar neben dem Leuchtturm errichtet wurde. Am Teepott beginnt die Seepromenade. Der Strand ist über drei Kilometer lang, steinfrei und wird in Richtung Steilküste Stoltera immer schmaler.

Musik[Bearbeiten]

Rostock bietet, vor allem durch die Hochschule für Musik und Theater (HMT, siehe unten) und durch das A-Orchester Norddeutsche Philharmonie am Volkstheater Rostock, eine reiche Musikszene auf hohem Niveau.

Das wichtigste Orchester der Stadt ist die Norddeutsche Philharmonie am Volkstheater, der größte Klangkörper des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Neben der Mitwirkung an den musikalischen Oper-, Operetten-, Musical- und Ballettaufführungen werden auch die regelmäßig stattfindenden Philharmonischen Konzerte gut besucht. Regelmäßig finden Konzerte nicht nur im Großen Haus, sondern auch im Barocksaal und der Nikolaikirche statt. Am Volkstheater ist auch die Rostocker Singakademie, eine aus Berufssängern und Laien bestehende Chorvereinigung tätig.

Tragende Säulen der Aufführungen von klassischer Musik in Rostock sind die Kantoreien der St.-Johannis-Kirche, der Marienkirche und der Kirche Warnemünde. Die verschiedenen Chöre dieser Kantoreien bestreiten neben der musikalischen Begleitung der Gottesdienste eine rege Konzerttätigkeit mit Aufführungen von Kantaten, Motetten und Oratorien teilweise in Begleitung international namhafter Solisten und Orchester.

Seit 1991 finden im ganzen Land jährlich im Sommer die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern als ein Festival klassischer Musik statt. Zu den Spielorten in Rostock gehört auch die alte Schiffbauhalle der Neptun-Werft.

Mit der Pasternack Big Band ist in Rostock eine der wenigen noch existierenden Big Bands in Norddeutschland beheimatet. Es gibt weiterhin kleinere aktive und ambitionierte Jazz-Ensembles und Bands, wie Swing for Fun, The Marching Saints, die Breitling-Stompers, Ipanema und Fritzings Dixie Crew, die unterschiedliche Genres und Stilistiken bedienen und sich harmonisch in die Jazz-Szene Norddeutschlands einfügen. Die Reihe Jazzdiskurs stellt regelmäßig bekannte und unbekannte Formationen und Solisten aus allen Stilrichtungen des Jazz vor, im Bogarts Jazz Club (ansässig in der Kneipe und Kleinkunstbühne „Ursprung“) gibt es Blues und Rock, Dixieland, Bebop oder Modern Jazz. Der Jazzclub Rostock e.V. wirkt auf eine Entwicklung der Jazzmusik in Rostock und Umgebung hin. Jährlich findet in Rostock ein fünftägiger Jazz-Workshop für traditionellen Jazz, Mainstream, modernen Jazz, zeitgenössischen Jazz und Blues statt.

Zoo[Bearbeiten]

Löwen im Rostocker Zoo

Der Zoo Rostock wurde 1899 gegründet und erstreckt sich auf einer Fläche von 56 Hektar im Barnstorfer Wald. Mit rund 4500 Tieren und 320 verschieden Tierarten ist er der größte Zoo an der deutschen Ostseeküste. Dazu zählen Eisbären, Großkatzen (Löwen, Geparden, Schneeleoparden, Jaguare), Erdmännchen, Pinguine, Seebären, Gorillas, Orang-Utans und viele andere.

Theater[Bearbeiten]

Theater im Stadthafen, eine der Spielstätten des Volkstheaters

Die erste feste Theaterspielstädte in Rostock entstand 1786 mit dem alten Stadttheater, das 1880 abbrannte. 1895 konnte ein größeres Theater südöstlich des Steintors eingeweiht werden. Dieses Haus wurde beim Bombenangriff Ende April 1942 auf Rostock zerstört.

Das Rostocker Volkstheater entwickelte sich zu einer der profiliertesten Bühnen der DDR. Ambitionierte Pläne für einen Neubau wurden seit den 1970er Jahren diskutiert, aber nie verwirklicht. Stattdessen wurden die seit den 1940er Jahren als provisorische Spielstätten eingerichteten, über die Stadt verteilten Häuser allmählich ausgebaut und erweitert. Heute verfügt das Volkstheater über die drei Spielstätten Großes Haus, das Theater im Stadthafen sowie die Kleine Komödie und deckt die Sparten Schauspiel, Musiktheater/Oper, Ballett und Philharmonie ab. Speziell für Kinder und Jugendliche gibt es ein Kindertheater und einen Theaterjugendclub. Die äußerst angespannte Haushaltslage Rostocks führt zu ständig größer werdenden Einsparungsforderungen an das Theater, die seine Existenz als vollwertiges Vier-Sparten-Theater in Frage stellen.

Neben dem städtischen Volkstheater bereichert auch die 1991 gegründete freie Compagnie de Comédie in der Bühne 602 die Rostocker Theaterlandschaft mit Musical, Schauspiel, Komödie, Konzerten und Märchen. Seit fast 90 Jahren gibt es die Niederdeutsche Bühne Rostock, die in der Bühne 602 und im Theater im Stadthafen mit regelmäßig zwei Premieren pro Spielzeit auftritt. Das jüdische Theater Mechaje ist seit 1997/1998 Bestandteil des Rostocker Theaterlebens.

Museen[Bearbeiten]

Die Museumslandschaft Rostocks ist relativ bescheiden. Die von einem Verein privat betriebene Kunsthalle war der erste und einzige Neubau eines Kunstmuseums in der DDR und ist das größte Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Mecklenburg-Vorpommern. In der Sammlung sind vor allem ostdeutsche Kunst, insbesondere aus den Regionen Mecklenburg und Vorpommern, sowie Werke des Spätexpressionismus und der Neuen Sachlichkeit vertreten.

Die Kulturhistorischen Museen im Kloster zum Heiligen Kreuz, eine Dauerausstellung zur Rostocker Stadtbefestigung im Kröpeliner Tor sowie die Societät Rostock maritim (ehemals Schiffbaumuseum) zeigen (kultur-)historische Exponate. Das Kempowski-Archiv ist als Literaturmuseum dem Leben und Werk Walter Kempowskis gewidmet.

Die Dokumentations- und Gedenkstätte des BStU in der ehemaligen U-Haft der Stasi setzt sich mit der wichtigsten Herrschaftsstütze des SED-Regimes in der DDR auseinander und erinnert an die Opfer des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Sie ist eine der am besten erhaltenen Untersuchungshaftanstalten des MfS.

Außerhalb des Stadtzentrums gibt es das Heimatmuseum Warnemünde, das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff Typ Frieden in Rostock-Schmarl und den Forst- und Köhlerhof Wiethagen.

Literatur[Bearbeiten]

Das Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus widmet sich schwerpunktmäßig der Förderung von Autoren und der Stärkung der Lesekompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Regelmäßig finden Lesungen, Workshops, Schreibwerkstätten und Ausstellungen statt. Das Haus richtet jährlich die Peter-Weiss-Woche aus. 2010 wurde in Rostock auf Initiative zahlreicher Wissenschaftler der Johnson-Forschung mit Unterstützung der Universität und der Stadt Rostock die Uwe-Johnson-Gesellschaft gegründet.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die größte regelmäßige Veranstaltung in Rostock ist die Hanse Sail. Sie steht in der Tradition der Internationalen Ostseewoche, deren Hauptveranstalter Rostock von 1958 bis 1975 war. Sie findet jährlich im August statt und zieht bis zu einer Million Besucher an.

Der Weihnachtsmarkt ist der größte Norddeutschlands. Zu Pfingsten findet seit 1390 der Rostocker Pfingstmarkt statt. Er entwickelte sich von einer frühneuzeitlichen Handels- und Warenmesse zu einem Volksfest. Bis in die 1930er Jahre war der Pfingstmarkt die größte Veranstaltung seiner Art in Rostock. Erst in den 1960er Jahren wurden der Weihnachtsmarkt und andere Veranstaltungen wichtiger.

Am Jahresbeginn findet der Kabarettistenwettbewerb Der Rostocker Koggenzieher statt, ab Ende März bis in den Juni der Bücherfrühling an der Warnow, der viele Lesungen und Ausstellungen bietet, seit April 2004 außerdem die halbjährlich stattfindende Literaturshow Prosanova im MAU Club, im April und Oktober ist Rostocker Kulturwoche. Im Mai feiert die Kröpeliner-Tor-Vorstadt das Stadtteilfest Blaumachen. Ebenfalls im Mai findet das Kurzfilmfestival FiSh statt. Im Juni ist Ostseejazz-Festival, im Juli dann der Rostocker Sommer mit Musik, Folklore, Literatur und am Strand die Veranstaltungsreihe Sommer der Kulturen, darüber hinaus auch Warnemünder Woche und der Rostocker Christopher Street Day. Im September finden schließlich das Boulevardfest und das Rostocker Hafenfest statt, bevor das Veranstaltungsjahr mit dem Rostocker Weihnachtsmarkt im November/Dezember und den großen Silvesterfeuerwerken im Stadthafen und Warnemünde endet.

Alle zwei Jahre wird für kulturelles Engagement und für Leistungen, die das Geistes- und Kulturleben der Hansestadt Rostock wesentlich bereichern, der Kulturpreis der Hansestadt Rostock verliehen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Arbeiten bei Liebherr im Rostocker Hafen

Die Rostocker Wirtschaft erlebte immer wieder wichtige Strukturwandel. Durch die Hanse erlebte die Stadt einen enormen wirtschaftlichen Aufstieg. Seine Kirchtürme gehörten zu dieser Zeit zu den höchsten Gebäuden der Welt. Dieser Aufstieg versiegte erst, als der Atlantikhandel an Bedeutung zunahm: Der Hansebund war zu starker Konkurrenz ausgesetzt und konnte sich nicht länger gegen die Fürsten behaupten. Machtkämpfe während des Dreißigjährigen Krieges ließen die Stadt wirtschaftlich ausbluten und mündeten in einem großen Stadtbrand, von dem sich Rostock lange nicht erholte.

Erst die Industrialisierung schuf neue, wichtige Infrastruktur in der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurden aber wirtschaftliche Strukturen zerstört und Industrien wie der Flugzeugbau zunächst nicht wieder etabliert. Nach dem Krieg hatte die Stadt als größter Ostseehafen und wichtigster Werftenstandort des neuen DDR-Staates eine besondere Bedeutung. Mit der Wiedervereinigung stand die Stadt dann vor der Herausforderung, die vorhandene Infrastruktur den veränderten ökonomischen Bedingungen anzupassen. Während dieses Prozesses verloren zunächst zahlreiche Beschäftigte ihre Arbeit. Im 21. Jahrhundert hat sich Rostock wirtschaftlich erholt und vereint zahlreiche Wachstumsbranchen im Stadtgebiet, vor allem im Bereich der Spitzentechnologien.

Bedeutende Wirtschaftszweige und Unternehmen[Bearbeiten]

Rostock ist heute das wirtschaftliche Zentrum Mecklenburg-Vorpommerns und eines von vier Oberzentren des Landes. Der größte öffentliche Arbeitgeber der Stadt ist gegenwärtig die Rostocker Universität. Der Dienstleistungssektor gewinnt immer mehr an Bedeutung, so siedeln sich zunehmend Unternehmen der Informationstechnologie, Callcenter, touristische und kreative bzw. online agierende Dienstleister an.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig für Rostock ist die Maritime Wirtschaft, auch wenn die Fischverarbeitung (Fischkombinat Rostock) nach der Wiedervereinigung an Bedeutung verlor und der Schiffbau (Neptun-Werft, Warnow-Werft) sich neu finden musste. Die Rostocker Werften blieben aber erhalten. Heute sind im Dienstleistungsbereich die Reedereien Scandlines, AIDA Cruises, Scandferries, Deutsche Seereederei und F. Laeisz von Bedeutung, im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe unter anderem Schiffselektronik Rostock, Tamsen Maritim, eine Großproduktionsanlage der Firma Liebherr, sowie die Warnemünder Werften Nordic Yards (ehemals Warnowwerft) und Neptun-Werft. Das Kreuzfahrtunternehmen AIDA Cruises hat seinen Deutschlandsitz im Rostocker Stadthafen und hat über 6000 Beschäftigte, ist damit größter privater Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns.[42]

Der börsennotierte Windenergieanlagenhersteller Nordex ist das umsatzstärkste Unternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern.[43] 2007 wurde die Aktie in den ÖkoDAX aufgenommen, ebenso ist das Unternehmen im Technologiewerteindex TecDax gelistet.

Ein überregional bekanntes Unternehmen ist die Rostocker Brauerei GmbH, die die mit der DLG-Goldmedaille-2006 ausgezeichneten Biermarke Rostocker Pilsener braut und bundesweit vermarktet.

Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Technologieförderung Rostock mbH – Rostock Business lenkt seit ihrer Gründung am 28. Februar 2003 die Wirtschaftsförderung in Rostock. Mit der Stadt wurde dazu im Dezember 2003 ein Geschäftsbesorgungsvertrag geschlossen. Begleitet wird die Arbeit durch einen Beirat, der mit Mitgliedern aus Wirtschaft, Verbänden und Politik besetzt ist. Gesellschafter sind das Wohnungsunternehmen WIRO, die Hafenentwicklungsgesellschaft HERO und die Rostocker Versorgungs- und Verkehrs – Holding GmbH. Ziel der Gesellschaft ist laut Geschäftsbesorgungsvertrag die Erhöhung der Wahrnehmbarkeit der Region durch Stadt- und Standortmarketing, allgemeine Aufgaben der Wirtschaftsförderung für die Hansestadt Rostock, Investorenansprache und Akquisition von Unternehmen, Betreuung der ortsansässigen Unternehmen und Existenzberatungsleistungen, sowie Unterstützung und Koordinierung der Technologieförderung.[44]

Luft- und Raumfahrt[Bearbeiten]

Replika der Heinkel He 178 im Flughafen Rostock-Laage. Das erste Düsenflugzeug der Welt erlebte seinen Erstflug am 27. August 1939 über Rostock-Marienehe.

Rostock hat eine bedeutende Geschichte als Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Standort Warnemünde war zu Vorkriegszeiten eine der innovativsten Produktionsstätten weltweit. Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 konnte sich die Branche im Großraum wieder etablieren. Mehrere Airbus-Zulieferer mit insgesamt rund tausend Mitarbeitern[45] haben sich rund um Rostock angesiedelt, wie die RST Rostock-System-Technik GmbH, die sich am 2007 eröffneten Zentrum für Luft- und Raumfahrt des Technologieparks Warnemünde[46] befindet. Dort wird gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auch an der Entwicklung der europäischen Satellitennavigation Galileo gearbeitet, mit dem Projekt „Sea Gate“ für Schiffssteuerung.[47][48] Auch Edag, die luratec AG, Assystem, Ferchau Engineering und Diehl Aerospace sind am Standort Rostock.[49]

Historisch entstand in Rostock-Warnemünde mit den Ernst Heinkel Flugzeugwerken im Jahr 1922 einer der größten Flugzeugbauer der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Heinkel He 178 war das weltweit erste Düsenflugzeug[50] und hatte ihren Jungfernflug am 27. August 1939 über Rostock-Marienehe. Seit 1921 gab es in Warnemünde zudem die Arado Flugzeugwerke. Ebenfalls zunächst in Warnemünde und ab 1934 in Ribnitz war der Walther-Bachmann-Flugzeugbau ansässig. Für die Aufrüstungspolitik ab 1933 wurden die meisten Firmen teilenteignet bzw. mussten auf Militärfertigung umstellen. Spätestens zu DDR-Zeiten wurden ab 1961 praktisch alle Unternehmen der Branche enteignet und z. B. auf landwirtschaftliche Produktion umgerüstet, oder vollständig liquidiert.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus ist für Rostock von großer Bedeutung. Im Jahr 2011, dessen Sommer verregnet war, übernachteten gut 1,5 Millionen Gäste in der Stadt, davon fast 900.000 in Warnemünde.[51] Der Anteil ausländischer Gäste machte sowohl in absoluten Zahlen als auch hinsichtlich der Übernachtungen deutlich unter zehn Prozent aus.[51]

Kreuzfahrten[Bearbeiten]

Firmensitz der AIDA Cruises im Rostocker Stadthafen

Mit 158 Anläufen und 350.000 Passagieren im Jahr 2011 war Rostock-Warnemünde der größte deutsche Kreuzfahrthafen, bedingt vor allem durch den guten Anschluss an den Raum Berlin als Touristenziel und das 2005 eröffnete moderne „Cruise Center“ bzw. Kreuzfahrtterminal. 2012 gab es 181 Anläufe, 2013 waren es 198 Anläufe von 41 Kreuzfahrtschiffen[52] mit rund 365.000 Passagieren. In der Saison 2014 gab es 182 Schiffsanläufe mit 378.000 Passagieren, davon 170 Anläufe in Warnemünde und 12 im Überseehafen. 756.000 Passagiere gingen an bzw. von Bord, wobei es sich dabei zum großen Teil um die gleichen Personen handelte. Es gab 131.000 einschiffende und 139.000 ausschiffende Passagiere, die Zahl der Transit-Passagiere lag bei 239.000, sodass Rostock auf insgesamt rund 509.000 Kreuzfahrtpassagiere kommt.[53]

Schon seit längerer Zeit nutzt die deutsche Reederei AIDA Cruises Warnemünde als Basishafen für die Ostseekreuzfahrten. Costa Crociere nutzt seit 2010 Warnemünde neben Kopenhagen als Basishafen für Nordeuropa-Kreuzfahrten. Die Norwegian Cruise Line und die amerikanische Reederei Princess Cruises ermöglichen auf Ostseekreuzfahrten den Zustieg in Warnemünde.

Durch die Entwicklung der Kreuzfahrt-Anläufe stieg im Raum Warnemünde in der Kreuzfahrtsaison die Belastung durch Rußpartikel. So wurde nach einer NABU-Studie im Jahr 2013 300.000 Feinstpartikel pro cm³ gemessen. Damit wurde die übliche Verschmutzung in urbanen Räumen um das 60-fache überschritten.[54] Gemessen an der Anzahl der Personen, die sich auf einem Schiff befinden, ist der Ausstoß im Vergleich zum Beispiel zu Automobilen allerdings gering.[55] Von den Reedereien ist daneben zu hören, dass es kontinuierliche Verbesserungen und klare Ausstiegsszenarien gibt. Ab 2015 soll so in Nord- und Ostsee der weniger belastende Dieselkraftstoff statt des Schweröls eingesetzt werden. Rußpartikelfilter seien allerdings noch nicht serienreif und neue Motoren würden erst in neuen Schiffsgenerationen verbaut.[56]

Medien[Bearbeiten]

Das erste periodisch erscheinende Nachrichtenblatt in Rostock, der Auszug der Neuesten Zeitungen erschien ab 1711. 1846 wurde daraus die Rostocker Zeitung, die Zeitung des liberalen Bürgertums der Stadt. Lange auflagenstärkste Zeitung des Landes war der 1881 gegründete Rostocker Anzeiger.

Im 20. Jahrhundert spiegelten die Zeitungen vorwiegend die politischen Gruppen wider. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts findet sich im linken politischen Spektrum die sozialdemokratische Mecklenburgische Volkszeitung und die kommunistische Volkswacht, im rechten die völkische Mecklenburger Warte und der nationalsozialistische Niederdeutsche Beobachter. Zur Zeit der DDR wurde die Medienlandschaft vom Staat bestimmt und so erschien als Organ der SED die Volkszeitung, die ab 1946 Landeszeitung und dann 1953 Ostsee-Zeitung heißen sollte. Für die CDU erschien der Demokrat, für die LDPD die Norddeutsche Zeitung, und für die NDPD die Norddeutschen Neuesten Nachrichten. Nach der Wende wurde Der Demokrat an den Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verkauft und wie die Norddeutsche Zeitung 1991 eingestellt.

Überlebt haben dagegen die Ostsee-Zeitung (OZ) und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten (NNN), die heute als regionale Tageszeitungen in Rostock erscheinen. Daneben gibt das Boulevardblatt Bild eine Regionalausgabe für Mecklenburg-Vorpommern heraus. Es gibt mehrere Online-Stadtmagazine wie Rostock Heute und das Rostocker Journal, außerdem regelmäßig erscheinende kostenlose Anzeigenmagazine. Als Monatspublikationen erscheinen regelmäßig das 0381-Stadt & Kulturmagazin, die Szene Rostock, das Stadt- und Szenemagazin Piste, der o.k. Ostseekalender und HRO Live.

Die Stadt ist Sitz eines Regionalstudios des NDR, das Beiträge für den Hörfunk und das Fernsehprogramm produziert. Zwei regionale Fernsehsender berichten aus Rostock, der Privatsender tv.rostock und der Bürgerfernsehsender rok-tv (Rostocker Offener Kanal). Ebenfalls in Rostock ansässig ist der seit 2012 sendende landesweite Privatfernsehsender MV1. Im Sommer 2005 ging Radio Lohro, ein nicht kommerzielles Stadtradio für die Region Rostock, auf Sendung. Ebenfalls aus der Hansestadt sendet der landesweite Privatsender Ostseewelle.

Mit einer Rostocker Zweigstelle ist die Deutsche Presse-Agentur (dpa) vertreten.

Verkehr[Bearbeiten]

Hafen[Bearbeiten]

Warnemünder Leuchtfeuer
Hauptartikel: Hafen Rostock

Nach Kriegsende wurde der stark zerstörte Stadthafen, der jahrhundertelang der Haupthafen Rostocks war, in mehrjähriger Arbeit wieder instand gesetzt. Das Wirtschaftswachstum der DDR und der Aufbau einer großen staatlichen Handelsflotte erforderten jedoch den Bau eines neuen, leistungsfähigen Hochseehafens, der 1960 außerhalb der bebauten Stadt am Breitling in Betrieb genommen wurde. Dazu wurde in Warnemünde ein neuer Zugang zur Ostsee gebaggert. Um an die Bedürfnisse der DDR- und Ostblock-Wirtschaft angepasst zu sein, wurde der Überseehafen ständig aus- und umgebaut und erreichte 1989 mit über zwanzig Millionen Tonnen Umschlag – überwiegend Massenschüttgütern – sein bis dahin bestes Ergebnis.

Mit der deutschen Einheit begann der mühevolle Weg, den ausschließlich auf DDR-Bedürfnisse ausgelegten Hafen so umzugestalten, dass er einen akzeptablen Platz im Ensemble der deutschen Häfen finden konnte. In den vergangenen 15 Jahren hat der Überseehafen sein Erscheinungsbild und sein Leistungsangebot deshalb stark verändert. Aufgrund des modernen Ölhafens, der Anlagen für den Getreide-, Kohle-, Düngemittel- und Zementumschlag und des Terminals für den Export von Zucker, Holz, Schrott und Stückgütern ist er nach wie vor ein universaler Umschlagplatz.

Der Überseehafen ist – gemessen am jährlichen Güterumschlag – der zweitgrößte deutsche Ostseehafen nach dem in Lübeck und nach Puttgarden ist er derjenige mit der zweithöchsten Zahl an Reisenden (ca. 2 Mio. Passagiere). Passagierfähren verkehren nach Gedser (Dänemark), Trelleborg (Schweden), Ventspils (Lettland) und nach Helsinki (Finnland) sowie Gdynia (Polen). Eigentümer der Hafeninfrastruktur ist die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock mbH (HERO), ein Gemeinschaftsunternehmen des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt Rostock. Der Hafenbetrieb wird durch die Seehafen Rostock Umschlagsgesellschaft mbH, die sich in privatem Besitz befindet, und weitere Unternehmen durchgeführt.

Im Jahr 2013 wurden über die Rostocker Hafenanlagen insgesamt 23,2 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen (2012: 22,7 Mio. t[57], 2011: 24 Mio. t), davon 21,4 Mio. t im Rostocker Überseehafen.[58]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Liniennetz des öffentlichen Nahverkehrs

1881 ging die erste Pferdebahn mit Waggons auf Schienen in Betrieb. Bereits zu Anfang gab es drei verschiedene Linien. 1904 nahm die erste elektrische Straßenbahn der Rostocker Straßenbahn AG ihren Betrieb auf. 1944 wurde die RSAG nach Ablauf der Konzession zur Städtischen Straßenbahn Rostock, aus der 1951 der VEB Nahverkehr Rostock hervorging. 39 Jahre später erfolgte die Wiedergründung der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG).

Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch die S-Bahn Rostock der Deutschen Bahn, durch Straßenbahnen und Omnibusse der RSAG bedient. Es gibt sechs Straßenbahn-, 22 Stadtbus- und zwei Nachtbus-Linien. Zwei Fährlinien verkehren über die Warnow: eine Personenfähre zwischen dem Stadtzentrum und Gehlsdorf sowie eine Autofähre zwischen Warnemünde und Hohe Düne. Regionalbuslinien erschließen das Umland. Sie werden von rebus, der Omnibusverkehrsgesellschaft Güstrow und weiteren Unternehmen innerhalb des Verkehrsverbundes Warnow (VVW) betrieben, der 1997 gegründet wurde.

Ab 2006 gab es Planungen, durch eine Verknüpfung von Schienenstrecken der Straßenbahn, Regionalbahn und S-Bahn ein Stadtbahnsystem herzustellen. Diese Pläne wurden auch aus wirtschaftlichen Gründen verworfen.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Hauptbahnhof, Nordempfangsgebäude von 1913

Der größte und wichtigste Bahnhof der Stadt ist der Rostocker Hauptbahnhof. Weitere Bahnhöfe sind der Bahnhof Warnemünde, sowie der Bahnhof Seehafen Nord.

Im Fernverkehr ist Rostock seit Juni 2007 per ICE (Rostock–BerlinMünchen) temporär erreichbar. Intercity-Züge verbinden Rostock mit Hamburg und Westdeutschland, der einmal täglich verkehrende InterConnex mit Berlin und Leipzig. Die mehrere Jahre bestehende Nachtzug-Verbindung nach München bzw. Köln und Dortmund wurde im Oktober 2007 eingestellt. Im Regionalverkehr ist Rostock mit acht Linien gut an die umliegenden Städte angebunden.

Straßen[Bearbeiten]

Rostock liegt an den Autobahnen 19 (Rostock – Autobahndreieck Wittstock (Dosse) – Berlin) und 20 (Stettin–Stralsund–Rostock–Lübeck), die sich im Autobahnkreuz Rostock kreuzen, und an den Bundesstraßen 103, 105 und 110. Die Autobahnen und die Bundesstraßen 103 und 105 bilden zusammen mit dem Warnowtunnel einen Schnellstraßenring in und um Rostock.

Der Warnowtunnel wurde 2003 als Verbindung der westlich und östlich der Unterwarnow gelegenen Stadtteile zwischen Schmarl und Oldendorf eröffnet. An seinem östlichen Ende beginnt die A 19, das Westende ist mit der Schnellstraße vom Rostocker Zentrum nach Warnemünde verbunden. Der Tunnel ist der erste privat finanzierte und mautpflichtige Straßentunnel Deutschlands. Ging man in den Planungen zunächst von 22.000 Durchfahrten pro Tag aus, hat sich die Verkehrsbelegung heute bei rund 12.000 Durchfahrten eingepegelt. Damit konnten sich die Erwartungen bisher bei weitem nicht erfüllen. Als Konsequenz daraus wurde das Finanzierungsmodell nachträglich angepasst.

Von 1998 bis 2007 wurde auch das innerstädtische Straßennetz mit dem Neu- und Ausbau der Arnold-Bernhard-Straße und der August-Bebel-Straße sowie der Verbindung vom Schröderplatz zum Warnowufer grundlegend neu gestaltet. Parallel dazu wurden die früher verkehrsreichen Plätze Neuer Markt und Doberaner Platz für den Kfz-Durchgangsverkehr gesperrt.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Hauptartikel: Flughafen Rostock-Laage

Etwa 25 km südöstlich befindet sich der Rostock Airport in Laage. 1993 wurde der zivile Flugverkehr auf dem früher ausschließlich militärisch genutzten Flughafen aufgenommen. Über die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH ist die Hansestadt mit 54,1 % als Gesellschafter am Betrieb des Flughafens beteiligt.[59]

Ganzjährig verbindet Lufthansa Rostock mit dem Drehkreuz München. Germanwings bedient die Strecke Köln/Bonn–Rostock und Stuttgart-Rostock. Im Sommerflugplan 2014 verbindet außerdem Germania Rostock mit Hurghada, Varna und Palma de Mallorca. Die türkische Ferienmetropole Antalya wird sowohl von Germania als auch von Tailwind Airlines bedient. 2011 wurden 223.516 Passagiere abgefertigt.[60]

Bildung und Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bundes- und Landeseinrichtungen[Bearbeiten]

Maritime Einrichtungen und Marine[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Schulen in Rostock

Hochschule und Forschung[Bearbeiten]

Universität Rostock[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Universität Rostock
Hauptartikel: Universität Rostock

Universität Rostock: Gegründet 1419; Sie ist sie die älteste Universität Nordeuropas und gehört zu den ältesten deutschen Universitäten.[62] Sie ist die drittälteste deutsche Hochschule. Die Gründungsfakultäten sind die juristische, die philosophische und die medizinische Fakultät sowie seit 1432 die Theologie. Nach kurzer Zeit erhielt sie den Beinamen „Leuchte des Nordens“. Die einzelnen Fakultäten und Institutionen sind in den letzten Jahren auf vier Standorte konzentriert worden. Nachdem 1950 auf Betreiben der DDR-Regierung die Juristische Fakultät geschlossen worden war, wurde sie im Herbst 1989 neu eröffnet.

Sie besteht heute aus neun Fakultäten für Agrar- und Umweltwissenschaften, Informations- und Elektrotechnik, Rechtswissenschaften, Medizin, Mathematisch-Naturwissenschaften, Maschinenbau- Schiffstechnik, Philosophie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen sowie die Theologischie. Die Universität Rostock hat 15.312 Studenten (WS 2011/12).[63]

Hochschule für Musik und Theater[Bearbeiten]

Hochschule für Musik und Theater

1947 wurde eine Hochschule für Musik, Theater und Tanz gegründet, die später als Außenstelle der Berliner Hochschule „Hanns Eisler“ Studenten der Musik ausbildete. Aus dieser Tradition heraus wurde 1994 die Hochschule für Musik und Theater Rostock (HMT) geschaffen. 2001 erhielt sie einen beachtenswerten Neubau auf den Ruinen des vormaligen Katharinenstifts. An der Hochschule studieren etwa 500 Studenten.

Die Hochschule ist eine der jüngsten ihrer Art in Deutschland. Sie fühlt sich stark mit entsprechenden Einrichtungen in Vilnius, Riga und Tallinn verbunden und kooperiert auch mit den Hochschulen in Krakau, Danzig und Posen.

