Rostow
| Stadt
Rostow
Ростов
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Rostow (russisch Росто́в) ist eine russische Stadt in der Oblast Jaroslawl mit 31.792 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010)[1], ca. 225 km nordöstlich von Moskau an der Transsibirischen Eisenbahn (Teilstrecke Moskau–Jaroslawl). Rostow liegt am Nerosee und wird deshalb in Abgrenzung zu Rostow am Don auch Rostow Jaroslawski oder Rostow am Nerosee genannt. Es gehört zum Goldenen Ring Russlands und ist ein bedeutendes Touristikzentrum. Bis zum 18. Jahrhundert hieß die Stadt Rostow Weliki (in heutiger russischer Schreibweise Росто́в Вели́кий), was so viel bedeutet wie „Das große Rostow“.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Rostow ist eine der ältesten russischen Städte. In der Nestorchronik wird die Stadt Rostow das erste Mal für das Jahr 862 erwähnt. In seiner Jugend wurde Jaroslaw der Weise von seinem Vater nach Rostow gesandt, um die nördlichen Länder um Rostow zu regieren, das sich langsam zu einem festeren Territorium formierte. Seit 1054 war Rostow Hauptstadt dieses Landes. Um 1070 wurde Rostow Bischofssitz. Um sich den mächtigen Rostower Bojaren zu entziehen, verlegte Juri Dolgoruki im Jahr 1125 den Fürstensitz von Rostow nach Susdal, das Fürstentum hieß jetzt Rostow-Susdal. Unter Fürst Konstantin Wsewolodowitsch (1185–1218) wurde Rostow 1207 schließlich Hauptstadt des gleichnamigen Fürstentums Rostow. Zu diesem Zeitpunkt war es eine dicht besiedelte Stadt mit Fürstenhof, Bojarensitzen und Bürgerwehr. Kaufleute und Handwerker bildeten die Mehrheit der Bevölkerung. Nach 1219 zerfiel das Fürstentum Rostow in die Teilfürstentümer Rostow, Jaroslawl und Uglitsch, die 1238 im Zuge des Mongoleneinfalls zerstört wurden. 1474 erwarb Großfürst Iwan III. Rostow für das Großfürstentum Moskau und Rostow verlor seine politische Relevanz. In kultureller, architektonischer und religiöser Hinsicht wuchs seine Bedeutung jedoch in den folgenden Jahrhunderten. Seit dem 18. Jahrhundert jährlich stattfindende Jahrmärkte und die Gründung von Textilmanufakturen im 19. Jahrhundert bestimmten die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 13.715 |
| 1959 | 29.230 |
| 1970 | 30.815 |
| 1979 | 31.538 |
| 1989 | 35.707 |
| 2002 | 34.141 |
| 2010 | 31.792 |
Anmerkung: Volkszählungsdaten
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die Stadt hat eine Vielzahl von architektonischen Attraktionen, zu denen der Kreml mit der Uspenski-Kathedrale und vielen anderen Kirchen sowie das Fürstenpalais, ein herausragendes Beispiel profaner Architektur, gehören. Besondere Aufmerksamkeit verdient das weltberühmte Große Geläut im Kreml, welches Hector Berlioz 1869 besuchte, um die verschiedenen Melodien des Geläuts, für die die Rostower Glöckner weltberühmt waren, mit eigenen Ohren zu erleben.
Weiterhin sind die Arkaden in der Altstadt sowie das Erlöser-Jakob-Kloster vor der Stadt hervorzuheben, das altrussische und sehr prächtige klassizistische Architektur aufweist. Außerdem gibt es um die Stadt mehrere Klöster wie das Abraham-Kloster und das berühmte Boris-und-Gleb-Kloster.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Die Hauptwirtschaftszweige sind Anlagenbau, Textilindustrie, Lebensmittelindustrie, Kunsthandwerk und Ackerbau.
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Juri Alexandrowitsch Bilibin, Geologe
- Alexander Frauchi, klassischer Gitarrist
- Lew Naumow, Pianist
- Sergius von Radonesch, in Russland verehrter Heiliger und Gründer des Dreifaltigkeitsklosters in Sergijew Possad
- Dimitri Tuptalo, Metropolit von Rostow
Weblinks [Bearbeiten]
- Rostow auf mojgorod.ru
- http://www.rostmuseum.ru/
- http://www.finift.ru/
- http://www.museum.ru/M1649
- http://www.v-rostove.ru/
- Rostow (Weliki) und die Städte des Goldenen Rings
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
Verwaltungszentrum: Jaroslawl
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