Rotax 912

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Rotax-914
Rotax 912S im polnischen 3Xtrim 3X55 Trener

Der Rotax 912 ist seit Anfang der 1990er Jahre ein weitverbreiteter Motor für Leicht-, Ultraleicht- und Motorseglerflugzeuge der österreichischen Firma Rotax.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entwicklung des 912 begann im Jahre 1984, die Zertifizierung folgte fünf Jahre später. Mit der Zeit entwickelte er sich zum Standardmotor der UL-Klasse. Ende 2011 wurde der 40-tausendste Motor der 912er-Familie ausgeliefert.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Es ist ein mit Benzin betriebener Vierzylinder-Viertakt-Boxermotor mit unten liegender Nockenwelle, flüssigkeitsgekühlten Zylinderköpfen, luftgekühlten Zylindern, hydraulischem Ventilspielausgleich, kontaktloser Magnet-Kondensator-Doppelzündung und eingebautem elektrischen Starter.

Der Motor verfügt zudem über eine Trockensumpfdruckschmierung und zwei CD-Vergaser, eine mechanische Kraftstoffpumpe sowie ein mit Überlastkupplung angeflanschtes Luftschraubengetriebe, das die Drehzahl zwischen Kurbelwelle und Luftschraube reduziert. Der Motor ist aufgrund seiner konstruktiven Auslegung nicht für den Kunstflug geeignet.

Gebaut wird er in den Varianten 912 A/F/UL mit 80 PS, 912 S/ULS mit 100 PS und 914 mit 115 PS, wobei letzterer Motor eine Variante mit Turbolader darstellt.

Technische Daten[Bearbeiten]

912 912S 914
Aufladung Keine Turbolader
Hubraum (cm³) 1211 1352 1211
Bohrung (mm) 79,5 84,0 79,5
Hub (mm) 61
Verdichtungsverhältnis 9,0:1 10,5:1 9,0:1
max. Drehzahl (1/min) 5.800
max. Leistung ca. (kW/PS) 60/80 75/100 86/115
Verbrauch bei Startleistung (l/h) 24,0 27,0 33,0
Verbrauch bei höchster Dauerleistung (l/h) 22,6 25,0 27,2
Verbrauch bei 75 % Dauerleistung (l/h) 16,2 18,5 20,4
spezifischer Verbrauch bei höchster Dauerleistung (g/kWh) 285 285 276
Farbe der Zylinderkopfdeckel schwarz grün rot

Entwicklung[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Rotax 912 wurde zunächst ohne mechanische Veränderung durch Anbau eines Turboladers zum Rotax 914. Der Turbomotor Rotax 914 erwies sich als empfindlich und störanfällig, ermöglichte jedoch hervorragende Flugleistungen in auch größeren Höhen (bis mindestens 6000 m oder FL200). Das bewährte Saugmotorkonzept des Rotax 912 wurde durch Vergrößerung der Zylinderbohrung und damit des Hubraumes zum Rotax 912S weiterentwickelt, ohne auf die komplizierte und störanfällige Technik der Turboaufladung angewiesen zu sein.

Am 8. März 2012 wurde bei BRP Powertrain in Gunskirchen der Rotax 912 iS vorgestellt, der über ein vollelektronisches, redundant ausgelegtes Zünd- und Einspritzsystem verfügt. Diese Evolution des Motors hat laut Herstellerangaben einen um 20 % verringerten Kraftstoffverbrauch bei gleicher Leistung (100PS), als Nachteile stehen dem jedoch ein um etwa 7 kg erhöhtes Gewicht, ein höherer Preis sowie ein etwas geringeres maximales Drehmoment gegenüber. Die Triebwerksanzeige für das Cockpit wird über ein ebenfalls redundantes CANaerospace-Datenbussystem angeschlossen und stellt neben den Triebwerksdaten eine Vielzahl von Statusinformationen des Motors zur Verfügung. Als Cockpitanzeige dient eine Engine Management Unit (EMU 912iS).

Einsatz[Bearbeiten]

z. B. in

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rotax-912-Familie knackt die 40000er-Marke. In: aerokurier.de. 2. Dezember 2011, abgerufen am 5. Dezember 2011.