Rostocker FC

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Rostocker FC
Logo seit 2010
Voller Name Rostocker Fußballclub
von 1895 e.V.
Gegründet 1895
Vereinsfarben blau-weiß-rot
Stadion Sportpark am Damerower Weg
Plätze 3.000
Präsident Nils Greese
Trainer Jan Kistenmacher
Homepage www.rfc-1895.de
Liga Verbandsliga Mecklenburg-
Vorpommern
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Der Rostocker FC 1895 ist ein deutscher Fußballclub aus der Hansestadt Rostock. Heimstätte des ca. 600 Mitglieder starken Vereins ist der Sportpark am Damerower Weg.

Vereinsentwicklung[Bearbeiten]

Logo der TSG Bau

Am 20. Juni 1895 gründeten die vier Gymnasiasten Michael Beyer, Paul Buchholtz, Wilhelm Metzenthin und Werner Ahrens den “Rostocker Fußball-Club (RFC)”. 1899 fand das erste Wettspiel gegen den “Internationalen Fußball-Club (IFC) Rostock” statt, das der RFC mit 1:0 gewann. Seit dem Jahr 1900 stand die Vereinsmitgliedschaft auch Nichtschülern offen. 1905 trat der RFC dem Mecklenburgischen Fußballbund bei und spielte von nun an mit um die offiziellen Verbandsmeisterschaften in Norddeutschland. Um 1911 hatte die Suche nach einer geeigneten Fläche zum Ausbau eines eigenen Sportplatzes an der Satower Chaussee Erfolg.

Dem steigenden Bedürfnis nach Vereinssport trug der Zusammenschluss mit dem “Rostocker Fußballclub Greif von 1916” und dem “Rostocker Schwimm-Club” am 21. März 1919 Rechnung. Im neuen Vereinsnamen “Rostocker Sport-Club (RSC) von 1895” zeigte man die Vielfalt des Angebots und verband Zeitgeist mit Tradition. Die „Neuordnung des deutschen Sports“ im nationalsozialistischen Sinne ließ den RSC in einer der vier Rostocker “Großgemeinschaften” aufgehen. Am 3. Februar 1938 erfolgte der Zusammenschluss mit dem "Verein für Rasensport von 1903", dem "Rostocker Turnerbund", der "Rostocker Turnerschaft" und dem "Schwimm-Verein Rostock" zur “Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Rostock”.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte zunächst die Rostocker “Sportgruppe Süd” die ehemaligen TSG-Plätze. Im Zuge der “Umstellung des Sports auf Produktionsbasis” schlossen sich einige Mitglieder ab 1949 der “Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Rostock” an. Die Satower Straße wurde das Zuhause der “BSG Motor (Nord-West)”, zu der seit 1954 auch die Mitglieder der vormaligen “BSG Aufbau” gehörten. In Trägerschaft des “VEB Wohnungsbaukombinat Rostock” erhielt der Verein 1969 den Namen "Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Bau Rostock".

Mit dem Ende des DDR-Sozialismus erfolgte am 18. Juli 1990 die Umbenennung in “Turn- und Sportverein (TSV) Grün-Weiß Rostock 1895 e.V.”. Damit sollte die Tradition des “Rostocker Sport-Club von 1895” auf dessen ehemaliger Wirkungsstätte angemessen fortgesetzt werden. Am 29. Oktober 1996 lösten sich die Fußballer aus dem “TSV Grün-Weiß” und gründeten den “Rostocker F.C. von 1895 e.V.”.

Entwicklung des Fußballsports[Bearbeiten]

Logo des Rostocker SC v. 1895
Logo des Rostocker FC bis 2010

In der Fußballsaison 1942/43 wurde die TSG Rostock in die neu eingerichtete Gauliga Mecklenburg, eine von 29 Ligen, die zur Endrunde der Deutschen Fußballmeisterschaft führten, eingestuft. Unter sieben Mannschaften setzte sich die TSG als Gaumeister durch, in der anschließenden Endrunde zur Deutschen Meisterschaft 1942/43 scheiterten die Mecklenburger bereits in der Qualifikationsrunde an Holstein Kiel. Ebenfalls 1943 qualifizierte sich die TSG als Pokalsieger des Sportgaus Mecklenburg für den Wettbewerb um den Tschammerpokal 1943. In der 1. Schlussrunde war der Berliner Pokalsieger Hertha BSC der Gegner, die Rostocker unterlagen deutlich mit 1:7 und schieden aus dem Wettbewerb aus. Die letzte Mecklenburger Gauligasaison mit zehn Teilnehmern beendete die TSG Rostock auf Platz 7.

