Rotating radio transient

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Ein Rotating radio transient (dt. schnell rotierende flüchtige Radioquelle) ist ein Pulsar, ein rotierender Neutronenstern mit einer gerichteten Synchrotronstrahlung entlang seiner magnetischen Dipolachse, welcher besser über eine Suche nach einzelnen Pulsen als in einer Fourier-Analysis gefunden werden kann. Der Abstand zwischen einzelnen nachweisbaren Pulsen beträgt zwischen 10 und 10.000 Sekunden, wobei die Rotationsperiode der RRATs zwischen 0,1 und sieben Sekunden liegt[1].

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Rotating radio transient sind erstmals im Jahre 2005 als Transient Radio Bursts beschrieben worden[2]. Dies war das Ergebnis einer gezielten Suche nach einzelnen Bursts im Bereich der Radiostrahlung anstatt wie vorher üblich nach Pulsaren mit Hilfe von zeitlich exakt wiederholenden Signalen zu fahnden. Die Breite der einzelnen Radiopulse liegt zwischen zwei und 30 Millisekunden. Die RRAT zeigen Periodensprünge wie normale Pulsare. Im Radiobereich sind die Pulse, wenn eingeschaltet, stark moduliert ohne Anzeichen einer Modulationsfrequenz.

Im Bereich der Röntgenstrahlung konnte thermische Strahlung von wenigstens einem RRAT nachgewiesen werden und die abgeleitete Temperatur von mehr als einer Million Kelvin bestätigt die Natur als Neutronenstern[3]. Die Punktquelle ist von einem ausgedehnten Halo im Röntgenbereich umgeben, der von einem Pulsarwind-Nebel oder durch Streuung herrührt[4]. Es gibt wenigstens zwei reguläre Pulsare, die zeitweise als Rotating radio transients wahrgenommen würden[5]. Wahrscheinlich sind die RRATs nur eine extreme Form des Nullings und der Riesenpulse bei normalen Pulsaren. Diese Hypothese führt bei den jetzigen Zahlen an bekannten Rotating Radio Transients zu einem Anstieg der Entstehungsrate von Neutronensternen um einen Faktor von fünf bis sechs. Dies bedeutet, dass entweder die Anzahl an Kernkollapssupernova in der Milchstraße um einen entsprechenden Faktor unterschätzt wurde oder es noch weitere Entwicklungskanäle zur Entstehung von Pulsaren führen[6]. Alternativ könnten Änderungen in der Anzahl an freien Ladungsträgern oder Stromdichte in der Magnetosphäre zu dem Aussetzen der Pulse führen[7].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  E. F. Keane and M. A. McLaughlin: Rotating Radio Transients. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2012, arXiv:1109.6896.
  2.  M. A. McLaughlin et al.: Transient radio bursts from rotating neutron stars. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2005, arXiv:0511587v2.
  3.  B. M. Gaensler et al.: Chandra Smells a RRAT: X-ray Detection of a Rotating Radio Transient. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2006, arXiv:0608311.
  4.  A. Camero-Arranz et al.: The extended X–ray emission around RRATJ1819–1458. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2012, arXiv:1211.7340.
  5.  A. Esamdin, D. Abdurixit, R. N. Manchester, H. B. Niu: PSR B0826-34: Sometimes a RRAT. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2012, arXiv:0608311.
  6.  S. Burke-Spolaor: Rotating Radio Transients and Their Place Among Pulsars. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2012, arXiv:1212.1716.
  7.  Alice K. Harding�: The Neutron Star Zoo. In: Astrophysics. Solar and Stellar Astrophysics. 2012, arXiv:1302.0869v1.