Hochschule Wismar[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hochschule Wismar

Der Bereich Seefahrt der Hochschule Wismar mit dem maritimen Simulationszentrum ist in Warnemünde ansässig.

Sonstige Forschungseinrichtungen[Bearbeiten]

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

Universitätsbibliothek Rostock
Bibliotheksneubau von 2004 in der Rostocker Südstadt
  • Die Universitätsbibliothek Rostock wurde 1569 gegründet und verfügt über einen Bestand von ca. 2 Mio. Bänden.[64] Sie ist verantwortlich für die universitäre Versorgung von Forschung, Lehre und Studium und dient als große wissenschaftliche Bibliothek in Mecklenburg-Vorpommern auch der regionalen und überregionalen Literaturversorgung.
  • Die Stadtbibliothek Rostock ist mit einem Gesamtbestand von ca. 150.000 Medien, verteilt auf mehrere Stadtteilbibliotheken, die zweitgrößte Bibliothek der Stadt.
  • Von Bedeutung sind Bibliothek und Nachlass der Schriftsteller Walter Kempowski und Uwe Johnson. Während das Kempowski-Archiv durch den Verein Kempowski-Archiv Rostock – Ein bürgerliches Haus verwaltet wird, werden Bibliothek und Nachlass von Uwe Johnson durch die Uwe Johnson-Forschungsstelle der Universität Rostock und die Universitätsbibliothek Rostock erschlossen und für die wissenschaftliche Nutzung bereitgestellt.[65][66]
  • Die Liste von Bibliotheken und Archiven in der Region Rostock gibt eine Übersicht über öffentlich zugängliche Bibliotheken, Archive und Spezialsammlungen der Stadt und der Region Rostock.[67]

Siehe auch: Kategorie:Bibliothek in Mecklenburg-Vorpommern

Religionen[Bearbeiten]

Das Michaeliskloster wird heute auch weltlich genutzt. Sie dient der Universität als Geschichtsbibliothek und Archiv. Anderen sakralen Gebäuden geht es ebenso: Die Nikolaikirche dient als Wohnraum und Konzerthaus, das Zisterzienser-Kloster zum Heiligen Kreuz als Museum, das ehemalige Katharinenkloster der Franziskaner beherbergt die Hochschule für Musik und Theater.

Heidentum und Christianisierung[Bearbeiten]

Waren die Wenden noch „Heiden“, die sich gegen die gewaltsame Christianisierung wehrten, wurde das Christentum unter dem politischen Einfluss von Heinrich dem Löwen spätestens mit Pribislaw in Mecklenburg und somit auch der Region um Rostock eingeführt.

Das Verhältnis von Stadt und Kirche war nicht frei von Spannungen und Differenzen. So führte ein Kirchenbann des Papstes gegenüber der Universität zum kurzzeitigen Auszug der Universität aus der Stadt.

Judentum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jüdische Gemeinde Rostock

Seit 1868 nach dem Beitritt Mecklenburg-Schwerins zum Norddeutschen Bund durften sich wieder Juden in der Stadt niederlassen. Schnell bildete sich eine jüdische Gemeinde, die sich 1870 einen Friedhof am Rande des Alten Friedhofs, dem heutigen Lindenpark, einrichtete.

1902 weihte die Jüdische Gemeinde für die etwa 280 Mitglieder eine Synagoge in der Augustenstraße 101 ein, die in der Reichspogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 von den Nationalsozialisten niedergebrannt wurde. Schon vorher waren unter dem Druck viele Juden ausgewandert, einige hatten Selbstmord begangen. Jüdischer Besitz wurde „arisiert“. Zur „Endlösung der Judenfrage“ wurden die in Rostock verbliebenen 70 Gemeindemitglieder von 1942 bis 1944 in Konzentrationslager deportiert und kamen fast alle dort ums Leben. Seit 2001 erinnern Gedenkplatten, so genannte Stolpersteine, an jüdische Opfer des Holocaust.

Reformation[Bearbeiten]

Nachdem 1525 vom Kaplan der Petrikirche, Joachim Slüter, ein niederdeutsches Gesangbuch mit lutherischen Liedern für „werkleute“ herausgegeben wurde, begann in Rostock die lutherische Reformation, die Slüter bis 1531 durchsetzte. Nachdem er 1532 starb, wurde der Prozess von seinem Nachfolger, Johann Oldendorp, fortgesetzt. Gleichzeitig setzte sich die Reformation auch in den anderen Hansestädten durch, die zum bürgerlichen Zentrum dieser Konfession wurden. Spätestens 1534 wurde darauf der Katholizismus stark unterdrückt und die Katholiken als „Papisten“ beschimpft. Rostock bekam einen eigenen Superintendenten und ein eigenes Geistliches Ministerium.

In der Folgezeit blieb der evangelische Glaube die vorherrschende Religion in der Stadt.

Im 19. Jahrhundert zogen dann wieder Katholiken in die Stadt. Sie gründeten 1872 die erste Pfarrgemeinde seit der Reformation. Seit 1909 gab es erstmals auch wieder eine katholische Kirche in Rostock, die Christuskirche am Schröderplatz. Die Gemeinde gehörte – wie ganz Mecklenburg – zunächst zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen, dessen Jurisdiktion dauernd mit dem Bischofsstuhle zu Osnabrück verbunden war. 1930 wurde das Gebiet offiziell Teil des Bistums Osnabrück (Dekanat Mecklenburg). 1941 wurde das Dekanat Mecklenburg in einen westlichen, einen mittleren und einen östlichen Konferenzbezirk aufgeteilt. Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es immer schwieriger für den Osnabrücker Bischof, seine Amtsgeschäfte in Mecklenburg wahrzunehmen. So entstand 1946 das Bischöfliche Kommissariat Schwerin, aus dem 1973 das Bischöfliche Amt Schwerin mit einem Weihbischof als „residierenden Bischof“ hervorging. 1971 wurde die Christuskirche trotz Protest gesprengt. Ein Neubau im Häktweg wurde als Ersatz errichtet.

Religionen heute[Bearbeiten]

Die Mehrheit der Rostocker ist heute konfessionslos. Die antikirchliche Haltung der DDR-Regierung in den Jahrzehnten zwischen Zweitem Weltkrieg und deutscher Wiedervereinigung hatte ihren Anteil daran.

Heute gehören die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt zur Propstei Rostock im Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche).

Seit 1995 gehören die Rostocker Katholiken zum neugegründeten Erzbistum Hamburg. Die Pfarrgemeinden der Stadt Rostock sind Teil des Dekanats Rostock des Erzbischöflichen Amtes Schwerin innerhalb des Erzbistums.

Es gibt in Rostock Freikirchen, darunter zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten und Brüdergemeinde), die Evangelisch-methodistische Kirche St. Michaelis, eine Gemeinde der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, das „Christliche Zentrum“ (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) und das charismatische „Gospelzentrum“. Ferner gibt es die Landeskirchliche Gemeinschaft und die Christengemeinschaft. Die Neuapostolische Kirche ist mit zwei Gemeinden vertreten. Die Gemeinde mit der größeren Mitgliederzahl befindet sich seit 1965 in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Die andere Gemeinde befindet sich in Warnemünde im Wiesenweg. Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist mit der Kirchengemeinde der Seligen Xenia von St. Petersburg vertreten. Die Gemeinde der Berliner Diözese befindet sich seit 2000 in der Stadt, seit 2006 in der Thünenstraße 9.[68] Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (auch Mormonen genannt) ist mit einer Gemeinde vertreten. Zwei Gemeinden der Zeugen Jehovas nutzen gemeinsam einen Königreichssaal (Gemeindesaal) in der Schweriner Straße.

Heute gibt es wieder eine Jüdische Gemeinde in Rostock. Diese hat über 700 Mitglieder[69] und ist seit kurzem auch in Besitz eines neuen Gemeindezentrums mit Synagoge. Betreut wird die Gemeinde durch den Landesrabbiner William Wolff.

In Rostock leben einige hundert Muslime. Es gibt eine Moschee in der Erich-Schlesinger-Straße, deren Trägerverein der Islamische Bund in Rostock e.V. ist.

Sport[Bearbeiten]

Fußball[Bearbeiten]

DKB-Arena (ehemals Ostseestadion) und Leichtathletikstadion

1905 wurden der Rostocker FC 1895, FC Alemannia 1903 und FC Germania 1901 in den Mecklenburgischen Fußball-Bund aufgenommen. Seit 1899 gab es zudem den Internationalen FC. Besondere Erfolge konnte jedoch bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg kein Rostocker Fußballverein erringen.

Während der Saison 1954/55 beschloss die DDR-Sportführung, die Mannschaft der sächsischen BSG Empor Lauter noch während der Saison nach Rostock zu delegieren. 1965 wurde die Fußballabteilung als F.C. Hansa Rostock aus dem SC Empor Rostock ausgegliedert. 32 Jahre lang spielte Hansa in der DDR-Oberliga. In der Saison 1990/91 wurde Hansa letzter Meister sowie FDGB-Pokal-Sieger der DDR und qualifizierte sich für die Fußball-Bundesliga und für den Europapokal der Landesmeister. Hansa gehörte seitdem insgesamt zwölf Jahre lang der 1. und acht Jahre lang der 2. Bundesliga an. 2010 stieg der Verein erstmals in die 3. Liga ab. Hansa trägt seine Spiele in der DKB-Arena, dem ehemaligen Ostseestadion, aus.

Die zweite Mannschaft von Hansa Rostock spielt in der fünftklassigen Oberliga Nordost. Eine Liga darunter, in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern, tritt der Rostocker FC an. Der SV Hafen Rostock 61 ist inzwischen der einzige Rostocker Verein in der Landesliga, während ehemals erfolgreiche Vereine wie der SV Warnemünde und der PSV Rostock nur noch in der Landesklasse spielen. Zu DDR-Zeiten hatten die BSG Schiffahrt/Hafen Rostock (heute SV Hafen Rostock 61) und die TSG Bau Rostock (heute Rostocker FC) 17 bzw. 13 Jahre lang in der zweitklassigen DDR-Liga gespielt, die BSG Motor Warnowwerft Warnemünde (SV Warnemünde) trat sechs, der SG Dynamo Rostock (Polizei SV Rostock) zwei Jahre in der Liga an.

Im Jugendbereich gehört die A-Jugend von Hansa Rostock der U-19-Bundesliga seit deren Gründung 2003 an und wurde 2010 Deutscher Meister. Die B-Jugend spielte von der Gründung der U-17-Bundesliga 2007 vier Jahre lang ebenfalls in der höchsten Liga, stieg aber 2011 in die Regionalliga ab.

Die BSG Post Rostock war in den 1970er und 1980er Jahren einer der erfolgreichsten Frauenfußballvereine der DDR und wurde 1990 letzter Meister und Pokalsieger der DDR. 1995/96 spielte das inzwischen zum Polizei-SV Rostock gewechselte Team eine Saison lang in der Frauen-Bundesliga, stieg aber unmittelbar wieder ab. Mittlerweile spielt die Mannschaft als Abteilung dem SV Hafen Rostock 61 in der Verbandsliga. Ebenfalls in der Verbandsliga tritt der Rostocker FC an.

Als Abwandlung des Fußballs gibt es mit den Rostocker Robben auch eine Beachsoccer-Mannschaft.[70] Diese wurde mit dem Sieg in der German Beach Soccer League 2013 erster Deutscher Meister im Zuständigkeitsbereich des DFB[71] und konnte sich im selben Jahr für die folgende Spielzeit der Champions League qualifizieren. Hierfür besiegten sie im DFB-Beachsoccer-Supercup das Beach Soccer Team Chemnitz mit 6:5 auf dem Tempelhofer Feld. Als Sponsor werden sie außerdem durch den Rapper Marteria unterstützt.[72]

Handball[Bearbeiten]

Die Männermannschaft des Handball-Clubs HC Empor Rostock wurde zehnmal DDR-Meister und 1982 Europapokalsieger der Pokalsieger sowie Vereins-Europameister. 1979 stand Empor im Finale des Europapokals der Landesmeister. Von 1991 bis 1993 spielte Empor in der Handball-Bundesliga. Heute spielt die Männer-Mannschaft in der 2. Bundesliga.

Das Frauenteam wurde dreimal DDR-Meister im Hallenhandball. Das Team des Rostocker HC spielte bis 2010 in der 2. Handball-Bundesliga Nord und seitdem in der 3. Liga.

Wassersport[Bearbeiten]

Rostock ist ein Zentrum für Schwimmer und Wasserspringer. Neben den klassischen Sportarten bietet sich Rostock wegen seiner exponierten Lage auch für das Segeln oder Rudern an und gilt als gutes Segelrevier an der deutschen Ostseeküste. Die Hochleistungssportler im Schwimmen, Wasserspringen und im Kanurennsport starten oder starteten in der Regel für den SC Empor, die Ruderer für den 1990 aufgelösten ASK Vorwärts Rostock. Viele der erfolgreichen Sportler sind heute bei Empor als Trainer aktiv.

Bei den Schwimmern konnten vor allem im Langstreckenbereich bereits zahlreiche Erfolge erschwommen werden, wie zuletzt von Britta Kamrau-Corestein, die zwischen 2002 und 2007 viermal Weltmeisterin auf der 10-km- und der 25-km-Distanz wurde. Peggy Büchse wurde 2000 und 2001 zweimal Weltmeisterin über 5 bzw. 10 km.

Nils Rudolph war Anfang der 1990er Jahre einer der weltweit schnellsten Sprinter über die 50-m-Distanz und feierte seinen größten sportlichen Erfolg bei den Europameisterschaften 1991 in Athen mit dem Gewinn der Goldmedaille.

Im Wasserspringen war Christa Köhler 1973 Weltmeisterin und holte 1976 die olympische Silbermedaille. 1970 wurde Heidi Becker Europameisterin im Kunstspringen vom Drei-Meter-Brett. 1996 gewann Annika Walter die Silbermedaille vom 10-Meter-Turm, Dörte Lindner gewann bei den Olympischen Spielen 2000 die Bronzemedaille. Martina Proeber war 1980 Olympiazweite im Kunstspringen.

Die Kanurennsportlerin Ramona Portwich gewann unter anderem Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988, 1992 und 1996. Ebenfalls olympisches Gold gewann 1992 Anke von Seck. Zwischen 1978 und 1981 gewann Roswitha Eberl sechs Weltmeistertitel.

Der Ruderer Stephan Krüger startet für den Olympischen Ruderclub Rostock von 1956 und wurde 2009 Weltmeister im Doppelzweier. Ulrich Karnatz startete für den ASK Vorwärts Rostock und wurde 1976 und 1980 Olympiasieger sowie 1977, 1978 und 1979 Weltmeister im Achter. Klaus Kröppelien gelang 1980 der Olympiasieg im Doppelzweier

Die Unterwasserrugbymannschaft UWR 071 Rostock spielt seit 2000 im Ligabetrieb mit und erreichte in der Saison 2012/2013 den Aufstieg in die höchste Spielklasse, der 1. Bundesliga Nord.

Die Wasserballer der HSG Warnemünde spielen in der drittklassigen Oberliga Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern.

Leichtathletik[Bearbeiten]

In der Vergangenheit gehörten die meisten Olympiasieger, Welt- und Europameister dem SC Empor an. 1998 löste sich der 1. LAV Rostock als eigenständiger Verein heraus und ist seitdem der bedeutendste Leichtathletikverein der Stadt und einer der wichtigsten in Norddeutschland. Zahlreiche erfolgreiche Sportler waren oder sind beim 1. LAV aktiv, zum Beispiel die Marathon-Europameisterin 2006 Ulrike Maisch. Der Profi-Triathlet Andreas Raelert ist amtierender Triathlon-Europameister auf der Mitteldistanz sowie Vize-Weltmeister auf der Ironman-Distanz. Sein Bruder Michael Raelert ist jeweils zweifacher Welt- (2009 und 2010) und Europameister (2010, 2012) auf der Mitteldistanz.

Christian Schenk erzielte seinen größten Erfolg mit dem Olympiasieg 1988 im Zehnkampf. 1980 in Moskau wurde Marita Koch Olympiasiegerin über 400 Meter und 1983 in Helsinki dreifache Weltmeisterin, dazu kamen sechs Titel bei Europameisterschaften zwischen 1978 und 1986. Die Sprinterin Silke Möller war unter anderem Doppelweltmeisterin 1987. Hansjörg Kunzes größter Erfolg war die Bronzemedaille im 5000-Meter-Lauf bei den Olympischen Sommerspielen 1988. Die Speerwerferin Steffi Nerius startete bis 1991 für Empor Rostock und gewann 2004 die olympische Silbermedaille sowie 2009 den Weltmeistertitel.

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

Die Rostocker Nasenbären spielten 2013 in der 1. Inline-Skaterhockey-Bundesliga.

Die Mannschaft Rostock Griffins spielt American Football derzeit in der Regionalliga Ost (3. Liga).

Jeweils in der 3. Liga der Frauen und der Männer spielen die Volleyballer des SV Warnemünde.

Drittklassig sind auch die Rostock Piranhas (offiziell: Rostocker Eishockey Club), die in der Oberliga Nord spielen.

Die Basketball-Herren der EBC Rostock Seawolves spielen in der Saison 2013/14 erfolgreich in der Regionalliga Nord (3. Liga).[73]

Der Radrennfahrer Jan Ullrich war zweimal Weltmeister im Einzelzeitfahren sowie Sieger im olympischen Straßenrennen 2000 und gewann als erster und bisher einziger Deutscher 1997 die Tour de France. Aufgrund seiner Verwicklung in den Dopingskandal Fuentes wurde er jedoch 2012 vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) rechtskräftig des Dopings schuldig gesprochen, und alle Erfolge Ullrichs seit dem 1. Mai 2005 wurden annulliert.

1968 wurden die beiden Ringer Lothar Metz und Rudolf Vesper vom ASK Vorwärts Rostock Olympiasieger. Der Ringer Heinz-Helmut Wehling wurde 1970 Europameister und 1977 Weltmeister.

Nachwuchsförderung und Trainingszentren[Bearbeiten]

Die CJD Jugenddorf-Christophorusschule Rostock hat einen Förderzweig für Leistungssportler. Sie führt damit die Tradition der Kinder- und Jugendsportschule Rostock fort. Die Christophorusschule hat sowohl den Rang einer Eliteschule des Sports als auch einer Eliteschule des Fußballs. Die Sportlerklassen werden von Schülern besucht, die in den Jugendabteilungen der Rostocker Leistungssportvereine aktiv sind, vor allem von Short Trackern des ESV Turbine Rostock, Jugendspielern des HC Empor Rostock, Leichtathleten des 1. LAV Rostock, Fußballspielern des FC Hansa Rostock, Ruderern, Schwimmern und Turmspringern.

Im Olympiastützpunkt Mecklenburg-Vorpommern in Rostock trainieren Sportler vor allem in den Schwerpunktsportarten Rudern, Short Track und Wasserspringen. Weitere Sportarten sind Flossenschwimmen, Fußball, Handball, Leichtathletik, Segeln, Schwimmen, Triathlon.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Berühmte Rostocker
und geehrte Bürger
Joachim Gauck
Der elfte Bundespräsident, ehemaliger Pastor und Beauftragter für Stasiunterlagen, wurde 1940 in Rostock geboren und ist Ehrenbürger der Stadt.
Walter Kempowski
Der Schriftsteller ist gebürtiger Rostocker und Ehrenbürger. Er setzte der Stadt literarische Denkmäler. Nach ihm ist das Kempowski-Ufer am Stadthafen benannt.
Jan Ullrich
Der gebürtige Rostocker war 1997 Sieger der Tour de France.
Gebhard Leberecht von Blücher
Der preußische Generalfeldmarschall wurde in Rostock geboren. Er ist Ehrenbürger. Am Universitätsplatz steht ein Denkmal für den Feldherrn.
Albert Einstein
Der Physiker ist kein Rostocker. 1919 wurde er Ehrendoktor der Universität Rostock. Diese einzige in Deutschland an Einstein verliehene Ehrendoktorwürde wurde ihm auch während der NS-Zeit nicht aberkannt.
Franziska Knuppe
Das Model wurde in Rostock geboren und war seit 1997 die Muse des berühmten Modeschöpfers Wolfgang Joop. Seither war sie das Gesicht vieler Marken und Modedesigner.
Marteria
Der in Rostock aufgewachsene Marten Laciny gehört zu den erfolgreichsten deutschen Rappern.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe Liste von Söhnen und Töchtern Rostocks

Bürgermeister[Bearbeiten]

Siehe Liste der Rostocker Bürgermeister

Ehrungen[Bearbeiten]

Die Hansestadt vergibt an Persönlichkeiten, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, seit 1990 folgende Ehrungen:[75]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe Liste von Persönlichkeiten der Stadt Rostock

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Rostock – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Rostock
 Portal: Mecklenburg-Vorpommern – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mecklenburg-Vorpommern
 Commons: Rostock – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Rostock – Reiseführer
 Wikisource: Rostock – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Rostock – Zitate
 Wikinews: Portal:Rostock – in den Nachrichten

Literatur und Filme[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock
    • Bd. 1 (1895) bis 22 (1941). Hrsg. v. Verein für Rostocks Altertümer
    • Neue Folge, Heft 1 (1981) bis 9 (1989). Hrsg. v. Stadtarchiv Rostock und dem Kulturhistorischen Museum der Stadt Rostock.
    • Bd. 23 (1999) bis [zuletzt erschienen] 31 (2011). Hrsg. v. Verein für Rostocker Geschichte e.V.
  • Klaus Armbröster: Rostock - Warnemünde. Stadtführer. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2014, ISBN 978-3-95462-246-7
  • Hans Bernitt: Zur Geschichte der Stadt Rostock. Rostock 1956, Neuauflage: BS-Verlag, Rostock 2001, ISBN 978-3-935171-40-3
  • Dörte Bluhm: Rostock – meine Stadt. Vom slawischen Handelsplatz zur Ostseemetropole. 800 Jahre Baugeschichte an der Warnow, WIRO, Rostock 2005
  • Hans Ohle: Rostock. (Kunstgeschichtliche Städtebücher), Leipzig 1970
  • Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Eine Geschichte der Stadt Rostock von ihren Ursprüngen bis zum Jahr 1990. Ingo Koch, Rostock 2003, ISBN 3-929544-68-7

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011)
  3. rathaus.rostock.de: Gliederung der Ortsamtsbereiche (PDF; 235 kB)
  4. Vgl. L. Krause: Die alten Warnow-Mündungen und der ursprüngliche Rostocker Hafen zu Warnemünde. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Herausgegeben vom Verein für Rostocks Altertümer, Bd. 12, Rostock 1924, S. 1–16
  5. Kataster-, Vermessungs- und Liegenschaftsamt der Hansestadt Rostock, Abteilung Kataster SG Katastererneuerung / Kommunale Geodaten
  6. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Band 46, 1881, S. 122
  7. Ernst Eichler und Werner Mühlmer: Die Namen der Städte in Mecklenburg-Vorpommern. Ingo Koch Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-935319-23-1
  8. Lateinische Stadtnamen (Lexicum nominum geographicorum latinorum)
  9. Dieter Warnke: Rostock – Petribleiche. Eine slawische Fürstenburg des 12. Jahrhunderts. In: Manfred Gläser (Hrsg.): Archäologie des Mittelalters und Bauforschung im Hanseraum. Konrad Reich Verlag, Rostock 1993 (Schriften des Kulturhistorischen Museums in Rostock), S. 155–160.
  10. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 14 f.
  11. Gerd Baier: Die Marienkirche zu Rostock. Berlin 1988, S. 2
  12. Helge bei der Wieden, Roderich Schmidt: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Mecklenburg, Pommern. Stuttgart 1996, S. 99
  13. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 47 f.
  14. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 80 f.
  15. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 94 f.
  16. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Mecklenburg, Pommern. S. 102
  17. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 248
  18. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 255
  19. Olaf Groehler: Bombenkrieg gegen Deutschland. Akademie-Verlag, Berlin 1990. S. 449, ISBN 3-05-000612-9
  20. Panzer-Suche am Rostocker Mühlendamm geht weiter. In: Rostock-Heute. 21. Februar 2012, abgerufen am 24. Februar 2014.
  21. Mirjam Seils: Willkommen in Rostock? Aufnahme und Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen in Rostock nach 1945. KSZ-Verlag, 2006, ISBN 3-930845-94-6
  22. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 255 ff.
  23. Karsten Schröder: In deinen Mauern herrsche Eintracht und allgemeines Wohlergehen. Rostock 2003, S. 291
  24. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Bevölkerungsentwicklung der Kreise
  25. Rostock: Zahlen und Fakten, rostock.de, abgerufen am 4. November 2014
  26. Immobilien-Kompass, Capital, abgerufen am 3. November 2014
  27. Rostock wächst weiter, Rostock Heute, abgerufen am 4. November 2014
  28. „Die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister wird für sieben Jahre gewählt.“ Quelle: Hauptsatzung der Hansestadt Rostock (vom 7. Juni 2005): § 7, Abs. 1 (PDF; 69 kB)
  29. Methling bleibt Oberbürgermeister von Rostock. In: Ostsee-Zeitung, 5. Februar 2012
  30. Sitzverteilung. Hansestadt Rostock, abgerufen am 28. Februar 2014 (PDF).
  31. rostock.de: Wahl der Bürgerschaft
  32. http://www.das-ist-rostock.de/artikel/50550_2014-07-03_neue-buergerschaft-waehlt-wolfgang-nitzsche-zu-ihrem-praesidenten/
  33. http://www.das-ist-rostock.de/artikel/50550_2014-07-03_neue-buergerschaft-waehlt-wolfgang-nietzsche-zu-ihrem-praesidenten/
  34. http://rathaus.rostock.de/sixcms/detail.php?template=seite_rathaus_verwaltungsstruk_de&_sid1=rostock_01.c.260.de&_sid2=rostock_01.c.268.de&_sid3=rostock_01.c.273.de
  35. http://www.rostock-heute.de/buergerschaft-wahl-finanzsenator/69787
  36. Wahl von Matthäus im Juli 2008: http://www.gruene-rostock.de/holger-matthaeus-ist-kandidat-der-fraktion-buendnis-90-fuer-die-wahl-zum-senator-fuer-bau-und-umwelt-3/
  37. http://www.rostock-heute.de/steffen-bockhahn-wahl-senator-senator-soziales/71617
  38. Beschluss der Bürgerschaft
  39. rostock.de: Hauptsatzung, Art. 1 Abs. 2
  40. Georg Dehio, Gerd Baier: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Mecklenburg-Vorpommern. Neubearbeitung durch Hans-Christian Feldmann, München/Berlin 2000, S. 467
  41. Gerd Baier: Die Marienkirche zu Rostock, Berlin 31988, S. 2
  42. Die 100 größten Arbeitgeber Mecklenburg-Vorpommerns 2012, NordLB, abgerufen am 22. Februar 2014
  43. ostsee-zeitung.de: Aida Cruises größter Arbeitgeber im Land (22. Dezember 2010)
  44. Geschäftsbericht 2012 (PDF; 5,8 MB)
  45. Wachstumsbranche Luft- und Raumfahrt-Zulieferindustrie, Wirtschaftsministerium MV, abgerufen am 12. November 2014
  46. Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt in Warnemünde eröffnet, airliners.de, 16. November 2007, abgerufen am 12. November 2014
  47. Airbus/RST Rostock-System-Technik GmbH
  48. Sea Gate: Galileo-Testgebiet für maritime Anwendungen, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), abgerufen am 12. November 2014
  49. Unternehmen der Luftfahrt und Raumfahrt im Raum Rostock, Rostock Business, abgerufen am 10. November 2014
  50. Heinkel He 178, fliegerweb.com, abgerufen am 10. November 2014
  51. a b Statistische Angaben auf rostock.de, abgerufen am 15. Dezember 2012
  52. Eckhard-Herbert Arndt: Dritter Rekord in Folge für Hafen Rostock. In: Täglicher Hafenbericht vom 23. Oktober 2013, S. 4
  53. Eckhard-Herbert Arndt: Rostock: Neuer Rekord bei Cruise-Gästen. In: Täglicher Hafenbericht vom 16. Oktober 2014, S. 1/3
  54. Extreme Luftverschmutzung an Kreuzfahrtterminals: Gesundheitsgefährdende Schiffsabgase in Hamburg, Rostock, Venedig und New York. In: NABU.de. 3. Dezember 2013, abgerufen am 24. Februar 2014.
  55. http://www.fh-flensburg.de/mz/AIDA-Emissionen.mp4
  56. CLIA Europe zur NABU-Kampagne: „NABU zielt auf Emotion statt sachlicher Information“. In: AIDA.de. 18. Dezember 2012, abgerufen am 24. Februar 2014.
  57. Unterschiedliche Entwicklung der Umschlagzahlen. Bilanz 2012. In: Schiff & Hafen'', Heft 5/2013, S. 16/18, Seehafen-Verlag, Hamburg 2013, ISSN 0938-1643
  58. Leichtes Umschlagwachstum in Rostock und Kiel. In: Schiff & Hafen, Heft 3/2014, S. 68–70
  59. rostock-airport.de:Die Flughafen GmbH, abgerufen am 15. Dezember 2012
  60. rostock-airport.de: Verkehrsdaten, abgerufen am 15. Dezember 2012
  61. Rostock in Zahlen, Bildung, rostock.de
  62. Walter Leisering (Hrsg.): Putzger Historischer Weltatlas. 101. Auflage, Berlin 1990, S. 54
  63. Rostock in Zahlen, Universitäten und Hochschulen, rostock.de
  64. Universitätsbibliothek Rostock in Zahlen. Universitätsbibliothek Rostock, 24. Juni 2013, abgerufen am 24. Februar 2014.
  65. Uwe Johnson-Archiv. Universitätsbibliothek Rostock, abgerufen am 24. Februar 2014.
  66. Johnson-Forschungsstelle. Johnson Forschungsstelle der Universität Rostock, abgerufen am 24. Februar 2014.
  67. Bibliotheken Region Rostock
  68. Russische Wikipedia über Religion in Rostock
  69. Zentralrat der Juden in Deutschland
  70. German Beach Soccer League | Seite des DFB
  71. German Beach Soccer League | Saison 2013
  72. hiphop.de: Marteria sponsert Beach-Soccer-Team Rostocker Robben
  73. Tabelle der 1. Basketball-Regionalliga Nord
  74. Übersicht beim Olympiastützpunkt Mecklenburg-Vorpommern
  75. Die Listen der geehrten Persönlichkeiten befinden sich auf der Webseite der Hansestadt Rostock
  76. Flyer Umweltpreis »Joe Duty« der Hansestadt Rostock (Version vom 19. Juli 2011 im Internet Archive)
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Dieser Artikel wurde am 27. August 2006 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.