1958 gelang der BSG Motor Nordwest Rostock erstmals der Aufstieg in die damals viertklassige Bezirksliga Rostock, in der sie bis zum Abstieg 1963 halten konnte. 1967 kehrte Nordwest wieder in die inzwischen drittklassigen Bezirksliga zurück, um 1969 erneut abzusteigen. Als TSG Bau erreichten die Rostocker 1970 zum dritten Mal die Bezirksliga. 1971 wurde der ehemalige Oberligaspieler des FC Hansa Rostock Günter Madeja Spielertrainer. Er führte die TSG nach einem 4:3 und einen 2:2 gegen Vorwärts Stralsund II 1973 zur Bezirksmeisterschaft und damit zum Aufstieg in die zweitklassigen DDR-Liga. Dort konnten sich die Rostocker insgesamt dreizehn Spielzeiten behaupten. Mit dem Staffelsieg in der Saison 1978/79 nahm der Verein an der Aufstiegsrunde zur DDR-Oberliga teil, scheiterte jedoch am FC Vorwärts Frankfurt und Chemie Leipzig. Seit den 1970er Jahren war die TSG zum Auffangbecken ehemaliger Spieler des FC Hansa Rostock geworden, die dort entweder wegen Erfolglosigkeit ausdelegiert worden waren oder bei der TSG ihre Karriere ausklingen lassen wollten (siehe Personen). 1986 musste die TSG gemeinsam mit Stahl Hettstedt und Brieske-Senftenberg wieder den Gang in die Bezirksliga antreten. 1990 wurde noch einmal die Bezirksmeisterschaft gewonnen, der Aufstieg in die DDR-Liga wurde jedoch durch den letzten Platz in der Aufstiegsrunde verpasst.

Der TSG-Nachfolger TSV Grünweiß wurde 1991 Dritter der Bezirksliga und qualifizierte sich damit für die neugeschaffene Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern. Dort war die Mannschaft bis zu ihrem Abstieg 1996 vertreten. Danach startete der abgespaltene Rostocker FC 1996/97 in der sechstklassigen Landesliga. Ihm gelang 1998 die Rückkehr in die Verbandsliga. Im Dezember 2008 löste Christopher Stoll den bisherigen Trainer Bernd Wunderlich ab und führte den akut abstiegsbedrohten Verein in der Rückrunde 2007/2008 auf Platz 10. In der Saison 2009/2010 belegte der RFC den 7. Platz in der Verbandsliga und erreichte das Pokalfinale um den DFB Landespokal. Das Endspiel verlor der RFC gegen den Torgelower SV Greif mit 1:2. In der Saison 2010/2011 schloss der Rostocker FC die Verbandsliga als Tabellendritter ab und erreichte die beste Platzierung seit seiner Neugründung. Am 10. Januar 2012 beendete Christopher Stoll den bestehenden Vertrag mit dem Rostocker FC einvernehmlich.

Statistik[Bearbeiten]

  • Teilnahme Gauliga Mecklenburg: 1942/43, 1943/44
  • Teilnahme Endrunde Deutsche Meisterschaft: 1942/43
  • Teilnahme DDR-Liga: 1973/74 bis 1985/86
  • Ewige Tabelle der DDR-Liga: Rang 48

Personen[Bearbeiten]

Die TSG Bau hatte zwischen 1971 bis 1986 bekannte ehemalige Spieler des FC Hansa Rostock als Fußballtrainer:

  • Günter Madeja, Trainer 1971–1976, 68 Oberligaspiele 1961–1968
  • Heino Kleiminger, Trainer 1977–1971, 186 Oberligaspiele 1956–1970, 4 Länderspiele
  • Jürgen Heinsch, Trainer 1985/86, 177 Oberligaspiele 1958–1971, 7 Länderspiele

Mehrere DDR-Oberligaspieler ließen ihre Fußball-Laufbahn bei der TSG Bau ausklingen:

  • Günter Bräsel, 1970–1976 bei der TSG, 17 Oberligaspiele für Hansa Rostock
  • Udo Haß, 1973–1981 TSG, 10 Oberligaspiele für den Vorwärts Berlin/Frankfurt
  • Gerd Kische, 1982/83 TSG, 181 Oberligaspiele für Hansa Rostock, 63 Länderspiele
  • Dieter Lenz, 1980/1981 TSG, 132 Oberligaspiele für Hansa Rostock
  • Wolfgang Wruck, 1971–1978 TSG, 64 Oberligaspiele für Hansa Rostock

Die TSG Bau war auch Auffangbecken für Spieler, die bei Hansa Rostock wegen ungenügender Leistungen ausdelegiert wurden:

Weitere Personen von besonderer Bedeutung:

  • Matthias Döschner, DDR-Oberligaspieler bei Dynamo Dresden und 40-facher DDR-Nationalspieler, war Trainer bei Rostocker FC
  • Stefanie Draws, Bundesligaspielerin bei Turbine Potsdam, begann bei Rostocker FC
  • Jens Wahl, Bundesligaspieler beim FC Hansa Rostock, begann seine Fußballkarriere bei der TSG Bau
  • Bernd Wunderlich, Oberligaspieler des FC Hansa war Trainer beim Rostocker FC

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rostocker FC – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien